DAS BERLINER OLYMPIASTADION

1931 hatten sich die Leidenschaften und der Hass des 1. Weltkrieg
beruhigt und der Olympische Kongress in Barcelona beschloss die XI
Olympischen Spiele nach Deutschland zu vergeben. Was für die Olympiade
1916 noch gewaltig imponiert hätte, sollte 20 Jahre später nicht mehr
genügen. Schon auf der Sommerolympiade 1932 in Los Angeles war das
dortige 100.000 Zuschauer fassende Stadion an allen Wettkampftagen
ausverkauft gewesen. Gerade jetzt zeigte sich auch der Nachteil der
verschwenderisch groß angelegten Ehrenlogen im Deutschen Stadion bzw.
ehemaligen Kaiser Wilhelm Stadion, die zuviel Platz für weitere
Zuschauerplätze gekostet hatten.

Unentschlossen ob Umbau oder Neubau, verrann die Zeit und man entschloss
sich schließlich, die eine Zeit auch Grunewaldstadion genannte Sport-
stätte umzubauen. Inzwischen waren die Nationalsozialisten an die Macht
gekommen und Adolf Hitler ließ sich persönlich die Pläne des geplanten
Umbau vorlegen.

Nach einer Inspektion des Deutschen Stadion im Beisein des Führers, ließ
sich dieser die Arbeiten erklären und traf die Entscheidung für einen
Neubau des Olympiastadion als Mittelpunkt des so genannten
Reichssportfeld. Sein Wille wurde oberstes Gesetz. Auf 120 Hektar
Gesamtgrundfläche entstand eine Sportstätte die allen Sportarten
Platz, Übungs- und Wettkampfmöglichkeiten gab. (Ausgenommen natürlich
die Ruder und Segelwettbewerbe) Es entstand als zentraler Mittelpunkt
das damals 100.000 Zuschauer fassende Olympiastadion mit dem daneben
liegenden und 20.000 Zuschauer fassenden Schwimmstadion.

Die Bautiefe des Olympiastadion beträgt 27 Meter, wovon es zur Hälfte in
den Boden eingelassen wurde. Diese Tiefe wird während des derzeitigen
Umbau bis zur endgültigen Fertigstellung im Jahre 2004 mit 2,65m weiter
vergrößert, indem das gesamte Spielfeld tiefer gesetzt wird und
unterhalb des Oberring die Ehren und VIP-Logen eingebaut werden. Das
Fassungsvermögen lag einst bei 100.000 Zuschauer, wobei die
Oberring-Kurven nur aus Stehplätze bestand. Später wurden auch diese
Bereiche mit Sitzplätze ausgestattet und das Fassungsvermögen sank
dadurch auf 97.000 Zuschauer. Aus diesen ersten Bundesligatagen
besteht daher bis heute der Zuschauerbundesligarekord aus der
Begegnung Hertha BSC Berlin - 1.FC Köln mit den besagten 97.000.

Vor dem derzeitigen Umbau und bedingt durch neue Schalensitze aber auch
erhöhten Sicherheitsbestimmungen und Standards betrug das
Fassungsvermögen zuletzt nur noch 76.000 Zuschauer. Während der
Umbauzeit ist ein Fassungsvermögen von 55.000 Zuschauer garantiert, da
der Spielbetrieb vom Bundesligisten Hertha BSC Berlin weiter geht.

Trotzt der weiteren Vertiefung und Vergrößerung des Zuschauerbereich
durch den derzeitigen Umbau, wird das Fassungsvermögen danach ca.
74.000 betragen, da der dazu gewonnene Raumbedarf zu Lasten großzügiger
und noch anzulegender Ehren und VIP - Logen geht. Neben verschiedenen
zusätzlichen Sportplätzen, dem heutigen Maifeld und einem
eigenständigen 20.000 Zuschauer fassenden Hockeystadion wurden damals
ganze Alleen neu gebaut und Bäume angepflanzt und das Schwimmstadion
bekam eine eigene Filter und Umwälzanlage. Zudem wurde dieses ständig
mit frischem Wasser der Berliner Stadtwerke versorgt. Eine für
damalige Verhältnisse besondere und weltweit beachtete Neuerung.

Erstmals wurden bei dieser Olympiade im Schwimmbecken die Probleme der
Wassertemperatur bei olympischen Wettkämpfen durch eine integrierte
Heizung ausgeschaltet, indem die Wassertemperatur bei mindestens 21
Grad Celsius gehalten wurde.

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