Die Kunst des Wasserbombenbauens

von Marvin C. Stahl
        Wasserbomben, also das Werfen von mit Wasser gefüllten Behältnissen,
        die beim Aufschlagen zerplatzen und den Inhalt meterweit verspritzen,
        ist etwas, das sicher jeder in seiner Jugend getan hat.

        Im folgenden Text werden einige 'Bauformen' und deren Anwendungen
        vorgestellt, die teilweise sicher von dem abweichen, was man lang-
        läufig als Wasserbombe kennt. Alle Bauanleitungen sind in der Jugend
        ausgiebig 'getestet' und verfeinert worden. ;-)

        Das man Wasser- und sonstige Bomben nicht auf Menschen wirft, da
        diese dadurch zu Schaden kommen und das somit strafbar ist, brauche
        ich wohl nicht extra erwähnen oder!? Dieser Text dient auf jeden Fall
        AUSSCHLIESSLICH der Information und soll niemanden dazu ermutigen, 
        dass Gelesene in die Tat umzusetzen! Wer's trotzdem tut, muss die
        rechtlichen Konsequenzen seines schändlichen Tuns selbst tragen! Ich
        habe euch gewarnt! ;-)



                              Inhaltsverzeichnis

              1. die Standardwasserbombe
              2. abgewandelte Formen der Standardwasserbombe
              3. Verwendung anderer Flüssigkeiten statt Wasser
              4. die Kipp-Wasserbombe
              5. die Zeitzünderwasserbombe
              6. die Flug-Wasserbombe
              7. die Megatonnenwasserbombe
              8. der Wasserbombenteppich



        1. Standardwasserbombe

        Die Standardwasserbombe besteht im Prinzip aus einem Beutel, der mit
        Wasser gefüllt und aus größerer Höhe fallengelassen wird. Papiertüten
        eignen sich NUR, wenn diese entweder

                             aus sehr dickem Papier bestehen
                             innen wasserfest sind
                             oder
                             zuvor mit Öl getränkt wurden.

        Meistens werden als Behältnisse Gefrierbeutel aus Plastik benutzt.
        Der EWSR (effektive Wasserspritzradius) hängt von zwei Faktoren ab -
        die Reizfestigkeit der Tüte und der Höhe des Abwurfs. Der EWSR ist
        mit folgender Formel angenähert zu errechnen.

                        WL * Am                WL  Wassermenge in Litern
                 EWSR = ------ * BH            Am  Abwurfhöhe in Metern
                           3                   BH  Bodenhärte (Beton=10,
                                                    Holz=7 und Rasen=3)

        Eine 10-Liter-Wasserbombe, die aus 10 m Höher auf Beton auftrifft,
        verteilt das Wasser also auf etwa 330qm. Dieser Wert ist flexibel,
        da die Reizfestigkeit des Bombenbehälters die Spritzweite stark
        beeinflussen kann.


        2. Abgewandelte Standardwasserbomben

        Wirklich spektakuläre Wasserbombenabwürfe erfordern eine weitaus
        größere Menge Wasser und vor allem, eine sehr große Abwurfhöhe. Zu
        empfehlen sind prall mit Wasser gefüllte Plastikeinkaufstüten, die
        vom 20. Stock eines Hochhauses oder einem Fernsehturm etc. abge-
        worfen werden.

        Kondome fassen mehrere Liter Flüssigkeit und eignen sich wunderbar
        für Abwürfe aus sehr großer Höhe. Sie zerplatzen etwas schwerer und
        so ist die Fläche, die von der Flüssigkeit durchnässt wird, um einiges
        größer, als bei normalen Einkaufstüten. Ein weiterer Vorteil ist der
        problemlose Transport von Kondom-Wasserbomben. Kondom füllen und am
        Ende verknoten - Fertig!


        3. Verwendung anderer Flüssigkeiten statt Wasser

        Zwar heißen diese Bomben WASSERbomben, doch jede Flüssigkeit eignet
        sich zur Herstellung. Wichtig für die Entscheidung, womit man die
        Wasserbombe füllt, ist, welcher Effekt erzielt werden soll. Wasser
        wird im Allgemeinen genommen, weil es kaum Schaden bei den 'Opfern'
        anrichtet.

           a) Wasser-Tinte-Gemisch
              Diese Füllung wird benutzt, wenn das Aufschlagsgebiet und die
              Bekleidung der dort Anwesenden 'verschönt' bzw. farbenfroher
              gestaltet werden soll. Eine Beimengung von Blaubeer- oder
              Rote Beetesaft sorgt dafür, das Waschversuche sinnlos werden.

           b) Jauche-Wasser-Gemisch
              Wunderbar geeignet, um Treffen von politisch Andersdenkenden,
              ungewollten 'Bordsteinschwalben' oder Veranstaltern von Sex-
              Messen an ihrem Treiben zu hindern.

