Chronik der 12./13. Volksschule Berlin-Schöneberg (Scharmützelsee-Grundschule) 1903-1940
Inhaltsverzeichnis
1903 Eröffnung der XII. und XIII. Gemeindeschule...............................................3
1911 Grundsteinlegung des Rathauses...............................................................46
1912 Scharlach- und Diphtherieepedemie...........................................................48
1914 Mehrere Lehrer werden ?zu den Fahnen gerufen?......................................61
1915 Lehrer Sparfeld erlag seinen Kriegsverletzungen................................65-66
1916 Goldsammlung der Schule...........................................................................76
1919 Schüler ertrank im Wannsee während eines Ausfluges............................91
1920 Wahl des Elternbeirates...........................................................................93-94
1922 Einrichtung einer Förderklasse..................................................................107
1923 Probleme mit Gehaltszahlungen wegen der Geldentwertung.................110
1925 Trauerfeier für Reichpräsident Friedrich Ebert........................................117
1930 Probleme bei Schulumbauten durch allgemeine Finanznot............144-145
1933 Drastische Änderungen der Schulführung...............................................151
1936 Es beteiligen sich 24 Schüler am Festspiel der Olympischen Spiele....160
1939 Militärbehörde beschlagnahmt die Schule........................................167-168
1940 Verschickungen wegen Luftangriffen.......................................................171
[Anmerkung: Die Abschrift der Chronik entspricht inhaltlich den vorhandenen Unterlagen. Die
Bearbeitung erfolgte unter Belassung der zeitbedingten Orthographie und Diktion. Seitenaufteilung
und -gestaltung entsprechen nicht dem Original, d. Bearb.]
Sommer 1903
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
1 Prinz 41 40 0 1 0 0 12 6 0
2a Seifert 38 38 0 0 0 0 7 0 0
2b Wölfer 43 43 0 0 0 0 5 5 0
3a Metaschk 46 43 2 1 0 0 0 1 0
3b Gadow 45 45 0 0 0 0 2 0 0
4 Baumert 59 57 0 2 0 0 0 0 0
5 Schulz 50 49 1 0 0 0 2 1 0
6 Schmidtke 52 46 4 2 0 0 0 0 0
7 Sparfeld 54 53 0 1 0 0 0 0 0
M1 Specht 43 41 1 0 1 0 25 7 0
M2 Stübert 47 46 0 0 1 0 11 5 0
M3 Thiele 43 39 0 2 2 0 7 0 0
M4 Pridöhl 52 50 0 1 1 0 5 0 0
M5a Arndt 56 54 0 1 1 0 0 0 0
M5b Kaisermann 52 52 0 0 0 0 0 0 0
M6 Ehle 54 50 0 3 1 0 0 0 0
M7 Neitzke 49 48 0 1 0 0 0 0 0
Oberstufe 213 = 42,0%
Mittelstufe 106 = 32,6%
Unterstufe 103 = 25,4%
Summa 824 Knaben.
Davon sind 796 ev., 6 kath., 15 jüd. 7 andersgläubig oder ungetauft.
17 Klassen mit durchschnittlich je 48,5 Kinder
17 Lehrkräfte einschließlich des Rektors, 15 Lehrer, 2 Lehrerinnen
Eröffnungsfeier
Am 15. April 1903 wurden unter der Teilnahme des Lehrerkollegiums und Oberklassen
die in der Hohenstaufenstraße Nr. 49 neu errichteten Gemeindeschulen XII und XIII
durch eine Feier in der Aula des Gebäudes eröffnet. Das Weihgebet sprach nach
einem Chorgesang Superintendent Jakobi. Nach ihm nahmen das Wort der kgl.
Kreisschulinspektor Schulrat Kob, der zugleich die neueingetretenen Lehrer einführte.
Bürgermeister Dr. Gerhard und schließlich im Namen der Leiter und Lehrer der
Anstalten des Rektor Prinz.
Anwesend waren als Vertreter der städtischen Behörden außer den Germanisten
Stadtbaurat Egeling und von den Mitgliedern der Schuldeputation Rektor Albrecht
und Oberlehrer Seele.
Leiter, Lehrer, Schüler, Klassen.
Die Gliederung der Schule, Besuchsziffer und Zusammensetzung des Kollegiums
zeigt die nebenstehende Übersicht. Leiter der Anstalt ist der Verfasser dieses
Berichts, Rektor Prinz, geboren am [im Original nicht lesbar, d. Bearb.]11.1858 zu
Wustermark im Kreise Osthavelland. Er besuchte, nachdem er die Berechtigung zum
einjährigen Militärdienst erworben hatte, das königliche Seminar zu Neuzelle von
1876 bis 1879, war von 1879 bis 1886 als Lehrer an der evangelischen [im Original
nicht lesbar, d. Bearb.]-Schule zu Jerusalem angestellt, wurde nach seiner Rückkehr
in [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ], Spandau und am 1.7.1897 in Schöneberg.
Über die bei der Eröffnung an der Schule mitwirkenden Lehrer und Lehrerinnen gibt
die nachfolgende Übersicht Auskunft.
Hugo Specht
Geboren 1873 in Sommerfeld, vorgebildet im Seminar Alt-Döbern, 1. Prüfung Alt-
Döbern 1892, 2. Prüfung Alt-Döbern 1895, Mittelschulprüfung 1902 in Berlin,
Rektorprüfung 1903 ebenfalls in Berlin. Angestellt 4. April 1893 bis 31. März 1897
in Döbern bei Krossen. Ab 1. April 1897 in Schöneberg. Verheiratet, ein Kind.
Militärverhältnis: Landwehr II.
Hermann Stübert
Geboren am 1. Dezember 1865 in Briegen Kreis Lebus. Vorgebildet im Seminar
zu Neuzelle. 1. Prüfung Neuzelle, 2. Prüfung in Königsberg i/M. Angestellt ab 1.
Oktober 1886 in Wellnitz Kreis Guben, dann Soldin N/M und anschließend in
Schöneberg. Verheiratet, ein Kind. Militärfrei ? Ersatzreserve I Kl.
Rudolf Thiele
Geboren am 7. Juni 1877 in Gübs Kreis Jericho I. Vorgebildet im Seminar zu
Halberstadt. 1. Prüfung in Halberstadt 1897, 2. Prüfung in Erfurt 1900. Angestellt
im Juni 1897 in Goldlauter Kreis Schleusingen, dann Quedlinburg und
anschließend in Schöneberg. Ledig. Militärverhältnis: Reserve.
Karl Pridöhl
Geboren am 17. Juni 1870 in Jastrow. Vorgebildet im Seminar zu Pr. Friedland.
1. Prüfung in Pr. Friedland 1890 und 1894 die 2. Prüfung desgleichen.
Turnlehrerprüfung 1895. Verheiratet, ein Kind. Militärverhältnis: Unteroffizier der
Landwehr I.
Wilhelm Arndt
Geboren am 28. April 1863 in Stralsund. Vorgebildet im Seminar zu Franzburg. 1.
Prüfung am 8. Oktober 1883 in Franzburg, 2. Prüfung am 20. November 1885 in
Pyritz. Angestellt Juli 1884 in Stralsund und ab 1. Oktober 1889 in Schöneberg.
Verheiratet, 2 Kinder. Militärverhältnis: Landwehr II b.
Paul Kaisermann
Geboren am 27. Juli 1864 in Potsdam. Vorgebildet im Seminar zu Neu-Ruppin. 1.
Prüfung in Neu-Ruppin, 2. Prüfung desgleichen. Angestellt in Schöneberg.
Verheiratet, ein Kind. Militärverhältnis: Landwehr II.
Max Ehle
Geboren am 29. Mai 1871 in Viesen. Vorgebildet im Seminar zu Halberstadt
1888 bis 1891. 1. Prüfung März 1891, 2. Prüfung Mai 1893. Angestellt in
Lichterfelde Ostern 1891 bis Ostern 1892, Schlagenthin Ostern 1892 bis
Michaelis 1893, Quedlinburg Michaelis 1893 bis O.stern 1897, Schöneberg seit
stern 1897. Unverheirat. Militärverhältnis. Wehrmann 2. Aufgebot.
Anna Neitzke
Geboren am 19. November 1879 in Stolp/Pommern. Vorgebildet in der
Charlottenschule und dem Königlichen Seminar zu Berlin. Lehrerinnenprüfung in
Berlin. Angestellt in Schöneberg. Unverheiratet, keine Kinder.
Paul Seifert
Geboren am 18. April 1871 in Sommerfeld. Volksschule, dann
Präparandennanstalt, Seminar zu Alt-Döbern. 1. Prüfung in Alt-Döbern 1891, 2.
Prüfung [ Jahreszahl im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] ebenfalls in Alt-Döbern,
Mittelschullehrerprüfung [ Jahreszahl im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] und
Rektorratsprüfung 1903 in Berlin. Angestellt in Ströbitz bei Cottbus vom 1. April
1891 bis 31. März 1893, Sorau/Niederlausitz vom 1. April 1893 bis 31. März
1895, Schöneberg vom 1. April 1895. Unverheiratet. Militärverhältnis: Landwehr I.
Edmund Wölfer
Geboren am 20. November 1868 in Oranienburg. Vorgebildet im Seminar zu
Oranienburg. 1. Prüfung 1888, 2. Prüfung 1891. Angestellt in Grubow/Belzig,
Wilhelmsdorf bei Brandenburg, Schöneberg seit 1. April 1894. Verheiratet, ein
Kind. Militärverhältnis: Landwehr II.
August Metaschk
Geboren am 3. Juni 1874 in Hoyerswerder/Schlesien. Vorgebildet in
Reichenbach o/L. 1. Prüfung [ Jahreszahl im Original nicht lesbar, d. Bearb. ], 2.
Prüfung [ Jahreszahl im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]. Angestellt in Klitten
(Oberlausitz) vom 1. Januar 1894 bis 31. März 1894, in Märzdorf bei Uhyst
(Oberlausitz) vom 1. April 1894 bis 30. April 1897, in Gablenz bei Muskau o/L
vom 1. Mai 1897 bis 31. März 1902. Unverheiratet. Militärverhältnis: Landwehr I.
Willi Gadow
Geboren am 12. August 1879 in Berlin. Vorgebildet in Cöpenick. 1. Prüfung und
2. Prüfung in Cöpenick. Angestellt in Schöneberg. Unverheiratet. Militärverhältnis:
Ausgemustert.
Eduard Baumert
Geboren 1877. Vorgebildet in Drossen. 1. und 2. Prüfung in Drossen.
Georg Schultz
Geboren am 23. Juli 1871 in Göritz an der Oder. Vorgebildet in Königsberg n/M.
1. Prüfung in Königsberg [ Jahreszahl im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] und 2.
Prüfung ebenfalls in Königsberg. Angestellt in Göritz a/O vom 1. Oktober 1891
bis 31. März 1895, Schöneberg ab 1. April 1895. Unverheiratet. Militärverhältnis:
Landsturm.
Eva Schmidtke
Geboren am 28. November 1875 in Freystadt/Schlesien. Vorgebildet in Droyßig.
Prüfung 1898. Angestellt vom 1. Oktober 1898 bis 31. März 1900 in Marienfelde,
dann ab 1. April 1900 in Schöneberg. Unverheiratet.
Max Sparfeld
Geboren am 29. Oktober 1867 in Torgau. Vorgebildet in Elsterwerdera. 1.
Prüfung am [ Jahreszahl im Original nicht lesbar, d. Bearb. ], 2. Prüfung ebenfalls
in Elsterwerdera. Angestellt in Gluckau vom 1. Oktober 1888 bis 1. Oktober 1890,
Aschersleben 1. Oktober 1890 bis 1. Oktober 1900, Zehlendorf vom 1. Oktober
1900 bis 1. Oktober 1901, Schöneberg ab 1. Oktober 1901. Verheiratet, zwei
Kinder, Militärverhältnis: Landsturm.
Ausfall des Unterrichts, längere Vertretungen
Die Pfingstferien dauerten vom 30. Mai bis 4. Juni
Die Sommerferien dauerten vom 3. Juli bis 11. August
Die Herbstferien dauerten vom 26. September bis 6. Oktober
Außerdem fiel der Unterricht aus am Himmelfahrtstage, den 21. Mai, am Tage der
Kreislehrerkonferenz, den 18. Juni, am Tage des Schulausflugs, der in der letzten
Juniwoche unternommen wurde, und der Hitze wegen in der 5. Vormittagstunde des
3. und 7. September. Das Sedanfest wurde in der üblichen Weise durch Gesänge,
Vorträge und Ansprache, von den Ober- und Mittelklassen in der Aula, von den
Unterklassen in ihren Klassenräumen gefeiert. Mit den Feiern war die Verteilung von
Prämien an würdige und bedürftige Knaben verbunden. Näheres über die
Schulfestlichkeiten ist in den Sonderberichten darüber nachzulesen.
Eine längere Vertretung musste für den Lehrer Schulz eingerichtet werden, der vom
8. Juni bis 3. Juli eines Magenleidens wegen beurlaubt war. Vertreterin Frl. Borchert.
Herr Metaschk war vom 6. bis 20. Mai zu einer militärischen Übung eingezogen.
Vertreterin Frl. Hölken.
Entlassung aus der Schulpflicht
Die Abschiedsfeier für die aus der Schulpflicht zu entlassenden 35 Knaben wurde am
25. September abgehalten. Es gingen ab aus
I O 3 III O 1
I M 16 III M 2
II O 6 IV M 1
II M 6
Mithin von der Oberstufe 34, von der Mittelstufe 1.
Schulhaus
Während des Sommers wurden zwei Klassenräume durch das Werner-Siemens-
Realgymnasium benutzt.
Winter 1903/1904
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
1 Prinz 40 39 0 1 0 0 16 9 0
[?] Seifert 39 38 0 1 0 0 11 2 0
[?] Wölfer 39 39 0 0 0 0 9 3 0
[?] Metaschk 45 42 2 1 0 0 5 1 0
[?] Gadow 45 45 0 0 0 0 5 1 0
[?] Stübert 57 56 0 1 0 0 0 0 0
[?] Schulz 51 50 1 0 0 0 0 0 0
[?] Pabst 48 46 0 1 1 0 0 0 0
[?] Schmidtke 51 45 4 2 0 0 0 0 0
[?] Sparfeld 44 43 1 0 0 0 0 0 0
I M Päschke 43 42 1 0 0 0 15 6 0
II M Bock 46 43 0 1 2 0 8 5 0
III M Thiele 48 46 0 1 1 0 10 0 0
IVa Pridöhl 52 51 0 0 1 0 1 0 0
IVb Arndt 51 47 1 1 1 0 1 0 0
Vb Kaisermann 56 54 0 2 0 0 0 0 0
VIb Ehle 49 43 4 2 0 0 0 0 0
VIIb Neitzke 58 56 2 0 0 0 0 0 0
Oberstufe 345 = 40,0%
Mittelstufe 315 = 36,5%
Unterstufe 202 = 23,5%
Summa 862 Knaben
Davon sind 826 evangelisch, 16 katholisch, 14 jüdisch, 6 andersgläubig oder
ungetauft. 18 Klassen mit durchschnittlich 47,9 Schülern. 18 Lehrkräfte einschließlich
des Rektors, 16 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Veränderungen im Lehrerkollegium und Klassenbestande
Die beiden bisher von dem Werner-Siemens-Realgymnasium benutzten
Klassenräume erhielt die Schule zurück. Einer der selben wurde einstweilig der
Schule XIII zur Verfügung gestellt, so das der Schule XII 18 Räume verblieben. Eine
Klasse V.Ob mit ihrem Ordinarius Pabst wurde von Schule VI übernommen. Der
Lehrer Sprecht wurde zur X. Schule versetzt, der Lehrer Baumert trat in den
Gemeindeschuldienst der Stadt Berlin über. Als Ersatz erhielt Schule XII die Lehrer
Päschke und Bock.
Wilhelm Pabst
Geboren am 12. September 1867 in Finsterwalde. Präparandum und Seminar in
Elsterwerder. Erste Prüfung September, 1887 und 2. Prüfung im Oktober 1889 in
Finsterwerder. Eintritt in den öffentlichen Schuldienst am 1. Oktober 1887.
Anstellungen in Wimmelburg bei Eisleben und Schöneberg. Verheiratet.
Militärverhältnis: Landsturm.
Emil Päschke
Geboren am 12. September 1873 in Fürstenwalde. Präparandum und Seminar in
Drossen. Erste Prüfung 1894 und zweite Prüfung 1896, beide in Drossen.
Mittelschulprüfung in Berlin, 1900. Eintritt in den öffentlichen Schuldienst am 1.
April 1894. Angestellt ab 1. Juli 1900 in der Volkschule Fürstenwalde.
Mittelschule bis 1. Oktober 1903. Verheiratet. Militärverhältnis: Landsturm.
Artur Bock
Geboren am 28. September 1872 in Dambritsch Kreis Neumarkt. Präparandum
und Seminar in Bunzlau. Erste Prüfung 1892 und zweite Prüfung 1894. Eintritt in
den öffentlichen Schuldienst am 1. Oktober 1892. Angestellt in Güntersberg Kreis
Grüneberg, in See (Oberlausitz), in Vörstgen Kreis Rothenburg, in Lohsa Kreis
Hoyerswerder und in Halbau Kreis Sagan. Verheiratet. Militärverhältnis:
Landsturm.
Ausfall des Unterrichts und längere Vertretungen
Die Weihnachtsferien dauerten vom 19. Dezember 1903 bis 4. Januar 1904.
Außerdem fiel der Unterricht aus am Bußtage, den 18. November 1903, und am
Geburtstage seiner Majestät des Kaisers, den 27. Januar 1904. Über die Feier
dieses Festes wird in einem Sonderhefte berichtet.
Der Rektor war durch Krankheit vom 11. Dezember 1903 bis 20. Februar 1904 an
der Wahrnehmung seines Dienstes behindert. Die Vertretung wurde durch den
Lehrer Seifert und die Lehrerin Schmidt besorgt. Die Osterferien dauerten vom 26.
März bis 11. April 1904.
Entlassung aus der Schulpflicht
Die Entlassungsfeier fand am Tage des Schulschlusses, dem 26. März 1904 in der
Aula der Schule statt. Siehe Sonderbericht
Entlassen wurden aus:
I O 18
I M 16
II O 9 + 1
II M 10
III O 4
III M 1
V O 1
59+1 = 60
59 Knaben, mithin 58+1=59 Schüler der Ober- und 1 Schüler der Mittelstufe.
Sommer 1904
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
Io Prinz 41 41 0 0 0 0 13 6 0
II Oa Seifert 35 32 2 1 0 0 10 0 0
II Ob Wölfer 34 34 0 0 0 0 5 3 0
III Oa Metaschk 41 39 0 2 0 0 3 0 0
III Ob Wehner 39 39 0 0 0 0 3 0 0
IV Oa Stübert 43 43 0 0 0 0 0 0 0
IV Ob Pabst 43 41 0 1 1 0 1 0 0
V O Schmidtke 55 50 4 1 0 0 0 0 0
VI O Schulz 42 42 0 0 0 0 0 0 0
VII O Sparfeld 45 40 4 1 0 0 0 0 0
I M Päschke 40 37 1 1 1 0 25 3 0
II M Bock 38 36 0 1 1 0 9 0 0
III M Thiele 41 41 0 0 0 0 6 0 0
IVa Pridöhl 52 51 0 0 1 0 1 0 0
IVb Arndt 50 48 1 1 0 0 3 0 0
IVc Gadow 45 45 0 0 0 0 1 1 0
Va Kaisermann 52 50 0 2 0 0 2 0 0
Vb Lanzke 52 51 0 1 0 0 0 0 0
VI Ehle 46 41 4 1 0 0 0 0 0
VII Neitzke 50 48 2 0 0 0 0 0 0
Oberstufe 309 35,0%
Mittelstufe 392 44,0%
Unterstufe 183 21,0%
Summe 884 Knaben
Davon sind 846 evangelisch, 20 katholisch, 14 jüdisch und 4 andersgläubig oder
ungetauft. 20 Klassen mit durchschnittlich 44,2 Schülern. 20 Lehrkräfte,
einschließlich des Rektors, 17 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Veränderungen im Lehrerkollegium und Klassenbestande
Frl. Schmidtke rückte mit ihrer Klasse nach V.o, Herr Pabst mit Klasse V. Ob, die
einging, nach IV Ob, die neu entstand, auf. Die alte Klasse III Ob ging durch
Fortführung nach II Ob ein, während eine neue Klasse III Ob mit dem Ordinarius
Wehner neu gebildet wurde. Außerdem erhielt die Schule eine neue Klasse V Mb mit
dem Ordinarius Lanzke aus Schule V! Somit war eine fliegende Klasse vorhanden.
Friedrich Wehner
Geboren am 9. März 1873 in Quirl im Kreise Hirschberg, wurde vorgebildet auf der
Präparandenanstalt zu Schmiedeberg in Schlesien und dem Seminar zu Oels in
Schlesien, was er von 1890 bis 1893 besuchte. Er trat am 1. Juli 1893 in den
öffentlichen Schuldienst, nachdem er die 1. Prüfung am Seminar zu Oels bestanden
hatte. Die 2. Prüfung legte er am Seminar zu Steinau 1896 ab. Von 1893 bis 1901
war er in Köben an der Oder, vom 1. April 1901 bis 31. März 1904 in Jüterbog
angestellt. Am 1. April 1904 trat er in den Schuldienst der Stadt Schöneberg ein.
Gustav Lanzke
Geboren 8. August 1878, zu Lindenborg, Kreis Beeskow, besuchte die
Präparandenanstalt zu Cöpenick, das Seminar zu Prenzlau von 1896 bis 1899 und
trat am 1. Juli 1899 in den öffentlichen Schuldienst. Die erste Lehrerprüfung legte er
Oster 1899, die zweite Ostern 1901 ab. Vor seinem Eintritt in den Schöneberger
Schuldienst, der am 1. Oktober 1903 erfolgte, war er in Joachimsthal angestellt.
Ordinarius der neugebildeten Klasse IV Mc wurde Herr Gadow.
Ausfall des Unterrichts und längere Vertretungen
Die Pfingstferien dauerten vom 20. bis 26. Mai 1904
Die Sommerferien dauerten vom 8. Juli bis 15. August 1904
Die Herbstferien dauerten vom 1. bis 11. Oktober 1904
Der Unterricht fiel aus am 12. Mai 1904 des Himmelfahrtfestes und am 18. Juni 1904
der Kreislehrerkonferenz wegen.
Die Schulausflüge wurden im Juni und Juli unternommen. Der Hitze wegen brauchte
der Unterricht nicht auszufallen. Die Sedanfeier, über die gesondert berichtet wird,
fand in der letzten Vormittagsunterrichtsstunde am 1. September statt, da auf Befehl
seiner Majestät des Kaisers der 2. September der Parade wegen schulfrei war.
Eine längere Vertretung war nötig für den Rektor, der sich einer nochmaligen
Operation unterziehen und in Folge dessen den Dienst vom 1. Juni bis 8. Juli
versäumen musste. Herr Pabst musste vom 27. Mai bis 8. Juli fehlen, da er an einem
Nervenleiden erkrankt war. Als Vertreterinnen waren die Lehrerinnen Berger und
Groß bestellt worden.
Revisionen
[ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
Am 10. Mai revidierte der Herr Regiierungs- und Schulrat Tarang demn
Michaeliscoetus der Schule (Klasse: VII M, VII M, V M b, IV M, IV Ma, II M.)
Entlassung aus der Schulpflicht
Die Entlassungsfeier fand am 30. September in der Aula statt. (siehe
Schulfestlichkeiten). Entlassen wurden:
Aus der Oberstufe: Aus der Mittelstufe:
I M 17 IV Ma 1
I O 7 IV Mb 1
II M 8 IV Ob 1
II Oa 5 IV Ma 1
II Ob 6
III M 2
III Oa 1
46 4
Zusammen 50 Schüler.
Winter 1904/1905
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat h jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
I Prinz 38 38 0 0 0 0 18 8 0
II Seifert 46 43 2 1 0 0 7 0 0
IIIa Metaschk 36 35 0 1 0 0 6 0 0
[?] Wehner 37 35 2 0 0 0 6 0 0
[?] Stübert 49 45 1 2 1 0 2 0 0
[?] Pabst 47 46 0 1 0 0 2 0 0
[?] Schmidtke 54 53 0 1 0 0 0 0 0
[?] Schulz 50 50 0 0 0 0 0 0 0
[?] Sparfeld 46 45 0 1 0 0 0 0 0
M I Päschke 41 39 0 2 0 0 29 2 0
M II Bock 44 44 0 0 0 0 12 0 0
M IIIa Thiele 42 42 0 0 0 0 1 1 0
M IIIb Wölfer 42 42 0 0 0 0 1 1 0
M IVa Pridöhl 39 38 0 1 0 0 0 0 0
M IVb Arnd 39 38 0 1 0 0 4 1 0
M IVc Gadow 38 38 0 0 0 0 0 0 0
M V Kaisermann 50 48 0 2 0 0 0 0 0
M VI Ehle 44 44 0 0 0 0 0 0 0
VII Neitzke 52 49 0 3 0 0 0 0 0
Oberstufe 326
Mittelstufe 316
Unterstufe 192
Summe 834 Knaben
Davon sind 812 evangelisch, 5 katholisch, 16 jüdisch, 1 andersgläubig oder
ungetauft. 19 Klassen mit durchschnittlich 43,8 Schüler. 19 Lehrkräfte, einschließlich
des Rektors, 17 Lehrer, 2 Lehrerinnen.
Veränderungen im Lehrerkollegium und Klassenbestand
Lehrer Lanzke trat mit seiner Klasse IV M nach Schule VI zurück.
Ausfall des Unterrichts, längere Vertretung
Die Weihnachtsferien dauerten vom 21. Dezember 1904 bis 5. Januar 1905. Am 18.
Oktober wurde eine Gedächtnisfeier für Kaiser Friedrich III. in der Aula abgehalten,
am 27. Januar 1905 der Geburtstag seiner Majestät des Kaisers gefeiert. Die
Entlassungsfeier fand am 31. März statt. Herr Stübert musste wegen Erkrankung
seiner Tochter vom 5. Bis 24. November vertreten werden. Am Bußtage, dem 16.
November 1904, fiel der Unterricht aus. An vier Nachmittagen wurde der Unterricht
ausgesetzt, um den Schülern Zeit für den Eislauf zu gewähren.
Entlassung aus der Schulpflicht
Entlassen wurden aus der
Oberstufe: Mittelstufe
I O 17 IV Oa 2
I M 11 IV Mb 3
II O 6 IV O 1
II M 6 6
III Oa 2
III Ob 3
III Ma 3
III Mb 1
49
Im Ganzen 55 Schüler. Die Turnhalle konnte in Betrieb genommen werden.
Sommer 1905
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
I Prinz 39 38 0 1 0 0 17 0 0
IIa Metaschk 44 43 0 1 0 0 10 2 0
IIb Wehner 44 44 0 0 0 0 8 0 0
IIIa Rösch 46 44 0 2 0 0 2 0 0
IIIb Stübert 44 43 0 1 0 0 7 6 0
IV Oppermann 51 48 2 1 0 0 2 0 0
V Schmidtke 51 50 0 1 0 0 0 1 0
VI Sparfeld 46 40 4 2 0 0 0 0 0
VII Thiele 57 56 1 0 0 0 0 0 0
M I Päschke 40 39 0 1 0 0 30 2 0
M II Wilcke 40 40 0 0 0 0 9 0 0
M IIIa Ehle 43 41 0 0 0 0 3 0 0
M IIIb Wölfer 40 40 0 0 0 0 3 1 0
M IVa Pridöhl 42 41 0 0 0 0 0 0 0
M IVb Arnd 40 38 0 0 0 0 3 0 0
M IVc Schultz 40 40 0 0 0 0 0 0 0
M V Kaisermann 54 50 0 2 2 0 0 0 0
M VI Schedlich * 46 46 0 0 0 0 0 0 0
M VII Neitzke 48 43 1 4 0 0 0 0 0
* i.V. für Bock
Oberstufe 380 Knaben
Mittelstufe 279 ?
Unterstufe 197 ?
856 Knaben
Davon sind 825 evangelisch, 11 katholisch, 19 jüdisch und 1 andersgläubig oder
ungetauft. 19 Klassen mit durchschnittlich 45 Schülern. 19 Lehrkräfte einschließlich
des Rektors, 16 Lehrer, 3 Lehrerinnen.
Veränderungen im Lehrerkollegium und Klassenbestande
Herr Seifert wurde an die Mittelschule, Herr Pabst an die 8. Schule versetzt, Herr
Gadow trat in den Berliner Volksschuldienst über, Herr Bock wurde zum Besuch des
Instituts für Kirchenmusik auf ein Jahr beurlaubt. An die Stelle der Herren Seifert,
Pabst und Gadow traten die Herren Roesch, Wilcke und Oppermann. Die Vertretung
des Herrn Bock wurde dem Frl. Schedlich übertragen.
Ferdinand Roesch
Geboren am 3. November 1877, vorgebildet auf der Präparandenanstalt zu Berlin,
besuchte das Seminar zu Prenzlau, bestand die erste Prüfung im März 1899, die
zweite im Juni 1901 und war vom 1. April 1899 bis 31. März 1905 in Straßburg
(Neustrelitz-mecklenburg) angestellt. Seit dem 1. April 1905 im Schuldienst
Schöneberg.
Richard Wilcke
Geboren am 19. Dezember 1879, besuchte die Präparandenanstalt und das Seminar
zu Cöpenick, bestand die erste Prüfung im Februar 1900, die zweite im April 1902.
Seit dem 1. April 1900 war er in Schönwalde bei Spandau, seit dem 1. Oktober 1900
in Klein-Glienicke, seit dem 1. April 1905 ist er in Schöneberg angestellt.
Erich Oppermann
Geboren am 25. Dezember 1877, besuchte das Seminar in Kyritz, bestand die erste
Lehrerprüfung am 7. September 1898, die zweite am 26. Oktober 1901, war vom 1.
Oktober 1898 bis 21. März 1905 in Wilmersdorf bei Pritzwalk abgestellt und trat am
1. April 1905 in den Schuldienst der Stadt Schöneberg.
Ausfall des Unterrichts
Am 9. Mai wurde eine Schillerfeier in der Aula abgehalten. Am Nachmittag wohnten
die Schüler der Oberklassen auf Kosten der Stadt einer Aufführung im Theater des
Westens bei. Der Hitze wegen fiel der Nachmittagsunterricht aus am 5., 6., 16., 26.
Und 30. Juni, am 1. Und 3. Juli. Außerdem wurde der Unterricht ausgesetzt am
Paradetage (31. Mai), am Einzugstage der Kronprinzessin (3. Juni) am Tage der
Kreislehrerkonferenz (21. Juni), am Tage der Sedanfeier (1. September), am
Paradetage (2. September), am Himmelfahrtstage (1. Juni).
Die Pfingstferien dauerten vom 9. bis 16. Juni
Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis 15. August
Die Herbstferien dauerten vom 29. September bis 9. Oktober.
Entlassung aus der Schulpflicht
Entlassen wurden von der
Oberstufe Mittelstufe
I M 20 IV Mb 2
I O 7 IV O 1
II M 4 IV O 1
II Oa 7 4
II Ma 1
III Mb 1
III Ob 3
43 Im Ganzen 47 Schüler.
Winter 1905/1906
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Prinz 42 40 0 2 0 0 29 0 0
O IIa Metaschk 36 35 0 1 0 0 9 0 0
O IIb Wehner 37 37 0 0 0 0 11 2 0
O IIIa Rösch 40 35 2 1 2 0 6 0 0
O IIIb Stübert 40 39 0 1 1 0 5 0 0
O IVa Oppermann 42 35 6 7 0 0 0 0 0
O IVb Priebe 40 39 0 0 1 0 0 1 0
O V Schmidtke 54 53 0 1 0 0 0 0 0
O VI Sparfeld 46 41 3 2 0 0 0 0 0
O VII Thiele 56 55 1 0 0 0 0 0 0
M I Päschke 45 45 0 0 0 0 20 0 0
M IIa Wilcke 35 34 0 0 1 0 7 0 0
M IIb Wölfer 38 37 0 0 1 0 9 0 0
M IIIa Ehle 40 39 0 1 0 0 2 0 0
M IIIb Arndt 40 39 0 1 0 0 3 0 0
M IIIc Noack 40 40 0 0 0 0 1 0 0
M IVa Kaisermann 48 46 0 2 0 0 1 0 0
M IVb Liebick 48 47 1 0 0 0 0 2 0
M V Schultz 48 48 0 0 0 0 1 0 0
M VI Neitzke 49 45 0 4 0 0 0 0 0
M VII Schedlich 45 38 3 4 0 0 0 0 0
Oberstufe 433 Knaben = 47,8%
Mittelstufe 227 Knaben = 30,6%
Unterstufe 196 Knaben = 21,6%
Summe 906 Knaben
Davon sind 863 evangelisch, 16 katholisch, 21 jüdisch, 6 andersgläubig oder
ungetauft. 21 Klassen mit durchschnittlich 49 Schülern. 21 Lehrkräfte einschließlich
des Rektors, 19 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Veränderungen im Klassenbestand und Lehrerkollegium
Herr Pridöhl wurde zur 2. Schule versetzt. Herr Priebse von Schule II und Herr
Liebick von Schule VI, sowie Herr Noack aus Pritzwalk traten neu in das Kollegium
ein. Die Klassen IV Mb und IV Ob wurden neu errichtet.
Herr Reinhold Priebe
Geboren am 16. März 1876, vorgebildet auf der Präparandenanstalt zu
Rummelsburg in Pommern und das Seminar zu Köslin in Pommern, bestand die
erste Prüfung 1896, die zweite 1899 in Köslin, verwaltete dann Lehrerstellen in
Zollbrück, Wusterwitz, Wallachsee, Falkenburg, Frankfurt an der Oder und trat am 1.
Oktober 1904 in den Schuldienst der Stadt Schöneberg ein.
Herr Kurt Noack
Geboren am 14. September 1879, vorgebildet auf der Präparandenanstalt und dem
Seminar Oranienburg, bestand die erste Prüfung 1901, die zweite 1904, verwaltete
dann Lehrerstellen in Großwoltersdorf/Prignitz und in Pritzwalk, am 1. Oktober 1905
trat er in den Schuldienst Schönebergs ein.
Ausfall des Unterrichts
Der Unterricht fiel aus am Bußtage 22. November 1905, am Tage der Kaiserfeier am
27. Januar 1906, am Tage der Silberhochzeit des Kaiserpaares 27. Februar 1906.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 20. Dezember bis 4. Januar, das
Wintersemester wurde am 31. März 1906 geschlossen. Eine längere Vertretung war
für Frl. Neitzke erforderlich.