           c) Wasser-Zucker-Lösung
              besonders geeignet, um den Frisuren der 'Zielpersonen' einen
              festeren Halt zu verleihen.

           d) Bier
              DIE Füllung, wenn die Zielpersonen aus Abstinenzlern besteht.

           e) Öl
              Bei dieser Bombenfüllung kommt neben dem reinen Einsaueffekt,
              noch das lustige Herumrutschen und auf dem Boden herumkriechen
              hinzu! ;-)


        4. Die Kipp-Wasserbombe

        Hierbei handelt es sich im strengen Sinne nicht um eine WasserBOMBE,
        sondern eher um eine Wasserfalle - eine Art Wassermine, um bei den
        Vergleichen zu bleiben.

        Sie kann in vielfältiger Form errichtet werden. Das Prinzip ist je-
        doch immer gleich. Ein Behälter mit Wasser wird über einer Tür abge-
        bracht und ergießt sich über das Opfer beim Öffnen der Tür.

          a) die KIPPmine

             Ein Eimer oder Plastikgefäß voll Wasser wird so auf einer etwas
             geöffneten Tür abgestellt, das es umkippt und sich über den
             Eintretenden ergießt, wenn dieser die Tür etwas weiter öffnet.
             Vorzugesweise sind LEICHTE Behälter zu benutzen, da die Ziel-
             person zwar nass, jedoch nicht verletzt werden soll!


          b) die SCHLITZmine

             Aufmerksame Zeitgenossen können die Kippmine entdecken, da die
             Tür etwas offen steht und die 'Mine' beim Blick nach oben sicht-
             bar ist. Für diese Zeitgenossen, wurde die Schlitzmine er-
             funden. Diese Wassermine funktioniert mit GESCHLOSSENER Tür!

             Ein oder mehrere Einkaufsbeutel werden über der Tür hängend an-
             gebracht. Dazu wird das Ende der Tüte mit Schnur umwickelt und
             diese dann an einem Nagel über der Tür befestigt. Am oberen
             Rand der Tür wird ein tiefer Schnitt angebracht, in den eine
             Rasierklinge befestigt werden kann (Abbildung 1). Man schließt
             die Tür fast, presste die Rasierklinge, die man mit einem ge-
             falteten Stück FESTEN Kartons greift, FEST in den Schnitt an der
             Tür und legt dann den gefalteten Karton OBEN auf die Klinge, auf
             die dann der Beutel aufgelegt wird (Abbildung 2).

             Beim Öffnen der Tür wird der 'Kartonreiter' etwas zurückge-
             schoben und das Ende der Rasierklinge schlitzt den prallen
             Wasserbeutel auf - PLATSCH!

                                            |
                             ---------------|----------------
                             --------------------------------

                                         -Abb. 1-


                   ----------------
                   |              |---------------------
                   | Pappreiter   |      |             |
                   |--------------|      |             |
                       |                 |   Tür       |
                       | Rasierklinge    |             |
                       ------------------|             |
                                         |             |

                                   -Abb. 2-


          c) die REISSLEINENmine

             Ein möglichst großer Beutel wird mit Wasser gefüllt und das
             offene Ende mit dem Ende einer LANGEN Nylonschnur mit einer
             SCHLEIFE verschlossen. Dieser Beutel wird VERKEHRT herum,
             also mit dem Schleifenende nach unten, über der Tür festge-
             macht. Die beste Art ihn zu befestigen ist, ZWEI Nägel fest
             in die Wand über der Tür einzuschlagen und dann an jede Ecke
             des Beutel eine Schlaufe aus Schnur zu knoten, die dann an
             die Nägel gehängt werden.

             Wenn der Beutel hängt, führt man die Nylonschnur UNTER der Tür
             durch und schließt diese. Jetzt wird eine Reißzwecke, die
             möglichst in etwa der Farbe der Tür entspricht, am unteren
             Ende der Tür FAST ganz eingedrückt und dann VORSICHTIG die
             Nylonschnur soweit unter der Tür hindurch gezogen, bis sie stramm
             sitzt (die Schleife darf sich NICHT lösen!). Dann wickelt man das
             Ende um die Reiß, macht einen Knoten, schneidet das überstehende
             Ende ab und drückt die Reißzwecke FEST in die Tür - Fertig!
             Siehe Abbildung 3.

             Beim Öffnen der Tür wird die Nylonschnur (die BELASTBAR sein
             muss!) angezogen, die Schleife löst sich und der Inhalt des
             Beutels ergießt sich über die Zielperson.