Entlassung aus der Schulpflicht
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter Fortbildungsschule
½ 1 1 ½ 2 2 ¼ werden besuchen
I 31 7 6 5 12 1 24
II 17 4 6 0 7 0 7
III 13 5 4 1 3 0 7
IV 3 1 2 0 0 0 0
64 17 18 6 22 1 38
Sommer 1906
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Prinz 39 38 0 1 0 0 18 0 0
O IIa Wehner 42 40 0 1 1 0 11 0 0
O IIIa Rösch 44 39 3 1 1 0 1 0 1
O IIIb Stübert 42 42 0 0 0 0 3 0 0
O IV Oppermann 43 41 1 1 0 0 0 3 1
O V Sparfeld 46 42 3 1 0 0 0 0 0
O VI Thiele 56 55 1 0 0 0 0 0 0
O VII Schmidtke 51 47 2 1 1 0 0 0 0
M I Päschke 39 39 0 0 0 0 31 0 0
M IIa Wilcke 41 40 0 0 1 0 5 0 0
M IIb Wölfer 43 42 0 0 1 0 7 0 0
M IIIa Ehle 38 37 0 1 0 0 4 0 0
M IIIb Arndt 34 33 0 1 0 0 1 1 0
M IIIc Noack 36 36 0 0 0 0 0 2 0
M IVa Kaisermann 47 43 1 2 0 0 10 0 0
M IVb Bock 46 46 0 0 0 0 4 0 0
M V Schultz 49 49 0 0 0 0 0 0 0
M VI Priebe 49 40 1 4 0 0 0 0 0
M VII Schedlich 45 38 3 4 0 0 0 0 1
Schüler polnischer Nation sind nicht vorhanden.
Oberstufe 398 Knaben 47,95%
Mittelstufe 231 Knaben 27,83%
Unterstufe 201 Knaben 24,21%
830 Knaben
Davon sind 787 evangelisch, 16 katholisch, 23 jüdisch und 4 andersgläubig oder
ungetauft. 19 Klassen mit durchschnittlich 43,33 Schülern, 19 Lehrkräfte
einschließlich des Rektors. 17 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Veränderungen im Klassenbestand und im Lehrerkollegium
Die Klassen IV Ob und II Ob gingen ein. Herr Liebick trat in den Schuldienst Berlins
über, Frl. Noitzke schied aus dem Schuldienst aus, um sich zu verheiraten, Herr
Bock trat nach Beendigung seines Studiums an dem königlichen Institut für
Kirchenmusik wieder in seine Stelle ein.
Ausfall des Unterrichts
Die Osterferien dauerten vom 7. April bis 23. April
Die Pfingstferien dauerten vom 1. Juni bis 8. Juni
Die Sommerferien dauerten vom 6. Juli bis 14. August
Die Herbstferien dauerten vom 29. September bis 9. Oktober
Die Kreislehrerkonferenz fand statt am 20. Juni. Das Himmelfahrtsfest fiel auf den 24.
Mai. Das Sedanfest wurde am 31. August gefeiert. Am 1. September fiel der
Unterricht der Herbstparade wegen aus. Der Hitze wegen fiel die letzte
Vormittagsstunde aus am 25., 27., 28. Juni, 15. August und 5. September.
Schulentlassung Michaelis 1906
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter Fortbildungsschule
½ 1 1 ½ 2 2 ¼ werden besuchen
I 27 7 10 5 5 0 19
II 9 1 4 3 1 0 7
III 6 0 3 2 0 1 2
IV 1 0 0 1 0 0 1
43 8 17 11 6 1 29
Es haben sich entschlossen für den Beruf eines:
Schlosser 8 Maurer 5
Postbeamter 1 Maschinenbauer 2
Tischler 1 Gärtner 1
Schumacher 1 Lehrer 2
Mechaniker 3 Schreiber 1
Bäcker 2 Bildhauer 1
Schlächter 1 Bankbeamter 1
Falzer (Papierleger) 1 Zuschneider 1
Stuckateur 1 Gürtler 1
Buchhalter 1 Reitbursche 1
Kellner 1 Unteroffizier 1
Winter 1906/1907
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Prinz 39 38 0 1 0 0 22 0 0
O II Wehner 44 43 0 1 0 0 12 0 0
O IIIa Rösch 44 43 0 0 1 0 4 0 0
O IIIb Stübert 46 46 0 0 0 0 4 1 0
O IV Oppermann 45 43 0 2 0 0 0 0 0
O V Sparfeld 49 47 0 2 0 0 0 0 0
O VI Thiele 59 57 0 2 0 0 0 0 0
O VII Schmidtke 52 51 0 1 0 0 0 0 0
M Ia Päschke 38 38 0 0 0 0 21 0 0
M Ib Wölfer 38 37 0 1 0 0 12 0 0
M IIa Wilcke 49 47 0 1 1 0 11 0 0
M IIb Noack 49 49 0 0 0 0 12 0 0
M IIIa Ehle 44 42 0 2 0 0 8 0 0
M IIIb Bock 43 43 0 0 0 0 8 0 0
M IVa Kaisermann 47 47 0 0 0 0 1 0 0
M IVb Arndt 45 44 0 0 1 0 2 0 0
M V Schultz 53 46 0 7 0 0 0 0 0
M VI Priebe 41 38 0 3 0 0 0 0 0
M VII Gartmann 49 46 0 3 0 0 0 0 0
Oberstufe 434 Knaben = 49,6%
Mittelstufe 239 Knaben = 27,4%
Unterstufe 201 Knaben = 23,0%
874 Knaben
Davon sind 845 evangelisch, 0 katholisch, 26 jüdisch, 3 andersgläubig oder
ungetauft. 19 Klassen mit durchschnittlich 46 Schülern. 19 Lahrkräfte einschließlich
des Rektors, 17 Lehrer und 2 Lehrerinnen, eine Vertreterin mit 12 Stunden
wöchentlich.
Veränderungen im Lehrerkollegium und Klassenbestand
Klasse III Mc ging ein, I Mb entstand neu. An die Stelle des Frl. Schedlich trat Frl.
Gartmann.
Ausfall des Unterrichts
Der Unterricht fiel aus am Bußtage, den 21. November 1906, der Geburtstag seiner
Majestät des Kaisers wurde am Sonnabend, den 26. Januar 1907 gefeiert. Die
Weihnachtsferien dauerten vom 22. Dezember 1906 bis 7. Januar 1907. Die
Osterferien vom 23. März bis 7. April 1907. Am 19. November 1906 fiel der Unterricht
aus wegen des Einzugs des Königs von Dänemark.
Revisionen
Am 21. Dezember 1906 wurden die Klassen I und II, am 11. Januar 1907 die
Klassen III Oa, IV, V, VI und VII von dem Herrn Regierungs- und Schulrat Tarony
revidiert.
Schulentlassung am 23. März 1907
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 35 9 9 9 8 0
II 15 4 9 2 0 0
III 19 13 1 4 1 0
IV 4 0 0 1 0 3
73 26 19 16 9 3
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Es wollen werden:
Kaufmann 5 Schlosser 17
Mechaniker 9 Techniker 6
Zimmermann 1 Maurer 6
Tischler 3 Klempner 1
Gärtner 1 Dachdecker 1
Buchdrucker 1 Steindrucker 1
Bäcker 1 Bildhauer 1
Schmied 1 Maler 1
Tapezierer 4 Schreiber 2
Zeichner 1 Arbeiter 1
Fleischer 1 Drogist 1
Kutscher 1
Sommer 1907
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
[?] O Prinz 44 44 0 0 0 0 23 4 0
[?]O Wehner 35 34 0 1 0 0 9 0 0
[?]O Wölfer 36 36 0 0 0 0 7 0 0
[?]O Oppermann 45 44 0 1 0 0 5 0 1
[?]O Stübert 45 45 0 0 0 0 9 1 0
[?]O Rehfeld 49 47 0 2 0 0 2 0 0
[?]O Sparfeld 50 48 0 2 0 0 1 0 0
[?]O Schmidtke 53 52 0 1 0 0 0 0 0
[?] Thiele 54 54 0 0 0 0 0 0 0
M I Päschke 48 48 0 0 0 0 26 0 0
M IIa Wilcke 42 41 0 1 0 0 14 0 0
M IIb Noack 41 41 0 0 0 0 14 0 0
M IIIa Ehle 38 37 0 1 0 0 3 0 0
M IIIb Bock 36 36 0 0 0 0 4 0 0
M IVa Kaisermann 46 46 0 0 0 0 2 0 0
M IVb Arndt 45 45 0 0 0 0 1 0 0
M V Schultz 54 51 0 3 0 0 0 0 0
M VI Priebe 48 45 0 3 0 0 0 0 0
M VII Gartmann 51 49 0 2 0 0 0 0 0
Oberstufe 246 Knaben = 28,6%
Mittelstufe 304 Knaben = 35,4%
Unterstufe 310 Knaben = 36,0%
860 Knaben
Davon sind 843 evangelisch, 0 katholisch, 17 jüdisch und 0 andersgläubig oder
ungetauft. 19 Klassen mit durchschnittlich 45,3 Schülern, 19 Lehrkräfte einschließlich
des Rektors. 17 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Veränderung en im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Die Klasse I Mb ging ein; dafür wurde aus Schule V eine Klasse III Ob übernommen.
Herr Roesch wurde an die Schule XI versetzt; an seine Stelle trat Rehfeld aus
(Perleberg) Lichtenberg.
Herr Fritz Rehfeld
Geboren am 18. September 1877 zu Vehlgast im Kreise Westpriegnitz, wurde
vorgebildet auf dem Seminar zu Kyritz, wo er die erste Prüfung am 31. August 1897,
die zweite am 27. Oktober 1899 bestand. Vom 1. Oktober 1897 bis 1. Oktober 1901
war er in Grube Kreis Westpriegnitz, vom 1. Oktober 1901 bis 1. Oktober 1905 war er
in Perleberg, vom 1. Oktober 1905 bis 1. April 1907 war er in Lichtenberg bei Berlin
angestellt. Am 1. April 1907 trat er in den Volksschuldienst der Stadt Schöneberg ein.
Vereidigt wurde er am 14. Oktober 1897.
Ausfall des Unterrichts
Die Pfingstferien dauerten vom 17. bis 23. Mai
Die Sommerferien dauerten vom 5. Juli bis 13. August
Die Herbstferien dauerten vom 28. September bis 8. Oktober
Außerdem fiel der Unterricht aus am Himmelfahrtsfeste 9. Mai 1907, am Paradetage
1. Juni 1907, am Tage der Berufs- und Gewerbezählung 12. Juni 1907, am Tage der
Kreislehrerkonferenz 19. Juni 1907, am Tage der Sedanfeier am 31. August 1907
und am Tage der Herbstparade am 2. September 1907. Die letzte Vormittagsstunde
fiel der Hitze wegen aus am 13. Mai 1907.
Schulentlassung am 28. September 1907
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ½
I 26 2 14 4 6 0
II 19 4 11 1 3 0
III 9 2 2 0 5 0
IV 2 1 0 0 1 0
56 9 27 5 15 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Es wollen werden:
Mechaniker 8 Techniker 5
Schlosser 3 Maschinenbauer 1
Tischler 4 Maurer 1
Schmied 1 Zimmermann 1
Glaser 1 Maler 1
Tapezierer 1 Musterzeichner 1
Lithograph 1 Schriftsetzer 1
Buchdrucker 2 Schreiber 2
Kaufmann 3 Schiffsjunge 2
Kutscher 3 Kellner 1
Depeschenbote 1 Zigarrenmacher 1
Koch 1 Diener 1
Gürtler 1 Falzer 1
Winterhalbjahr 1907/1908
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Prinz 41 40 0 1 0 0 25 1 0
O IIa Wehner 41 40 0 1 0 0 13 0 0
O IIb Wölfer 42 42 0 0 0 0 9 3 0
O IIIa Oppermann 46 45 0 1 0 0 6 2 0
O IIIb Stübert 45 45 0 0 0 0 7 3 0
O IVa Rehfeld 49 48 0 1 0 0 0 0 2
O IVb Arndt 48 47 0 1 0 0 1 1 0
O V Sparfeld 54 50 0 4 0 0 2 0 0
O VI Schmidtke 52 52 0 0 0 0 0 0 1
O VII Thiele 53 53 0 0 0 0 0 0 0
M Ia Päschke 41 40 0 1 0 0 27 1 0
M Ib Schmidt 39 39 0 0 0 0 21 1 0
M IIa Ehle 40 39 0 1 0 0 13 0 0
M IIb Noack 40 40 0 0 0 0 11 0 0
M IIIa Wilcke 39 38 0 1 0 0 5 0 1
M IIIb Zorn 39 39 0 0 0 0 2 0 0
M IIIc Maertins 38 38 0 0 0 0 1 0 0
M IVa Kaisermann 49 47 0 2 0 0 0 0 0
M IVb Liesecke 50 50 0 0 0 0 1 0 0
M Va Schultz 47 47 0 0 0 0 0 0 0
M Vb Borgis 43 43 0 0 0 0 1 0 0
M VI Priebe 50 46 0 4 0 0 0 0 0
M VII Gartmann 54 54 0 0 0 0 0 0 0
Schüler polnischer Nationalität sind nicht vorhanden.
Oberstufe 491 Knaben = 47,2%
Mittelstufe 340 Knaben = 32,7%
Unterstufe 209 Knaben = 20,1%
1040 Knaben
1041
Davon sind 1022 evangelisch, 0 katholisch, 18 jüdisch und 0 andersgläubig oder
ungetauft. 23 Klassen mit durchschnittlich 45,2 Schülern. 23 Lehrkräfte einschließlich
des Rektors. 21 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Veränderungen im Klassenbestand und Lehrerkollegium
Die Klasse IV Mb ging ein, I Mb entstand neu. Aus Schule VI traten nach Schule XII
über:
Klasse II Mc mit Lehrer Maertins
Klasse IV Md mit Lehrer Liesecke
Klasse V Mb mit Lehrer Borgis
Klasse IV Ob mit Lehrer Schmidt
Herr Schmidt übernahm die Klasse I Mb, während Herr Arndt IV Ob erhielt. Der
Lehrer Bock erhielt eine Stelle als Gesangslehrer an der Realschule I. An seine
Stelle trat der Lehrer Zorn von der königlichen Präparandenanstalt in Eisleben.
Willi Zorn
Geboren am 20. Juli 1880 in Dobis (Saalkrug). Präparandum und Seminar in
Eisleben. Erste Prüfung 1901 und zweite Prüfung 1904 in Eisleben. Eintritt in den
öffentlichen Schuldienst am 1. April 1901. Bisherige Anstellungen in Holzweißig
von 1. April 1901 bis 1. April 1904, dann Präparandenanstalt Eisleben vom 1.
April 1904 bis 1. Oktober 1907. Unverheiratet.
August Schmidt
Geboren am 1. Juni 1875 in Arendsee/Altmark. Präparandum und Seminar in
Osterburg/Sachsen. Eintritt in den öffentlichen Schuldienst am 1. Oktober 1895.
Bisherige Anstellungen in Wust Kreis Jerichow und Tangermünde. Verheiratet.
Hermann Borgis
Geboren am 19. Juli 1872 in Friedrichswalde Kreis Angermünde. Vorgebildet im
Seminar zu Kyritz. Erste Prüfung 1892 und zweite Prüfung 1894, beide in Kyritz.
Eintritt in den öffentlichen Schuldienst am 1. Oktober 1892. Bisherige Stellungen
vom 1. Oktober 1892 bis 30. September 1893 in Tornow bei Prenzlau, dann vom
1. Oktober 1893 bis 31. März 1896 im Waisenhaus Klein-Glienicke.
Ausfall des Unterrichtes
Das Schulhalbjahr begann mit dem 8. Oktober. Der Unterricht fiel am 20. November
des Bußtages wegen aus. Die Weihnachtsferien dauerten vom 21. Dezember 1907
bis 7. Januar 1908. Am 27. Januar wurde der Geburtstag seiner Majestät des Kaisers
gefeiert.
Revision
Revision der O-Klassen durch den Herrn Kreisschulinspektor im Februar 1908.
Lehrer Maertins ging bereits am 1. April 1908 zurück nach Schule VI. Lehrer
Liesecke ging bereits am 1. April 1908 an eine Hilfsklasse.
Schulentlassung am 31. März 1908
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 43 9 12 8 14 0
II 19 4 13 0 2 0
III 16 3 5 2 6 0
IV 3 2 1 0 0 0
81 18 31 10 22 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Kaufmann 8 Maler 2
Schlächter 1 Kutscher 1
Barbier 4 Schiffsjunge 5
Schriftsetzer 1 Mechaniker 2
Schreiber 3 Pianotechniker 1
Schlosser 12 Maurer 1
Soldat 2 Depeschenbote 1
Ciseleur 1 Schumacher 1
Zuschneider 1 Stuckateur 2
Lehrer 1 Elektrotechniker 1
Maschinenbauer 4 Bäcker 1
Gärtner 2 Arbeiter 2
Buchbinder 1 Klempner 2
Zahntechniker 1 Zimmermann 1
Sommerhalbjahr 1908
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O [?] Prinz 41 40 0 1 0 0 21 3 0
O [?] Schmidt 38 38 0 0 0 0 13 7 0
O [?] Wehner 44 44 0 0 0 0 10 1 0
O [?] Wölfer 44 44 0 0 0 0 8 1 0
O [?] Rehfeld 45 44 0 1 0 0 3 1 0
O [?] Oppermann 44 44 0 0 0 0 3 2 0
O [?] Stübert 50 48 0 2 0 0 3 1 0
O [?] Sparfeld 50 49 0 1 0 0 0 0 0
O [?] Schmidtke 53 53 0 0 0 0 0 0 0
O [?] Thiele 51 50 0 1 0 0 0 0 0
M I Päschke 40 39 0 1 0 0 17 11 0
M IIa Ehle 37 36 0 1 0 0 11 5 0
M IIb Noack 36 36 0 0 0 0 11 5 0
M IIIa Wilcke 39 38 0 1 0 0 4 0 0
M IIIb Zorn 41 40 0 0 1 0 3 0 0
M IV Kaisermann 49 47 0 2 0 0 3 0 0
M Va Schultz 47 45 0 2 0 0 0 0 0
M Vb Borgis 50 50 0 0 0 0 0 0 0
M VI Priebe 44 39 0 5 0 0 0 0 0
M VII Gartmann 48 48 0 0 0 0 0 0 0
Kinder polnischer Nationalität sind nicht vorhanden.
Oberstufe 280 Knaben = 31,4%
Mittelstufe 415 Knaben = 46,6%
Unterstufe 196 Knaben = 22,0%
891 Knaben
Davon sind 873 evangelisch, 0 katholisch, 18 jüdisch und 0 andersgläubig oder
ungetauft. 20 Klassen mit durchschnittlich 44,5 Schülern, 20 Lehrpersonen
einschließlich des Rektors. 18 Lehrer und 2 Lehrerinnen. (1 Vertreterin)
Veränderungen im Klassenbestand und Lehrerkollegium
Die Klassen III Mc und IV Mb kehrten nach Schule VI zurück, I Mb und IV O gingen
ein, dafür wurde I Ob neu errichtet. Lehrer Maertins ging nach Schule VI zurück,
Liesecke trat zur Hilfsschule, Arndt nach Schule XV, die neu eröffnet wurde unter der
Leitung des Rektors Seifert, über. Lehrer Wehner wurde durch Dworek von der 6.
Schule ersetzt. Er trat gleichfalls nach Schule XV über.
Otto Dworek
Geboren am 25. März 1881 zu Berlin, wurde vorgebildet auf dem Seminar zu Kyritz,
wo er die erste Prüfung am 5. Januar 1901, die zweite am 29. Oktober 1903 bestand.
Am 1. Oktober 1901 trat er in den öffentlichen Schuldienst ein; bis 1. April 1902 war
er in Wittstock an der Dosse, bis 1. Oktober 1905 in Ketzin an der Havel angestellt.
Am 1. Oktober 1905 trat er in den Schuldienst der Stadt Schöneberg über. Die
Dienstzeit in Ketzin wurde durch den Militärdienst von 1903 bis 1904 unterbrochen.
Ausfall des Unterrichts
Pfingstferien Sommerferien Herbstferien
5.-11. Juni 3.7-11.8 1.-7.10.1908
Außerdem fiel der Unterricht aus am 28. Mai (Himmelfahrtstag), 1. Juni (Paradetag),
1. September (Paradetag), 2. September (Sedanfeier).
Der Hitze wegen am 2. Juni letzte Vormittagsstunde und Nachmittagsunterricht. AM
4. Juni letzte Vormittagsstunde. Am 19. Juni letzte Vormittagsstunde und
Nachmittagsunterricht.
Die Kreislehrerkonferenz fand am 17. August 1908 statt.
Revision
Alle M-Klassen durch den Herrn Kreisschulinspektor Schulrat Kob.
Schulentlassung am 30. September 1908
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 43 9 8 4 20 2
II 29 5 15 2 7 0
III 7 4 0 1 1 1
IV 3 2 0 1 0 0
V 2 0 0 0 2 0
84 20 23 8 30 3
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
[ im Original teilweise nicht lesbar, d. Bearb. ]
Schlosser 11 Elektromechaniker 3
Bautechniker 2 Kaufmann 7
Buchhalter 5 Tapezierer 3
Maschinenbauer 2 Seiler 1
Postgehilfe 2 Buchbinder 1
Geometer 1 Chauffeurs 1
Schriftsetzer 1 Bürodiener 1
Hausdiener 1 Lehrer 1
Gärtner 1 Maler 2
Schmied 1 Friseur 1
Handelsmann 1 Schlächter 1
Schneider 1
Winterhalbjahr 1908/1909
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Prinz 45 45 0 0 0 0 24 1 0
O IIa Dworek 39 39 0 0 0 0 8 0 0
O IIb Wölfer 34 34 0 0 0 0 9 0 0
O IIIa Rehfeld 34 33 0 1 0 0 1 2 0
O IIIb Oppermann 34 34 0 0 0 0 1 0 0
O IVa Stübert 47 47 0 0 0 0 0 0 0
O IVb Dehmelt 46 46 0 0 0 0 0 0 0
O Va Sparfeld 38 36 0 2 0 0 0 0 0
O Vb Borgis 38 37 0 1 0 0 0 0 0
O VI Schmidtke 54 53 0 1 0 0 0 0 0
O VII Thiele 56 54 0 2 0 0 0 0 0
M I Päschke 46 46 0 0 0 0 27 5 0
M II Ehle 45 45 0 0 0 0 6 3 0
M III Zorn 45 45 0 0 0 0 4 1 0
M IVa Kaisermann 41 40 0 1 0 0 0 0 0
M IVb Noack 42 42 0 0 0 0 0 0 0
M V Schultz 49 46 0 3 0 0 0 0 0
M VI Wilcke 47 47 0 0 0 0 0 0 0
M VII Gartmann 54 51 0 3 0 0 0 0 0
Bemerkung: Schüler polnischer Nationalität sind nicht vorhanden.
Oberstufe 209 Knaben = 25,1%
Mittelstufe 414 Knaben = 49,6%
Unterstufe 211 Knaben = 25,3%
834 Knaben
Davon sind 820 evangelisch, 0 katholisch, 14 jüdisch
19 Klassen mit durchschnittlich 45,5 Schülern
19 Lehrpersonen einschließlich des Rektors. 17 Lehrer und 2 Lehrerinnen
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
I Ob geht ein. Mb und II Mb entstehen nicht. Neu gebildet werden V Ob und IV Ob.
Lehrer Schmidt wird nach Schule XV versetzt; Lehrer Priebe wird als [ im Original
nicht lesbar, d. Bearb. ]schullehrer an das Werner-Siemens-Realgymnasium berufen.
An seine Stelle tritt Lehrer Demelt von Schule II, der die Klasse IV Ob mitbringt.
Frl. Elisabeth Gartmann,
die seit dem 1. Oktober 1906 an der XII. Schule wirkt und seit dem 1. April 1907
provisorisch angestellt ist, wurde am 1. Oktober 1908 definitiv angestellt.
[ Mehrere Sätze im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
...1906 an der privaten Mädchenschule von Frl. Prosuc [?] in Schöneberg, war vom
November 1905 bis Februar 1906 Hospitantin an der I. Schule, vom 20. März 1906
bis September des selben Jahres Vertreterin an verschiedenen hiesigen Schulen
und wurde dann der Schule XII. überwiesen.
Adolf Demelt
Geboren 10. März 1876 zu Peterswaldan Kreis Reichenbach in Schlesien, wurde
vorgebildet auf der königlichen Präparandenanstalt zu Schmiedeberg i.R. und dem
königlichen Semester zu Brieg a.O., bestand die 1. Prüfung 1896 zu Brieg a.O., die
2. ... [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] ...und erwarb das Turnlehrerzeugnis.
Angestellt war er 1897 in Katschkau Kreis Guhrau, 1897 bis 1904 in Trebnitz in
Schlesien, 1904 bis 1905 in Rixdorf bei Berlin. Seit 1905 befindet er sich im
Schuldienst Schöneberg.
Ausfall des Unterrichts
Bußtag: 18. November 1908; Weihnachtsferien: 24. Dezember 1908 bis 3. Januar
1909; Kaiserfeier 27. Januar 1909.
Revisionen
Am 19. Januar 1909 wurde der [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] ...Lehmann
revidiert. Am 10. Oktober 1908 fand durch den selben Herrn eine Revision der
Oberstufe des Oster...[ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] statt.
Schulentlassung am 31. März 1909
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 37 9 10 3 15 0
II 14 1 8 0 5 0
III 5 0 2 3 0 0
IV 0 0 0 0 0 0
56 10 20 6 20 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Zu Hause bleieben 2
Arbeiter 2
Handwerker 22
Fabrik- und ähnliche Betriebe 1
Technisches Gewerbe 8
Kunstgewerbe 1
Handel 6
Gastwirtschaft 2
Schreibdienst 7
In eine Berufsschule 3
Unbestimmt 2
56
Sommerhalbjahr 1909
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O Ia Demelt 37 37 0 0 0 0 20 0 0
I Ib Sparfeld 37 37 0 0 0 0 18 1 0
O IIa Rehfeld 34 33 0 1 0 0 0 0 0
O IIb Oppermann 35 35 0 0 0 0 7 2 0
O IIIa Wölfer 42 42 0 0 0 0 0 0 0
O IIIb Dworek 43 43 0 0 0 0 0 0 0
O IVa Stübert 48 47 0 1 0 0 2 0 0
O IVb Albrecht 46 46 0 0 0 0 0 0 0
O V Borgis 51 50 0 1 0 0 0 0 0
O VI Frl. Schmidtke 48 46 0 2 0 0 0 0 0
O VII Frl. Kleiber 53 53 0 0 0 0 0 0 0
M Ia Thiele 37 37 0 0 0 0 22 3 0
M II Ehle 40 40 0 0 0 0 11 2 0
M III Zorn 44 44 0 0 0 0 4 0 0
M IVa Kaisermann 45 43 0 2 0 0 0 0 0
M IVb Noack 42 42 0 0 0 0 1 0 0
M V Schultz 48 44 0 4 0 0 0 0 0
M VI Wilcke 52 51 0 1 0 0 0 0 0
M VII Frl. Gartmann 54 51 0 3 0 0 0 0 0
Schüler fremder Nationalität sind nicht vorhanden.
Oberstufe 349 Knaben = 41,75%
Mittelstufe 280 Knaben = 33,49%
Unterstufe 207 Knaben = 24,76%
835 Knaben
21 evangelisch, 0 katholisch, 15 jüdisch.19 Klassen mit durchschnittlich 44 Schülern.
21 Lehrpersonen einschließlich des Rektors. 17 Lehrer und 4 Lehrerinnen, darunter
2 Vertreterinnen mit 25 bzw. 6 Stunden.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Lehrer Paeschke trat zur Mittelschule über, dafür wurde Lehrer Albrecht von Schule
XIII nach XII versetzt. Durch die Einführung einer neuen Pflichtstundenverordnung
wurde die Einrichtung einer neuen Stelle erforderlich, die durch die Lehrerin Charlotte
Kleiber vertretungsweise besetzt wurde. Außerdem mussten noch 6 Stunden von der
Lehrerin Gloth erteilt werden. Lehrer Dworek wurde von den Sommerferien bis zum
19. September 1909, Lehrer Noack vom 11. September bis 25. September 1909 zu
einer militärischen Übung beurlaubt.
Karl Albrecht
Wurde am 10. Februar 1867 in Luckenwalde geboren, besuchte das Realgymnasium
seiner Vaterstadt bis Obersekunda. Wurde vorgebildet auf dem Seminar zu Kyritz
von 1884 bis 1887, bestand die 1. Prüfung im September 1887 zu Kyritz, die 2. Im
Mai 1890 zu Cöpenick, war angestellt in Freienwalde vom 1. Oktober 1887 bis 1.
Oktober 1888. In Rosenthal bei Berlin vom 1. Oktober 1888 bis 1. April 1891 und trat
mit dem 1. April 1891 in den Schuldienst Schönebergs ein. Militärverhältnis:
Landsturm.
Charlotte Kleiber
Wurde am 9. Januar 1889 in Berlin geboren, besuchte das königliche
Lehrerinnenseminar zu Berlin, wo sie die Prüfungen für mittlere und höhere Schulen
im Februar 1908 bestand. Die Turnlehrerinnenprüfung legte sie in dem selben Jahr
an der königlichen Landesturnanstalt ab. Seit August 1908 wird sie im öffentlichen
Schuldienst Schöneberg beschäftigt.
Ausfall des Unterrichts
Pfingstferien 28. Mai bis 4. Juni, Sommerferien 2. Juli bis 10. August, Herbstferien
29. September bis 4. Oktober, Frühjahrsparade 1. Juni, Kreislehrerkonferenz 21.
Juni, Herbstparade 1. September, Sedanfeier 2. September, Hitzeferien waren nicht
erforderlich.
Revisionen
Die Osterklassen wurden Herrn Schulrat Kob revidiert.
Schulentlassung am 29. September 1909
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 26 4 8 5 8 1
II 10 2 5 1 2 0
III 3 1 1 0 1 0
IV 1 1 0 0 0 0
40 8 14 6 11 1
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Elektrotechniker 3 Schneider 2
Bautechniker 2 Tischler 4
Maschinenbauer 1 Tapezierer 1
Post 1 Schlosser 4
Marine 1 Maurer 1
Kaufmann 1 Schumacher 1
Lehrer 1 Laufbursche 2
Buchdrucker 1 Unbestimmt 6
Schreiber 7
Kellner 1
Winterhalbjahr 1909/1910
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O [?] Demelt 40 40 0 0 0 0 24 4 0
O [?] Sparfeld 36 36 0 0 0 0 17 5 0
O [?] Rehfeld 44 42 0 2 0 0 0 3 0
O [?] Wölfer 42 41 0 1 0 0 7 0 0
O [?] Dworek 42 42 0 0 0 0 1 3 0
O [?] Stübert 45 45 0 0 0 0 2 0 0
O [?] Albrecht 47 47 0 0 0 0 0 0 0
O [?] Borgis 49 46 0 3 0 0 0 0 0
O [?] Schmidtke 50 49 0 1 0 0 0 0 0
O [?] Kleiber 49 49 0 0 0 0 0 0 0
M I Thiele 45 45 0 0 0 0 22 2 0
M II Ehle 35 35 0 0 0 0 6 0 0
M IIIa Zorn 34 33 0 1 0 0 2 1 0
M IIIb Oppermann 32 32 0 0 0 0 1 1 0
M IVa Kaisermann 45 43 0 2 0 0 0 0 0
M IVb Günther 44 43 0 1 0 0 4 0 0
M Va Wilcke 46 44 0 1 1 0 0 0 0
M Vb Schultz 43 43 0 0 0 0 0 0 0
M VI Müller 0 3 0 0 0 0 0
M VII Gartmann 55 53 0 2 0 0 0 0 0
Oberstufe 353 Knaben = 40,2%
Mittelstufe 319 Knaben = 36,4%
Unterstufe 204 Knaben = 23,2%
876 Knaben
858 evangelisch, 0 katholisch, 17 jüdisch. 20 Klassen mit durchschnittlich 43,8
Schülern. 21 Lehrer und Lehrerinnen einschließlich des Rektors. 18 Lehrer und 3
Lehrerinnen. Kinder fremder Nationalität sind nicht vorhanden.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
An die Stelle des an die 8. Schule versetzten Lehrers Noack trat Lehrer Günther, für
eine neu errichtete Klasse (V Ub) wurde Lehrer Müller aus Friedrichsort berufen. Die
Klasse II Ob ging ein, dafür wurde eine IV Mb Klasse eröffnet.
Der Rektor war krankheitshalber vom 1. Oktober bis 31. Dezember beurlaubt und
wurde von Lehrer Thiele vertreten.
Kurt Müller
Wurde am 17. November 1880 zu Königsstein an der Elbe geboren, besuchte von
1895 bis 1901 das Seminar zu Nossen bei Plauen i.V., bestand die 1. Lehrerprüfung
in Plauen 1901 und die 2. Ebenda 1903 und hatte bevor er am 1. Oktober 1909 in
den Schuldienst Schönebergs eintrat, die nachstehend bezeichneten Stellungen
inne:
15. April 1901 30. September 1901 Volksschule Unterstützengrün/Erzgeb.
1. Oktober 1901 30. September 1902 Militärdienst
1. September 1902 Ostern 1903 Hammerbergschule zu Rittergrün/Erzgeb.
Ostern 1903 Ostern 1904 Volksschule zu Markersdorf/Sachsen
Ostern 1904 31. Januar 1905 15. Bezirksschule Chemnitz/Sachsen
1. Februar 1905 30. November 1906 24. Bezirksschule zu Leibzig
1. Dezember 1906 27. April 1907 Privaterziehungsanstalt Bad Harzburg
7. Mai 1907 30. September 1909 Kaiserl. Marinegarnisonsschule/Kiel
(1. definitive Anstellung)
Hermann Günther
Wurde am 27. Juni 1882 zu Osterwieck am Harz im Kreise Halberstadt geboren,
erhielt seine Vorbildung auf dem Seminar zu Oranienburg, bestand die 1. Prüfung
am 10. September 1902 zu Oranienburg, die 2. Am 18. April 1907 zu Cöpenick, die
Turn- und Schwimmlehrerprüfung am 2. Juli 1908 zu Berlin und hatte, bevor er am 1.
Oktober 1909 in den Schuldienst Schönebergs eintrat, die nachstehend
bezeichneten Stellungen inne:
1. Oktober 1902 31. März 1903 Potsdam I. Gemeindeschule
1. April 1903 31. März 1905 Hauslehrer bei Baron Schönberg (Ungarn)
1. April 1905 19. Februar 1906 Nowawes bei Potsdam
21. Februar 1906 30. September 1906 Cöpenick II. Gemeindeschule
1. Oktober 1906 30. September 1909 Pankows III. und II. Gemeindeschule
Ausfall des Unterrichts im Sommer 1909
Pfingstferien 28. Mai 1909 bis 4. Juni 1909
Sommerferien 2. Juli 1909 bis 10. August 1909
Herbstferien 29. September bis 7. Oktober 1909
Außerdem fiel der Unterricht aus am:
21. Juni 1909 Kreislehrerkonferenz
20. Mai 1909 Himmelsfahrtstag
1. September Herbstparade
2. September Sedanfeier
Der Hitze wegen brauchte der Unterricht in diesem Sommer nicht auszufallen.
Ausfall des Unterrichts im Winter 1909/1910
Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1909 bis 4. Januar 1910
Bußtag 17. November 1909
Kaiserfeier 27. Januar 1910
Osterferien 23. März bis 4. April 1910
Revision
Die O-Klassen wurden im November 1909 durch Herrn Schulrat Kob revidiert.
Schulentlassung am 23. März 1910
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 48 11 17 2 17 1
II 9 3 4 1 1 0
III 8 1 6 0 1 0
IV 2 1 0 1 0 0
67 16 27 4 19 1
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Architekt 1 Maurer 3
Autoschlosser 2 Monteur 1
Bäcker 2 Maschinenbauer 3
Bankbeamter 2 Metallschleifer 1
Bürobursche 1 Photograph 1
Buchdrucker 1 Post 2
Dekorationsmaler 1 Reitbursche 1
Elektrotechniker 2 Schlosser 9
Friseur 1 Schriftsetzer 3
Gärtner 3 Schreiber 4
Koch 2 Trainer 1
Lehrer 2 Tapezierer 1
Kaufmann 5 Tischler 2
Diener 2 unbestimmt 8
Sommerhalbjahr 1910
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O [?] Rehfeld 37 35 0 2 0 0 22 2 0
O [?] Sparfeld 36 36 0 0 0 0 29 0 0
O [?] Wölfer 36 35 0 1 0 0 9 0 0
O [?] Dworek 36 36 0 0 0 0 4 0 0
O [?] Stübert 36 36 0 0 0 0 3 0 0
O [?] Dräger 33 33 0 0 0 0 4 1 0
O [?] Albrecht 49 49 0 0 0 0 0 0 0
O [?] Borgis 48 46 0 2 2 0 2 0 0
O [?] Kleiber 46 46 0 0 0 0 0 0 0
O [?] Schmidtke 62 59 0 3 1 0 0 0 0
M I Noetzel 34 34 0 0 0 0 18 2 0
M II Ehle 39 39 0 0 0 0 12 0 0
M IIIa Zorn 37 36 0 1 0 0 4 1 0
M IIIb Oppermann 37 37 0 0 2 0 2 0 0
M IVa Kaisermann 43 42 0 1 0 0 0 0 0
M IVb Günther 41 40 0 1 0 0 3 0 0
M Va Wilcke 40 39 0 1 1 0 0 0 0
M Vb Schultz 41 41 0 0 1 0 0 0 0
M VI Müller 51 48 0 3 2 0 0 0 0
M VII Gartmann 53 52 0 1 0 0 0 0 0
Gesamtschülerzahl 835 davon sind: 819 evangelisch, 16 jüdisch und 8 ungetauft.
Den Konfirmandenunterricht besuchen 116 Knaben, und zwar Dienstags und
Freitags von 11 bis 12 Uhr 110 Knaben, von 12 bis 13 Uhr 6 Knaben.
Oberstufe 361 Knaben = 43,2%
Mittelstufe 262 Knaben = 31,4%
Unterstufe 212 Knaben = 25,4%
Die Schule hat 20 Klassen mit durchschnittlich 41,8 Schülern.
Es unterrichten 21 Lehrpersonen, einschließlich des Rektors, dazu zwei
Vertreterinnen mit 6 respektive 4 Stunden. 18 Lehrer und 5 Lehrerinnen.
Veränderungen im Lehrerkollegium und Klassenbestande
Lehrer Thiele wurde zur auftragsweisen Verwaltung einer Mittelschullehrerstelle,
Lehrer Demelt als Vorschullehrer an die Hohenzollernschule berufen. Klasse IV Ob
wurde durch Fortführung III Ob. Für die abgegangenen Mitglieder des Kollegiums
traten neu ein:
Rudolf Noetzel
Wurde am 12. Dezember 1879 in Birnbaum/Posen geboren, wurde vorgebildet auf
der königlichen Präparandenanstalt zu Czarnikaul und dem königlichen Seminar zu
Koschwino, bestand die 1. Lehrerprüfung am 30. August 1899 in Koschnien [ im
Original nicht lesbar, d. Bearb. ], die 2. Am 10. Dezember 1903 ebenfalls in
Koschnien [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] und hatte bevor er am 1. März 1910
in den Schuldienst Schönebergs eintrat, die nachstehend bezeichneten Stellen inne:
In Schneidemühl vom 1. November 1899 bis 30. Juni 1900
In Wlosijewki/Hauland vom 1. Juli 1900 bis 1. Oktober 1901
vom 1. Oktober 1901 bis 30. September 1902 (Militärjahr)
In Wlosijewski/Hauland Hauland vom 1. Oktober 1902 bis 31. März 1903
In Neuhaus/Schwerin vom 1. April 1903 bis 31. März 1904
Conception Chile 1. April 1904 bis 1. Mai 1907
Santiago 1. Mai 1907 bis 1. März 1910
Paul Dräger
Wurde geboren am 8. November 1882 zu Marienwalde Kreis Arnswalde, besuchte
zuerst die Volksschule zu Marienwalde, dann die Realschule zu Arnswalde, wurde
vorgebildet auf der Präparandenanstalt und dem Seminar zu Neuzelle, wo er die 1.
Prüfung Michaelis 02, die 2. Mich. 05 bestand. Mich. 02 bis Ostern 1906 war er an
der Volksschule zu Poley Kreis Kuckau. Ostern 1906 bis [ im Original nicht lesbar, d.
Bearb. ] 1909 an der Präparandenanstalt Großneuzelle, Ostern 1909 bis [ im Original
nicht lesbar, d. Bearb. ] 1910 an der Präparandenanstalt Fürstenwalde angestellt.
Ostern 1910 trat er in den Volksschuldienst Schönebergs ein.
Ausfall des Unterrichts
Pfingstferien 13. Mai bis 20. Mai
Sommerferien 1. Juli bis 9. August
Herbstferien 28. September bis 6. Oktober
Außerdem fiel der Unterricht aus:
Am 3., 4., 6., 7., 8., 9., 10., 11. Und 14. Juni der Hitze wegen. Am 5. Mai war
Himmelfahrtsfest, am 1. Juni Frühjahrsparade, am 17. Juni Kreislehrerkonferenz, am
1. Juli wurde 100ste Wiederkehr des Todestages der Königin Luise gefeiert, am 1.
September fiel der Unterricht der Herbstparade wegen aus und am 2. September
wurde das Sedanfest gefeiert.
Schulentlassung
28. September 1910
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 41 8 8 15 10 0
II 9 6 2 1 0 0
III 2 1 1 0 0 0
IV 2 0 0 0 2 0
54 15 11 16 12 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Zur See 2
Zur Post 4
Handwerker/Bau 13
Technisches Gewerbe 10
Kunstgewerbe 3
Gartenbau 1
Handel 12
Gastwirtschaft 3
Schreibdienst 4
Unbestimmt 2
Winterhalbjahr 1910/1911
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O [?] Rehfeld 31 30 0 1 0 0 18 1 0
O [?] Sparfeld 31 31 0 0 0 0 27 0 0
O [?] Dworek 43 43 0 0 0 0 8 0 0
O [?] Stübert 34 34 0 0 0 0 2 0 0
O [?] Dräger 31 31 0 0 0 0 6 0 0
O [?] Albrecht 45 45 0 0 0 0 0 0 0
O [?] Borgis 53 52 0 1 0 0 0 0 0
O [?] Kleiber 51 49 0 2 0 0 0 0 0
O [?] Schmidtke 52 50 0 0 0 0 0 0 0
M I Zorn 45 44 0 1 0 0 24 2 0
M II Ehle 41 40 0 1 0 0 11 0 0
M IIIa Oppermann 38 38 0 0 0 0 3 0 0
M IIIb Noetzel 37 37 0 0 0 0 1 0 0
M IVa Günther 41 41 0 0 0 0 0 0 0
M IVb Kaisermann 46 45 0 1 0 0 0 0 0
M V Schultz 48 46 0 2 0 0 0 0 0
M VI Gartmann 50 48 0 2 0 0 0 0 0
M VII Müller 46 44 0 2 0 0 0 0 0
Gesamtzahl 763
Davon sind 748 evangelisch, 15 jüdisch. Den Konfirmandenunterricht besuchen 105
Knaben und zwar Dienstags und Freitags von 11 bis 12 Uhr 101 Knaben, von 12 bis
13 Uhr 4 Knaben. Es gehören zur
Oberstufe 331 Schüler = 44,7%
Mittelstufe 233 Schüler = 30,5%
Unterstufe 199 Schüler = 24,8%
Die Schule hat 18 Klassen mit durchschnittlich 42,4 Schüler. Es unterrichten 19
Lehrpersonen, einschließlich des Rektors, und einer Vertreterin mit 4 Stunden. 16
Lehrer und 4 Lehrerinnen.
Veränderungen im Lehrerkollegium und Klassenbestand
Klasse II Ob geht ein, III Mb wird nicht nach II Mb fortgeführt; die Lehrer Wölfer und
Wilcke werden an andere Schulen versetzt, ersterer nach Schule XV, letzterer nach
Schule VI; zwei Klassenräume werden dadurch frei, so das der Raum, den die XIII
Schule bisher der XII überlassen hatte, ihr zurückgegeben werden kann. Dazu erhält
sie noch einen zweiten Raum von Schule XII zu dauernder Benutzung, damit die
Schuldienerwohnung aus dem Keller in das Erdgeschoß verlegt werden kann. Der
Schuldiener von Schule XII zieht in die im 3. Stockwerk des Verwaltungsgebäudes
freigewordene Wohnung. Schule XII und XIII haben von jetzt ab je 18 Klassenräume.
Ausfall des Unterrichts
Am 31. Oktober wurde das Reformationsfest gefeiert. Die oberen Klassen mit
Ausnahme von 1 Ob besuchten den Festgottesdienst in der Apostel-Paulus-Kirche,
während die anderen in Betracht kommenden Klassen eine Feier in ihren Räumen
abhielten. Am 16. November fiel der Unterricht des Bußtages wegen aus. Die
Weihnachtsferien fielen in die Zeit vom 22. Dezember 1910 bis 3. Januar 1911. Am
27. Januar wurde seiner Majestät Geburtstag gefeiert. Am 25. Januar besuchten die
oberen Klassen die Tuberkulose-Ausstellung in Wilmersdorf und am 22. März die
Kolonial-Ausstellung. Der Nachmittag des 31. Januar und des 10. Februar wurde den
Klassen 1. Und 2. Zum Eislauf freigegeben.
Lehrer Sparfeld war vom 8. Dezember 1910 bis 31. März 1911 krankheitshalber
beurlaubt.
Revisionen
Herr Pastor Mirbt revidierte den Religionsunterricht der Klassen 3 Ob (Dräger), 2 M
(Ehle) und 1 M (Zorn) am 17. Dezember 1910. Durch den Herrn Geheimrat Tarony
wurden revidiert
Am 25. Januar 1911 die Klassen 7 M 7O 6O 3Ob
Frl. Kirchhoff Schmidtke Kleiber Dräger
Am 2. Februar 1911 1 O 2 O 4 O 5 O 5 M
Rehfeld Dworek Albrecht Borgis Schultz
Der königliche Kreisschulinspektor
Herr Schulrat Kob verabschiedete sich am 24. März von dem Kollegium und trat am
31. desselben Monats in den Ruhestand.
Schluß des Winterhalbjahres
Am 31. März. An diesem Tage wurden nach der Zensurenverteilung die versetzten
Schüler in ihre neuen Klassen geführt. Die Knaben, welche aus der Schulpflicht
entlassen wurden, erhielten ihre Zeugnisse vom Rektor. Von einer allgemeinen
Entlassungsfeier, wie sie bisher abgehalten wurde, sah die Schule zum ersten Male
ab.
Am 1. November starb im Rathause unerwartet der 1. Oberbürgermeister der Stadt
Rudolf Wilde. Die durch die Stadt veranstaltete Beisetzung fand am 5. November
statt.
Schulentlassung am 31. März 1911
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 43 6 13 4 20 0
II 12 5 4 3 0 0
III 11 1 8 1 1 0
66 12 25 8 21 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf.
Zur See 2
Zur Post 1
Handwerker 13
Technisches Gewerbe 16
Kunstgewerbe 4
Gartenbau 0
Handel 17
Gastwirtschaft 3
Schreibdienst 3
Laufbursche 6
Unbestimmt 1
66
Sommerhalbjahr 1911
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 43 42 0 1 0 0 20 0 0
O II Dworek 42 41 0 1 0 0 4 0 0
O III Stübert 44 44 0 1 0 0 4 1 0
O IV Borgis 45 45 0 0 1 0 0 0 0
O V Albrecht 49 48 0 1 1 0 0 0 0
O VI Schmidtke 52 50 0 2 0 0 0 0 0
O VII Dräger 45 43 0 2 1 0 0 0 0
M I Zorn 40 40 0 0 0 0 32 0 0
M II Ehle 35 35 0 0 0 0 11 4 0
M IIIa Oppermann 42 42 0 0 0 0 6 0 0
M IIIb Noetzel 42 42 0 0 0 0 4 0 0
M IVa Günther 44 44 0 0 0 0 0 0 0
M IVb kaisermann 42 41 0 1 0 0 0 0 0
M Va Schultz 45 43 0 2 0 0 0 0 0
M Vb Sparfeld 41 40 0 1 0 0 0 0 0
M VI Gartmann 56 55 0 1 0 0 0 0 0
M VII Müller 48 46 0 2 2 0 0 0 0
Gesamtzahl 755
Davon sind 741 evangelisch, 14 jüdisch und ungetauft 5. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 85 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr 81 Knaben, von 12 bis 13 Uhr 4 Knaben.
Oberstufe 288 Schüler = 38,1%
Mittelstufe 226 Schüler = 29,9%
Unterstufe 241 Schüler = 32,0%
Die Schule hat 17 Klassen mit durchschnittlich 44,4 Schülern. Es unterrichten 18
Lehrpersonen, einschließlich des Rektors, 16 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Veränderungen im Lehrerkollegium und Klassenbestande
Die Klassen 1 Ob und 3 Ob gingen ein. Dafür wurde eine Klasse 5 Mb aus Schule 6
überwiesen. Ein Klassenraum, Zimmer Nr. 5 mußte einstweilen dem Werner-
Siemens-Realgymnasium zur Benutzung überlassen werden. Die Vertreterin Frl.
Kleiber wurde an eine andere Schule versetzt.
Die königliche Kreisschulinspektion
Wurde während des Monats April vertretungsweise verwaltet von dem Herrn
Kreisschulinspektor in Wilmersdorf Herrn Schulrat Stubbe übernahm das Amt am 1.
Mai.
Ausfall des Unterrichts
Die Osterferien dauerten vom 12. Bis 24. April. Die Frühjahrsparade fand am 31. Mai
statt. Die Pfingstferien fielen in die Zeit vom 2. Bis 9. Juni, die Sommerferien in die
Zeit vom 7. Juli bis 15. August, wurden aber der Hitze wegen bis zum 18. August
verlängert. In diesem ausdauernd sehr heißen Sommer mußte der Unterricht der
letzten Vormittagsstunde der Hitze wegen ausgesetzt werden, am 24. Und 26. Juni,
am 7. Juli, 28. Und 29. August.
Am 7. Juli und 29. August fiel aus dem selben Grund auch der Nachmittagsunterricht
aus. Am 17. Juni feierte die Schule die 100. Wiederkehr des Geburtstages des
Turnvaters Jahn durch Vortrag, Gesänge und Turnübungen.
Am 1. September fiel der Unterricht der Herbstparade wegen aus, und am 2.
September wurde das Sedanfest in üblicher Weise gefeiert. Lehrer Sparfeld war
krankheitshalber vom 15. Mai bis 7. Juli beurlaubt. Er wurde in dieser Zeit durch Frl.
Wentzlaff vertreten.
Verschiedenes
Am 27. März 1911 wurde der neu erwählte Oberbürgermeister Dominicus durch den
Regierungspräsidenten von der Schulenburg in sein Amt eingeführt. Am 26. Mai
1911 fand die Feier der Grundsteinlegung für das neue Rathaus statt. An Stelle der
bisher nebenamtlich tätig gewesenen Schulärzte wurden zwei Schulärzte im
Hauptamt angestellt. Die 12. Schule gehört zum Bezirk des Schularztes Dr.
Gettkant.
Schulentlassung am 30. September 1911
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 33 4 12 7 10 0
II 10 0 8 1 1 0
III 4 0 2 1 1 0
47 4 22 9 12 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Zur See 0
Zur Post 1
Handwerker 14
Technisches Gewerbe 5
Kunstgewerbe 4
Gartenbau 0
Handel 12
Gastwirtschaft 1
Schreibdienst 5
Laufbursche 3
Unbestimmt 2
Winterhalbjahr 1911/1912
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O [?] Rehfeld 35 34 0 1 0 0 13 2 0
O [?] Dworek 42 42 0 0 0 0 6 1 0
O [?] Stübert 40 40 0 0 0 0 5 0 0
O [?] Borgis 54 54 0 0 3 0 0 0 0
O [?] Albrecht 52 50 0 2 2 0 0 0 0
O [?] Mantius 51 49 0 2 0 0 0 0 0
O [?] Gartmann 49 47 0 2 1 0 0 0 0
M I Zorn 34 34 0 0 0 0 23 2 0
M II Oppermann 49 49 0 0 0 0 8 1 0
M IIIa Ehle 39 38 0 1 0 0 2 0 0
M IIIb Kaisermann 38 36 0 2 0 0 0 3 0
M IVa Günther 40 39 0 1 0 0 1 0 0
M IVb Sparfeld 39 38 0 1 1 0 0 0 0
M V Schultz 51 50 0 1 2 0 0 0 0
M VI Noetzel 52 50 1 1 1 0 0 0 0
M VII Müller 53 52 0 1 2 0 0 0 0
Gesamtzahl 718
Davon sind 702 evangelisch, 1 katholisch, 15 jüdisch und 12 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 68 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr 58, 12 bis 13 Uhr 9, von 8 bis 9 Uhr 1 Schüler.
Oberstufe 277 Schüler = 38,6%
Mittelstufe 236 Schüler = 32,9%
Unterstufe 205 Schüler = 28,5%
Die Schule hat 16 Klassen 9 M und 7 O mit durchschnittlich 44,9 Schülern. Es
unterrichten 17 Lehrkräfte, 1 Rektor, 14 Lehrer, 1 Lehrerin und eine Vertreterin.
Veränderungen im Klassenbestand und Lehrerkollegium
Klasse 5 Mb ging durch Weiterführung nach 4 Mb ein, 2 Mb die durch Weiterführung
von 3 Mb hätte entstehen müssen, wurde durch Verteilung aufgelöst, so das die
Schule im Winterhalbjahr 1911/1912 nur 16 Klassen zählt. Diese Verminderung der
Klassenzahl war erforderlich, weil das Werner-Siemens-Realgymnasium während
des Winterhalbjahres noch einen zweiten Klassenraum in Anspruch nahm.
Lehrer Dräger wurde an die 11. Schule versetzt, Frl. Schmidke als Vertreterin an die
Chamisso-Schule berufen. An ihre Stelle trat Frl. Mantins, die seit 25. November
1907 in Schöneberg vertretungsweise beschäftigt wird. Mit Beginn der
Weihnachtsferien schied Lehrer Müller aus dem Kollegium aus, um eine Stelle an der
deutschen Schule in Pretoria zu übernehmen. An seine Stelle trat Frl. Karla Völcker
vertretungsweise.
Ausfall des Unterrichts
Wegen der im Orte herrschenden Scharlach- und Diphtherieepidemie von der, wenn
auch nicht in starkem Maße wie andere Schulen, auch die 12. Schule betroffen
wurde, mußten am 7. Dezember 1911 die Zimmer 3, Klasse 70 und Zimmer 15
Klasse 3 Oa und am 23. Februar Zimmer 12 Klasse 5 o desinfiziert werden. Während
der Weihnachtsferien fand die Desinfizierung sämtlicher Klassenräume statt. Zimmer
14, Klasse 40 wurden am 13. Und 15. Januar 1912 nochmals desinfiziert.
Mit der Kaiserfeier am 27. Januar 1912 wurde die Feier des 200. Geburtstages
Friedrichs des Großen verbunden. Das Wintersemester begann nach den
Herbstferien am 9. Oktober. Am 31. Oktober nahmen die Oberklassen an dem
Festgottesdienst zur Reformationsfeier teil, während die Mittelklassen in der Schule
feierten. Am Bußtage, dem 22. November 1911, fiel der Unterricht aus.
Schulentlassung am 30. März 1912
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 24 4 6 2 12 0
II 10 5 3 1 1 0
III 4 1 1 1 1 0
38 10 10 4 14 0
Feststellung es zukünftigen Berufs
Zur Post 4
Arbeiter/Laufbursche 2
Handwerker auch Baugewerbe 11
Technisches Gewerbe 6
Kunstgewerbe 1
Handel 8
Gastwirtschaft 1
Schreibdienst 2
Unbestimmt 3
38
Sommerhalbjahr 1912
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 46 46 0 0 0 0 23 4 0
O II Dworek 37 37 0 0 0 0 6 3 0
O IIIa Stübert 41 41 0 0 2 0 3 0 0
O IIIb Heiber 42 42 0 0 1 0 1 2 0
O IVa Borgis 46 45 0 1 2 0 1 0 0
O IVb Helpap 46 46 0 0 0 0 0 0 0
O Va Deichsler 41 41 0 0 0 0 0 0 0
O Vb Albrecht 39 38 0 1 2 0 0 0 0
O VI Mantius 47 44 0 3 1 0 0 0 0
O VII Mars 56 56 0 0 2 0 0 0 0
M I Zorn 34 34 0 0 0 0 21 3 0
M II Oppermann 42 42 0 0 0 0 9 0 0
M IIIa Ehle 36 36 0 0 0 0 2 1 0
M IIIb Kaisermann 39 37 0 2 0 0 3 1 0
M IVa Günther 43 42 0 1 0 0 2 0 0
M IVb Sparfeld 40 39 0 1 1 0 0 0 0
M V Schultz 52 51 0 1 1 0 0 0 0
M VI Noetzel 59 58 0 1 1 0 0 0 0
M VII Völcker 57 53 0 4 2 0 0 0 0
Gesamtzahl 843
Davon sind 828 evangelisch, 0 katholisch, 15 jüdisch und 15 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 85 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr 71, von 12 bis 13 Uhr 14 und von 8 bis 9 Uhr 0.
Oberstufe 317 Knaben = 37,8%
Mittelstufe 307 Knaben = 36,5%
Unterstufe 219 Knaben = 25,7%
Die Schule hat 19 Klassen 10 O-Klassen, 9 M-Klassen mit durchschnittlich 44,1
Schülern. Es unterrichten 20 Lehrkräfte, 1 Rektor, 16 Lehrer und 3 Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestand und Lehrerkollegium
Die beiden Klassenräume, die seit Ostern bzw. Michaelis 1911 von dem Werner-
Siemens-Realgymnasium benutzt wurden, werden zurückgegeben. Außerdem erhält
die Schule 3 Räume in dem neu errichteten Erweiterungsbau des selben
Gymnasiums, muß aber 2 Räume an die Schule 13 abtreten so das ihr 13
Klassenräume verbleiben. Klasse 3 Ob, 4 Ob und 5 Ob werden aus Schule VI
überwiesen. Frl. Gartmann wird vertretungshalber an die Fontane-Schule berufen.
Als Vertreterin tritt neu ins Kollegium ein Frl. Margarete Mars. Die 3 überwiesenen
Klassen werden übernommen von den Lehrern Heiber, Helpap und Deichsler.
Kurt Heiber
Wurde am 3. November 1886 zu Schwiebus geboren, besuchte die Mittelschule zu
Schwiebus, wurde vorgebildet auf der Präparandenanstalt und dem Seminar
Neuzelle, legte die 1. Prüfung ab am 19. September 1906, die 2. Am 28. November
1908 beide in Neuzelle, war angestellt in Groß-Kölzig vom 1. Oktober 1906 bis 31.
März 1912 und trat am 1. April 1912 hier ein. Militärverhältnis: Landsturm mit Waffe.
Herbert Helpap
Wurde am 12. Juli 1886 in Cöpenick geboren als Sohn eines königlichen
Eisenbahnlademeisters, besuchte die 9-klassige Mittelschule zu Stettin, erhielt seine
Vorbildung auf der Präparandenanstalt zu Stettin und dem Seminar zu Pyritz in
Pommern, wo er Ostern 1907 die Abgangsprüfung bestand. Die 2. Prüfung legte er
im April 1910 an dem Seminar zu Pölitz ab. Vom 1. April 1907 bis Oktober 1910 war
er an der sechsklassigen Schule zu Misdroy, vom Oktober 1911 bis April 1912 an der
dreiklassigen Schule zu Güstrow bei Stettin angestellt. Am 1. April 1912 trat er in den
Schuldienst der Stadt Schöneberg über. Er ist Unteroffizier der Reserve und
Offizieraspirant.
Karl Deichsler
Wurde am 10. Februar 1887 zu Buch Bezirk Potsdam geboren. Sohn eines
Hofverwalters besuchte die 88. Gemeindeschule zu Berlin, wurde vorgebildet auf der
Präparandenanstalt und dem Seminar zu Oranienburg, bestand die 1. Lehrerprüfung
am 23. August 1907, die 2. Am 1. Dezember 1909 zu Oranienburg, war angestellt am
Friedrichsstift in Steglitz vom 1. Oktober 1907 bis 1. Oktober 1909, an der 2.
Gemeindeschule zu franz. Buchholz vom 1. Oktober 1910 bis 1. April 1912, trat in
den Schuldienst Schönebergs ein am 1. April 1912. Militärverhältnis: Vizefeldwebel
der Reserve und Offizieraspirant.
Ausfall des Unterrichts
Das Schulhalbjahr begann am Donnerstag dem 11. April. Die Pfingstferien dauerten
vom 24. Bis 31. Mai, die Sommerferien vom 5. Juli bis 13. August, die Herbstferien
begannen am 28. September. Außerdem wurde der Unterricht ausgesetzt am Tage
der Frühjahrsparade. Nur einmal, am Sonnabend dem 29. Juni, brauchte die letzte
Vormittagsunterrichtsstunde der Hitze wegen auszufallen. Im Juni wurden die
üblichen Schulausflüge unternommen. Auch am Tage der Herbstparade fiel der
Unterricht aus, und am 2. September wurde das Sedanfest gefeiert.
Schulentlassung Michaelis 1912
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 26 1 11 4 11 0
II 10 5 0 2 0 0
III 5 0 3 1 0 0
IV 2 0 0 0 2 0
43 6 14 7 13 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Zur Post 2
Laufbursche 1
Handwerker/Bauhandwerker 15
Zur See 2
Technisches Gewerbe 7
Handel 5
Gastwirtschaft 2
Schreibdienst 1
Eintritt in Berufsschulen 3
Herrschaftlicher Kutscher, Jockey 2
Unbestimmt 3
43
Winterhalbjahr 1912/1913
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 41 41 0 0 0 0 24 0 0
O II Dworek 31 31 0 0 0 0 4 1 0
O IIIa Noetzel 45 45 0 0 1 0 4 0 0
O IIIb Heiber 44 44 0 0 0 0 8 0 0
O IVa Borgis 48 47 0 1 2 0 2 0 0
O IVb Helpap 46 46 0 0 0 0 0 0 0
O Va Deichsler 40 40 0 0 0 0 0 0 0
O Vb Albrecht 37 36 0 1 2 0 0 0 0
O VI Kaisermann 49 46 0 3 2 0 0 0 0
O VII Mars 52 49 0 3 0 0 0 0 0
M I Zorn 42 42 0 0 0 0 16 3 0
M IIa Ehle 29 29 0 0 0 0 7 0 0
M IIb Günther 31 30 0 1 0 0 8 0 0
M IIIa Oppermann 39 39 0 0 0 0 3 0 0
M IIIb Schindler 37 36 0 1 1 0 1 0 0
M IV Sparfeld 46 46 0 0 1 0 0 0 0
M V Schultz 46 45 0 1 1 0 0 0 0
M VI Stübert 54 51 0 3 2 0 0 0 1
M VII Mantius 60 60 0 0 1 0 0 0 0
Gesamtzahl 817
Davon sind 803 evangelisch, 0 katholisch, 14 jüdisch und 13 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 86 Knaben, und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr 82, von 12 bis 13 Uhr 4, von 8 bis 9 Uhr 0.
Oberstufe 339 Knaben = 41,5%
Mittelstufe 263 Knaben = 32,2%
Unterstufe 215 Knaben = 26,3%
Die Schule hat 19 Klassen 10 O-Klassen und 9 M-Klassen mit durchschnittlich 43
Schülern. Es unterrichten 20 Lehrkräfte, ein Rektor, 17 Lehrer und 1 Lehrerin und
eine Vertreterin.
Veränderungen im Klassenbestand und Lehrerkollegium
Durch Fortführung ging Klasse 4 Mb ein und entstand Klasse 2 Mb neu. Die
Vertreterin Frl. Völker wurde an eine andere Schule versetzt; dafür trat neu ein
Lehrer Adolf Schindler. Lehrer Stübert erkrankte gleich zu Anfang des
Schulhalbjahres. Die Vertreterin Frl. Kahlmann wurde für ihn eingestellt. Herr Stübert
wird voraussichtlich pensioniert werden.
Adolf Schindler
Wurde am 23. März 1885 als Sohn eines Bäckermeisters und Gastwirts in
Frankleben Kreis Merseburg geboren, wurde vorgebildet auf der Präparandenanstalt
und dem Seminar zu Weißenfels, wo er die 1. Prüfung am 23. Februar 1905, die 2.
Am 26. Juni 1908 bestand. Die Mittelschulprüfung legte er am 29. Oktober 1910 ab.
Angestellt war er vom 1. April 1906 bis 4. Mai 1909 in Holleben [ im Original nicht
zweifelsfrei lesbar, d. Bearb. ] Bezirk Halle an der Saale, vom 4. Mai 1909 bis 30.
September 1912 als Präparandenlehrer in Erlenburg; am 1. Oktober 1912 trat er hier
ein. Militärverhältnis: Gefreiter der Reserve.
Maria Mantius
Wurde nach dem sie seit dem 1. März 1908 an den Schöneberger Volksschulen mit
einer wegen Krankheit notwendig gewordenen Unterbrechung von 10-monatiger
Dauer vertretungsweise vollbeschäftigt worden war, am 1. Oktober 1912 entgültig
angestellt. Sie wurde geboren am 23. März 1882 in Steglitz als Tochter eines
Pianisten, besuchte höhere Mädchenschulen in Berlin, legte die
Kindergärtnerinnenprüfung ab, besuchte sodann die 1. Klasse des böhmischen
Lehrerinnenseminars und bestand die Prüfung für Volksschullehrerinnen am 16.
Oktober 1907.
Ausfall des Unterrichts
Das neue Schulhalbjahr begann am Montag, den 7. Oktober und schloß am Mittwoch
dem 19. März. Am 31. Oktober wurde das Reformationsfest in der Schule und durch
Kirchgang gefeiert. Der Bußtag fiel auf den 20. November. Die Weihnachtsferien
dauerten vom 23. Dezember 1912 bis 3. Januar 1913. Am 17. Und 31. Januar sowie
am 21. Februar wurde der Nachmittag zum Eislauf freigegeben. Die Feier des
Geburtstages seiner Majestät des Kaisers wurde am 27. Januar begangen; am 10.
März fand die Jahrhundertfeier statt, die zugleich der Königin Luise gewidmet war.
Am 13. Februar besuchten die Schüler der oberen Klassen die Vorstellung von
?Minna von Barnhelm? im Schillertheater zu Charlottenburg. Die Kreislehrerkonferenz
wurde am 14. März abgehalten. Schluß des Schulhalbjahres am 19. März 1913.
Größere Revisionen fanden in diesem Halbjahr nicht statt.
Schulentlassung Ostern 1913
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 34 5 8 2 19 0
II 10 2 4 3 1 0
III 9 1 4 2 2 0
IV 1 1 0 0 0 0
54 9 16 7 22 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Arbeiter/Laufbursche 2
Handwerker 18
Straßenfeger 1
Technisches Gewerbe 3
Kunstgewerbe 4
Gartenbau 1
Handel 17
Gastwirtschaft 1
Schreibdienst 4
Zur See 1
Unbestimmt 2
54
Sommerhalbjahr 1913
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 39 39 0 0 1 0 20 5 0
O IIa Dworek 31 31 0 0 1 0 2 5 0
O IIb Lehmann 31 31 0 0 0 0 6 1 0
O IIIa Noetzel 44 44 0 0 0 0 4 1 0
O IIIb Helpap 45 45 0 0 0 0 8 0 0
O IVa Deichsler 38 38 0 0 0 0 0 0 0
O IVb Borgis 38 38 0 0 0 0 0 1 0
O V Albrecht 46 42 0 3 1 1 0 0 1
O VI Mars 46 43 0 3 1 0 0 0 0
O VII Heiber 59 58 0 1 2 0 0 0 0
M I Zorn 35 35 0 0 0 0 18 3 0
M II Ehle 44 43 0 1 0 0 17 0 0
M IIIa Oppermann 37 37 0 0 0 0 4 0 0
M IIIb Schindler 37 36 0 1 1 0 4 0 0
M IVa Sparfeld 41 41 0 0 1 0 0 0 0
M IVb Günther 41 41 0 0 0 0 0 1 0
M V Schultz 46 45 0 1 0 0 0 0 0
M VI Kaisermann 50 48 0 2 2 0 0 0 0
M VII Mantius 57 56 0 1 1 0 0 0 0
Gesamtzahl 805
Davon sind 792 evangelisch, 0 katholisch, 13 jüdisch und 11 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 100 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr 83, 12 bis 13 Uhr 17 und von 8 bis 9 Uhr keiner.
Oberstufe 343 Knaben = 42,6%
Mittelstufe 250 Knaben = 31,1%
Unterstufe 212 Knaben = 26,3%
Die Schule hat 19 Klassen 10 O-Klassen und 9 M-Klassen mit durchschnittlich 42,4
Schülern. Es unterrichten 20 Lehrkräfte, 1 Rektor, 17 Lehrer, eine Lehrerin und eine
Vertreterin.
Veränderungen im Klassenbestand und Lehrerkollegium
Klasse 2 Mb ging ein, 4 Mb wurde aus Schule 6 überwiesen, 5 Ob nach 4 Ob, 3 Ob
nach 2 Ob fortgeführt. Lehrer Stübert wurde auf seinen Antrag in den Ruhestand
versetzt und durch die Verleihung des Ordens der Inhaber des Hohenzollernschen
Hausordens ausgezeichnet. An seine Stelle trat Lehrer Lehmann von der 162.
Volksschule in Berlin.
Friedrich Lehmann
Wurde am 2. Oktober 1883 zu Reinsdorf in der Mark geboren, für den Beruf
vorbereitet auf der Präparandenanstalt und dem Seminar zu Delitzsch, wo er die 1.
Prüfung 1904 und die 2. Im Jahre 1906 bestand. Außerdem legte er die
Turnlehrerprüfung ab 1906 in Halle an der Saale. Auch nahm er an einem
Zeichenkursus an der königlichen Kunstschule in Berlin teil. Angestellt war er vom 1.
Februar 1904 bis 1. Oktober 1906 als dritter Lehrer an der 4-klassigen Volksschule
zu Elsterwerda, vom 1. Oktober 1907 bis 30. September 1909 als Lehrer an der
einklassigen Volksschule zu Reichenhain, vom 1. Oktober 1909 bis 1. April 1913 an
der 162. Schule in Berlin. Am 1. April 1913 trat er hier ein.
Ausfall des Unterrichts
Der Unterricht fiel aus in der letzten Vormittagsstunde am 29. April, 30. Und 31. Mai,
3. Und 18. Juni der Hitze wegen. Schulfrei waren der Tag der Frühjahrsparade, 2.
Juni, und der Tag der Herbstparade, 2. September sowie der Tag der Hochzeitsfeier
der Prinzessin des kaiserlichen Hauses, 24. Mai, und der Tag der Landtagswahl 16.
Mai.