                                 o             o
                                / \           / \
                               |------------------|
                               |                  |
                               |                  |
                               |  Wasserbeutel    |
                               |                  |
                               |                  |
                               -------------------|
                                      >----<
                                     /______\
                                        |
                         ---------------|----------------------------
                         |              |                           |
                         |   Tür        |                           |
                         |              |                           |
                         |              |
                         |              |Nylonschnur
                         |              |

                                     -Abb. 3-


        5. Zeitzünderwasserbomben

        Bomben mit Zeitzündern kommen immer dann zur Anwendung, wenn der
        Verursacher vom Ort des Geschehens verschwinden will, bevor das
        'Unglück' geschieht. Das Ganze wird für einen Außenstehenden
        Betrachter akausal - er kann also Ursache (Täter) und Wirkung
        (Wasserbombe) nicht mehr miteinander in Bezug setzen.

        Grundlegend funktionieren Wasserbomben mit Zeitzünder so, dass die
        Wasserbombe in wirksamer Höhe über einem festen Grund oder einem
        Gegenstand, der die Wasserbombe beim Aufschlagen aufplatzen lässt,
        platziert wird und die Aufhängung des Wasserbombenbehälters durch
        eine Apparatur gelöst wird.

        In den Beispielen hängt der Wasserbombenbehälter an einer normalen
        Paketschnur die ausreicht, das Gewicht der Wasserbombe zu tragen.

          a) der Glühfadenzünder

             Diese Zünderart dürfte DER klassische und am einfachsten zu
             bauende Zündmechanismus sein, was es an elektrisch auslösbaren
             Zündvorrichtungen gibt.

             Material

             1 Taschenlampenbirne 1,5-6V
             1 mechanische Uhr
             1 9V Blockbatterie
             Klebeband
             Draht

             Der Glaskörper der Birne muss zertrümmert werden OHNE das der
             Glühfaden beschädigt wird. Dies kann durch VORSICHTIGE Hammer-
             schläge geschehen. Dabei wird leider oft der Glühfaden zer-
             stört. Sehr viel sicherer ist es, die Birne zwischen die Backen
             eines Schraubstocks einzuspannen und diesen VORSICHTIG zuzu-
             drehen, bis der Glaskörper zerbricht.

             Ist dies vollbracht, müssen an den beiden Polen der Birne je-
             weils ein ca. 50cm langes Stück, isolierter Draht angelötet
             werden.

             Die Birnenfassung mit dem Glühfaden wird nun so die Halteschnur
             der Wasserbombe befestigt, das der Glühfaden fest anliegt.

             Nun entfernen wir das Deckglas des Zifferblattes von der Uhr.

             Einen Pol des Stromanschlusses des 9V-Batterieblocks befestigen
             wir so an der 12-Uhr-Position der Uhr, das das BLANKE Ende hoch-
             steht.

             Einen Draht der Birne verbinden wir mit dem zweiten, freien Pol
             der 9V-Batterie. Das noch verbleibende Drahtende von der Birne
             wird so auf den KLEINEN Zeiger der Uhr geklebt, das dieses
             blanke Ende das Blanke Ende auf der 12-Uhr-Position berührt,
             wenn der Stundenzeiger die 12-Uhr-Position erreicht. Beim Zu-
             sammensetzen darauf achten, das die Uhr entweder NICHT aufge-
             zogen oder ohne Batterien ist!!!

             Das Ganze ist in Abbildung 4 als Schema zu sehen.


                                          Birne
                  Halteschnur -------------OOO---------------------
                      der                 +---+
                  Wasserbombe             |   |       /-------------\
                                          |___|       |      *      |
             +------------------+          | |        |             |
             |                  |#---------+ +----------12   *    * |
             |    9V Batterie   |                     |      |      |
             |                  |#---------------------------+      |
             +------------------+                     \-------------/

                                   -Abb. 4-


          b) der Glimmzünder

             Anders, als beim Glühfadenzünder, ist dieser Zünder leicht
             und jederzeit zu improvisieren.

             Material

             1 Zigarette
             Feuerzeug/Streichhölzer
             etwas Klebeband

             Die Wasserbombe wird wie bei der vorigen Variante aufgehängt
             und dann die filterlose Zigarette (am besten eine Rothändle
             oder andere Zigarette mit grobem Tabak) angezündet. Brennt
             sie richtig, wird sie mit einem Stückchen Klebeband an der
             Halteschnur befestigt. Dabei ist darauf zu achten, das die
             Zigarette mit der Glut nach unten in einem Winkel von etwa
             45 Grad befestigt wird (Abb. 5). Je nach Zigarettenmarke und
             Glimmdauer, verbrennt die Zigarettenglut die Halteschnur nach
             3-5 Minuten. Also genug Zeit, um sich aus dem Staub zu
             machen.