Gefeiert wurde das Kaiserjubiläum am 16. Juni und das Sedanfest am 1. September
in der letzten Vormittagsstunde. Schulausflüge wurden unternommen: 25. Juni von
10 Klassen, 26. Juni von 7 Klassen, 3. Juli von einer Klasse Pfingstferien 10. Bis 15.
Mai, Sommerferien 5. Juli bis 10. August, Herbstferien 28. September bis 5. Oktober
Revisionen
Größere Revisionen fanden nicht statt.
Schulentlassung Michaelis 1913
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 21 1 10 3 7 0
II 12 5 6 0 1 0
III 10 3 1 4 2 0
IV 1 0 1 0 0 0
44 9 18 7 10 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Arbeiter/Laufbursche/Diener 7
Handwerker 13
Technisches Gewerbe 1
Kunstgewerbe 5
Gartenbau 3
Handel 1
Gastwirtschaft 1
Zur Post 3
Zur See 1
Fabrikarbeiter 1
Im Elternhause verbleibend 2
Unbestimmt 4
46
Winterhalbjahr 1913/1914
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 35 35 0 0 0 0 20 5 0
O II Dworek 41 40 0 0 1 0 4 0 0
O IIIa Noetzel 40 40 0 0 0 0 1 0 0
O IIIb Helpap 42 42 0 0 0 0 5 1 0
O IVa Deichsler 38 38 0 0 0 0 0 0 0
O IVb Borgis 38 38 0 0 0 0 1 0 0
O V Albrecht 47 44 0 3 1 0 0 0 0
O VI Mars 45 44 0 1 0 0 0 0 0
O VII Heiber 52 51 0 1 4 0 0 0 0
M I Zorn 46 45 0 1 0 0 26 3 0
M IIa Oppermann 34 34 0 0 0 0 11 1 0
M IIb Schindler 35 34 0 1 1 0 7 0 0
M IIIa Ehle 40 40 0 0 1 0 1 2 0
M IIIb Schultz 37 37 0 0 0 0 1 0 0
M IV Sparfeld 44 43 0 1 0 0 0 0 0
M V Kaisermann 49 47 0 2 3 0 0 0 0
M VI Mantius 56 54 0 2 1 0 0 0 0
M VII Günther 57 53 0 4 2 0 0 0 0
Gesamtzahl 776
Davon sind 760 evangelisch, 0 katholisch, 16 jüdisch und 12 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 90 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr 77 Knaben, von 12 bis 13 Uhr 12 und von 8 bis 09 Uhr 1 Knabe.
Oberstufe 350 Schüler = 45,1%
Mittelstufe 216 Schüler = 27,8%
Unterstufe 210 Schüler = 27,1%
Die Schule hat 18 Klassen 9 O-Klassen, 9 M-Klassen mit durchschnittlich 43,1
Schülern. Es unterrichten 19 Lehrkräfte und 1 Rektor, 16 Lehrer, 1 Lehrerin und eine
Vertreterin.
Veränderungen im Klassenbestand und Lehrerkollegium
Klasse IV Mb ging durch Fortführung ein, neu entstand durch Fortführung die Klasse
II Mb. Aufgelöst wurde II Ob. Lehrer Lehmann trat nach Schule 8 über.
Ausfall des Unterrichts
Ferien: Herbst 27. September bis 6. Oktober 1913
Weihnachten 23. Dezember 1913 bis 5. Januar 1914
Halbjahrschluß 19. März 1914
Feiern: 18. Oktober 1913 Jahrhundertfeier der Völkerschlacht
31. Oktober 1913 Reformationsfeier (Klasse 1+2 Kirchgang)
27. Januar 1914 Kaiserfeier
4. Februar 1914 Besuch der Festspiele
Ausflüge und andere Anlässe
16. Januar 1914 Eislauf der Klassen 1 und 2 am Nachmittage. Am 4. März 1914
Kreiskonferenz (die Alkoholfrage). 22. Januar 1913 Lektion des Herrn Schulrat
Stubbe über die Fallgesetze. Gebrauch der Fallrinne.
Revisionen
Herr Schulrat Stubbe revidierte im Februar die O-Klassen mit Ausnahme von 5 O
sowie die Klasse 5 M.
Verschiedenes
Ansteckende Krankheiten traten besonders bösartig auf. 5 Kinder starben an
Diphtherie.
Schulentlassung Ostern 1914
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 35 7 8 6 14 0
II 15 7 4 4 0 0
III 7 0 4 0 3 0
IV 1 0 1 0 0 0
58 14 17 10 17 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Zur See 2
Zur Post 5
Handwerker/Bauhandwerker 23
Technisches Gewerbe 5
Jockey 3
Handel 6
Gastwirtschaft 2
Schreibdienst 4
Handelsschule 1
Unbestimmt 2
53
Sommerhalbjahr 1914
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat h jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 45 45 0 0 0 0 23 3 0
O IIa Noetzel 37 37 0 0 0 0 4 3 0
O IIb Helpap 37 37 0 0 0 0 6 0 0
O IIIa Deichsler 40 39 0 1 0 0 0 0 0
O IIIb Jost 40 40 0 0 0 0 2 0 0
O IV Dworek 44 43 0 1 0 0 0 0 0
O V Albrecht 54 52 0 2 1 0 0 0 1
O VI Mars 47 45 0 2 2 0 0 0 0
O VII Heiber 52 52 0 0 0 0 0 0 0
M I Zorn 31 31 0 0 0 0 21 2 0
M IIa Oppermann 31 31 0 0 0 0 8 2 0
M IIb Schindler 32 31 0 1 1 0 5 4 0
M IIIa Ehle 36 36 0 0 1 0 3 3 0
M IIIb Schultz 37 37 0 0 0 0 0 2 0
M IV Sparfeld 46 46 0 0 0 0 0 0 0
M V Kaisermann 47 47 0 0 3 0 0 0 0
M VI Mantius 55 54 0 1 1 0 0 0 0
M VII Günther 57 51 0 6 2 0 0 0 1
Gesamtzahl 768
Davon sind 754 evangelisch, 0 katholisch, 14 jüdisch, 11 ungetauft
Den Konfirmandenunterricht besuchen 93 Knaben, Dienstags und Freitags 11 bis 12
Uhr 73 Knaben, 12 bis 13 Uhr 19 Knaben, 8 bis 9 Uhr ein Knabe.
Oberstufe 366 Schüler = 46,2%
Mittelstufe 191 Schüler = 24,9%
Unterstufe 211 Schüler = 28,9%
Die Schule hat 18 Klassen, 9 o-Klassen und 9 M-Klassen, mit durchschnittlich 42,6
Schülern. Es unterrichten 18 Lahrkräfte, ein Rektor, 16 Lehrer und 1 Lehrerin und 1
Vertreterin.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Klasse 4 Ob ging durch Fortführung ein, neu entstand 2 Ob. Lehrer Borgis wurde auf
seinen Wunsch an die 6. Schule versetzt. Für ihn wurde von der 2. Schule
überwiesen Lehrer Karl Jost, geboren am 18. Dezember 1886 zu Großgarde Kreis
Stop in Pommern. Vorgebildet auf der Präparandenanstalt und dem Seminar zu
Köslin von 1901 bis 1907. Er genügte seiner Militärpflicht vom 1. April 1907 bis 31.
März 1908, war angestellt in Stolp vom 1. April 1908 bis 31. Mai 1909, in Groß-
Machnin, Horst, Garbske, Kösternitz: 1909 bis 1910, in Bärwalde in Pommern vom
31. März 1908 bis 1. April 1911. Nach Schöneberg kam er am 1. Oktober 1912.
Ausfall des Unterrichts
Ferien: Ostern 31. März 1914 bis 15. April 1914
Pfingsten 29. Mai bis 5. Juni
Sommer 3. Juli bis 11. August
Herbst 30. September bis 8. Oktober
Der Hitze wegen fiel der Unterricht aus in der letzten Vormittagsstunde
15. Juni, 16. Juni (auch am Nachmittag), 22. Juni, 2. Juli, 3. Juli (auch am
Nachmittag), 11. August (auch am Nachmittag), 27. August, 28. August (auch am
Nachmittag)
Ausflüge und andere Anlässe: am 24. Juni unternahmen die Klassen 1 bis 6 ihren
Sommerausflug. Während der Sommerferien vom 15. Bis 20. Juli machten 22
Schüler der oberen Klassen eine Wanderung durch das Riesengebirge unter der
Führung des Lehrers Günther.
Feiern: Sieg bei Metz 22. August
Sieg über die Engländer 29. August
Sedan 3. September
Übergabe von Maubeuge/Belgien 10. September
Revisionen
Größere Revisionen fanden nicht statt.
Verschiedenes
Zu den Fahnen einberufen wurden die Lehrer Helpap, Deichsler, Jost, Dworek,
Rehfeld, Oppermann und Schindler.
Freiwillig trat ins Heer ein Lehrer Sparfeld.
Die Vertretung erfolgte durch Zusammenlegung der Klassen 2 Ma und 2 Mb,
Einstellung von Vertreterinnen und Lehrerinnen aus anderen Schulen, sowie
Verringerung der Stundenzahl. Auch die Klassen 3 Ma und 3 Mb wurden
zusammengelegt. Zur Vertretung einberufener Lehrer wurden überwiesen, von
Schule IV die Lehrerin Ladewig, von Schule 8 die Lehrerin Bohnhoff.
Schulentlassung Michaelis 1914
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 24 2 7 4 11 0
II 12 1 7 3 1 0
III 4 0 2 0 2 0
IV 1 0 0 1 0 0
41 3 16 8 14 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Laufbursche 4
Post 2
Handwerker 14
Fabrikarbeiter 6
Schiffsjunge 1
Lehrer 1
Gartenbau 2
Kaufmann 3
Schreiber 4
Photograph 1
Friseur 1
Koch 1
Unbestimmt 1
41
Winterhalbjahr 1914/1915
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Prinz 45 44 0 1 0 0 27 4 0
O IIa Noetzel 48 48 0 0 0 0 10 4 0
O IIb Heiber 49 48 0 0 1 0 7 1 0
O IIIa Schultz 46 45 0 1 0 0 2 3 0
O IIIb Ladewig 48 48 0 0 1 0 4 0 0
O IV Scheffler 50 50 0 0 0 0 0 0 0
O V Albrecht 55 53 0 0 2 0 0 0 0
O VI Bohnhoff 55 53 0 2 2 0 0 0 0
O VII Mars 49 45 0 1 3 0 0 0 0
M I Zorn 46 45 0 1 0 0 25 0 0
M II Ehle 49 48 0 1 0 0 12 0 0
M IIIa Günther 40 39 0 1 0 0 0 1 0
M IIIb Liesecke 38 38 0 0 0 0 1 0 0
M IV Typke 47 45 0 2 1 0 0 0 0
M V Kaisermann 55 55 0 0 0 0 0 0 0
M VI Mantius 53 48 0 2 3 0 0 0 0
M VII ? 54 50 0 4 1 0 0 0 0
Gesamtzahl 827
Davon sind 802 evangelisch, 0 katholisch, 16 jüdisch und 14 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 101 Kinder, und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr 88 Schüler, von 12 bis 13 Uhr 13 Schüler.
Oberstufe 237 Schüler = 28,7%
Mittelsrufe 269 Schüler = 32,5%
Unterstufe 321 Schüler = 38,8%
Die Schule hat 17 Klassen, 9 O-Klassen und 8 M-Klassen, mit durchschnittlich 48,6
Schülern. Es unterrichten 16 Lahrkräfte, 1 Rektor, 9 Lehrer, 4 Lehrerinnen und 2
Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Eine Klasse 3 Mb wurde von der 6. Schule überwiesen. Als Leiter dieser Klasse trat
Lehrer Liesecke von der Hilfsschule. Im Laufe des Halbjahres wurden zum
Heeresdienst einberufen die Lehrer Ehle und Liesecke und am Schlusse die Lehrer
Heiber und Zorn.
Ausfall des Unterrichts
Ferien: Herbst 30. September bis 8. Oktober
Weihnachten 23. Dezember bis 8. Januar
Ostern 24. März bis 8. April
Feiern: Einnahme von Antwerpen 13. Oktober 1914 von 10 Uhr ab
Reformationsfeier 31. Oktober 1914
Sieg über die Russen 17. November
Bußtag 18. November 1914
Kaisers Geburtstag 27. Januar 1915
Vertreibung der Russen aus Ostpreußen 13. Februar 1915
Winterschlacht in Masuren 17. Februar 1915
Klassen, die 500 Mark Gold gesammelt hatten, wurden durch Schulfreiheit an einem
Tage belohnt.
Revisionen
Größere Revisionen fanden nicht statt.
Verschiedenes
In der Woche vom 18. Bis 23. Januar beteiligten sich die Schüler der oberen Klassen
fleißig an der Sammlung von Wollsachen.
Nachtrag
Am 8. Januar 1915 trat Lehrer Dworek wieder in den Schuldienst ein, der aus dem
Heeresdienst entlassen war, wegen Erkrankung an Krämpfen epileptischer Art.
Schulentlassung Ostern 1915
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 31 3 13 6 9 0
II 15 2 7 2 4 0
III 5 0 2 3 0 0
IV 2 0 0 0 2 0
53 5 22 11 15 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Arbeiter 1 Berufsschule 1
Handwerker 12 Seemann 1
Technisches Gewerbe 15 Bote 6
Handel 9 Lehrer 1
Schreibdienst 3 Unbestimmt 4
53
Sommerhalbjahr 1915
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O Ia Prinz 42 42 0 0 0 0 0 0 0
O Ib Noetzel 42 42 0 0 0 0 0 0 0
O IIa Schultz 42 41 0 1 0 0 0 0 0
O IIb Ladewig 41 40 0 1 0 0 0 0 0
O IIIa Schorisch [?] 41 41 0 0 0 0 0 0 0
O IIIb Scheffler 48 47 0 1 0 0 0 0 0
O IV Bergemann 52 51 0 1 0 0 0 0 0
O V Senft 47 45 0 2 0 0 0 0 0
O VI Bohnhoff 56 54 0 2 0 0 0 0 0
O VII Mars 51 51 0 0 0 0 0 0 0
M I Albrecht 42 42 0 0 0 0 0 0 0
M II Kaisermann 44 44 0 0 0 0 0 0 0
M IIIa Mars 40 38 0 2 0 0 0 2 0
M IIIb Dworek 40 40 0 0 0 0 0 0 0
M IV Typke 45 44 0 1 0 0 0 0 0
M V Mantius 53 53 0 0 0 0 0 0 0
M VI Ki[?] 51 49 0 2 0 0 0 0 0
M VII ? 50 50 0 2 0 0 0 0 0
Gesamtzahl 833
818 evangelisch, 15 jüdisch.
[ Aufstellung OHNE Angabe der Zahlen, daher unbrauchbar! ]
Oberstufe 294 Schüler = 35,2%
Mittelstufe 225 Schüler = 27,0%
Unterstufe 314 Schüler = 37,8%
Die Schule hat 18 Klassen, 10 O-Klassen und 8 M-Klassen. Es unterrichten 16
Lehrer ein Rektor, 6 Lehrer, 4 Lehrerinnen und 5 Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Durch Fortführung entstand Klasse 1 Ob und ging ein 3 Ob. Lehrer Schorisch wurde
am 3. Juli 1915 zum Heeresdienst einberufen.
Lehrer Sparfeld wurde am 20. Juni 1915 bei einem Sturmangriff auf Dobrosin an der
Spitze seiner [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] verwundet. Er starb am 14. Juli
1915 an den Folgen seiner Verwundung im Georgenkrankenhaus zu Meiningen. Am
20. Juli 1915 haben wir ihn auf dem Kirchhof an der Maxstraße begraben. Aus dem
Kollegium beteiligten sich an der Feier außer dem Verfasser dieses Berichts die
Herrn Noetzel und Kaisermann; die anderen waren während der Ferien verreist.
Außer Vertretern der Schuldeputation und des Magistrats, vielen Freunden und
Bekannten, erwies eine Abordnung seines Regiments dem Verstorbenen die letzte
Ehre. Ein Berg von Kränzen bedeckte den in der Halle aufgebahrten Sarg. Nach dem
Gesang und Harmoniumsspiel verklungen waren, ergriff der Geistliche Pfarrer Böhm
das Wort zu einer erschütternden Rede über Schenkendorf. ?Klaget nicht, daß ich
gefallen!?. Als der Krieg erklärt war, litt es den 47-jährigen Sparfeld den Vater von 5
Kindern, nicht mehr daheim. Obwohl nie Soldat gewesen, meldete er sich sogleich
freiwillig zum Eintritt ins Herr. Bei dem 2. Garderegiment z.F. fand er Aufnahme.
Bald wurde er Unteroffizier, dann Vizefeldwebel. Als solcher zog er ins Feld. Nicht die
Bitten seiner alten Mutter, seiner Frau und seiner Kinder, nicht die Vorstellungen
seiner militärischen Vorgesetzten er möge zurückbleiben, auch daheim könne er dem
Vaterlande nützen, vermochte es, ihn zurückzuhalten. Von heiliger Begeisterung gibt
die Karte kunde, die der Schwerverwundete am 1. Juli aus dem Felde an seinen
Rektor schrieb. Diese seine letzten der Schule gewidmeten Worte mögen hier eine
Stelle finden:
Heute kann Ihnen von fortgesetzten Kämpfen berichten, die ich mitmachen durfte,
am 1. Juni früh gründliche Feuertaufe (Granaten und Schrapnell). Weiter
Grabenkämpfe, am 13. Juni Erstürmung der folgenden Gräben, wobei meine Gruppe
zuerst drin war, die ersten Gefangenen machte und der Kompanie ein Lob des
Brigadekommandeur verschaffte. Dann täglich heftige Verfolgungsgefechte. Am 19.
Gelang es uns, noch am späten Abend eine Bahnlinie zu besetzen. Am 20. Früh 3
Uhr gings zum Sturm auf ein stark befestigtes feindliches Dorf dicht dabei. Mein Zug
voraus, waren wir eben im Begriff, Maschinengewehre zu nehmen, als mich ein
Maschinengewehrvolltreffer in beide Beine traf. Dicht vor der feindlichen Linie mußte
ich fürchten, in Gefangenschaft zu geraten, und lag daher trotz meiner Wunden mit
Gewehr und Pistole bereit, mein Leben teuer zu verkaufen. Rührend war es, wie
auch meine Leute mich schützen wollten. Es lebe unser liebes, deutsches Vaterland!
Ihr sehr ergebener Vizefeldwebel Sparfeld,
7. Kompanie, 2. Garderegiment z.F.
... in die Gruft gesenkt war, die Erdschollen dumpf darauf niederfielen und die
Bataillonskapelle anstimmte das alte Soldatenlied: ?Ich hatt? einen Kameraden?, da
wurde man von der tiefen Trauer der Stunde völlig überwältigt und wohl kein Auge
blieb trocken.
Die Schleife unserer Kranzspende trug die Inschrift: ?Ihrem bis in den Tot getreuen
Amtsgenossen die Lehrer und Lehrerinnen der 12. Volksschule?. Im Schöneberger
Tageblatt und in der pädagogischen Zeitung haben wir den Verewigten durch einen
Nachruf gefeiert. Er war ein hochbegabter, kluger und kenntnisreicher, geschickter
und erfahrener Lehrer, ein Mann von festem Willen und starkem Charakter, dessen
Treue uns stets ein Vorbild bleiben wird.
Schulentlassung Michaelis 1915
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 32 10 10 4 8 0
II 21 10 9 1 1 0
III 1 0 0 0 1 0
IV 2 1 0 0 0 0
56 21 19 5 10 1
Feststellung der Berufswahl
Arbeiter 2
Handwerker 26
Technisches Gewerbe 5
Land, Gartenbaubetrieb 1
Handel 4
Schreibdienst und Post 9
Berufsschule 3
Höhere Lehranstalten 1
Unbestimmt 5
56
Winterhalbjahr 1915/1916
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O Ia Prinz 32 32 0 0 0 0 12 0 0
O Ib Noetzel 37 37 0 0 0 0 20 1 0
O IIa Schultz 36 35 0 1 0 0 5 3 0
O IIb Ladewig 38 38 0 0 1 0 10 0 0
O III Scheffler 56 53 0 3 0 0 2 1 0
O IV Bergemann 52 51 0 1 2 0 0 0 0
O V Mantius 48 46 0 2 2 0 0 0 0
O VI Bohnhoff 58 57 0 1 2 0 0 0 0
O VII Mars 46 46 0 0 0 0 0 0 0
Ober Dworek 36 36 0 0 0 0 32 4 0
M I Albrecht 34 34 0 0 0 0 8 8 0
M IIa Kaisermann 35 35 0 0 0 0 3 4 0
M IIb Typke 32 32 0 0 0 0 2 2 0
M III Kranepuhl 48 46 0 2 0 0 2 2 0
M IV wie M IIb 48 47 0 1 0 0 0 0 0
M V wie O V 50 47 0 3 2 0 0 0 0
M VI wie O VI 58 56 0 2 2 0 0 0 0
M VII wie O VII 57 57 0 0 0 0 0 0 0
Gesamtzahl 801
Davon 795 evangelisch, 16 jüdisch, von den Evangelischen sind 11 ungetauft [ ?].
Oberstufe 280 Schüler = 35,0%
Mittelstufe 204 Schüler = 25,4%
Unterstufe 317 Schüler = 39,6%
Lehrkräfte: 1 Rektor 5 Lehrer 4 Lehrerinnen 4 Vertreterinnen gleich 14. Zahl der
Klassen 18, 9 O-Klassen und 9 M-Klassen. Oberstufe: 8 Mittelstufe 4 Unterstufe 6
Klassen
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Die Lehrerin Frl. Bohnhoff schied am 6. November 1915 aus, weil sie sich
verheiratete. An ihre Stelle trat Lehrer Mesterknecht, der nach dem Verlust eines
Auges den Dienst im Heere aufgeben mußte. Vorher war er hier an der 11. Schule
tätig.
Walter Mesterknecht
Wurde am 17. Juli 1888 zu Anklam als Sohn des Tapezierers Herrmann
Mesterknecht geboren. Er besuchte die Volksschule, Präparandenanstalt und
Seminar zu Anklam, bestand die 1. Lehrerprüfung am 25. Februar 1909 am Seminar
zu Anklam, die 2. Am 25, Oktober 1912 am Seminar zu Cammin in Pommern.
Anstellungen: 1. April 1909 bis 1. Oktober 1910 Lehrer und Küster in Doeringshagen
bei Naugard in Pommern, 1. Oktober 1910 bis 1. April 1914 Lehrer in Stargard in
Pommern, seit 1. April 1914 in Berlin Schöneberg. Vom 18. August 1914 bis 15.
Dezember 1915 war er zum Heeresdienst eingezogen, dann wurde er als
kriegsbeschädigter Unteroffizier der Landwehr entlassen.
Ausfall des Unterrichts
Ferien: Herbst 30. September bis 9. Oktober 1915
Weihnachen 23. Dezember bis 9. Januar 1916
Ostern 11. April 1916 bis 25. April 1916
Feier des 500-jährigen Bestandes der Hohenzollernherrschaft vom 21. Oktober 1915.
Der Kaisergeburtstag am 27. Januar 1916. Des Reformationsfestes am 30. Oktober
1915 in der letzten Unterrichtsstunde des Vormittags. Schulfrei waren außerdem
folgende Tage:
Einnahme von Nisch 8. November
Bußtag 17. November
Unterwerfung Montenegros 19. November
Erfolgreiche Kriegsanleihe 25. März
Schulentlassung Ostern 1915
Revision durch den königlichen Kreisschulinspektor
6. bis 11. Dezember 1915
Klasse Name und Vorname Dienstalter Nebenbeschäftigung Schülerzahl Gefehlt Revisionstag
Oberk Dworek, Otto 14 keine 36 3 06.12.1915
1 M Albrecht, Karl 28 Schulsparkasse 33 2 09.12.1915
2 Ma Kaisermann, Paul 30 keine 35 1 07.12.1915
2 Mb Typke, Mara Vertret. 4 M keine 32 2 07.12.1915
3 M Mesterknecht, Walter 7 keine 49 1 08.12.1915
4 M Typke, Mara V Turnverein 50 2 08.12.1915
5 M Mantius, Marie 7 keine 51 3 10.12.1915
6 M Kranepuhl, Edith 7 keine 58 4 10.12.1915
7 M Mars, Margarete 6 Jugendgericht 52 9 09.12.1915
1 Oa - - - 33 1 11.12.1915
1 Ob Noetzel, Rudolf 15 Turnen 37 1 11.12.1915
2 Ob Ladewig, Juliane 6 Fortbild.-Schule 39 2 11.12.1915
3 O Scheffler, Erna V Pfadfinderinnenbund 55 4 10.12.1915
4 O Bergmann, Erna V Jugendgericht 52 0 09.12.1915
5 O Mantius, Marie 7 keine 49 2 10.12.1915
6 O Kranepuhl, Edith 7 keine 57 4 11.12.1915
7 O Mars, Margarete 6 Vertret. für 7 M 46 2 10.12.1915
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
I 40 10 22 1 7 0
II 14 4 8 1 0 1
III 5 0 2 3 0 0
IV 0 0 0 0 0 0
59 14 32 5 7 1
Sommerhalbjahr 1916
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
ObKl Schultz 33 33 0 0 1 0 27 2 0
O Ia Prinz 32 31 0 1 0 0 10 6 0
O Ib Noetzel 39 39 0 0 1 0 12 3 0
O II Ladewig 47 44 0 3 0 0 5 6 0
O III Bergemann 52 51 0 1 2 0 1 0 0
O IV Scheffler 51 48 0 3 0 0 0 0 0
O V wie ObKl 54 52 0 2 2 0 0 0 0
O VI Mars 51 48 0 3 0 0 0 0 0
O VII wie O IV 55 51 0 4 0 0 0 0 1
ObKl Dworek 31 31 0 0 0 0 27 3 0
M I Albrecht 31 31 0 0 0 0 8 9 0
M IIa Kaisermann 37 37 0 0 0 0 4 6 0
M IIb Typke 36 36 0 0 0 0 4 4 0
M III Mesterknecht 47 45 0 2 0 0 1 2 0
M IV wie M IIb 50 49 0 1 0 0 0 0 0
M V Mantius 52 48 0 4 0 2 0 0 0
M VI Kranepuhl 58 55 0 3 0 2 0 0 0
M VII wie M VI 45 45 0 0 0 0 0 0 0
[ Seite im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Sind nicht eingetreten.
Ausfall des Unterrichts
Pfingstferien vom 10. Juni bis 16. Juni
Sommerferien vom 8. Juli bis 15. August
Herbstferien begannen am 1. Oktober
Himmelfahrtsfest am 1. Juni
Der Hitze wegen brauchte der Unterricht an keinem Tage ausgesetzt zu werden. Am
1. Mai wurde der Sieg von Kut el Amara, am 3. Juni der Seesieg am Skagerrak, am
2. September das Seefest gefeiert.
Schulentlassung Michaelis 1916
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
[?] 41 13 28 0 0 0
I 30 13 12 5 0 0
II 14 3 6 3 2 0
III 3 0 1 0 2 0
88 29 47 8 4 0
Berufswahl der Entlassenen
Handwerker 36
Laufburschen 6
Technisches Gewerbe 16
Post 6
Lehrer 3
Handel 8
Gastwirtschaft 1
Schreibdienst 1
Berufschulen 6
Unbestimmt 5
88
Winterhalbjahr 1916/1917
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O Ob Schultz 25 25 0 0 0 0 22 3 0
O Ia Prinz 29 28 0 1 0 0 9 1 0
O Ib Noetzel 28 28 0 0 0 0 15 3 0
O II Ladewig 47 46 0 1 1 0 14 0 0
O III Bergemann 52 51 0 1 2 0 2 0 0
O IVa Scheffler 47 44 0 3 2 0 0 0 0
O IVb Meyer 45 44 0 1 2 0 0 0 0
O V wie O Ob 55 52 0 3 2 0 0 0 0
O VI Mars 51 49 0 2 0 0 0 0 0
O VII wie O IVa 50 45 0 5 1 0 0 0 0
Ob M Rehfeld 33 33 0 0 0 0 28 5 0
M I Albrecht 41 41 0 0 0 0 14 0 0
M II Kaisermann 42 41 0 1 0 0 9 2 0
M III Mesterknecht 50 48 0 2 0 0 1 1 0
M IV Kaßner 47 44 0 3 0 0 0 0 0
M V Mantius 53 49 0 4 0 0 0 0 0
M VI wie M VII 52 52 0 0 0 0 0 0 0
M VII Kranepuhl 53 51 0 2 2 0 0 0 0
Gedsamtzahl 800
Davon sind 771 evangelisch, 0 katholisch, 29 jüdisch und 14 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 131 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr 116z Schüler, von 12 bis 13 Uhr 15 Schüler.
Oberstufe 245 Schüler = 30,6%
Mittelstufe 241 Schüler = 30,1%
Unterstufe 314 Schüler = 39,3%
Die Schule hat 18 Klassen, davon 10 O-Klassen und 8 M-Klassen mit
durchschnittlich 44,4 Schülern. Es unterrichten 16 Lehrkräfte: 1 Rektor, 6 Lehrer, 3
Lehrerinnen und 6 Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Lehrer Dworek trat zur 16. Schule über, Lehrer Rehfeld kehrte zur 12. Schule von der
4., an die er nach seiner Reklamation der Stadt erfolgten Rückkehr aus dem
Heeresdienst versetzt worden war, zurück. Klasse 4 Ob wurde aus Schule V
überwiesen, 2 Mb aufgelöst.
Ausfall des Unterrichts
Das Winterhalbjahr begann mit dem 11. Oktober. Die Weihnachtsferien dauerten
vom [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] bis [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ].
Nachdem vom 17. Bis 27. März der Unterricht in den meisten Klassen ausgesetzt
werden mußte, da die Räume wegen Kohlenmangels nicht geheizt werden konnten,
wurde bereits am 28. März überhaupt geschlossen, und es begannen an diesem
Tage die Osterferien. Am 30. Oktober 1916 wurde das Reformationsfest, am 27.
Januar 1917 der Geburtstag seiner Majestät des Kaisers in üblicher Weise gefeiert.
Revisionen
In größerem Umfange fanden nicht statt.
Verschiedenes
Am 22. Januar 1917 hatte die Klasse 1 Oa goldfrei. Über die Goldsammlung der
Schule zum Umtausch gegen Papiergeld sei hier das Folgende nachgetragen. Bis
Ende des Schuljahres sind von den Schülern im Ganzen 22120 Mark Gold
gesammelt worden. Für 500 Mark Gold wurde ein Tag freigegeben. Sogenannte
goldfreie Tage konnten bewilligt werden
Am 26. Januar 1916 der Klasse 1 Oa
Am 28. Februar 1916 der Klasse 3 Oa
Am 6. März 1916 der Klasse 4 o
Am 15. März 1916 der Klasse 1 Oa
Am 11. März 1916 der Klasse 2 Mb
Die vorher bewilligten goldfreien Tage über 20280 Mark sind nicht vermerkt. Die am
1. September 1915 begründete Schulsparkasse beteiligte sich an den 1916
aufgelegten Kriegsanleihen folgendermaßen:
3. Kriegsanleihe - , außerdem zeichneten 15 Schüler 2400 RM
4. ? 6000 M, ? ? 13 Schüler 1700 RM
5. ? 2000 M, ? ? 5 Schüler 600 RM
6. ? 4000 M, ? ? 12 Schüler 1500 RM
Schulentlassung Ostern 1917
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
Oberklasse 32 12 20 0 0 0
I 26 4 19 0 3 0
II 13 3 7 1 2 0
III 3 0 1 1 1 0
74 19 47 2 6 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Arbeitsburschen 3
Handwerker 29
Straßenfeger 1
Technisches Gewerbe 17
Kunstgewerbe 2
Gartenbau 1
Handel 4
Schreibdienst 4
Jockey 1
Höhere Lehranstalten 1
Unbestimmt 11
74
Sommerhalbjahr 1917
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O Ob Prinz 42 41 0 1 0 0 0 0 0
O I Noetzel 34 34 0 0 0 0 0 0 0
O II Ladewig 52 51 0 1 1 0 0 0 0
O IIIa Bergemann 39 37 0 2 2 0 0 0 0
O IIIb Meyer 40 40 0 0 1 0 0 0 0
O IVa Scheffler 33 30 0 3 1 0 0 0 0
O IVb Fischer 34 31 0 3 2 0 0 0 0
O V Schultz 59 56 0 3 1 0 0 0 0
O VI Mars 39 37 0 2 0 0 0 0 0
O VII wie O IVa 39 37 0 2 0 0 0 0 0
M Ia Albrecht 37 37 0 0 0 0 0 0 0
M Ib Krause 37 37 0 0 0 0 0 0 0
M II Kaisermann 41 40 0 1 0 0 0 0 0
M III Mesterknecht 48 47 0 1 1 0 0 0 0
M IV Kaßner 42 39 0 3 1 0 0 0 0
M V Mantius 50 47 0 3 1 0 0 0 0
M VI Kranepuhl 52 52 0 0 0 0 0 0 0
M VII wie M VI 46 44 0 2 2 0 0 0 0
Gesamtzahl 764
Davon sind 737 evangelisch, 27 jüdisch und 13 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] Knaben und
zwar Dienstags und Freitags von 11 bis 12 Uhr [?] Knaben, von 12 bis 13 Uhr [ im
Original nicht lesbar, d. Bearb. ] Knaben. Es gehören zur
Oberstufe 243 Schüler = 31,8%
Mittelstufe 236 Schüler = 30,9%
Unterstufe 285 Schüler = 37,3%
Die Schule hat 18 Klassen mit durchschnittlich 42,4 Schülern. Es unterrichten 16
Lehrpersonen, einschließlich des Rektors; 7 Lehrer, 4 Lehrerinnen und 5
Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Lehrer Rehfeld wurde wieder zum Heeresdienst einberufen, Fischer im Laufe des
Halbjahres an eine andere Schule versetzt. Kaisermann und die Lehrerinnen bzw.
Vertreterinnen Mars, Kranepuhl, Scheffler, Kassner, Meyer und Mantius ? die letzten
nur für sechs Wochen ? begleiteten die aufs Land gesandten Kinder. Ihre Stellen
wurden durch Vertreter und Vertreterinnen versehen. Am 18. Juni wurde Lehrer
Borgis der Schule wieder überwiesen. Lehrer Noetzel wurde am 1. Juni zum
Heeresdienst einberufen, kehrte aber am [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] wieder
in sein Amt zurück.
Die Klassen 1 Ma und 1 Mb, 3 Oa und 3 Ob, 4 Oa und 4 Ob mußten zusammen gelegt
werden; die Oberklasse 1 O gingen zur VI, die Klasse III M zur 2. Schule über; die
zurückbleibenden 12 Klassen erhielten Zuweisungen aus anderen Schulen. Es
gingen aufs Land 262 Kinder, dazu kamen noch 82, die für den Landaufenthalt
umgeschult wurden.
Ausfall des Unterrichts
Wegen Kohlenmangels fiel der Unterricht in den meisten Klassen ganz oder teilweise
aus am 26., 27., 28. Und 30. April, der Hitze wegen am 16., 18., 19., 20. Und 21.
Juni. Schulferien: Pfingsten 25. Mai bis 1. Juni, Sommer 6. Juli bis 14. August, Herbst
29. September bis 10. Oktober.
Revision durch den Herrn Kreisschulinspektor
Klasse Name und Vorname Dienstalter Nebenbeschäftigung Schülerzahl Gefehlt Revisionstag
2 O Ladewig, Juliane 8 keine 54 4 03.09.1917
3 O Bergmann, Erna 3 ½ Jugendgericht 53 5 06.09.1917
4 O Volkert, Hedwig ½ keine 48 1 07.09.1917
5 O Schultz, Georg 26 keine 48 5 06.09.1917
6 O Prinz, Ernst 37 keine 38 3 06.09.1917
7 O Borgis, Herrmann 25 keine 34 0 07.09.1917
6 M Frommhagen, Ursula ½ keine 57 7 03.09.1917
7 M ? 47 6 ?
Schulentlassung Michaelis 1917
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 2 ¼
Oberklasse 16 13 3 0 0 0
I 31 4 25 1 1 0
II 12 1 8 0 3 0
III 3 1 0 1 1 0
62 19 36 2 5 0
Handwerker 14
Technisches Gewerbe 1
Kunstgewerbe 1
Handel 4
Schreibdienst 1
Berufsschule 1
Unbestimmt 40
62
Winterhalbjahr 1917/1918
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O Ob Prinz 32 31 0 1 0 0 32 0 0
O I Noetzel 31 31 0 0 0 0 15 0 0
O II Ladewig 48 47 0 1 0 0 7 1 0
O IIIa Bergemann 39 38 0 1 2 0 5 0 0
O IIIb Schultz 40 40 0 0 1 0 1 0 0
O IVa Scheffler 37 32 0 5 0 0 0 0 0
O IVb Frommhagen 37 34 0 3 2 0 0 0 0
O V Mars 55 52 0 3 0 0 0 0 0
O VI Krause 43 40 0 2 1 0 0 0 0
O VII wie O IVb 40 40 0 0 0 0 0 0 0
Ob M Borgis 38 38 0 0 0 0 38 0 0
M I Albrecht 38 38 0 0 1 0 19 0 0
M II Kaisermann 46 45 0 0 1 0 3 0 0
M III Mesterknecht 37 36 0 1 0 0 2 0 0
M IV Kaßner 42 42 0 0 0 0 0 0 0
M V Mantius 53 52 0 1 0 0 0 0 0
M VI Kranepuhl 50 50 0 0 0 0 0 0 0
M VII wie M VI 52 48 0 4 0 0 0 0 0
Gesamtzahl 752
Davon 730 evangelisch, 22 jüdisch und 8 ungetauft. Den Konfirmandenunterricht
besuchen 116 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von 11 bis 12 Uhr 115, von
12 bis 13 Uhr ein Knabe.
Oberstufe 227 Schüler = 30,2%
Mittelstufe 232 Schüler = 30,8%
Unterstufe 293 Schüler = 39,0%
Die Schule hat 18 Klassen mit durchschnittlich 41,8 Schülern. Es unterrichten 16
Lehrpersonen einschließlich des Rektors; 7 Lehrer, 4 Lehrerinnen und 5
Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Sind nicht eingetreten.
Ausfall des Unterrichts
Ferien: Weihnachten 22. Dezember bis 1917 bis 3. Januar 1918
Ostern 27. März bis 11. April 1918
Feiern: Reformationsfest 31. Oktober 1917
Die Ober- und ersten Klassen besuchen den Festgottesdienst in der Kirche zum
Heilsbronnen. Am 22. Oktober fiel der Unterricht wegen des günstigen Ergebnisses
der 7. Kriegsanleihe aus, am 2. November wegen des Sieges über die Italiener in der
Friaulschen Ebene. Am 26. Januar 1918 wegen der Feier des Geburtstages seiner
Majestät des Kaisers. Am 25. März 1918 wegen des Sieges bei Monchy, Cambreai,
St. Quentin und La Fire.
Der Kälte wegen mußte der Unterricht in einzelnen Klassen am 12. Dezember 1917,
in allen Klassen am 3. Januar 1918 von 9 Uhr ab ausgesetzt werden.
Theaterbesuch
Am 20. März 1918 besuchten die ersten Klassen der Oberstufe die [ im Original nicht
lesbar, d. Bearb. ]aufführung im Schillertheater.
Elternabende
Fanden statt am 13. Februar 1918 und 25. März 1918. Die Vortragsfolgen, die über
den Verlauf der Veranstaltung Auskunft geben, finden sich an anderer Stelle.
Goldsammlung
Die Goldsammlung der Schule hat im Ganzen 22.320 Mark ergeben. Die Oberklasse
hatte am 22. Oktober 1917 Schulfrei, weil sie noch im Oktober 130 Mark Gold
gebracht hatte.
Die 7. Kriegsanleihe
Einzelzeichnungen 1200 Mark, die Schulsparkasse zeichnete 4000 Mark.
Anteilscheine ergaben 50 Mark. Im Ganzen wurden 5250 Mark in der Schule
aufgebracht.
Revisionen
Herr Pfarrer Dr. Dibelius besuchte am 14. Februar 1918 den Religionsunterricht in
den Klassen O M 2o, 2 M, 3 M und 5 O.
Unterrichtsbeginn
In der Zeit vom 15. Dezember 1917 bis 16. Februar 1918 begann der Unterricht erst
um 8:30 Uhr.
Schulentlassung Ostern 1918
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Ober O 28 7 21 0 0 0
Ober M 6 6 0 0 0 0
I O 12 0 10 0 2 0
I M 8 5 0 3 0 0
II O 4 0 3 0 1 0
III O 3 0 1 0 1 1
61 18 35 3 4 1
Berufswahl
Bleiben im Elternhaus 5
Arbeiter 1
Handwerker 27
Fabrikarbeiter 1
Technisches Gewerbe 5
Landbau 2
Handel 9
Gastwirtschaft 1
Post-/Schreibdienst 7
Unbestimmt 3
61
Sommerhalbjahr 1918
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O[?] Noetzel 41 40 0 1 0 0 0 0 0
O[?] Bergemann 38 37 0 1 0 0 0 0 0
O[?] Ladewig 37 37 0 0 0 0 0 0 0
O[?] Schultz 34 31 0 3 0 0 0 0 0
O[?] Prinz 33 32 0 1 0 0 0 0 0
O[?] Scheffler 58 54 0 4 0 0 0 0 0
O[?] Krause 45 43 0 2 0 0 0 0 0
O[?] Frommhagen 37 37 0 0 0 0 0 0 0
O[?] Mars 50 49 0 1 0 0 0 0 0
Ob M Borgis 43 43 0 0 0 0 0 0 0
M I Albrecht 31 31 0 0 0 0 0 0 0
M II Kaisermann 43 43 0 0 0 0 0 0 0
M III Mesterknecht 36 36 0 0 0 0 0 0 0
M IV Kaßner 37 37 0 0 0 0 0 0 0
M V Mantius 46 45 0 1 0 0 0 0 0
M VI Kranepuhl 48 47 0 1 0 0 0 0 0
M VII wie M VI 50 45 0 5 0 0 0 0 0
Gesamtzahl 704
Davon 684 evangelisch und 20 jüdisch.
Oberstufe 233 Schüler = 33,0%
Mittelstufe 198 Schüler = 28,0%
Unterstufe 276 Schüler = 39,0%
Die Schule hat 17 Klassen mit durchschnittlich 41,4 Schülern. Es unterrichten 16
Lehrpersonen einschließlich des Rektors; 7 Lehrer, 4 Lehrerinnen und 5
Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Die Oberklasse O wurde aufgelöst, so das die Schule nur noch 17 Klassen zählt.
Ausfall des Unterrichts
Der Hitze wegen fiel der Unterricht nur eine Stunde aus am 23. August 1918.
Himmelfahrtstag am 9. Mai 1918.
Pfingstferien 17. Mai bis 24. Mai
Sommerferien 5. Juli bis 12. August
Herbstferien 28. September bis 9. Oktober
Feiern
Sieg bei Armentères (Frankreich) 15. April 1918
Sedanfeier 2. September 1918
Elternabend
Am 25. September beteiligte sich die 12. Schule an dem von der 13. Schule in der
Aula der Comenius-Schule veranstalteten Elternabend.
Landaufenthalt
Auch in diesem Sommer wurden Kinder zur Erholung aufs Land geschickt. Aus dem
Lehrerkollegium gingen die Lehrerinnen Mars und Kranepuhl sowie die Vertreterin
Frl. Kassner zur Beaufsichtigung und unterrichtlichen Versorgung dieser Kinder mit.
Am 24. September kehrten sie wieder froher zurück. Während des Landaufenthalts
wurden sie Klassen 2Oa und 2Ob, 3Oa und 3Ob zusammengelegt, die Klassen 2O,
1M, 2M und 3M durch Schüler anderer Schulen aufgefüllt.
Geldsammlungen und 8. Kriegsanleihe
Der Ludendorffspende konnten 26,70 M
Der Kolonialkriegerspende konnten 27,95 M überwiesen werden.
Schulentlassung Michaelis 1918
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Ober M 31 1 29 1 0 0
I O 13 12 0 1 0 0
I M 16 0 16 0 0 0
II M 2 1 1 0 0 0
II O 4 4 0 0 0 0
III M 1 0 1 0 0 0
III Oa 1 1 0 0 0 0
IV O 1 0 0 0 1 0
69 19 47 2 1 0
Berufswahl
1. verbleiben im Elternhause 1
2. Handwerker 17
3. Technisches Gewerbe 14
4. Gartenbau 1
5. Handel 8
6. Post- und Schreibdienst 6
7. Eintritt in Berufsschulen 2
8. Eintritt in Höhere Lehranstalten 3
9. unbestimmt 17
Gesamtsumme: 69
Winterhalbjahr 1918/1919
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Noetzel 34 34 0 0 0 0 9 0 0
O IIa Bergemann 32 31 0 1 1 1 5 0 0
O IIb Ladewig 32 32 0 0 0 0 7 0 0
O IIIa Schultz 31 30 0 1 1 0 3 2 0
O IIIb Koeben 31 31 0 0 3 0 5 0 0
O IV Scheffler 49 45 0 4 1 0 0 0 0
O V Krause 48 46 0 1 1 0 0 0 0
O VI Frommhagen 41 41 0 0 2 0 0 0 0
O VII Mars 38 38 0 0 1 0 0 0 0
Ob M Borgis 35 34 0 1 0 0 34 0 0
M I Albrecht 39 39 0 0 1 0 12 0 0
M II Kaisermann 35 35 0 0 1 0 4 0 0
M III Mesterknecht 33 33 0 0 1 0 1 0 0
M IV Rohrer 40 42 0 0 0 0 0 0 0
M V Mantius 47 47 0 0 2 0 0 0 0
M VI Kranepuhl 45 43 0 2 0 0 0 0 0
M VII wie M IV 50 50 0 0 0 0 0 0 0
Gesamtzahl 660
Davon sind 649 evangelisch und 11 jüdisch. Die Schule hat 17 ungetaufte. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 81 Knaben und zwar Dienstag und Freitag von 11
bis 12 Uhr 80 Knaben und von 12 bis 13 Uhr ein Knabe.
Oberstufe 207 Schüler = 31,37%
Mittelstufe 184 Schüler = 27,88%
Unterstufe 269 Schüler = 40,75%
Die Schule hat 17 Klassen mit durchschnittlich 39 Schülern. Es unterrichten 16
Lehrpersonen, 6 Lehrer, 4 Lehrerinnen und 6 Vertreterinnen.
II. Winterhalbjahr 1918/1919
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Noetzel 33 33 0 0 0 0 11 0 0
O IIa Bergemann 30 30 0 0 1 0 4 0 0
O IIb Ladewig 32 32 0 0 0 0 6 0 0
O IIIa Schultz 32 32 0 0 1 0 4 0 0
O IIIb 1. Polczynski 31 31 0 0 3 0 7 0 0
2. Koeben
O IV Scheffler 50 46 0 4 1 0 0 0 0
O V Krause 49 46 0 3 1 0 0 0 0
O VI Frommhagen 41 41 0 0 2 0 0 0 0
O VII Mars 40 40 0 0 2 0 0 0 0
Ob M Borgis 36 35 0 1 0 0 34 0 0
M I Zorn 39 39 0 0 1 0 14 0 0
M II Oppermann 35 35 0 0 0 0 5 0 0
M III Ehle 31 31 0 0 1 0 0 0 0
M IV Rehfeld 42 42 0 0 0 0 0 0 0
M V Albrecht 45 45 0 0 0 0 0 0 0
M VI Kranepuhl 45 42 0 3 0 0 0 0 0
M VII Mantius 47 46 0 1 2 0 0 0 0
Gesamtzahl 658
Davon 646 evangelisch, 12 jüdisch und 17 ungetauft, [ im Original nicht lesbar, d.
Bearb. ] Konfirmanden.
Oberstufe 205 Schüler = 31,1%
Mittelstufe 186 Schüler = 28,3%
Unterstufe 267 Schüler = 40,6%
Die Schule hat 17 Klassen mit durchschnittlich 38,7 Schüler. Es unterrichten 22
Lehrpersonen, 1 Rektor, 9 Lehrer, 4 Lehrerinnen und 8 Vertreterinnen.
Schulentlassung Ostern 1919
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 18 9 9 0 0 0
I 15 3 9 0 3 0
II 6 1 2 3 0 0
III 4 0 4 0 0 0
43 13 24 3 3 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Post 1
Arbeiter 1
Handwerker 25
Technisches Gewerbe 6
Kunstgewerbe 1
Handel 3
Unbestimmt 6
43
Winter 1918/1919
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Der Rektor war krankheitshalber bis zu den Weihnachtsferien beurlaubt. Er wurde
zuerst von Lehrer Noetzel und als dieser erkrankte, von Lehrer Albrecht vertreten. Mit
dem 20. Januar 1919 begann der Unterricht nach den Weihnachtsferien wieder und
mit diesem Zeitpunkte traten die Lehrer Rehfeld, Zorn, Oppermann, Deichsler,
Schindler und Ehle, die nach dem Kriegsende aus dem Heeresdienst entlassen
worden waren, wieder in ihre alten Stellen ein. Lehrer Mesterknecht trat zur 11.
Schule über.
Ausfall des Unterrichts
Die Herbstferien dauerten bis zum 8. Oktober. Die Weihnachtsferien, die am 21.
Dezember begannen, mußten teils wegen der Knappheit an Kohlen, teils wegen der
mit der Revolution im Zusammenhange stehenden Unruhen bis zum 20. Januar 1919
ausgedehnt werden. Das Winterhalbjahr wurde am 31. März geschlossen. Schulfrei
waren außerdem der Reformationsfeiertag am 18. Oktober und der Bußtag am 20.
November. Der Unterricht mußte in einzelnen Klassen auch für 8 bis 14 Tage
ausgesetzt werden, weil eine größere Zahl von Kindern an der Grippe erkrankt war.
Theaterbesuch
Die Oberklasse und 1 M besuchten am 27. März die Tellaufführung im Schillertheater
in Charlottenburg.
Elternabend
Zur Förderung der 9. Kriegsanleihe veranstaltete die Schule am Mittwoch, den 16.
Oktober, einen Elternabend, an dem, weil der Schülerchor wegen des
Semesterwechsels noch nicht ausreichend geübt war, der Geigen[ im Original nicht
lesbar, d. Bearb. ] der Volksmusikschule des Musikpädagogischen Verbandes. Frl.
Krause mit ihrem Mädchenbund ?Germania?, der Violinistin Frau Luise Brée und die
Sängerin Frl. Mergler sich beteiligten.
Revision
In der Zeit vom 5. Bis 10. Dezember 1918 revidierte der Kreisschulinspektor Herr
Schulrat Stubbe die Klassen Oberklassen 1 bis 6 und 7M, sowie die Osterklassen mit
Ausnahme von 1 O und 5 O. Das Nähere ist in der folgenden Übersicht angegeben.
Sommerhalbjahr 1919
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 38 38 0 0 2 0 15 0 0
O IIa Deichsler 32 30 0 2 1 0 8 0 0
O IIb Schindler 31 31 0 0 2 0 7 0 0
O III Schultz 47 44 0 3 1 0 4 0 0
O IV Bergemann 51 47 0 4 0 0 0 0 0
O V Ladewig 45 45 0 0 0 0 0 0 0
O VI Mars 43 42 0 1 1 0 0 0 0
O VII Scheffler 52 52 0 0 0 0 0 0 0
Ob M Borgis 36 36 0 0 0 0 32 3 0
M I Zorn 37 37 0 0 0 0 17 0 0
M II Oppermann 37 37 0 0 0 0 8 0 0
M III Ehle 36 36 0 0 2 0 1 1 0
M IV Tiedge 43 43 0 0 0 0 0 0 0
M V Albrecht 43 43 0 0 3 0 0 0 0
M VI Kranepuhl 45 42 0 3 0 0 0 0 0
M VII Mantius 45 44 0 1 3 0 0 0 0
Gesamtzahl 661
Davon sind 647 evangelisch, 0 katholisch, 14 jüdisch und 15 ungetaufte. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 96 Knaben und zwar Dienstag und Freitag von 11
bis 12 Uhr 92 Knaben, 12 bis 13 Uhr 4 Knaben.
Oberstufe 211 Schüler = 31,9%
Mittelstufe 265 Schüler = 39,9%
Unterstufe 185 Schüler = 28,2%
Die Schule hat 16 Klassen, 8 O-Klassen, 8 M-Klassen mit durchschnittlich 41,1
Schülern. Es unterrichten 19 Lehrkräfte: 1 Rektor, 10 Lehrer, 4 Lehrerinnen und 4
Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Die Klasse 3 Ob geht ein. Lehrer Noetzel muß noch immer krankheitshalber fehlen.
Die Lehrerin Mars wird zur Begleitung von Kindern, die zu ihrer Erholung nach
Norwegen gesandt werden, für die Zeit vom 1. Juni bis 4. Juli beurlaubt.
Ausfall des Unterrichts
Osterferien 9. April bis 24. April
Pfingstferien 6. Juni bis 13. Juni
Sommerferien 4. Juli bis 12. August
Schluß des Sommerhalbjahres am 27. September. Der Hitze wegen fiel der
Unterricht in der letzten Vormittagsstunde und Nachmittags aus am 17. Bis 20. Juni,
am 19., 20 und 29. August, sowie am 11. Bis 13. September. Der 1. Mai war als
Nationalfeiertag schulfrei.
Unglücksfall
Der Schüler der Oberklasse Martin Preuss ertrank am 19. Juni 1919 im Wannsee,
wohin seine Klasse an diesem Tage einen Ausflug unternommen hatte.
Landaufenthalt
60 Kinder gingen während des Sommers aufs Land. Während dieser Zeit war die
Klasse 2 Ob aufgelöst und ihr Lehrer Schindler an die 6. Schule versetzt.
Schulentlassung Michaelis 1919
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 21 2 19 0 0 0
I 17 5 11 0 1 0
II 8 3 3 2 0 0
III 2 0 2 0 0 0
48 10 35 2 1 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Post 1
Handwerker 13
Technisches Gewerbe 8
Land-/Gartenbau 2
Handel 9
Gastwirtschaft 1
Schreibdienst 2
Höhere Lehranstalt 1
Unbestimmt 11
48
Winterhalbjahr 1919/1920
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat h jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 34 34 0 0 0 0 20 2 0
O II Deichsler 45 42 0 3 1 0 5 2 0
O III Schultz 42 39 1 2 1 0 6 0 0
O IV Borgis 43 41 0 2 0 0 2 0 0
O V Ladewig 49 48 0 1 1 0 0 0 0
O VI Mars 45 44 0 1 1 0 0 0 0
O VII Scheffler 39 39 0 0 3 0 0 0 0
Ob M Zorn 34 33 0 0 0 0 32 0 0
M I Oppermann 33 33 0 0 0 0 18 0 0
M III Ehle 32 32 0 0 1 0 2 0 0
M IV Albrecht 42 42 0 0 2 0 0 0 0
M V Kranepuhl 46 45 0 1 1 0 0 0 0
M VI Kaisermann 40 40 0 0 1 0 0 0 0
M VII Buchholz 55 55 0 0 6 0 0 0 0
Gesamtzahl 578
Davon sind 554 evangelisch, 1 katholisch, 10 jüdisch und 17 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 89 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr 85 Schüler, 12 bis 13 Uhr 4 Knaben.
Oberstufe 146 = 25,3%
Mittelstufe 159 = 27,3%
Unterstufe 273 = 47,4%
Die Schule hat 14 Klassen, 7 O-Klassen und 7 M-Klassen mit durchschnittlich 41,2
Schülern. Es unterrichten 18 Lehrkräfte: 1 Rektor, 10 Lehrer, 3 wissenschaftliche
Lehrerinnen, 4 Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Lehrer Schindler, der schon während des Sommers vertretungsweise an der 6.
Schule beschäftigt war, schied am Ende des Halbjahres aus dem Schöneberger
Schuldienste, um eine Stellung auswärts zu übernehmen. Die Lehrerin Mantius
wurde an die 15. Schule versetzt. Der Rektor war während der beiden ersten
Schulwochen krankheitshalber beurlaubt. Lehrer Noetzel ist noch immer
dienstunfähig. Die Klasse 2M wurde aufgelöst. Am 10. März 1920 starb Lehrer
Helpap, der vom 1. April 1912 bis zum Beginn des Krieges an der 12. Schule gewirkt
hatte, in Folge eines durch die Anstrengungen des Feldzuges verschlimmerten
Lungenleidens.
Ausfall des Unterrichts
Die Herbstferien dauerten bis zum 10. Oktober. Die Weihnachtsferien begannen am
23. Dezember und wurden der Kohlenknappheit wegen bis zum 19. Januar
ausgedehnt. Zur Vermeidung des Gasverbrauchs im Nachmittagsunterricht war vom
20. Januar bis zum 15. Februar eine Kurzstundenverordnung eingeführt. Schluß des
Schuljahres am 31. Mai 1920.
Elternbeirat
Auf Grund einer Ministerialverordnung wurden am 22. Februar Elternbeiräte gewählt.
Die Wahl gestaltete sich folgendermaßen:
Zahl der eingetragenen Wähler 907 Abgegebene Stimmen 296
Davon entfielen auf die Partei der Unpolitisch Christlichen 190
Der Sozialisten 93
Ungültig waren 13
Hiermit waren gewählt Mitglieder der Partei I 8 und II 4.
In der ersten Sitzung die am 25. Februar stattfand, wurde der Vorstand gewählt. Er
wird von den nächsten unter 1 bis 3 genannten Personen gebildet, Nummer 4 bis 12
sind Mitglieder.
01. Max Gebhard, Kaufmann, Neue-Winterfeld-Str. 8, 1. Vorsitzender
02. Karl Eckert, Hilfsarbeiter, Münchnerstr. 18 2. Vorsitzender
03. Edmund Busch, Schneider, Nollendorfstr. 22a Schriftführer
04. Ernst Brunzel, Maler, Regensburger Str. 1 Mitglied
05. Elisabet Franek, Ehefrau, Speyererstr. 18 Mitglied
06. Wilhelm Hilbricht, Friseur, Speyerer Str. 8 Mitglied
07. Agnes Lilienthal, Ehefrau, Rosenheimer Str. 17 Mitglied
08. Wolfgang Simon, Schneider, Barbaross-Str. Mitglied
09. Maria Wessolowski, Witwe, Golzstr. 28, Mitglied
10. Hermann Büttner, Schaffner, Grunewald Str. 29 Mitglied
11. Alwin Remrau, Tischler, Hauptstr. 15 Mitglied
12. Wilhelm Gärtner, Fahrstuhlführer, Lindauer Str. 11 Mitglied
Vereidigung
Am 25. Februar wurden die Mitglieder des Lehrerkollegiums auf die
Reichsverfassung vereidigt.
Schulentlassung Ostern 1920
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 19 6 13 0 0 0
I 18 6 4 2 6 0
II 7 0 4 0 3 0
III 4 0 2 1 1 0
48 12 23 3 10 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Verbleiben im Elternhause 1
Arbeiter 1
Handwerker 18
Technisches Gewerbe 9
Land-/Gartenbau 3
Handel 8
Gastwirtschaft 1
Schreibdienst 1
Unbestimmt 6
48
Sommerhalbjahr 1920
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 35 32 0 3 2 0 12 3 0
O II Deichsler 31 30 0 1 1 0 5 0 0
O III Heiber 38 37 0 1 0 0 5 0 0
O IV Borgis 47 47 0 0 2 0 0 0 0
O V Ladewig 45 44 0 1 0 0 0 0 0
O VI Schultz 44 44 0 0 1 0 0 0 0
O VIIa Alexander 38 31 0 7 0 0 0 0 0
O VIIb Zietz 34 31 0 3 0 0 0 0 0
Ob M Zorn 38 36 0 0 0 2 34 0 0
M I Oppermann 37 37 0 0 0 0 16 0 0
M III Ehle 34 34 0 0 1 0 3 0 0
M IV Albrecht 40 40 0 0 2 0 1 0 0
M V Kranepuhl 44 43 0 1 1 0 0 0 0
M VI Kaisermann 37 34 0 2 2 0 0 0 0
M VII Buchholz 49 49 0 0 4 0 0 0 0
Gesamtzahl 591
Davon sind 572 evangelisch, 11 jüdisch und 18 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 76 Knaben und zwar sämtlich Dienstag und
Freitag von 11 bis 12 Uhr.
Oberstufe 141 Knaben = 43,4%
Mittelstufe 159 Knaben = 26,9%
Unterstufe 291 Knaben = 49,7%
Die Schule hat 15 Klassen, 7 M-Klassen und 8 O-Klassen mit durchschnittlich 39,4
Schüler. Es unterrichten 17 Lehrkräfte: 1 Rektor, 10 Lehrer, 3 Lehrerinnen und 3
Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Frl. Scheffler wurde an die 11. Schule versetzt. Herr Heiber, der aus der
französischen Gefangenschaft zurückkehrte, trat wieder ein. Lehrer Noetzel ist noch
immer krankheitshalber beurlaubt. Lehrer Helpap, der bis Kriegsbeginn der Schule
angehört hat und dann ins Feld zog, erlag am 10. März einem Lungenleiden, das er
sich im Kriege zugezogen hatte. Frl. Buchholz wurde am 1. Januar 1920 fest
angestellt; ihr Dienstalter rechnet vom 26. August 1913 ab. Frau Kranpuhl schied mit
Beginn der Sommerferien aus, weil sie wieder in den Ehestand zu treten
beabsichtigt. Ihre Stelle wurde durch Frl. Gangloff besetzt. Frl. Mars wurde an die 8.
Schule versetzt. Eine 7 Ob Klasse wurde neu errichtet, 2 O während des
Landaufenthaltes aufgelöst, Frl. Buchholz während dieser Zeit beurlaubt. Die
Vertreterinnen Frl. Alexander und Frl. Zietz wurden der Schule überwiesen.
Ausfall des Unterrichts
Am 1. Mai waren so wenig Schüler erschienen, daß das Kollegium beschloss, um 8
Uhr den Unterricht auszusetzen. Am 8. Juni fand die Kreislehrerkonferenz statt.
Verhandlungsgegenstände waren
1. Die Umgestaltung des Geschichtsunterrichts.
2. Der neuzeitliche Anfangsunterricht.
Pfingstferien vom 21. Bis 28. Mai
Sommerferien vom 2. Juli bis 10. August
Der Hitze wegen wurde um 11 bzw. 12 Uhr geschlossen am 30. Juni, 18. Und 19.
August.
Schulentlassung Michaelis 1920
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 22 7 15 0 0 0
I 19 2 13 0 4 0
II 1 1 0 0 0 0
III 3 2 1 0 0 0
45 12 29 0 4 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Arbeiter 2
Handwerker/Bauhandwerker 18
Techniker 5
Kunstgewerbe 1
Land-/Gartenbau/Forstbetrieb 3
Handel 5
Schreibdienst 3
Unbestimmt 8
45
Winterhalbjahr 1920/1921
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 32 30 0 2 2 0 15 0 0
O II Deichsler 33 32 0 1 1 0 7 0 0
O III Heiber 38 37 0 1 0 0 3 0 0
O IV Borgis 37 37 0 0 1 0 0 0 0
O V Ladewig 46 45 0 1 0 0 0 0 0
O VI Schultz 49 49 0 0 1 0 0 0 0
O VIIa Alexander 31 25 0 6 0 0 0 0 0
O VIIb Krause 33 30 0 3 7 0 0 0 0
Ob M Zorn 31 31 0 0 1 0 28 0 0
M II Oppermann 32 32 0 0 1 0 4 0 0
M III Ehle 38 38 0 0 1 0 3 0 0
M IV Albrecht 40 40 0 0 1 0 0 0 0
M V Kaisermann 43 41 0 2 3 0 0 0 0
M VI Gangloff 50 49 0 1 1 0 0 0 0
M VIIa Buchholz 36 31 0 5 2 0 0 0 0
M VIIb Butzin 37 35 0 2 0 0 0 0 0
Gesamtzahl 606
Davon sind 582 evangelisch, 24 jüdisch und 22 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 66 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
11 bis 12 Uhr.
Oberstufe 128 Schüler = 21,1%
Mittelstufe 242 Schüler = 39,9%
Unterstufe 230 Schüler = 39,0%
Die Schule hat 16 Klassen, 8 O-Klassen und 8 M-Klassen, mit durchschnittlich 38
Schülern. Es unterrichten an der Schule 18 Lehrkräfte: 1 Rektor, 10 Lehrer, 6
wissenschaftliche Lehrerinnen und 1 technische Lehrerin.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Eine Klasse 7 Mb wurde eingerichtet, aus 3 M entstand 2 M, 1 M löste sich durch die
Versetzung nach der Oberklasse auf. Frau Kranepuhl schied in Folge ihrer
Wiederverheiratung aus. An ihre Stelle trat zunächst Frl. Gangloff und am 2.
November 1920 Herr Erich Klinge. Am 10. November starb nach langem und
schweren Leiden Herr Rudolf Noetzel. Das Kollegium wird dem treuen und
pflichtbewußten Mitarbeiter ein ehrendes Andenken bewahren. Frl. Frieda Krause trat
an die Stelle von Frl. Zietz.
Ausfall des Unterrichts
Der Unterricht fiel aus am Tage der Reformationsfeier, dem 31. Oktober 1920, ferner
am Tage Wahl zum Kreislehrerrat, dem 16. März 1921. Das Weihnachtshalbjahr
begann am 10. Oktober 1921, die Weihnachtsferien dauerten vom 22. Dezember
1920 bis 4. Januar 1921. Schluß des Winterhalbjahres am 23. März 1921.
Elternabend
Am 7. März 1921 wurde ein Elternabend abgehalten der vornehmlich den vor ihrer
Entlassung stehenden Schülern gewidmet war. Er hatte sich einer außerordentlich
regen Teilnahme zu erfreuen. Die Vortragsfolge ist an anderer Stelle niedergelegt.
Revision
Am 31. Januar und 2. Februar 1921 wurden die M-Klassen der Schule einer Revision
durch den Herrn Kreisschulrat Stubbe unterzogen.
Schulentlassung Ostern 1921
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 16 3 13 0 0 0
I 11 0 10 1 0 0
II 7 5 1 0 1 0
III 5 1 1 1 2 0
39 9 25 2 3 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Arbeiter 1
Handwerker 18
Technisches Gewerbe 1
Land-/Gartenbau 3
Handel 11
Gastwirtschaft 1
Post 1
Unbestimmt 3
39
Sommerhalbjahr 1921
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 29 28 0 1 1 0 0 13 0
O II Deichsler 35 34 0 1 0 0 0 8 0
O III Heiber 41 41 0 0 1 0 0 3 0
O IV Borgis 41 41 0 0 0 0 0 0 0
O V Ladewig 50 49 0 1 1 0 0 0 0
O VIa Schultz 40 32 0 8 1 0 0 0 0
O VIb Waldmann 41 37 0 4 3 0 0 0 0
O VIIa Alexander 43 41 0 2 0 0 0 0 0
O VIIb Krause 44 36 0 8 3 0 0 0 0
Ob M Zorn 35 32 0 2 1 0 0 31 0
M II Oppermann 28 28 0 0 1 0 0 5 0
M III Ehle 38 38 0 0 2 0 0 4 0
M IV Albrecht 34 34 0 0 1 0 0 0 0
M V Kaisermann 42 40 0 2 2 0 0 0 0
M VI Klinge 45 44 0 1 4 0 0 0 0
M VIIa Buchholz 35 29 0 6 3 0 0 0 0
M VIIb Butzin 33 31 0 2 0 0 0 0 0
Gesamtzahl 654
Davon sind 616 evangelisch, 0 katholisch, 38 jüdisch und 24 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 64 Knaben und zwar Dienstag und Freitag von 12
bis 13 Uhr.
Oberstufe 206 Knaben = 31,5%
Mittelstufe 167 Knaben = 25,5%
Unterstufe 281 Knaben = 43,0%
Die Schule hat 17 Klassen, davon 9 O-Klassen und 8 M-Klassen mit durchschnittlich
38,5 Schülern. Es unterrichten an der Schule 19 Lehrkräfte: 1 Rektor, 11 Lehrer, 1
Vertreter, 2 Lehrerinnen, 4 Vertreterinnen darunter eine technische.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkörper
Neu entstand durch Fortführung der Klasse 6 Ob die von dem vertretungsweise
beschäftigten Junglehrer Waldmann besetzt wurde. Lehrer Klinge schied aus und
wurde durch den Junglehrer Joseph ersetzt. Die Lehrerin Buchholz ging während der
Sommermonate wieder aufs Land. Sie wurde zuerst von Lehrer Menze, darauf von
Frl. Piesonka vertreten.
Ausfall des Unterrichts
Der Unterricht fiel aus am 18. April von 10 Uhr ab für die Klassen der Oberstufe zur
Teilnahme an der kirchlichen Lutherfeier. Am 30. Mai für alle Klassen wegen der
Wahl zur Lehrerkammer. Von 11 bis 1 Uhr der Hitze wegen wurde der Unterricht
ausgesetzt von 12 bzw. 11 Uhr ab an folgenden Tagen: 26. Mai, 31. Mai, 3. Bis 4.
Juni, 22. Bis 25. August, 29. August. Pfingstferien vom 13. Bis 20. Mai,
Sommerferien vom 8. Juli bis 16. August, Herbstferien vom 30. September bis 11.
Oktober.
Schulentlassung Michaelis 1921
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 21 7 14 0 0 0
I 5 4 0 1 0 0
II 4 1 3 0 0 0
III 1 1 0 0 0 0
31 13 17 1 0 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Arbeiter 1
Handwerker/Bauhandwerker 14
Technisches Gewerbe 5
Kunstgewerbe 1
Land-/Gartenbau 2
Handel 5
Unbestimmt 3
31
Winterhalbjahr 1921/1922
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 26 25 0 1 1 0 12 0 0
O II Deichsler 33 32 0 1 0 0 11 0 0
O III Heiber 43 42 0 1 1 0 3 1 0
O IV Borgis 43 42 0 1 0 0 0 0 0
O V Ladewig 47 46 0 1 3 0 0 0 0
O VIa Schultz 38 29 0 9 1 0 0 0 0
O VIb Buchholz 36 32 0 4 2 0 0 0 0
O VIIa Alexander 45 40 0 5 0 0 0 0 0
O VIIb Krause 43 35 0 8 3 0 0 0 0
Ob M Zorn 36 36 0 0 1 0 20 10 0
M Ia Oppermann 26 26 0 0 1 0 8 0 0
M Ib Schulze 28 26 0 2 0 0 8 2 0
M II Ehle 32 32 0 0 1 0 4 0 0
M III Albrecht 34 33 0 1 1 0 2 0 0
M IV Waldmann 34 34 0 0 2 0 0 0 0
M V Joseph 46 44 1 1 3 0 0 0 0
M VIa Kaisermann 32 25 0 7 2 0 0 0 0
M VIb Butzen 37 35 0 2 0 0 0 0 0
M VIIa Barow 46 40 0 6 4 0 0 0 0
Gesamtzahl 705
Davon sind 654 evangelisch, 1 griechisch-katholisch, 50 jüdisch und 26 ungetauft.