                                        |
                                        |___
                                        /  /
                                       /  /
                                      /  /
                                     /  /
                                    /  /|
                                   /  / |
                                  ####  |
                                  ###   |
                                        |

                                   -Abb. 5-


        6. Flugwasserbomben

        Bei dieser Form der Wasserbombe handelt es sich um eine bisher
        unbekannte Form der 'Hightech'-Wasserbombe ganz besonders perfider
        Bauweise. Ähnlich modernen Massenvernichtungsmitteln, sind die
        Opfer ahnungslose Menschen, über die das Unheil ungezielt und wie
        aus, in diesem Fall wörtlich zu verstehen, heiterem Himmel ereilt.
        Die Idee und Verwirklichung ist so genial wie einfach.

        Material

        Wasserbombenbehälter mit Wasser (am besten Luftballon)
        mehrere mit Helium gefüllte Luftballons

        Je nach 'Nutzlast', also dem Gewicht des mit Wasser gefüllten
        Luftballons, wird dieser an drei oder mehr Heliumluftballons
        gebunden. Diese Luftballons sind leicht auf einer Kirmes, einem
        Rummel oder Straßenfest zu erhalten.

        Es ist darauf zu achten, dass die Heliumballons soviel Auftrieb
        haben, dass sie den wassergefüllten Ballon SCHNELL in die Lüfte
        befördern. Notfalls müssen weitere Heliumballons an die Bombe
        gebunden werden. Dieses Ballonbündel mit seiner Nutzlast lässt
        man nun, möglichst in einer dicht bevölkerten Gegend (Stadt)
        steigen. Nach einigen 100 Metern oder mehr, werden einige oder
        alle Heliumballons wegen des geringeren Luftdrucks platzen und
        die Wasserbombe stürzt aus großer Höhe ab!


        7. Megatonnen-Wasserbombe

        Dieser Vertreter feuchter Freude ist spektakulär ohne Ende. Anders
        als bei allen vorgenannten Varianten, werden hier nicht einige
        Literchen Wasser verteilt, sondern KubikMETER. Es ist eine wahre
        Massenvernichtungswasserbombe!

        Material

        Öl
        Silikonabdichtungsmasse
        ein Raum mit Wasserhahn und Tür, die nach AUSSEN öffnet
        ein Stück Schlauch (muss an den Wasserhahn passen)

        Wir dichten als Erstes jede Ablauffuge, Fenster etc. in diesem
        Raum ab. Fenster und Rahmen werden auf den Innenseiten dick mit
        Öl bestrichen, dann FEST geschlossen und mit Silikonabdichtungs-
        masse abgedichtet. Nun pressen wir den Schlauch auf das Ende des
        Wasserhahns und öffnen den Hahn, damit sich das Wasser auf den
        Boden des Raums ergießt.

        Jetzt noch schnell die (zuvor mit Öl bestrichene Tür) schließen
        und die Fugen dick mit Silikonmasse abdichten. Dabei ist darauf
        zu achten, dass ein WINZIGES Loch offen bleibt. Dieses Loch ist
        der Trick. Das Loch sollte in etwa 50-60cm Höhe am Rahmen sein.
        
        So ist genügend Zeit in der Wasser den Raum füllt, bevor sich
        das ganze durch das winzige Loch 'verrät' und jemand die Tür öffnet
        um nachzusehen, was 'da nicht stimmt'. Wuschhhhhhhhhhhhh!!!! ;-)


        8. Wasserbombenteppich

        Dies ist eigentlich keine eigenständige Bauform für Wasserbomben,
        sondern eine besondere Form Wasserbomben zu werfen.

        Material

        ein biegsames, breites Brett

        Mehrere Dutzend oder Hunderte kleiner bis mittlerer Wasserbomben
        müssen vorbereitet und neben dem schräg eingekeilten Brett bereit-
        gestellt werden. Man benötigt für diesen 'Wasserbombenwerfer' drei
        Personen. Zwei 'Bestücker' und einen 'Werfer'. Die Bestücker legen
        10 oder mehr kleine Wasserbomben auf das Ende des Wurfbrettes. Dann
        biegt der 'Werfer' das Brett kräftig nach unten und lässt die Wasser-
        bomben durch die Luft schnellen. Kaum sind die Wasserbomben unter-
        wegs, wird das Wurfbrett erneut bestückt und die Bomben abgefeuert.
        usw. usw. usw. Der Abschuss sollte von einem hohen Gebäude etc.
        erfolgen.


        So, nun kann ich euch nur noch viel Spaß wünschen und treibt
        keinen bösen Unfug! Mal eine kleine Wasserbombe ist OK, aber
        all zu grober Unfug kann euch MASSIVEN gesetzlichen Ärger ein-
        bringen - und ich rate euch STRENGSTENS davon ab, alles was ihr
        hier gelesen habt, in die Realität umzusetzen!

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