Den Konfirmandenunterricht besuchen 81 Knaben und zwar Dienstags und Freitags
von 12 bis 13 Uhr, 68 von 13 bis 14 Uhr und 13.
Oberstufe 181 Knaben = 25,7%
Mittelstufe 247 Knaben = 35,0%
Unterstufe 277 Knaben = 39,3%
Die Schule hat 19 Klassen, 10 M-Klassen und 9 O-Klassen mit durchschnittlich 37,1
Schülern. Es unterrichten an der Schule 20 Lahrkräfte: 1 Rektor, 11 Lahrer, 3
Lehrerinnen, 2 Vertreter und 3 Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrerkollegium
Durch Fortführung von 7 Mb entstand neu die Klasse 6 Mb. Überwiesen aus Schule 2
wurde die Klasse 1 Mb mit Lehrer Müller, der mit Lehrer Schulze aus Dennewitz
tauschte. Ersterer schied mit dem 1. November aus; sein Nachfolger aber konnte
krankheitshalber erst am 15. November eintreten. Aus Schule 2 trat Frl. Betty Barow
für Klasse 7 M nach Schule 12 Über.
Ausfall des Unterrichts
Der Unterricht fiel am 30. Oktober wegen des Reformationsfestes sowie am 16.
November wegen des Bußtages aus. Beginn des Winterhalbjahres am 11. Oktober
1921. Schluß am 31. März 1922. Weihnachtsferien 22. Dezember bis 3. Januar
1922.
Wilhelm Schulz geboren am 28. September 1889 zu Lehnin/Mark besuchte vom 6.
Bis 14. Lebensjahre die 6-klassige Volksschule zu Lehnin, von 1904 bis 1907 die
Präparandenanstalt zu Joachimsthal, von 1907 bis 1910 das Seminar zu Prenzlau,
bestand die 1. Lehrerprüfung im Februar 1910, die 2. Im November 1912 zu
Oranienburg, war angestellt vom 1. April 1910 bis 30. September 1912 an der 3-
klassigen Volksschule zu Neubrück an der Spree, diente vom 1. Oktober 1912 bis
30. September 1913 als freiwilliger im Infanterieregiment Nr. 20, war vom 1. Oktober
1913 bis 31. Oktober 1921 Lehrer in Dennewitz bei Jüterbog, vom 15. März 1915 bis
30. November 1918 im Feld.
Betty Barow geboren am 3. August 1888 zu Berlin, besuchte die Töchterschule von
Marie Genster in Schöneberg und das Hesslingsche Seminar in Berlin, legte die
wissenschaftliche Prüfung für Volksschulen 1909 ab, die Prüfung für Turnlehrerinnen
1910, trat in den Volksschuldienst ein im Juni 1909 zu Mariendorf, bekleidete dann
Stellungen in Lankwitz und Oberschöneweide und seit April 1913 ist sie in
Schöneberg tätig.
Schulentlassung Ostern 1922
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 26 2 24 0 0 0
I 15 7 8 0 0 0
II 5 1 4 0 0 0
III 1 0 0 0 1 0
47 10 36 0 1 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Handwerker 12
Technisches Gewerbe 10
Kunstgewerbe 3
Gartenbau 1
Handel 16
Gastwirtschaft 1
Unbestimmt 4
47
Sommerhalbjahr 1922
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Rehfeld 28 27 1 1 0 0 10 1 0
O II Deichsler 39 39 0 0 1 0 3 1 0
O III Heiber 39 37 0 2 0 0 1 0 0
O IV Borgis 41 40 0 1 0 0 0 0 0
O Va Schultz 37 28 0 9 1 0 0 0 0
O Vb Buchholz 35 31 0 4 2 0 0 0 0
O VIa Ladewig 39 38 0 1 0 0 0 0 0
O VIb Krause 42 35 0 7 4 0 0 0 0
O VII Lewin 42 36 0 6 1 1 0 0 0
Ob M Zorn 36 34 0 2 0 0 28 3 0
M I Oppermann 36 35 0 1 0 0 9 5 0
M II Ehle 31 31 0 0 1 0 2 0 0
M III Albrecht 43 42 0 1 1 0 0 0 0
M IV Schmidt 31 31 0 0 2 0 0 0 0
M V Liesack 46 45 0 1 4 0 0 0 0
M VIa Kaisermann 39 32 0 7 2 0 0 0 0
M VIb Schulze 39 37 1 2 0 0 0 0 0
M VII Barow 40 35 0 5 5 0 0 0 0
Gesamtzahl 683
Davon sind 631 evangelisch, 2 katholisch, 50 jüdisch und 24 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 68 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
12 bis 13 Uhr 58 und von 13 bis 14 Uhr 10 Knaben.
Oberstufe 220 Knaben = 29,3%
Mittelstufe 272 Knaben = 39,8%
Unterstufe 191 Knaben = 30,9%
Die Schule hat 18 Klassen 9 O-Klassen und 9 M-Klassen mit durchschittlich 38
Schülern. Es unterrichten an der Schule 19 Lehrkräfte: 1 Rektor, 13 Lehrer, 3
Lehrerinnen und 2 Vertreterinnen.
Veränderungen im Klassenbestande Lehrkörper
Die Klassen 1 Mb und 7 Ob gehen ein durch Fortführung zur Oberklasse bzw. nach 6
Ob. Frl. Butzin geht ab, weil sie sich zu verheiraten gedenkt. Die Vertreterin Frl.
Alexander wird nach Neukölln, Herr Joseph an eine andere Schule versetzt, Herr
Waldmann angestellt. An ihre Stelle treten die Herrn Liesack und Schmidt sowie die
Vertreterin Frl. Lenin.
Ausfall des Unterrichts
Osterferien vom 7. bis 20. April
Himmelfahrtsfest am 25. Mai
Pfingstferien vom 2. bis 6. Juni
Sommerferien vom 6. Juli bis 14. August
Herbstferien vom 29. September bis 9. Oktober
Hitzefrei: 23. Mai von 12 Uhr ab, am 24. und 26. Mai, 10. Juni von 11 Uhr ab, am 16.
Juni von 12 Uhr und am 4. und 5. Juli von 11 Uhr ab. Am 17. Juni Trauerfeier aus
Anlaß der Abtretung Oberschlesischen Gebiets. Am 29. Juni Trauerfeier aus Anlaß
der Ermordung des Ministers Rathenau.
Elternabend
Der Elternabend am 21. September erfreute sich eines überaus zahlreichen Besuchs
und lebhaften Anerkennung. Die Vortragsfolge ist an anderer Stelle niedergelegt.
Karl Liesack
Geboren am 27. September 1865 in Grunau im Kreis Flatow in Ostpreußen besucht
das Lehrerseminar in Bromberg von 1883 bis 1886, besteht die erste Lehrerprüfung
am 24. Februar 1886, die zweite am 9. Mai 1889, ist Lehrer an der evangelischen
Volksschule zu Czarnikau vom 1. April 1886 bis 1. Januar 1888 an der höheren
Knabenschule ebenda. An den Volksschulen zu Bromberg vom 1. April 1899 bis 1.
Juli 1920, an den Volksschulen Schönebergs seit 1. Dezember 1920, an Schule 12
seit Ostern 1922.
August Schmidt
Geboren am 1. Juni 1875 in Arendsee in der Altmark, besucht das Seminar zu
Osterburg von 1892 bis 1895, besteht die 1. Lehrerprüfung im September 1895, die
2. im November 1897, ist Lehrer in Wust Bezirk Magdeburg, vom 1. Oktober 1895 bis
1. August 1897, in Tangermünde vom 1. Mai 1897 bis 1. Oktober 1903, in
Schöneberg seit 1. Oktober 1903, Vorschullehrer an der Hohenoberrealschule vom
1. Oktober 1911 bis 1. April 1922, an Schule 12 seit 1. April 1922.
Schulentlassung Michaelis 1922
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 15 5 10 0 0 0
I 12 3 7 1 1 0
II 6 4 1 0 1 0
III 2 0 2 0 0 0
35 12 20 1 2 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Handwerker 17
Technisches Gewerbe 3
Gartenbau 1
Handel 8
Gastwirtschaft 1
Schreibdienst 1
unbestimmt 4
35
Winterhalbjahr 1922/1923
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O II Deichsler 37 37 0 0 1 4 5 0 0
O III Heiber 36 35 0 1 0 3 2 0 0
O IV Borgis 41 37 0 4 0 1 0 0 2
O V Schultz 40 34 0 6 0 0 0 0 0
O VIa Ladewig 41 39 0 2 0 0 0 0 0
O VIb Krause 41 33 0 8 3 0 0 0 0
O VII Barow 41 32 4 5 1 0 0 0 3
FördK Schmidt 44 39 0 6 3 1 0 0 1
Ob M Zorn 40 39 0 1 0 3 30 5 0
M I Oppermann 42 41 0 0 1 3 7 4 0
M II Ehle 36 36 0 0 1 1 6 1 0
M III Rehfeld 35 35 0 0 2 1 2 2 0
M IV Albrecht 41 40 0 1 3 1 0 0 0
M Va Liesack 39 32 0 7 3 0 0 0 0
M Vb Schulze 40 38 1 1 0 0 0 0 1
M VI Kaisermann 42 37 0 5 4 0 0 0 0
M VII Buchholz 43 39 0 4 3 0 0 0 0
Gesamtzahl 679
davon sind 623 evangelisch, 5 katholisch, 51 jüdisch und 25 ungetauft. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 64 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von
12 bis 13 Uhr 52 Knaben und von 13 bis 14 Uhr 12 Knaben.
Oberstufe 226 Knaben = 33,2%
Mittelstufe 201 Knaben = 29,6%
Unterstufe 252 Knaben = 37,2%
Die Schule hat 17 Klassen und zwar 9 M-Klassen, 7 O-Klassen und eine
Förderklasse mit durchschnittlich 39,9 Schülern. Es unterrichten an der Schule 18
Lehrkräfte: 1 Rektor, 13 Lehrer, 3 Lehrerinnen und eine Vertreterin.
Revision der Schule vom 13. bis 30. November 1922
Klasse Schüler Fehlende Wochenst. Revisionstag Name Nebenbeschäftigung
Oberkl. 38 1 32 13.11.1922 Zorn Lehrmittelverwaltung
O II 37 0 32 14./27.11.22 Deichsler keine
O III 37 2 30 30.11.1922 Heiber ?
O IV 43 0 28 27.11.1922 Borgis ?
F V 45 3 28 30.11.1922 Schmidt ?
O V 39 3 26 28.11.1922 Schultz ?
O VIa 41 2 22 28.11.1922 Ladewig ?
O VIb 40 4 22 28.11.1922 Krause ?
O VII 41 3 18 28.11.1922 Barow ?
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrkörper
Die Klasse 1 O wird aufgelöst, 6 Mb nach 5 Mb fortgeführt, eine 5 O Klasse zur
Förderklasse umgestaltet.
Ausfall des Unterrichts
Reformationsfest am 31. Oktober 1922
Bußtag am 22. November 1922
Weihnachtsferien vom 21. Dezember bis 9. Januar 1923
An ersten Schultage nach den Weihnachtsferien mußte der Unterricht ausfallen, weil
die Heizung nicht in Ordnung war. Schluß des Schulhalbjahres am 28. März 1923.
Die Förderklasse
Wurde eingerichtet, um den höheren Schulen schon nach 3-jährigem Besuche der
Grundschule genügend vorbereitete Schüler für die Sexta zum Osteraufnahmetermin
zur Verfügung stellen zu können, nach dem die Vorschulen, in denen bisher diese
Vorbereitung erfolgte, aufgehoben worden sind.
Die besonderen Lehraufgaben dieser Klasse bestanden vornehmlich darin, die
Kinder im schriftlichen Rechnen und in der deutschen Grammatik mehr zu fördern als
es in den anderen Klassen des selben Schuljahres geschieht.
Die Leitung der Förderklasse wurde Herrn Schmidt übertragen, weil er 10½ Jahre als
Vorschullehrer an der Hohenzollern-Oberrealschule gewirkt hat.
Die Klasse zählte 45 Schüler. Zwei davon konnten das Reifezeugnis für die Sexta
nicht erhalten. Einem von diesen gelang es indes, durch besondere Prüfung die
Aufnahme in die Hohenzollern-Oberrealschule zu erlangen. Zwei andere Schüler
wurden von der höheren Schule zwar aufgenommen, jedoch nach einiger Zeit in die
Volksschule zurückgeschickt.
Schulentlassung Ostern 1923
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 22 3 19 0 0 0
I M 3 3 0 0 0 0
II 3 1 1 1 0 0
III 1 1 0 0 0 0
29 8 20 1 0 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Handwerker 13
Technisches Gewerbe 2
Land-/Gartenbau 2
Handel 10
unbestimmt 2
29
Sommerhalbjahr 1923
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O[?] Zorn 29 29 0 0 0 0 22 1 0
O I Schmidt 33 33 0 0 1 0 10 0 0
O II Deichsler 36 35 0 1 1 0 6 0 0
O III Heiber 36 35 0 1 1 0 4 0 0
O IV Borgis 47 39 0 8 1 0 0 0 1
O Va Ladewig 43 41 0 2 0 0 0 0 0
O Vb Schultz 39 33 0 6 0 0 0 0 1
O VI Barow 46 40 0 6 1 0 0 0 2
O VII Krause 44 34 0 10 3 0 0 0 0
M I Oppermann 39 39 0 0 1 0 14 2 0
M II Ehle 35 35 0 0 2 0 9 0 0
M III Rehfeld 33 33 0 0 2 0 5 0 0
M IV Albrecht 34 33 0 1 3 0 2 0 0
M Va Liesack 32 26 0 6 0 0 0 0 0
M Vb Schulze 37 34 2 1 0 0 0 0 0
M VI Kaisermann 43 38 0 5 4 0 0 0 0
M VII Buchholz 42 37 0 5 4 0 0 0 0
Gesamtzahl 648
davon sind 594 evangelisch, 2 katholisch, 52 jüdisch und 24 ungetauft. Am
Religionsunterricht nehmen nicht teil 16. Den Konfirmandenunterricht besuchen 75
Knaben und zwar Dienstags und Freitags von 12 bis 13 Uhr 72 Knaben und von 13
bis 14 Uhr 23 Knaben.
Oberstufe 241 Knaben = 37,2%
Mittelstufe 232 Knaben = 36,9%
Unterstufe 175 Knaben = 25,9%
Die Schule hat 17 Klassen, 8 O-Klassen und 9 M-Klassen, mit einer
durchschnittlichen Schülerzahl von 38,1. Es unterrichten an der Schule 18 Lahrkräfte:
1 Rektor, 13 Kahrer, 3 Lehrerinnen und eine Vertreterin.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrkörper
Die Förderklasse wurde durch Überweisung ihrer Schüler an höhere Schulen
aufgelöst. Neu entstand durch Fortführung die Klasse 1 O. Frl. Barow wurde nach
Südstrand Föhr beurlaubt bis Ende des Semesters, ebenso war der Rektor vom 1.
Juli bis 30. September beurlaubt. Seine Vertretung übernahm Herr Rehfeld.
Ausfall des Unterrichts
Das Schuljahr beginnt mit dem 10. April.
Osterferien vom 28. März bis 10. April
Himmelfahrt am 10. Mai
Pfingstferien vom 18. bis 30. Mai
Sommerferien vom 30. Juni bis 10. August
Feier des Verfassungstages am 11. August
Herbstferien vom 29. September bis 9. Oktober
Während der Aufhebung der vierteljährlichen Gehaltszahlungen und der in Folge der
fortschreitenden Entwertung der Papiermark immer häufigeren Nachzahlungen sind
fortlaufend zeitraubende Berechnungen und Listenaufstellungen notwendig
geworden. Hierzu sowie zu den damit verbundenen Gängen nach dem Rathause für
die Zwecke der Listenprüfung und Steuerabzüge, und für die Geschäfte und
Empfangnahme und Verteilung der Gelder mußten des Öfteren zusammengelegt
werden oder Unterrichtsstunden in den betroffenen Klassen ausfallen. Der dadurch
entstandenen Schädigungen des Unterrichtsbetriebes waren leider nicht zu
vermeiden.
Schulentlassung Michaelis 1923
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 16 2 14 0 0 0
I 16 3 11 0 2 0
II 10 2 6 1 1 0
III 4 0 4 0 0 0
46 7 35 1 3 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Handwerker 26
Technisches Gewerbe 8
Handel 10
Gastwirtschaft 1
Dompteur 1
46
Schulsparkasse
Der Geldentwertung wegen mußte die Schulsparkasse ihren Betrieb einstellen.
Winterhalbjahr 1923/1924
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
OBKl Zorn 29 28 0 0 0 1 20 5 0
O I Steffen 29 26 0 0 0 3 15 0 0
O II Deichsler 32 30 0 2 0 0 5 0 0
O III Heiber 35 34 0 1 0 0 4 0 0
O IVa Borgis 38 35 0 3 0 0 0 0 0
O IVb Schmidt 42 24 1 0 16 1 0 0 0
O Va Ladewig 41 38 0 0 3 0 0 0 0
O Vb Schultz 41 34 0 0 7 0 0 0 0
O VI Lewin 41 32 0 0 8 0 0 0 0
O VII Reimann 45 31 2 0 11 1 0 0 0
M I Oppermann 28 28 0 0 0 0 7 1 0
M II Rehfeld 32 31 0 0 0 0 2 0 0
M III Ehle 32 31 0 0 1 0 2 0 0
M IV Albrecht 39 39 0 0 0 0 0 0 0
M V Kaisermann 42 36 0 0 6 0 0 0 0
M VI Liesak 43 37 0 0 6 0 0 0 0
Gesamtschülerzahl 589
davon sind 515 evangelisch, 3 katholisch, 64 mosaisch und 15 ungetauft. Am
Religionsunterricht nahmen nicht teil: 21 Schüler. Den Konfirmandenunterricht
besuchen 61 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von 12 bis 13 Uhr 55 Knaben
und von 13 bis 14 Uhr 6 Knaben.
Oberstufe 148 Knaben = 25,1%
Mittelstufe 186 Knaben = 31,6%
Unterstufe 255 Knaben = 43,3%
Die Schule hat 16 Klassen, 10 O-Klassen und 6 M-Klassen mit durchschnittlich 36,8
Schülern. Es unterrichten an der Schule 18 Lehrkräfte: 1 Rektor, 1 Konrektor, 14
Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Veränderungen im Klassenbestande und Lehrkörper
Die Klasse 7 M ging ein durch Fortführung. Eine Neuaufnahme von Schülern findet
im Herbst fortan nicht mehr statt, die Michaelisklassen werden sich somit allmählich
auflösen. Die Lehrerin Frl. Buchholz und die Vertreterin Frl. Krause wurden nach den
Schulen 4 und 10 versetzt. An ihre Stelle traten die Herrn Steffen und Reimann. Der
erste übernahm die neu eingerichtete Konrektorstelle.
Johannes Steffen
Geboren am 30. April 1863 zu Schruptow, Kreis Greifenberg in Pommern, besucht
die Schule seines Heimatortes, die Präparandenanstalt und das Seminar zu
Cammin, besteht die 1. Lehrerprüfung in Cammin 1883, die 2. in Kyritz 1886, wirkt in
Nipperwiese bei Schwedt 1883 bis 1885, an der Mittelschule Kyritz 1885 bis 1888, in
Schöneberg seit 1888.
Paul Reimann
Geboren am 24. April 1886 in Neustettin in Pommern, besucht die Volksschule zu
Schneidemühl, die Mittelschule in Graudenz, die Präparandenanstalt in Czarnikan,
das Seminar in Wongrowitz bei Posen, wirkt in Drogoslaw bei Posen, vom 1. April
1906 bis 31. Dezember 1906. Dann in Joachimsdorf bei Posen vom 1. Januar 1907
bis 30. September 1908. In Krutsch bei Posen vom 1. Oktober 1909 bis 30. April
1919. In Zietlow in Pommern vom 1. Mai 1919 bis 30. Oktober 1919. In Schöneberg
seit 1. November 1919.
Ausfall des Unterrichts
Das Winterhalbjahr begann am 10. Oktober. Das Reformationsfest wurde durch den
Besuch des Festgottesdienstes in der Kirche zum Heilsbronnen gefeiert. Nach den
Weihnachtsferien mußte der Unterricht am ersten Schultage ausfallen, weil die
Räume zu kalt waren.
Der Unterricht fiel aus auch am Bußtage, den 21. November. Die Weihnachtsferien
dauerten vom 22. Dezember 1923 bis 8. Januar 1924.
Revision der Schule vom 18. bis 23. Februar 1924
Klasse Schüler Fehlende Wochenst. Revisionstag Name Nebenbeschäftigung
Oberk. 29 0 32 18.02.1924 Zorn Lehrmittelverwaltung
1 O 29 2 32 18.02.1924 Steffen keine
1 M 27 0 32 20.02.1924 Oppermann keine
2 M 30 1 32 21.02.1924 Rehfeld Schülerbücherei
3 M 30 1 30 21.02.1924 Ehle keine
4 M 39 4 28 23.02.1924 Albrecht ?
5 M 40 4 26 23.02.1924 Kaisermann ?
6 M 42 7 22 23.02.1924 Liesak ?
Schulentlassung Ostern 1924
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 14 6 8 0 0 0
I 11 2 9 0 0 0
II 5 1 4 0 0 0
III u. IV 5+1 1 3 0 2 0
36 10 24 0 2 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Handwerker 24
Technisches Gewerbe 6
Handel 4
Gastwirtschaft 0
Land-/Gartenbau 0
Matrose 1
unbestimmt 1
36
Sommerhalbjahr 1924
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O I Steffen 29 28 0 1 0 0 3 5 0
O II Deichsler 33 31 0 2 0 0 8 0 0
O III Heiber 37 36 0 1 1 0 0 0 0
O IVa Ladewig 33 32 0 1 0 0 0 0 0
O IVb Schultz 32 27 0 5 2 0 0 0 0
O V Barow 41 30 3 8 1 0 0 0 0
O VI Reimann 46 36 1 9 1 0 0 0 0
O VIIa Borgis 41 37 0 4 1 0 0 0 0
O VIIb Schmidt 42 35 0 7 1 0 0 0 0
M Ob Zorn 32 32 0 0 1 0 23 5 0
M I Oppermann 26 26 0 0 0 0 11 1 0
M II Rehfeld 30 30 0 0 2 0 3 0 0
M III Ehle 28 28 0 0 2 0 0 0 0
M IV Dames 37 34 1 2 1 0 0 0 0
M V Schulze 40 34 0 6 2 0 0 0 0
M VI Liesak 42 35 0 7 2 0 0 0 0
Gesamtschülerzahl 569
davon sind 493 evangelisch, 5 katholisch, 53 jüdisch und 18 ungetauft. Am
Religionsunterricht nehmen nicht teil: 12 Schüler. Den Konfirmandenunterricht
besuchen 60 Knaben und zwar am Dienstag und Freitag von 12 bis 13 Uhr 49
Knaben und von 13 bis 14 Uhr 11 Knaben.
Oberstufe 215 Knaben = 37,9%
Mittelstufe 183 Knaben = 31,9%
Unterststufe 171 Knaben = 30,2%
Die Schule hat 16 Klassen mit durchschnittlich 35,6 Schülern. Neun O-Klassen und 7
M-Klassen. Es unterrichten an der Schule 17 Lahrkräfte: 1 Konrektor, 12 Lehrer, 2
Lehrerinnen, 1 Vertreter und eine Vertreterin.
Am 1. April 1924 trat Herr Rektor Prinz in den Ruhestand und die Leitung der Schule
übernahm Konrektor Steffen. Die Lehrer Albrecht und Kaisermann wurden auf
Wartegeld gesetzt. In folgedessen wurde Vertretung notwendig, die von dem
Junglehrer Dames und Frl. Gibs übernommen wurde.
Ausfall des Unterrichts und Ferien
Osterferien vom 11. April 1924 bis 30. April 1924
Pfingstferien vom 6. Juni 1924 bis 17. Juni 1924
Sommerferien vom 4. Juli 1924 bis 12. August 1924
Herbstferien vom 30. September 1924 bis 10. Oktober 1924
Weihnachtsferien vom 20. Dezember 1924 bis 6. Januar 1925
Elternbeiratswahl am 22. Juni 1924
Gewählt wurden 12 Mitglieder, 10 christlich-unpolitisch, 2 für Schulaufbau.
Am 12. August Feier des Verfassungstages der Deutschen Republik.
Ausfall des Unterrichts wegen Hitze
Am 16. Mai ab 12 Uhr, 20. Juni ab 11 Uhr, 21. Juni ab 11 Uhr, 27. Juni ab 12 Uhr,
30. Juni ab 12 Uhr, 2. Juli ab 13 Uhr, 3. Juli ab 13 Uhr, 14. August ab 12 Uhr.
Schulentlassung Michaelis 1924
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
Oberklasse 18 4 14 0 0 0
I 8 1 4 2 1 0
II 2 1 0 1 0 0
III 1 0 1 0 0 0
29 6 19 3 1 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Handwerker 16
Technisches Gewerbe 4
Gartenbau 3
Handel 5
Schreibdienst 1
29
Winterhalbjahr 1924/1925
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 11/12 12/1 snt.nat.
O II Steffen 23 23 0 0 0 0 6 1 0
O III Deichsler 32 29 0 3 0 0 0 9 0
O IV Heiber 35 33 0 1 1 0 0 2 0
O Va Ladewig 35 34 0 1 0 0 0 0 0
O Vb Raudonat 37 30 0 5 2 0 0 0 0
O VI Barow 43 34 0 8 1 0 0 0 0
O VII Reimann 42 30 1 10 1 0 0 0 1
O VIIIa Borgis 42 35 0 6 1 0 0 0 1
O VIIIb Schmidt 42 33 0 8 1 0 0 0 3
M I Zorn 32 31 0 0 1 0 22 8 0
M II Rehfeld 29 27 0 0 2 0 4 1 0
M III Ehle 28 25 0 2 1 0 0 3 1
M IV Oppermann 29 27 0 2 0 0 1 0 1
M V Schulze 39 33 0 5 1 0 0 0 0
M VI Aranowski 42 34 0 7 1 0 0 0 0
Gesamtzahl 530
davon sind 458 evangelisch, 1 katholisch, 58 mosaisch und 13 ungetauft. Am
Religionsunterricht nehmen 10 Knaben nicht teil. Den Konfirmandenunterricht
besuchen 57 Knaben und zwar Dienstags und Freitags von 12 bis 13 Uhr 33 Knaben
und von 13 bis 14 Uhr 24 Knaben. Es gehören zu den oberen Jahrgängen 254
Knaben = 47,93%, zur Grundschule 276 Knaben = 52,07%. Die Schule hat 15
Klassen mit durchschnittlich 35,33 Schüler, 6 M-Klassen und 9 O-Klassen. An der
Schule unterrichten 16 Lehrkräfte: 1 Konrektor, 12 Lehrer, 2 Lehrerinnen und eine
Vertretung.
Zum 1. Dezember 1924 wurde Seminaroberlehrer Hintze aus Havelberg durch
Ministerialerlaß zum Rektor ernannt.
Herr Hintze
Wurde geboren am 16. Mai 1887 zu Berlin, besuchte die 114. Gemeindeschule in
Berlin, trat 1902 in die 2. Klasse der Präparandenanstalt zu Joachimsthal, 1904 in
das Seminar zu Prenzlau ein. Nach der 1. Lehrerprüfung 14. bis 20. Februar 1907
war er in Halbe bei Görlitz tätig 1. April 1907 bis 1. August 1909 und übernahm nach
der 2. Lehrerprüfung (5. bis 9. Juni in Prenzlau) eine Präparandenlehrerstelle in
Havelberg, die am 1. April 1914 staatlich wurde. Nach bestandener [ im Original nicht
lesbar, d. Bearb. ] ... (Mathematik, Erdkunde 14. bis 19 Mai 1915 in Berlin) und
Rektorprüfung (1. Mai 1916 Berlin) [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] Am 4. März
1920 erhielt er das Verdienstkreuz für Kriegshilfe! In Folge Neuordnung der
Lehrerbildung und Auflösung der Seminare (Havelberg stand seit dem 1. April 1924
leer)... [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
Trauerfeier
Am Mittwoch dem 4. März, fand für den am Sonnabend, 28. Februar, verstorbenen
Reichspräsidenten Friedrich Ebert in der Aula mit den Klassen 1 bis 5 die Trauerfeier
statt. Die Gedenkrede hielt Rektor Hintze.
Schulentlassung Ostern 1925
Klasse Entlassene Kinder Klassenalter
½ 1 1 ½ 2 3
1 21 8 13 0 0 0
2 M 2 2 0 0 0 0
2 O 4 0 4 0 0 0
3 O 4 0 3 0 1 0
4 M 1 0 0 1 0 0
32 10 20 1 1 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Handwerker 9
Technisches Gewerbe 14
Kaufmann 4
Gastwirtsgewerbe 2
Privatschule 1
unbestimmt 2
32
Sommerhalbjahr 1925
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 12/1 1/2 frd.nat.
2o Deichsler 28 26 0 2 0 0 3 3 0
3o Heiber 35 35 0 0 0 0 3 4 0
4o Steffen 33 29 0 2 2 0 0 1 0
5o Frl. Barow 44 30 4 9 1 0 0 0 0
6o Reimann 41 29 1 9 1 1 0 0 2
7oa Borgis 47 38 1 7 1 0 0 0 0
7ob Schmidt 41 32 0 8 1 0 0 0 2
8oa Frl. Ladewig 36 27 0 7 2 0 0 0 4
8ob Schulze 37 34 0 0 3 0 0 0 0
1 Zorn 32 32 0 0 0 0 12 16 0
2M Rehfeld 29 27 0 0 2 0 5 7 0
3M Ehle 30 27 0 2 1 0 1 3 3
4M Oppermann 29 26 0 2 1 0 0 0 0
5M [ kein Eintrag ] 30 26 0 3 1 0 1 0 1
6M Aranowski 41 32 0 8 1 0 0 0 3
Gesamtzahl der Schüler (Stand 1. Mai): 533
davon sind 450 evangelisch, 6 katholisch, 59 jüdisch, 17 ungetauft und 1 sonstige.
Am Religionsunterricht nahmen nicht teil 6 Schüler. Den Konfirmandenunterricht
besuchten 59 Knaben und zwar Dienstag und Freitag von 12 bis 13 Uhr 25 Knaben
und von 13 bis 14 Uhr 34 Knaben. Es gehören zur Grundschule 317 Schüler, 59,5%
der Gesamtzahl, zu den oberen Jahrgängen 216 gleich 40,5%. Die Schule hat 15
Klassen mit durchschnittlich 35,5 Schülern, eine erste, 9 Oster- und 5 Michaelis-
Klassen. An der Schule unterrichten 16 Lehrkräfte: 1 Rektor, 1 Konrektor, 11 Lehrer,
2 Lehrerinnen und 1 Vertreter.
Das Schuljahr begann am 16. April. Da Herr Randonat der 2. Schule überwiesen
wurde. Der 12. Schule sollte ein Turn- und Sportlehrer zugewiesen werden der aber
längst eine andere Stelle hatte. Sah uns der 1. Mai noch immer ohne Hilfskraft.
Seit Februar verpflichtet die Behörde Junglehrer gegen Zahlung verschieden hoch
bemessener Entschädigungen zu Hospitationen (4 bis 12 Stunden).
Der 12. Schule waren die Junglehrer Bohs (Herbst 1921 Kyritz) und Koch (1921
Kottbus) und von Oster 1925 Silchmüller (O21 Prenzlau) zugeteilt. Wie sehr die
Organisation im Argen liegt, zeigt die Tatsache, dass Berlin zu Vertretungen den
Jahrgang 1923 einberuft, anstatt die Hospitanten heranzuziehen.
Rektor Hintze wurde zur 2. Studiengemeinschaft für wissenschaftliche Pädagogik
(Professor Spranger) einberufen.
Anlässlich der Amtsübernahme des Herrn Reichspräsidenten fiel am Dienstag, 12.
Mai, der Unterricht aus. Da die Aula wegen der Renovierung nicht benutzbar war,
wurde eine Feier in den eigenen Klassen (5 bis 1) veranstaltet.
Am 11. Mai übernahm Herr Waner die Klasse 5 M, und damit konnte endlich die
planmäßige Arbeit beginnen. Die Zeichen- und Chorgesangstunden leiden allerdings
auch weiterhin, weil die Aula nicht benutzbar ist, da Maler und Elektromonteure den
Raum verschönern.
Herr Waner
Wurde als Sohn des Kaufmanns Paul Warner am 27. März 1898 in Berlin geboren,
besuchte die 48. Gemeindeschule in Berlin von Ostern 1904 bis Ostern 1905, dann
die Gemeindeschule in Tegel, trat Ostern 1907 in die Humboldt-Oberschule ein, die
er mit der Reife für Obersekunda verließ. Von der Präparandenanstalt Tegel. (1. Juli
1916 bis 11. September 1917) trat er ins Heer. Nach seiner Entlassung wurde er
Februar 1919 bis 9. Februar 1921 im Sonderlehrgang für Kriegs[ im Original nicht
lesbar, d. Bearb. ] in Berlin ausgebildet und war dann vom 6. April 1921 als
Hilfsarbeiter im Statistischen Reichsamt tätig.
Der Unterricht fiel anlässlich der Volkszählung (16. Juni), am 19. Juni für die Klassen
aus deren Leiter das Amt eines Zählers ausübten (1, 2M, 5O, 6 O, 7Ob, 8Oa).
Die Jahrtausendfeier der [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] wurde am 20. Juni in
der neu hergerichteten Aula festlich begangen. Die Rede hielt Herr Rektor Hintze.
Zum Sportfest der Schöneberger Schulen auf dem Dominicusplatz fiel der Unterricht
am 27. Juni aus.
Pfingstferien vom 29. Mai bis 9. Juni
Sommerferien vom 3. Juli bis 11. August
Am 11. August (Schulbeginn) fiel der Unterricht aus Verfassungsfeier: Die Feiern
wurden in den einzelnen Klassen abgehalten. Kollege Waner wurde am 10.
September vom Rektor auf die Verfassung vereidigt.
Wegen der Hitze fiel der Unterricht aus:
vom 27. bis 28. Mai ab 13 Uhr
vom 10. Juni bis 12. Juni ab 12 Uhr
vom 13. August bis 14. August ab 12 Uhr
Am 26. Mai wurde um 12 Uhr eingedenk der [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
geschlossen. Am 27. und 28. September fand ein Elternabend statt. Der Ertrag samt
dem einer vorangegangenen Sammlung unter der Elternschaft belief sich auf 749,55
M. Für 570 M wurde davon der Lichtbildapparat beschafft, der Rest soll zur
Ausstattung des Physikzimmers, das in einer Klasse eingerichtet werden soll,
verwendet werden (Schalttafel, Experimentiertisch). Das Programm des Abends [ im
Original nicht lesbar, d. Bearb. ]: Schulfeierlichkeiten. Der Unterricht schloss am 29.
September.
Klassenalter
Klasse Schülerzahl ½ 1 1 ½ 2 Jahre
1 16 4 11 1 0
2O 5 5 0 0 0
2M 5 0 5 0 0
3O 2 2 0 0 0
3M 5 0 5 0 0
5M 1 0 0 0 1
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Handwerker 6
Technisches Gewerbe 21
Gartenbau 1
Handel 3
Schreibdienst 1
unbestimmt 2
Winterhalbjahr 1925/1926
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 frd.nat.
1 Zorn 40 38 0 0 2 0 20 16 0
2o Deichsler 22 21 0 1 0 0 6 1 0
2M Ehle 24 22 0 1 1 0 1 6 0
3o Heiber 34 34 0 0 0 0 5 2 0
3M Oppermann 34 28 0 4 2 0 0 1 0
4o Steffen 34 30 0 2 2 0 1 1 0
4M Rehfeld 28 25 0 2 1 0 0 0 0
5o Barow 38 23 5 8 2 0 0 0 1
5M Aranowski 44 34 0 9 1 0 0 0 4
6o Reimann 45 33 1 10 0 1 0 0 7
7oa Borgis 42 33 1 6 2 0 0 0 0
7ob Schmidt 44 33 0 9 1 1 0 0 3
8oa Ladewig 39 32 0 6 1 0 0 0 0
8ob Schulze 40 37 0 0 3 0 0 0 0
Gesamtzahl der Schüler 508 (14. Oktober 1925)
davon sind 423 evangelisch, 7 katholisch, 58 jüdisch, 18 ungetauft und 2 sonstiger
Konfessionalität. Am Religionsunterricht nahmen nicht teil 8 Schüler. Den
Konfirmandenunterricht besuchten 60 Knaben und zwar 33 von 12 bis 13 Uhr und 27
von 13 bis 14 Uhr. Es gehören zur Grundschule 292 Kinder (57,4%), zu den oberen
Jahrgängen 216 Kinder (42,7%). Die Schule hat 14 Klassen mit durchschnittlich 36,3
Schülern, eine erste, 9 Oster- und 4 Michaelisklassen. An der Schule unterrichten 15
Lehrkräfte, 1 Rektor, 1 Konrektor, 11 Lahrer und 2 Lehrerinnen.
Mit Beginn der Herbstferien, 29. September, verliert die Schule eine Michaelisklasse
(6M), und damit verlässt Herr Waner die Schule. Wohin ihn das Schicksal führt ist
unbekannt. Da trotz der Einrechnung von 8 Stunden für den Turnverein der
Lehrkörper 5 Pflichtstunden überzählig gibt, geht Herr Schmidt mit diesen 5 Stunden
an die 6. Schule. Der Unterricht begann am 9. Oktober mit geordnetem Stundenplan.
Am 31. Oktober fiel der Unterricht aus. Die Feier des Reformationsfestes fand für die
oberen Klassen in der Kirch statt.
Zur Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Pädagogik
(Professor Spranger) wurde der Rektor um seine 12 Wochenstunden entlastet. Die
Vertretung übernahm der Junglehrer Paul Helke, N 113, Wichertstraße 69, ab 15.
Dezember.
In den Weihnachtsferien, 22. Dezember 1925 bis 8. Januar 1926, wurden als
Notstandsarbeiten Flure und Treppenhäuser der Schule gestrichen. Das untere
Stockwerk wurde mit elektrischem Licht versehen. [ im Original nicht lesbar, d. Bearb.
] Das aus eigenen Mitteln eingerichtete Physikzimmer konnte endlich in Benutzung
genommen werden. [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
An die Stelle von Herrn Helke trat nach Weihnachten der Hilfslehrer
Karl Paul Wilhelm Grigo
Geboren am 24. September 1900 in Berlin als Sohn des Buchbinders Fritz Grigo. Der
Bildungsgang verlief so: 7. Gemeindeschule in Neukölln, Präparandenanstalt
daselbst vom 15. Februar ab. Ostern 1918 Seminar Neuruppin, Juni 1918
Einberufung zum Heeresdienst. Nach der Entlassung vom Militär Ende Dezember
1918 für einen Monat nach Ruppin zurück, seit Februar 1919 Kriegskursus in Berlin,
Februar 1921 erste Lehrerprüfung bestanden. Im April 1921 Büroangestellter im
statistischen Reichsamt; nach einjähriger Tätigkeit eine Lehrerstelle in
Baumschulenweg, dann in Reinickendorf, seit November 1925 schließlich in
Schöneberg.
Schulentlassung Ostern 1926
Am Schlusse des Winterhalbjahres konnte Herr Zorn auf eine 25-jährige
Amtstätigkeit zurückblicken. Zum Gedenken des Tages überreichte das Kollegium
einen Blumenstrauß; ein Frühschoppen bot Gelegenheit, Erinnerungen
auszutauschen.
Klassenalter
Klasse Schülerzahl ½ 1 1 ½ 2 Jahre
1 24 7 17 0 0
2O 4 0 3 0 1
2M 1 0 1 0 0
3O 5 0 5 0 0
3M 1 0 0 1 0
4O 1 0 1 0 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Handwerker 17
Technisches Gewerbe 16
Handel 1
Schreibdienst 1
Berufsschule 1
Sommerhalbjahr 1926
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 12/1 1/2 frd.nat.
1 Zorn 33 30 1 1 1 0 14 18 0
2o Heiber 31 31 0 0 0 0 5 7 0
2M Ehle 23 21 0 1 1 0 5 8 0
3o Steffen 30 26 0 2 2 0 0 0 0
3M Oppermann 34 28 0 4 2 0 1 3 0
4o Deichsler 24 21 1 2 0 0 0 0 2
4M Kritzler 19 18 0 1 0 0 0 0 0
5o Reimann 43 27 1 12 2 1 0 0 5
5M Kastner 29 27 0 1 1 0 0 0 1
6a Borgis 47 36 1 8 2 0 0 0 2
6b Schmidt 46 36 1 8 1 0 0 0 3
7a Ladewig 32 26 0 6 0 0 0 0 0
7b Schulze 40 36 1 0 3 0 0 0 0
8a Aranowski 46 37 2 2 5 0 0 0 3
8b Barow 40 30 0 4 6 0 0 0 1
8c Rehfeld 45 36 0 5 4 0 0 0 2
Gesamtzahl der Schüler 562 (15. April 1926)
davon sind 466 evangelisch, 8 katholisch, 57 jüdisch, 30 ungetauft, 1 sonstiger
Konfessionalität. Am Religionsunterricht nahmen nicht teil 11 Schüler. Den
Konfirmationsunterricht besuchten von 12 bis 13 Uhr 25 Knaben und von 13 bis 14
Uhr 36 Knaben.
Zur Grundschule gehören: 368 Kinder, das sind 65,4%, zu den oberen Klassen 194
(34,6%). Die Schule hat 16 Klassen mit durchschnittlich 35 Knaben, eine erste, 11
Oster- und 4 Michaelisklassen. In der Schule unterrichten 17 Lehrkräfte: 1 Rektor, 1
Konrektor, 12 Lehrer, 2 Lehrerinnen und Schulamtsbewerber.
Die ungewöhnlich große Aufnahme zu Ostern forderte die Eröffnung von drei
Klassen (je 45); 17 Kinder wurden trotzdem der 2. Schule überwiesen. Da es
unmöglich war, Michaelisklassen einzuziehen, andererseits die 4 O wegen des
Übertritts der Jungen zur höheren Schule nur 12 Schüler behielt, wurden aus Klasse
5 M 10 zur 4 O versetzt, aus Schule 6 noch zwei überwiesen. Zur Klasse 5 M
schickten Schule 3: 9, Schule 6: 12 Knaben. Da die vorhandenen Räume nicht
ausreichten, wurden die 5 M im Werner-Siemens-Realgymnasium untergebracht, 4
M blieb im Physikraum und wurde dadurch eigentlich ?fliegende? Klasse.
Herr Grigo wurde, nachdem er seinen Unterricht hier aufgenommen hatte, einer
anderen Schule zugeteilt, an seine Stelle trat Herr Kritzler.
Er wurde am 7. April 1904 in Ahe (Kreis Gummersbach zu Köln) geboren, besuchte
die Volksschule in Niedergeismar und Derschlag. 1921: Abgangsprüfung der
staatlichen Präparandenanstalt zu Bergmanstadt, Ostern 1924 erste Lehrerprüfung
am Seminar zu Gummersbach. Oster 1925: Hörer an der preußischen Hochschule
für Leibesübungen, 17. März 1926: staatliches Turn- und Sportlehrerzeugnis.
(Vereidigt: 29. April 1926)
Seit Ostern lag Herr Schulze an Magen- und Darmgrippe krank; für 8 Tage (mitten in
der Zeit) vertrat Herr Tietze (23. April bis 1. Mai 1926). Berlin gewährte Rektor Hintze
den im Dezember erteilten Urlaub nicht weiter. Selbst als der Staat die erforderlichen
Mittel bereitstellte war es nicht möglich, bis zum 1. Mai die Angelegenheit zu regeln,
so das die Unruhe im Schulbetrieb andauerte. Für den 6. Juni wurden die
Elternbeiratswahlen anberaumt. Als neues Mitglied trat Ostern 1926 Herr Kastner in
das Kollegium ein.
Am 5. Oktober 1885 zu Oranienburg als Sohn des Zollbeamten K. geboren. Ist [ im
Original nicht lesbar, d. Bearb. ] K. Schüler Cöpenicks (6. bis 14. Lebensjahr
[ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
In den großen Ferien wurden das Lehrer- und Amtszimmer neu gestrichen. Der
Luftschacht in dem Schulgebäude der mit seinem schadhaften Zinkdach schon
mehrmals zu Unzuträglichkeiten führte, wurde beseitigt. Leider konnte der Schulhof
aus Mangel an Mitteln noch immer nicht in Ordnung gebracht werden.
Zur Teilnahme an der Studiengemeinschaft für wissenschaftliche Pädagogik wurde
der Rektor für das 3. und 4. Semester um seine 12 Pflichtstunden entlastet. Am 11.
August fiel der Unterricht aus, die Verfassungsfeier wurde in den Klassen gehalten.
Am 4. September bedingte das Birksturn- und sportfest ebenfalls den Ausfall des
Unterrichts. Mit dem 30. September trat Herr Schulrat Stubbe in den Ruhestand, da
er die Altersgrenze erreichte. Da eine Einigung nicht erzielt war, ob die
Schulratsstelle staatlich blieb oder in eine Stadtschulenstelle umgewandelt werden
sollte, wurde die staatliche Schulaufsicht dem Schulrat aus Weißensee, Herrn
Zickermann, vertretungsweise übertragen. Herr Schulrat Stubbe, der sich vom
Kollegium gelegentlich eines Besuchs persönlich verabschiedet hatte, weilte am
letzten Abend seiner Tätigkeit bei unserem Elternabend in unserer Mitte.
Der Elternabend fand am 29. und 30. September statt. Da die Stadt die Kosten für
die Schalttafel übernahm, mit der die Ausstattung des Physikzimmers vollendet ist,
konnten wir daran gehen, für ein wenig Behaglichkeit zu sorgen. Der Anfang wurde
mit einem großen Bild für das Lehrerzimmer und mit sechs Korbstühlen für Lehrer-
und Amtszimmer gemacht. Amtszimmer und Kellerraum (Aufenthalt des
Hausmeisters) werden durch ein Haustelefon verbunden.
Klassenalter
Klasse Schülerzahl ½ 1 2 Jahre
1 17 1 16 0
2O 4 4 0 0
2M 6 0 5 1
3O 1 1 0 0
3M 1 0 1 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Handwerker 8
Technisches Gewerbe 13
Kunstgewerbe 1
Gartenbau 1
Handel 2
Gastwirtschaft 3
Berufsschule 1
Winterhalbjahr 1926/1927
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 12/1 ½ frd.nat.1
Zorn 31 30 0 1 0 0 12 17 0
2o Heiber 30 30 0 0 0 0 3 7 0
2M Oppermann 32 25 0 5 2 0 1 0 0
3o Steffen 29 25 0 2 2 0 1 0 0
3M Kastner 27 26 0 1 0 0 4 1 0
4o Deichsler 26 24 0 2 0 0 0 0 0
4M Ehle 27 25 0 1 1 0 0 0 2
5o Reimann 45 31 1 12 1 0 0 0 1
6a Borgis 48 37 1 8 1 1 0 0 1
6b Schmidt 46 37 0 8 0 1 0 0 4
7a Ladewig 39 32 0 7 0 0 0 0 0
7b Schulze 37 33 1 0 3 0 0 0 0
8a Aranowski 42 40 0 2 0 0 0 0 0
8b Barow 43 31 0 5 6 1 0 0 2
8c Rehfeld 41 33 0 4 4 0 0 0 0
Gesamtzahl der Schüler 543
davon sind 459 evangelisch, 3 katholisch, 58 jüdisch, 20 ungetauft und 3 sonstiger
Konfessionen (orthodox). Am Religionsunterricht nahmen nicht teil: 11 Schüler. Den
Konfirmandenunterricht besuchten 46 Knaben und zwar 21 von 12 bis 13 Uhr und 25
von 13 bis 14 Uhr. Zur Grundschule gehören 341 Jungen, das sind 62,8% und zu
den oberen Klassen 202 (37,2%). Die Schule hat 15 Klassen mit durchschnittlich
36,2 Kindern, eine erste, 11 Ostern- und 3 Michaelisklassen. An der Schule
unterrichten 16 Lehrkräfte, 1 Rektor, 1 Konrektor (die 2. Konrektorstelle soll mit
Kollege Schmidt besetzt werden), 12 Lehrern, 2 Lehrerinnen.
Da eine Herbstklasse durch Versetzung einging, wurde Herr Kritzler [?], unser Turn-
und Sportlehrer, entlassen. Er erwartet nun eine Oberschullehrerstelle in
Freienwalde. Zur Deckung der 9 Fehlstunden ? alle Klassen bis zur 5. behielten die
4. und 5. Turnstunde auch im Winter bei, obwohl die Halle bei doppelter Besetzung
ein Spiel nicht zulässt ? wurde Schulamts[ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] Worch,
das zweite Mitglied der Großberliner [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] in der
Sprangerschen Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Pädagogik der Schule
überwiesen. Herr Aranowski erkrankte an einem Furunkel, die Vertretung übernahm
Schulamtsbewerber [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]. (12. Oktober 1926 bis 1.
Dezember 1926)
Durch Verfügung des [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] Schulkollegiums findet die
Feier des Reformationsfestes in Großberlin einheitlich am 2. November statt. Der
Unterricht fiel an diesem Tage aus. Am 17. Februar fiel der Unterricht wegen der
Pestalotzzi-Gedenkfeier aus. Am 23. März wurde ein stimmungsvoller [ im Original
nicht lesbar, d. Bearb. ] in der geschmückten Aula abgehalten. Herr Zorn hielt die
Festrede.
Mit dem 28. Februar fand die Studiengemeinschaft für wissenschaftliche Pädagogik,
an der Rektor Hintze und Herr Worch teilnahmen, ihr Ende. Herr Worch [ im Original
nicht lesbar, d. Bearb. ] in Halle mit einer Arbeit über das [ im Original nicht lesbar, d.
Bearb. ] in der Pädagogik. Das Schuljahr schloss am 31. März.
Klassenalter
Klasse Schülerzahl ½ 1 1 ½ Jahre
1 22 8 13 1
2O 9 0 9 0
2M 3 3 0 0
3O 1 0 1 0
3M 4 1 0 3
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Handwerker 19
Technisches Gewerbe 11
Kunstgewerbe 2
Handel 3
Gastwirtschaft 2
unbestimmt 2
Sommerhalbjahr 1927
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kath jüd ung sonst 12/1 1/2 frd.nat.
1 Zorn 26 26 0 0 0 0 12 11 0
2o Steffen 26 23 0 1 2 0 2 0 0
2M Oppermann 29 24 0 4 1 0 4 13 0
3o Deichsler 27 24 0 3 0 0 1 1 1
3M Dr. Worch 23 22 0 1 0 0 0 0 0
4M Ehle 29 24 0 1 4 0 0 0 3
5a Borgis 43 34 1 7 1 0 0 0 4
5b Schmidt 41 33 0 7 1 0 0 0 3
6a Ladewig 33 25 0 8 0 0 0 0 4
6b Schulze 36 33 1 0 2 0 0 0 0
7a Aranowski 45 37 2 3 3 0 0 0 4
7b Barow 43 31 2 5 5 0 0 0 3
7c Rehfeld 44 36 0 4 4 0 0 0 5
8a Heiber 44 35 1 7 1 0 0 0 2
8b Müller 44 27 1 12 4 0 0 0 5
8c Reimann 44 37 0 6 1 0 0 0 4
Gesamtzahl der Schüler 577
Mit Beginn des neuen Schuljahres am 1. April wird Herr Kastner auf seinen Wunsch
(des weiten Schulweges wegen) nach Friedenau Schule 18 versetzt; an seine Stelle
tritt (auch auf seinen Wunsch) Kurt Müller, zuletzt in Lindendorf. Die Neuaufnahme in
Schule 12 [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ], in Schule 13 [ im Original nicht
lesbar, d. Bearb. ] [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] Klassen ergibt, tritt Schule 12
an Schule 13 den Klassenraum 18 ab und erhält dafür von der 2. Hilfsschule den
Raum 10 zurück. Wegen des großen Abgangs aus Klasse 5 zur höheren Schule wird
Klasse 4 o aufgelöst; die verbleibenden 8 Jungen wurden der 2. Schule überwiesen.
Den Antrag, Klasse 4 M aufzulösen, dadurch 4 O zu verstärken, stimmte der Schulrat
nicht zu. Recht große Beunruhigung hatte der Übergang der 3-Jährigen zur höheren
Schule gebracht, insofern die ganz ungeklärte Frage, des Privatunterrichts dabei
eine Rolle spielen sollte!
Zur künstlerischen Ausschmückung der Schule bewilligte die Stadt 100 Mark. Ein
unbestrittenes Problem wird die Frage der Instandsetzung des Schulhofes. Die
Hochbauverwaltung will zu dem Zweck die Baumreihen am Schulgebäude entfernen,
während Kollegium und Elternbeirat auf den richtigen Standpunkt stehen, daß man in
unserem Häusermeer jedes Bäumchen schützen müsse.
Davon sind 471 evangelisch, 8 katholisch, 69 jüdisch und 29 ungetauft. Am
Religionsunterricht nehmen nicht teil 6. Den Konfirmandenunterricht besuchen 44
Knaben und zwar 19 von 12 bis 13 Uhr und 25 von 13 bis 14 Uhr. Zur Grundschule
gehören 417 Jungen, das sind 72,29% der Gesamtzahl, zu den oberen Jahrgängen
160, das sind 27,7%. Die Schule hat 16 Klassen mit durchschnittlich 36,1 Kinder eine
erste, 12 Oster- und 3 Herbstklassen.
An der Schule unterrichten 17 Lehrkräfte, ein Rektor, 2 Konrektoren ( Kollege
Schmidt wurde s.z. bestätigt), 12 Lehrer und 2 Lehrerinnen. Da die Stundenzahl der
Klassen nicht ausreicht, gibt Herr Dr. Worch 10 Stunden an der 2. Hilfsschule.
Mit dem 1. Mai trat Herr Schulrat Kindermann, bisher Rektor der Weingärtner-Schule
in Halle, der Vertreter der täglichen Turnstunde, sein neues Amt an.
Heinrich Kurt Müller
Wurde am 17. November 1880 zu Königsstein (Elbe) geboren, bestand 1901 die
erste und 1903 die zweite Lehrerprüfung am königlichen Seminar zu Plauen i.V., war
in Chemmnitz und Leipzig tätig, trat 1906 als Lehrer in den Dienst der kaiserlichen
Marine, wurde 1909 in Schöneberg angestellt, ging 1911 nach Südafrika und
amtierte dort als Rektor der deutschen Schule zu Pretoria (Transvaal), wurde 1914 in
britische Gefangenschaft abgeführt, organisierte und leitete im 4. Lager zu
Pietermaritzburg (Natal) das öffentliche Vortragswesen, kehrte 1919 zwangsweise
nach Deutschland zurück, fand nochmals Anstellung in Schöneberg, besuchte mit
behördlicher Genehmigung des [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] für
Jugendwohlfahrt an der deutschen Hochschule für Politik, war mehrere Jahre
unbeamtlich als Kreisvertrauensmann im Landaufenthaltsdienst tätig, leitete im
Sommer 1925 das Schöneberger Ostseekinderheim zu Neuhof bei Heringsdorf,
lehnte aus schulischen Gründen im folgenden Jahre eine weitere praktische Mitarbeit
in der amtlichen Erholungsfürsorge ab, war zuletzt an Schule Lindenhof und wurde
am 1. April 1927 auf seinen ausdrücklichen Wunsch an Schule 12 versetzt.
Hermann Worch
Wurde am 30. Mai 1896 zu Barth, Kreis Franzburg, geboren. Er besuchte drei Jahre
die Volksschule, dann das Realgymnasium seiner Vaterstadt bis N II. Nach
zweijährigem Besuch der Präparandenanstalt in Triebsees trat er Ostern 1913 in das
Lehrerseminar in Anklam, ging als Kriegsfreiwilliger 1914 ins Feld (R.i.R. 209),
machte die Kämpfe an der [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] mit, geriet Ende 1914
in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1920 zurückkehrte. Als
Angehöriger des Kriegsseminaristenlehrgangs D/3 bestand er im Juni 1920 die erste
Lehrerprüfung, trat im November 1920 in den Schuldienst ein, legte im November
1921 in Schöneberg die zweite Lehrerprüfung ab. 1924 bestand er vor dem P. J. [?]
R. Die Reifeprüfung, war [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
Die Erkrankungen an Masern hielten den Sommer hindurch an. In den Pfingstferien
wird die Elektrisierung vollendet. Alle Klassen und Flure haben nun elektrisches
Licht.
Am 23. Juni unternimmt die ganze Schule, die Grundschule in Begleitung
Erwachsener, auf zwei großen Sterndampfern vom Schlesischen Tor ab einen
wohlgelungenen Dampferausflug nach Woltersdorfer Schleuse.
In den großen Ferien wurde der Hof in Ordnung gebracht. Leider entfernte man dazu
12 Bäume, legte dadurch in hässlicher Weise den Eingang zum Knabenabort frei;
zwei Bäume, die nach Meinung des Herrn Stadt[ Wortmittelteil unklar]rats hindernd in
den Bauauflagen zur Sprunggrube standen, wurden ebenfalls beseitigt. Dem
Kollegium erschien das ganze Vorgehen sinnlos. Zum Sportfest (25. Juni) hatten nur
die Klassen 1 bis 4 schulfrei.
Das Halbjahr schließt mit dem Elternabend, [ 7 Wörter unklar ] Aula bis zum Bersten
füllt. Vom Ertrage wurden 9 Korbstühle für das Lehrerzimmer angeschafft.
Am letzten Schultage gedachten wir in der geschmückten Aula bei der
Entlassungsfeier des Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten. Die Festrede hielt
Herr Konrektor Steffen. Den 80. Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten selbst
wurde von der Schuljugend am Sonntag, 2. Oktober, im Stadion gefeiert. Unsere
Schule entsandte dazu 21 Jungen. Mit dem Eingehen der 4. Herbstklasse verlässt
Herr Dr. Worch die Schule, um an der 18. Schule weiterzuwirken.
Im Anbau des Werner-Siemens-Realgymnasiums Klassenräume freiwerden,
übernimmt Schule 13 [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] Klassen, gibt uns dafür
das Ostern abgetretene [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]zimmer wieder zurück.
Klassenalter
Klasse Schülerzahl ½ 1 1 ½ 2 Jahre
[?] 13 4 9 0 0
[?] 2 0 2 0 1
[?] 1 1 0 0 0
[?] 2 0 0 0 2
[?] 1 1 0 0 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Handwerker 7
Technisches Gewerbe 7
Handel 1
Gastwirtschaft 3
unbestimmt 3
Winterhalbjahr 1927/1928
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 frd.nat.
1 Zorn 35 34 0 0 1 0 17 12 0
2o Steffen 34 32 0 1 1 0 3 1 0
2M Oppermann 20 19 0 1 0 0 4 0 0
3o Deichsler 25 23 0 2 0 0 2 1 1
3M Ehle 30 28 0 1 1 0 1 0 3
5a Borgis 39 30 1 7 1 0 0 0 2
5b Schmidt 42 34 0 7 1 0 0 0 3
6a Ladewig 36 27 0 9 0 0 0 0 4
6b Schulze 35 31 1 0 3 0 0 0 0
7a Aranowski 44 35 2 3 4 0 0 0 4
7b Barow 44 32 2 6 4 0 0 0 3
7c Rehfeld 44 36 0 4 4 0 0 0 3
8a Heiber 44 36 0 7 1 0 0 0 0
8b Müller 45 28 1 12 4 0 0 0 1
8c Reimann 44 35 0 7 2 0 0 0 3
Gesamtzahl der Schüler: 561
Davon 460 evangelisch, 7 katholisch, 67 jüdisch, 27 ungetauft. Am
Religionsunterricht nahmen nicht teil 10. Den Konfirmandenunterricht besuchen 41
Knaben und zwar 27 von 12 bis 13 Uhr und 14 von 13 bis 14 Uhr. Zur Grundschule
gehören 417 Jungen, das sind 74,33%. Zu den oberen Klassen 144 Jungen, das
sind 25,67%. Die Schule hat 15 Klassen mit durchschnittlich 37,4 Kindern. Eine
erste, 12 Oster- und 2 Herbstklassen. An der Schule unterrichten 16 Lehrkräfte, 1
Rektor, 2 Konrektoren, 11 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Da die Pflichtstundenzahl zu groß ist, gibt Herr Müller 9 Stunden an der 2.
Hilfsschule. Von Schule 2 wurden 9 Jungen der zweiten Klasse zugeführt. Zur
Hebung des Spartriebes verteilt die Sparkasse Sparbüchsen, die gefüllt in
Sparbücher umgetauscht werden. Der Hausmeister verkauft Sparmarken a 10
Pfennig, die in Karten geklebt werden, deren Beiträge (je 1 Mark) wieder
gutgeschrieben werden. In Erweiterung der Frühstücksspeisung übernimmt der
Hausmeister den Verkauf erwärmter Milch (Viertelliter zu 10 Pfennig), und findet
damit großen Anklang.
Klassenalter
Klasse Schülerzahl ½ 1 1 ½ Jahre
1 21 8 13 0
2O 2 1 1 0
2M 4 3 0 1
3O 2 0 2 0
Feststellung über den zukünftigen Beruf
Handwerker 9
Technisches Gewerbe 8
Kunstgewerbe 3
Gartenbau 1
Handel 2
Gastwirtschaft 1
Schreibdienst 1
unbestimmt 4
Herr Prof. Siegert inspizierte den Zeichenunterricht.
Sommerhalbjahr 1928
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 snt.nat.
1 Bengsch 28 25 0 1 2 0 10 6 0
2o [ ohne Eintrag ] 22 20 0 1 1 0 4 2 1
3M Ehle 30 24 0 1 0 5 2 0 3
4o Steffen 21 18 0 2 1 0 0 0 0
5o Ladewig 33 26 0 7 0 0 0 0 3
5b Schulze 34 30 1 0 3 0 0 0 0
6a Aranowski 42 33 1 3 5 0 0 0 3
6b Barow 43 32 1 6 4 0 0 0 3
6c Rehfeld 44 37 0 6 1 0 0 0 3
7a Heiber 47 35 1 9 2 0 0 0 1
7b Müller 48 30 1 12 5 0 0 0 5
7c Reimann 46 37 0 7 2 0 0 0 3
8a Borgis 39 32 1 5 0 1 0 0 3
8b Oppermann 37 19 1 12 0 5 0 0 7
8c Schmidt 41 33 1 7 0 0 0 0 2
8d Zorn 38 30 0 3 2 3 0 0 1
Gesamtzahl der Schüler: 593
Davon sind 461 evangelisch, 8 katholisch, 82 jüdisch, 28 ungetauft. Am
Religionsunterricht nahmen nicht teil 21. Den Konfirmandenunterricht besuchten 24
Knaben, 16 von 12 bis 13 Uhr und 6 von 13 bis 14 Uhr. Zur Grundschule gehören
482 Knaben, das sind 83%. Zu den oberen Klassen 101, das sind 17% der
Gesamtzahl. Die Schule hat 16 Klassen mit durchschnittlich 37,1 Schülern, 1 erste,
14 Oster- und 1 Herbstklasse. An der Schule unterrichten 16 Lehrkräfte, 1 Rektor, 2
Konrektoren, 11 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Da die Pflichtstundenzahl größer ist als der Schulbedarf gibt Herr Müller 7 Stunden
an der 2. Hilfsschule. Da die Aufnahme groß ist (über 150), wurden vier 8. Klassen
gebildet. Dadurch tritt Raummangel ein, und so wird die 2M Klasse ganz der 2.
Schule überwiesen, (außerdem werden 10 Jungen der 1. Klasse der 2. Schule
zugeteilt). Trotzdem muß der Physikraum als Klasse benutzt werden, so das
eigentlich eine ?Fliegende Klasse? entsteht. Für den Schularzt fehlt dadurch auch der
Untersuchungsraum, er muss mit dem Lehrmittelzimmer fürlieb nehmen. Da die 8.
Klassen nun 18 Stunden haben gegenüber einer Pflichtstundenzahl der Lehrer von
27 bis 29, macht die Frage dem Ordinariate Schwierigkeiten. Da die Schule mehr
und mehr Grundschule wird, lassen sich schließlich ?alte? Herrn in einem solchen
System nicht mehr beschäftigen.
Jede Schule soll einen Turn- und Sportlehrer erhalten, der fachlich ausgebildet ist.
So Herr Deichsler an Schule 2 versetzt (wo er allerdings auch eine 8. Klasse und 10
Stunden Turnen übernehmen muss wie bei uns), an seine Stelle tritt Herr Bengsch.
Mit Schulbeginn wird auch der große internationale pädagogische Kongreß (vom 12.
bis 17. April) eröffnet. Die Teilnahme des Kollegiums lässt sich dadurch regeln, dass
einige Stunden ausfallen, im übrigen Klassen zusammengelegt werden.
Ein Notbetrieb von täglich 3 Stunden, wie es erlaubt wurde, braucht nicht eingerichtet
zu werden. Bei Überfülle des Gebotenen kommt jeder zu seinem Recht.
Am 25. April hospitierte Herr Reschad Schemseddin, der Generalinspektor des
türkischen Unterrichtsministeriums in der Schule.
Herr Bengsch wurde am 9. Februar 1896 zu Kornitz (Westpreußen) geboren,
besuchte 1910 bis 1913 die Präparandenanstalt zu Güstrow, dann das Seminar
Löban. Die Ausbildungszeit wurde durch den Krieg unterbrochen. Herr Bengsch
diente von 1914 bis zum Ende im Feldartillerieregiment 35. Die
Seminarabgangsprüfung wurde Juni 1919, die 2. Lehrerprüfung April 1921 abgelegt.
Vom 1. September 1919 bis 31. Dezember 1919 verwaltete Herr Bengsch die
Lehrerstelle Ländershagen bei Stralsund, vom 1. Januar 1920 bis 31. März 1928 die
in Vilmnitz bei Putbus. 1926/27 nahm er am Lehrgang zur Ausbildung als Turnlehrer
teil und bestand am 9. März 1927 die Prüfung als Turn-, Schwimm- und Ruderlehrer
und für orthopädisches Turnen. Herr Bengsch ist verheiratet und hat ein Kind.
Im März hatte Schule 12 ein Grammophon zur Belebung des Musikunterrichts
erhalten. Herr Zorn hatte für den 11. Bezirk die Plattenauswahl mit großer Sorgfalt
vorgenommen ? und die anderen Bezirke forderten laut Institut (Prof. Dolgen) die
selbe Auswahl an.
Vor den großen Ferien fand unser Dampferausflug mit drei Sterndampfern nach
Ziegenhals bei Zeuteren statt. Die Neuwahl des Elternbeirats änderte an seiner
Zusammensetzung nichts. Hervorgerufen durch die ungeschickte Veröffentlichung
des Züchtigungserlasses häuften sich Klagen der Eltern und Umschulungsanträge in
Parallelklassen, denen aus prinzipiellen Erwägungen nicht stattgegeben werden
konnte.
Für die Turnhalle, die in den Ferien renoviert wurde, wurde auf Veranlassung der 13.
Schule ein Klavier beschafft. Konnten auch die Klassenräume nicht gestrichen
werden, so erhielten doch sämtliche Klassenräume eine zweite elektrische Lampe
zur Beleuchtung der Wandtafel, und die Grundschulklassen an den Wänden
herumlaufende Tafelflächen.
Die erste Klasse weilte drei Tage mit Herrn Bengsch im Wendenhof [?]. Damit wurde
zum Teil die Wohnung für die eifrige Sammeltätigkeit der 12. Schule für [ 2 Wörter
unklar ] abgegolten. Zum Elternabend, der in gewohnter Weise ein glänzender Erfolg
wurde, baute uns der Hausmeister Marschke eine prächtige Stilbühne grau mit
Altgold die mit ihrer ausgezeichneten Beleuchtung einzigartig wirkte. Die erste Klasse
führte Kasperlestücke auf, die Herr Kastner einübte. Die Mittel brachte die Schule
selbst auf (400 Mark).
Klassenalter
Klasse Schülerzahl ½ 1 Jahr
1 12 3 9
2 3 3 0
Feststellungen über den zukünftigen Beruf
Handwerker 3
Technisches Gewerbe 5
Kunstgewerbe 1
Landbetrieb 1
Handel 3
Gastwirtschaft 3
Mit Schluss des Sommerhalbjahres trat Herr Konrektor Steffen in den Ruhestand.
Die Entlassungsfeier für ihn verband der Rektor mit der für die abgehenden Schüler.
Mit Herrn Steffen schließt sich für das Kollegium ein Buch der Geschichte der
Schöneberger Lehrerschaft. Er war unser zur Ruhe und Besonnenheit mahnendes
Gewissen. Mögen ihm in Frische noch viele Jahre beschieden sein. Auch Herr Müller
verlässt das Kollegium, um in das Seminar für Hilfsschullehrer einzutreten.
Schließlich übernimmt Herr Hausmeister Marschke wegen der besseren Wohnung
und des günstigeren Dienstes die Stelle an der Chamisso-Schule.
Winterhalbjahr 1928/29
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 snt.nat.
1 Bengsch 17 16 0 0 1 0 8 6 0
2o [ ohne Eintrag ] 20 19 0 0 1 0 2 3 1
2M Ehle 27 26 0 1 0 0 1 1 2
4 Koschemann 24 21 0 2 1 0 0 0 1
5a Ladewig 37 29 0 8 0 0 0 0 2
5b Schulze 36 31 1 1 3 0 0 0 0
6a Aranowski 43 34 1 3 5 0 0 0 4
6b Barow 39 29 1 5 4 0 0 0 2
6c Rehfeld 40 33 0 6 1 0 0 0 5
7a Heiber 47 35 1 9 2 0 0 0 2
7b Lindhorst 46 31 1 13 1 0 0 0 7
7c Reimann 46 36 1 7 2 0 0 0 4
8a Borgis 37 31 0 5 1 0 0 0 4
8b Oppermann 38 24 1 11 2 0 0 0 8
8c Schmidt 37 30 1 6 0 0 0 0 2
8d Zorn 37 28 1 3 5 0 0 0 2
Gesamtzahl der Schüler 571
Davon sind 453 evangelisch, 9 katholisch, 80 jüdisch und 29 ungetauft. Am
Religionsunterricht nahmen nicht teil 20 (außer Juden). Den Konfirmandenunterricht
besuchen 21 Knaben und zwar 11 von 12 bis 13 Uhr und 10 von 13 bis 14 Uhr. Zur
Grundschule gehören 483 Kinder, das sind 84,6%, zu den oberen Klassen 88, das
sind 15,4% der Gesamtzahl. Die Schule hat 16 Klassen mit durchschnittlich 35,7
Knaben, eine erste, eine Herbst- und 14 Winterklassen. An der Schule unterrichten
16 Lehrkräfte, 1 Rektor, zwei Konrektoren, 11 Lehrer, 2 Lehrerinnen. An stelle von
Herrn Steffen tritt Herr Konrektor Koschemann ein, dessen Bestätigung zum
Schulbeginn allerdings noch nicht erfolgt ist. Für Herrn Müller übernimmt Herr
Lindhorst die 7. Klasse, der wieder 11 Stunden an der 2. Hilfsschule gibt. Herr
Reimann wird vom Versorgungsamt ab 15. Oktober zur Kur nach Mergentheim
geschickt. Vom 19. Oktober an übernimmt seine Klasse der einstweilige eingestellte
Fach-, Turn- und Sportlehrer Runge. An die Stelle des Hausmeisters tritt der
Versorgungsanwärter Herr Mates. Da der Wohnungswechsel unmöglich ist, muß
Herr Mates täglich von Pankow herkommen.
Karl Koschemann
Geboren 7. Februar 1877 zu Pfalzdorf, Kreis Kleve, als Sohn eines Zollaufsehers
besuchte 3 Jahre die Volksschule in Nebra, und 5 Jahre die Bürgerschule in Zeitz.
Seine Ausbildung zum Lehrer erhielt er auf der Präparandenanstalt (1891 bis 1894)
und dem Seminar (1894 bis 1897) zu Weißenfels an der Saale. Er war 3 Jahre in
Creisfeld bei Eisleben und 3 Jahre in Magdeburg Lehrer. Am 1. Januar 1903 trat er in
den Schuldienst der Stadt Schöneberg ein, wo er 21 Jahren an Schule I und über 4
Jahre an Schule VII tätig war. Am 1. November 1928 wurde er zum Konrektor
ernannt.
Theodor Lindhorst
Geboren 21. April 1899, ist der Sohn des 1920 verstorbenen Kaufmannes Paul
Lindhorst. Er besuchte die Volksschule, dann die Königsstädtische Oberrealschule,
war 1913 bis 1916 auf der Präparandenanstalt, 1916 bis 1918 auf dem Seminar
Havelberg. Nach der Militärzeit vom Mai 1918 bis Mai 1919 trat er in den staatlichen
Sonderlehrgang Berlin ein, um seine Ausbildung zu vollenden. Am 26. November
1919 legte er die 1., am 24. Januar 1923 die 2. Lehrerprüfung ab. Vom 11.
Dezember 1919 war er an Volksschulen Berlins (Schulkreis X und IX) beschäftigt, am
1. April 1928 angestellt, war er vom 1. April 1928 bis 30. September 1928 in
Lindenhof tätig.
Willhelm Runge
Wurde am 14. November 1903 in Breslau geboren. Er besuchte 1919 bis 1921 die
Präparandenanstalt Striegau, 1921 bis 1924 das Seminar Münsterberg (Schlesien),
1925 bis 1926 die preußische Hochschule für Leibesübungen, an der er sein
Turnlehrerexamen ablegte. Von Ostern 1926 bis Oktober 1928 als Hilfsturnlehrer an
der Rheingau-Schule tätig, bestand er am 21. Januar 1928 die 2. Prüfung, wurde am
1. April 1928 vorbehaltlich des Widerrufes angestellt. Vom Oktober 1928 ab war er
Vertreter an der 2. Hilfs-, der 12., 8., 2., 13. Ober- und der Mittelschule tätig.
Am 19. November 1928 wurde eine Schubert-Feier abgehalten, bei der unser
ehemaliger Schüler Urak Geige spielte, von Hanns (Schüler der 1. Klasse) am Flügel
begleitet.
Die Schule erhielt nun endlich die seit langem ersehnte elektrische Signaluhr. Nach
den Weihnachtsferien musste der erste Schultag wegen der Kälte ausfallen, der 11.
Februar brachte für die unteren Stockwerke wieder Kälteferien. Da die Kälte bis auf
24 Grad stieg, zwang der Kohlenmangel Stadt und P.S.R. dazu, die Schulen am 15.
Februar auf 14 Tage überhaupt zu schließen.
Klassenalter
Klasse Schülerzahl ½ 1 1 ½ 2 Jahre
1 17 alle 1 Jahr
2O 4 alle 1 Jahr
2M 4 alle ein ½ Jahr
Feststellung über den Beruf
Handwerker 4
Technisches Gewerbe 14
Kunstgewerbe 3
Schreibdienst 1
Berufsschule 1
Höhere Lehranstalt 2
Sommerhalbjahr 1929
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 snt.nat.
2 Scheel 26 24 0 2 0 0 6 0 2
3 Koschemann 21 18 1 1 1 0 2 0 0
4 Ehle 26 26 0 0 0 0 0 0 1
5a Aranowski 40 32 1 5 2 0 0 0 3
5b Barolw 40 30 1 5 4 0 0 0 1
5c Rehfeld 42 34 0 7 1 0 0 0 1
6a Heiber 43 35 0 8 0 0 0 0 0
6b Lindhorst 47 29 1 12 5 0 0 0 5
6c Reimann 44 36 0 6 2 0 0 0 0
7a Borgis 37 30 0 6 1 0 0 0 3
7b Oppermann 36 22 1 10 3 0 0 0 8
7c Schmidt 38 29 1 8 0 0 0 0 3
7d Zorn 37 32 2 2 1 0 0 0 2
8a Ladewig 42 32 0 10 0 0 0 0 3
8b Schulze 40 31 0 8 1 0 0 0 7
8c Runge 41 29 0 10 1 0 0 0 5
Gesamtzahl der Schüler: 600
Davon sind 469 evangelisch, 8 katholisch, 101 jüdisch, 22 ungetauft. Am
Religionsunterricht nahmen nicht teil 23. Den Konfirmandenunterricht besuchen 8
Knaben und 8 von 12 bis 13 Uhr. Zur Grundschule gehören 527 Kinder: 87,8%, zu
den oberen Jahrgängen 73, das sind 12,2%. Die Schule hat 16 Klassen mit
durchschnittlich 37,5 Schülern, eine Herbst- und 15 Osterklassen. An der Schule
unterrichten 16 Lehrkräfte, ein Rektor, 2 Konrektoren, 11 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Wegen der geringen Schülerzahl der 2. Osterklasse (14), wird die Klasse zur 2.
Schule geschickt. Die 4. Klasse wird durch 8 Schüler der 6. Schule lebensfähig
gemacht; es wird wieder fürchterliches [?] Material überwiesen; einer der
Überwiesenen wird zum Herbst eingesegnet. Da Herr Bengsch auf ein Jahr zum
Besuch des Werklehrer-Seminars beurlaubt wird, übernimmt Herr Runge eine 8.
Klasse.
Der Rektor wird bis Pfingsten zum Besuch des städtischen Film-Seminars von seinen
12 Stunden entlastet. Er besteht am 15. Mai die Prüfung für technische Leiter von
Lichtbildveranstaltungen in Schulen und in der Jugendpflege. Hoffentlich ist es nun
möglich, auch den Film dem Unterricht einzugliedern. Die Vertretung einschließlich
der 8 durch das Kollegium nicht gedeckter Stunden übernimmt der 62-jährige Kollege
Scheel.
Die Schule erhielt von der Stadt einen photographischen Apparat!
Die Revision durch Herrn Schulrat Kindermann im Anfang des Winterhalbjahres fiel
günstig aus!
Die Möbel des Rektorzimmers werden einheitlich grün gestrichen. Herr Stadtrat
Hannemann sorgt auch sonst für manche Verbesserung des Inventars.
Am 4. Mai stirbt nach langem, schwerem Leiden Herr Hausmeister Mates
(Blutvergiftung nach Mittelohreiterung [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]). Zum
Glück für die Witwe mit ihren drei kleinen Kindern kam kurz vor dem Tode die feste
Anstellung durch. Die Vertretung führte der Hilfsheizer Sebrowski. Für die Turnhalle
wurde auch eine Uhr beschafft.
Herr Aranowski, der an einer Kieferhöhlenvereiterung erkrankte, wird bis zum 29.
April durch Herrn Trageheim vertreten.
In den großen Ferien werden die Klassenräume wieder nicht neu gestrichen.
Dann müssen die überflüssigen Gasleitungen heraus und verschandeln die Räume
noch mehr. Der Keller erhält einen neuen Anstrich. Die Turnhalle bekommt einen
neuen Stabfußboden. Von Pfingsten bis zu den großen Ferien sind 8 Stunden
(Deutsch in 2) unbesetzt. Die Klasse wird mit der 3. kombiniert; vom 9. August bis 30.
August übernimmt Herr Walther die Stunden, der seit drei Jahren Turnlehrer in
Schöneberg ist. Er wird an die Sammelklassen versetzt, vom 2. September bis 1.
Oktober tritt Herr Bierbach an seine Stelle. Am 22. August wird ein Dampferausflug
nach Zwiebusch (Gosener Berge) unternommen. Zum 1. September tritt ein neuer
Hausmeister auf Probe sein Amt an: Herr Hackebarth, verheiratet (1 Kind), der
Hauswart in Buch war, und nun bis zum Freiwerden der Wohnung täglich nach Buch
fährt!
Am 4. September ist schulfrei. Das Luftschiff ?Graf Zeppelin? kehrte von seiner
Weltreise zurück. Die Verfassungsfeier fand in diesem Jahr für alle Schulen
gemeinsam auf dem Dominicus-Platz statt. Die Schulen marschierten in
geschlossenem Zuge vom Schulhof ab und dahin zurück! Das von der Regierung
zum Andenken gestiftete Buch erhielt Hoffmann (Klasse 2).
Im Herbst verließen nur 3 Schüler die Schule, zwei nach einjährigem Besuch der 2M
Klasse, 1 nach zweijährigem Besuch der 4. Klasse (wurde uns Ostern von Schule 6
überwiesen). Einer will [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ], einer Bäcker, der dritte
Gastwirt werden.
Winterhalbjahr 1929/30
Die Aufstellung des Planes erübrigt sich, da die Verteilung unverändert bleibt.
Kollege Kindhorst übernimmt 12 Stunden in der 1. Klasse, so dass das Kollegium
den Stundenbedarf deckt.
Es sind 576 Schüler vorhanden, davon sind 449 evangelisch, 10 katholisch, 94
jüdisch, 23 anderer Konfessionen oder Dissidenten. Zum Konfirmandenunterricht
gehen 17, 11 von 12 bis 13 Uhr, 6 von 13 bis 14 Uhr. Zu den oberen Jahrgängen
gehören nur 68 Kinder, das sind 11,8%. Die Schule hat 16 Klassen mit
durchschnittlich 36 Schülern. Michaelis-Klassen sind nicht mehr vorhanden.
Das Sommerhalbjahr schloss mit zahlreichen Diphtheritis-Erkrankungen, die wieder 2
Todesopfer forderten.
Das Reformationsfest wurde wie üblich begangen. Im November musste Herr
Reimann wieder zur Kur nach Mergentheim; seine Vertretung übernahm Herr Winter.
Am 1. Dezember wurde Herr Hackebarth, nach Verkürzung der Probedienstzeit
angestellt; immerhin dauerte es noch bis zum 15. März, ehe er die Hausmeister-
Dienstwohnung beziehen konnte. Acht Tage nach dem Umzug starb der Witwe des
Vorgängers die älteste Tochter an den Folgen einer Blinddarm-Operation.
Die Finanzlage der Stadt zwingt zu allerhand ?Sparmaßnahmen?. Die noch nicht
verausgabten Gelder (auch für Lehrmittel, Wanderungen) müssen zurückgezahlt
werden; soll eine Fensterscheibe ersetzt werden, muss das Hochbauamt die
Genehmigung des ?Sparkommissars? einholen!!
Die Diphterithis forderte im Winter noch 5 Opfer.
[ Seite gehört hier wahrscheinlich nicht hin! ]zwar droht eine Überfüllung der [ im
Original nicht lesbar, d. Bearb. ] (von 2400 Schülern der 5. Klasse sind 1500 zur
höheren Schule gemeldet); besonders einschränkende Maßnahmen nimmt
Schöneberg nicht vor!
Herr Bengsch, der seine Prüfung als Werklehrer bestand, geht zum 1. April 1930 als
Turnlehrer an das Friedenauer Gymnasium. Herr Lindhorst hat sich seines weiten
Schulweges halber nach Berlin gemeldet!
Ostern wurden 5 Knaben der 1. Klasse (Klassenalter ½ Jahr) und 2 der 3. Klasse
(einer mit 1- und einer mit 2-jährigem Klassenalter) entlassen, davon will einer
Handwerker werden, 2 ins Technische, 2 ins Kunstgewerbe gehen, 1 Matrose und 1
Koch werden.
Da wieder drei 8. Klassen entstehen (12 Knaben müssen trotzdem noch zur 2.
Schule umgeschult werden). [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ], wird die schwache
1. Klasse aus Raummangel zur 6. und 2. Schule umgeschult.
Sommerhalbjahr 1930
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 frd.nat.
2 [ ohne Eintrag ] 18 16 1 1 0 0 0 3 1
3 Ehle 33 33 0 0 0 0 1 0 2
4 Koschemann 36 31 1 2 2 0 0 0 3
5a Heiber 42 34 0 8 0 0 0 0 0
5b Fätkenheuer 41 26 2 13 0 0 0 0 5
5c Reimann 38 30 0 7 1 0 0 0 5
6a Borgis 36 29 0 6 1 0 0 0 9
6b Oppermann 35 20 1 9 5 0 0 0 6
6c Schmidt 36 29 1 6 0 0 0 0 2
6d Zorn 35 30 1 3 1 0 0 0 1
7a Ladewig 33 21 0 12 0 0 0 0 4
7b Schulze 35 28 0 6 1 0 0 0 6
7c Runge 34 23 0 10 1 0 0 0 5
8a Aranowski 39 24 1 9 5 0 0 0 4
8b Barow 37 24 0 7 6 0 0 0 4
8c Rehfeld 39 29 0 10 0 0 0 0 2
Gesamtzahl der Schüler: 567
Davon sind 427 evangelisch, 8 katholisch, 109 jüdisch, 23 ungetauft. Am
Religionsunterricht nahmen 11 nicht teil. Den Konfirmandenunterricht besuchten 4
Knaben, 3 von 13 bis 14 Uhr, 1 von 12 bis 13 Uhr.
Zur Grundschule gehören 480 Kinder, das sind 84,6%, zu den oberen Jahrgängen
87 = 15,4%. Die Schule hat 16 Klassen mit 35,4 Schülern. Es sind nur noch
Osterklassen. An der Schule unterrichten 16 Lehrkräfte, 1 Rektor, 2 Konrektoren, 11
Lehrer, 2 Lehrerinnen.
Um in der 14. Schule nur jüdische Klassen unmöglich zu machen, werden für
jüdische Eltern Einschulungsbezirke geschaffen.
An die Stelle von Herr Lindhorst tritt
Gerhard Fätkenheuer
Geboren 19. August 1904 zu Berlin. Mit der Reifeprüfung für Obersekunda
(September 1920) besuchte Herr F. die 1. Präparandenklasse, dann das Seminar in
Oranienburg. Die 1. Lehrerprüfung war Oktober 1924. Ostern 1925 ? Oster 1928:
Lehrer an der Stark?schen Höheren Knabenschule. 2. Prüfung: 28. Februar 1928.
Einstweilige Anstellung 1. August 1928. Das V.D.A. wurde unter Anrechnung der 3-
jährigen Privatschuldienstzeit nach Zahlung von 690 Mark auf den 11. April 1925
festgesetzt. Ostern 1928 bis Oster 1930: praktische Schularbeit (Vertretung) und
psychiatrische [?] Arbeiten (Untersuchungen über die Wirkungen des
Turnunterrichts). Seit dem 1. April 1930 ist Herr F. fest angestellt.
Im anormal heißen Juni gab es viel Hitzefrei. Die Schule machte einen
Dampferausflug nach Wolterdorfer-Mühle.
Da mit dem Fehlen der 1. Klasse Herr Zorn keinen Chor bilden kann, fanden die
Feiern der Rhein[ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] mit dem am 1. Juli schon die
Feiern begannen, nun die Verfassungsfeier in den Klassen statt.
In den großen Ferien war der Schulhof wieder zu Ferienspielen freigegeben. Ohne
Zweifel ist der mutwillig angerichtete Schaden größer als der etwaige Nutzen. In den
Ferien erhielten die Klassenzimmer einen neuen Anstrich. Leider wählte man so helle
Farben, dass jeder Schmutzfleck sichtbar ist. Zu ende des Sommerhalbjahres erheilt
die Schule ein Kofferkino. Es kann nun auch dieses Veraanschauliegungsmittel in
den Dienst des Unterrichts gestellt werden.
Winterhalbjahr 1930/31
Um die Frequenz auf 35 zu bringen, wurde in letzter Stunde die 2. Klasse (18
Jungen) der 6. Schule überwiesen. Die Frequenz beträgt nun 536:15=35,7. Herr
Fätkenheuer, der dadurch frei wird, behält 7 Stunden Deutsch in der 5. Klasse, um
den Übergang zur höheren Schule nicht zu sehr zu stören, und geht mit 10 Stunden
zur Hilfsschule. Herr Rehfeld ist ernstlich erkrankt (Kehlkopfgeschwür); seine
Vertretung übernimmt Frl. Zielke, die aber nach 3 Wochen zur 5. Schule geschickt
wird, wo 2 Erkrankungen die Vertretung notwendiger erscheinen lassen. Herr
Rehfeld fehlt bis 24. November. Weil die Heizung nicht in Ordnung ist, wird ein neuer
Heizstrang über das Rektorzimmer gezogen, werden in den Klassen unter den
Fenstern Heizschlangen angelegt. Stauungen im neuen Strang, die dadurch gänzlich
kalt bleibt, ließen sich bis Ausgang des Winters nicht beheben.
Wir erhalten einen neuen Bibliotheks- und Physikschrank. Ein Antrag des
Elternbeirats die Aborte und den Umkleideraum der Turnhalle umzubauen (zu
vergrößern) wird aus Mangel an Mittel abgelehnt, obwohl die Notwendigkeit
anerkannt wird. Für den Hof musste, um die Ordnung einigermaßen zu
gewährleisten, eine strenge Gangdisziplin durchgeführt werden. Mit dem 31. März
scheidet Herr Stadtschulrat Hannemann aus dem Amt. Seine Amtsgeschäfte
übernimmt Herr Bürgermeister Berndt. Schule 12 entlässt nur 2 Knaben (aus der 3.
Klasse), der eine will Bäcker, der andere [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
werden.
Sommerhalbjahr 1931
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 snt.nat.
2 [ ohne Eintrag ] 29 27 0 0 2 0 4 0 4
3 Koschemann 38 36 0 1 1 0 1 0 3
4 Ehle 43 40 0 1 1 1 0 0 6
5a Borgis 34 28 0 6 0 0 0 0 4
5b Oppermann 34 23 0 9 2 0 0 0 5
5c Schmidt 34 26 1 1 1 0 0 0 2
5d Zorn 33 30 0 2 1 0 0 0 1
6a Ladewig 35 25 0 10 0 0 0 0 2
6b Schulze 35 29 0 5 1 0 0 0 5
6c Fätkenheuer 35 23 0 10 2 0 0 0 4
7a Barow 42 25 2 9 6 0 0 0 5
7b Rehfeld 42 30 0 11 1 0 0 0 2
8a Aranowski 39 26 0 11 1 1 0 0 3
8b Heiber 40 31 1 5 2 1 0 0 4
8c Reimann 41 32 1 5 3 0 0 0 3
Gesamtzahl der Schüler: 554
davon sind 431 evangelisch, 5 katholisch, 91 jüdisch, 24 ungetauft, 3 sonstigen
Glaubens. Am Religionsunterricht nahmen 3 nicht teil. Den Konfirmandenunterricht
besuchen 5 und zwar von 12 bis 13 Uhr. Zur Grundschule gehören 444 Kinder,
80,2%, zu den oberen Jahrgängen 110, das sind 19,8%. Die Schule hat 15 Klassen
mit 37 Kindern. An der Schule unterrichten 15 Lehrkräfte: 1 Rektor, 2 Konrektoren,
10 Lehrer, 2 Lehrerinnen.
Herr Runge wurde Hilfsturnlehrer von der Hohenzollernschule O.-R. An seine Stelle
trat für 1 Tag der Turnlehrer Zoll. Für ihn kam Herr Fätkenheuer, so dass zwar kein
geprüfter Turnlehrer an Schule 12 ist, der Schwimm-Unterricht durch einen solchen
(Herr Tietze) erteilt wird. Der jüdische Lehrer Krayn unternahm [ im Original nicht
lesbar, d. Bearb. ] den Religions[ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
6 Stunden.
In der Sparsamkeitsmaßnahmen erhält der Schulblock nur einen Hausmeister. Herr
Hackebarth blieb hier. Welche Konsequenzen aus der Umorganisation ergeben,
bleibt abzuwarten.
Die Finanznot zwingt zu immer neuen Sparmaßnahmen. Lehrmittelbeschaffung wird
unmöglich, Wandergeld gibt es nicht. Da die Mittel momentan nicht freigegeben
werden, rechnet man mit einem 20tel des Betrages (den niemand kennt). Für jede
Beschaffung ist zu bescheinigen, daß sie ?lebensnotwendig? ist, unter keinen
Umständen herausgezögert werden darf. Die Herstellung einer Hausmeisterloge wird
natürlich abgelehnt.
Am 18. Juni findet der übliche Dampferausflug nach der Krampenburg statt. Es
regnet, nein, es pisst ununterbrochen von morgens bis abends. [ es steht wirklich
?pisst? im Text! ].
Der Schüler Meinecke (2. Klasse) beteiligte sich nach einer Notiz im ?Westen? an der
Rettung der Insassen eines umgeschlagenen Paddelbootes.
Am 29. Juni fiel der Unterricht aus (Freiherr von Stein Feier).
In den großen Ferien konnten Ausbesserungsarbeiten (des Farbanstrichs an den
Wänden) nicht ausgeführt werden, da kein Geld vorhanden ist. Der Filmunterricht
wird verboten, weil die Baupolizei Bedenken erhob. Welcher Art die sind, ergibt sich
daraus, dass ein Maler über eine vorhandene Klassentür ?Notausgang? schrieb.
Winterhalbjahr 1931/32
Trotzdem sich die Erhöhung der Pflichtstundenzahl zum ersten Mal auswirkt (die
älteren Herrn geben je 3 Stunden mehr), trotz Erhöhung der Klassenfrequenz auf
35,5 (Berlin fordert 36,25), trotzdem Berlin 500 Junglehrer entlässt, trifft der Abbau
unseren Bezirk im bescheidenen Ganzen. An der Schule ändert sich nichts. Der
jüdische Lehrer Krayn wird frei, Herr Tietze, der entlassen wurde, kann den
Schwimmunterricht in Klasse 3 nicht mehr erteilen; Herr Runge wird die beiden
Schwimmstunden geben. Der Hausmeister der 13. Schule wird entgültig an die P.
Schule versetzt. Hoffentlich kommt nun Ordnung in die verfahrenen Verhältnisse. Die
Willigmann?sche Privatschule schickt täglich Butterbrote zum Frühstück. Für das
Jugendamt wird im Rahmen der Winterhilfe erfolgreich gesammelt.
Sommerhalbjahr 1932
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 snt.nat.
2 [ ohne Eintrag ] 35 31 0 2 2 0 2 0 0
3 Ehle 40 38 0 2 0 0 0 0 1
4 Koschemann 44 39 0 5 0 0 0 0 3
5a Ladewig 38 28 0 10 0 0 0 0 1
5b Schulze 38 28 0 8 2 0 0 0 3
5c Borgis 38 27 0 11 0 0 0 0 3
6a Barow 36 24 0 8 4 0 0 0 4
6b Rehfeld 39 25 0 12 2 0 0 0 3
7a Oppermann 41 24 3 12 0 2 0 0 4
7b Heiber 40 29 1 8 2 0 0 0 4
7c Reimann 39 27 1 5 6 0 0 0 2
8a Schmidt 43 31 0 9 3 0 0 0 4
8b Zorn 44 35 0 5 4 0 0 0 1
Gesamtzahl der Schüler: 515
davon sind 386 evangelisch, 5 katholisch, 97 jüdisch, 25 Dissidenten, 2 sonstigen
Glaubens. Am Religionsunterricht nahmen 3 Evangelische nicht teil. Den
Konfirmandenunterricht besuchen 2 von 12 bis 13 Uhr.
Es wurden Ostern 10 Jungen entlassen, 7 aus Klasse 2 (6 mit einem Klassenalter
von 1 Jahr, 1 mit 4 Jahren), 3 aus Klasse 3 (1 mit 1 Jahr, 2 mit 2 Jahren
Klassenalter). Davon wollen 3 Handwerker werden, zum chemischen Gewerbe 2,
Handel 1, Schreibdienst 1 [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] unbestimmt ist die
Berufswahl bei 3.
Die Finanzlage der Stadt wurde immer schlechter. Das Gehalt wurde in 3 Raten
bezahlt. Die Lauferei begann in der Inflationszeit. In der Schuldeputation, der Rektor
jetzt angehört, wird beschlossen, die Teilbeträge nach Möglichkeit zu überweisen.
Die 1. Klasse kann mit 23 nicht gehalten werden, sie wird der 6. Schule überwiesen
da sich nun 2 Aufnahmeklassen ergeben, müssen 2 Mitglieder des Kollegiums
versetzt werden. Herr Fätkenheuer geht zur 2. Hilfsschule. Nach dem Grundsatz,
dass der zuletzt Gekommene wieder geht, musste Herr Koschemann versetzt
werden. Als Konrektor erhebt er Einspruch. Der Schulrat will Frl. Ladewig versetzen ?
sie ist 18 an der Schule! So geht schließlich Herr Aranowski. Als sich Ostern
herausstellt, dass 7000 Kinder weder Lehrer noch Klassen vorhanden sind, die
Frequenz über 37,7 nicht erhöht werden soll, sind sämtliche Krankheitsvertreter
aufgebraucht! Herr Aranowski kommt zur 6. Schule. 8 festangestellt Lehrkräfte des
Bezirks werden nach Charlottenburg und Spandau versetzt.
Zur Grundschule gehören 396 Kinder, das sind 76,7%, zu den oberen Jahrgängen
119, das sind 23,1%. Die Schule hat 13 Klassen mit durchschnittlich 39,6 Kindern.
An der Schule unterrichten 13 Lehrkräfte: 1 Rektor, 10 Lehrer, 2 Lehrerinnen. Durch
Kürzung der Gehälter sind die Konrektoren-Zulagen in Wegfall gekommen (hat das
System 20 Klassen, darf 1 Konrektor benannt werden. Die Rektorenzulage beträgt
nur noch 500 Mark (statt 1200 Mark); erst von 16 Klassen an werden 700 Mark
gezahlt.
Den Schwimm-Unterricht in der 3. Klasse gibt nach wie vor Herr Runge.
Die Hausmeister-Loge kann nicht einrichtet werden, weil die Mittel fehlen und der
Klassenraum als solcher nicht freigegeben wird. Die Raumnot wird größer, weil die
deutsch-russische Schule in den Anbau des Werner-Siemens-Realgymnasiums
gelegt wurde und die Hilfsschule eine Sammelklasse für schwer Schwachsinnige (mit
Hort) einrichtete.
Eine Dampferfahrt fand wegen zu geringer Beteiligung nicht statt; dafür ist ein
Elternabend für den Winter geplant.
Der Gesang-Unterricht von Herrn Zorn wurde anlässlich einer Veranstaltung des
Zentral-Instituts von Ausländern besucht.
Die Dachaufbauten wurden gestrichen. Eine Trinkgelegenheit wurde durch einen
Zapfhahn ersetzt.
Es musste wegen der Hitze der Unterricht ausfallen am 28. bis 29. Juni um 12 Uhr,
am 12. bis 13. August um 11 Uhr, am 15 bis 16. August um 12 Uhr, 18. bis 19.
August 3. und 4. Stunde je 10 Minuten gekürzt, 20. August um 11 Uhr, 22. August
um 12 Uhr (Hitze in den Räumen).
Am 27. September wurden Frl. Barow, Herr Borges und der Rektor durch Herrn
Oberschulrat Günther mündlich und protokollarisch vernommen. Es handelt sich um
unliebsame Vorkommnisse mit dem Schularzt und die Anzeige eines Vaters (Fall
Fengler).
Wegen des 85. Geburtstages des Reichspräsidenten (am 2. Oktober) fiel am letzten
Schultage der Unterricht aus; es wurde das Halbjahr am 29. September geschlossen.
Der Winter brachte planmäßig keine Veränderungen. Den Schwimm-Unterricht in
Klasse 3 übernahm Herr Gutsche von Schule 2, Herr Borges ging mit 3 Stunden zur
2. Schule.
Das Reformationsfest wurde in der üblichen Weise durch einen Kirchgang gefeiert.
Nach Ausscheiden des Stadtrates Herrn Hannemann führte Herr Bürgermeister
Berndt die Schuldezernatsgeschäfte die am 1. Oktober Herr Stadtrat Graff
übernahm. In Folge der geplanten Verringerung der Bezirke (9 statt 20) ist der
Umzug in den Büros groß.
Der Elternabend, der 2 Mal abgehalten werden konnte, war gut besucht.
Da mehr als die Hälfte der Kinder an Grippe erkrankten, mussten die Klassen 5c und
6a vom 31. Januar bis 6. Februar, vom 1. Februar bis 7. Februar 5a, vom 2. Februar
bis 8. Februar 8a geschlossen werden.
Das Winterhalbjahr [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] die [ im Original nicht lesbar,
d. Bearb. ] zu 2 ganz [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] in der Schule (?Rechnen?
Hintze, ?Musik? Zorn).
Die Sparmaßnahmen lassen die Geldmittel immer mehr und mehr
zusammenschrumpfen. Alles muss ?lebensnotwendig? sein, damit es bewilligt wird.
Der Sieg der N.S.D.A.P. in der Wahl am 6. März führt zum Schulausfall am 8. März.
Am 21. März fällt wegen der feierlichen Eröffnung des Reichstages (Tag von
Potsdam) die Schule aus.
Sommerhalbjahr1933
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 snt.nat.
1 Hintze 35 32 0 2 1 0 29 2 0
2 Ehle 40 34 1 4 1 0 10 0 3
3 Koschemann 40 31 0 5 4 0 4 0 4
4 Borgis 48 36 1 6 5 0 0 0 4
5a Barow 36 24 0 7 3 2 0 0 4
5b Rehfeld 39 24 0 13 1 1 0 0 3
6a Oppermann 39 24 2 11 1 1 0 0 4
6b Heiber 40 23 1 9 5 2 0 0 5
6c Reimann 40 21 2 6 10 1 0 0 4
7a Schmidt 41 23 0 12 5 1 0 0 7
7b Zorn 40 28 0 6 4 2 0 0 4
8a Ladewig 49 31 1 12 4 1 0 0 1
8b Schulze 48 36 1 8 1 2 0 0 6
Gesamtzahl der Schüler: 535
davon 367 evangelisch, 9 katholisch, 101 jüdisch, 45 Dissidenten, 13 andere
Konfessionen. Am Religionsunterricht nahmen 2 evangelische nicht teil. Den
Konfirmanden-Unterricht besuchen 45 Jungen.
Es wurden Ostern 5 Jungen entlassen, 3 aus der 2., 2 aus der 3. Klasse
(Entlassungsliste).
Der ursprünglich auf den 19. April festgesetzte Beginn des Schuljahres wurde wegen
der Umbildung der Lehrkörper (Abänderung des Beamtengesetzes: Juden,
Freimaurer und sonst für den Staat nicht tragbare Lehrer sind zu entlassen) auf den
1. Mai festgesetzt. Die Lernanfänger wurden auf den 1. April, 19. April, 1. Mai, und
schließlich den 2. Mai bestellt, da am 1. Mai der Tag der nationalen Arbeit mit der
Radioübertragung aus dem Lustgarten gefeiert wurde.
Zur Grundschule gehören 372 Kinder 69,5%, zu den oberen Jahrgängen 163 Kinder
30,5%. Die Schule hat 13 Klassen mit durchschnittlich 41,1 Kindern. An der schule
unterrichten 13 Lehrkräfte: 1 Rektor, 10 Lehrer und 2 Lehrerinnen.
Den Schwimm-Unterricht erteilt Herr Gutsche von der 2. Schule. 5 Fehlstunden
(Turnstunden in der Grundschule) gibt Herr Blümel (13. Schule).
Die neue Dienstanweisung kennt den Begriff der kollegialen Schulleitung nicht mehr.
Wegen der Volkszählung fiel der Unterricht am 17. Juni aus. Am 22. Juni führte eine
Ganztagung die Lehrerschaft Schönebergs und Friedenaus in die national-
sozialistische Gedankenwelt ein. Am 24. Juni sollte der Tag der Schulen gefeiert
werden, das schlechte Wetter vereitelte die Sportvorführungen auf dem Dominicus-
Platz! Am 28. Juni veranstalteten die Privatmusiklehrer zu Werbezwecken ein leider
nur sehr schwach besuchtes Konzert.
Für den 2. September war ein allgemeiner Wandertag angesetzt worden; leider
spielte uns das Wetter einen Streich. Die Eröffnung des Preußischen Staatsrates am
15. September wurde mit der Lautsprecherübertragung des Festaktes in der Aula
miterlebt!
Mit dem 30. September tritt Herr Ehle in den Ruhestand, 36 ½ Jahre amtierte er in
Schöneberg, 30 ½ Jahre an Schule 12!
Immer größer werden die Anforderungen, die man an die Schule für außerschulische
Dinge stellt: 4 Zeitungen sollen vertrieben werden! Die Hitler-Jugend bringt vorläufig
nichts an Disziplin mit, nur das feste Wissen! Die bis abends um 11 und noch länger
mit ?Dienst? beansprucht. [ Letzter Satz ist seltsam, aber steht exakt so im Text, d.
Bearb. ] Und ?Führer? sind 16-Jährige! Auf amtliche Anordnung wird der Film
?Hitlerjunge Quex ? vorgeführt!
Für den Kollegen Ehle wird der Schule Herr Heinrici zugewiesen!
Willy Heinrici
Geboren 31. März 1883 zu Berlin, evangelisch, besuchte die Volksschule, das
Gymnasium zu Grauen Kloster, die 12. Realschule in Berlin, verließ sie mit dem
Einjährigen im März 1901. 1901 bis 1904 Königliches Seminar für Stadtschullehrer in
Berlin, 1904 Eintritt in den Volksschuldienst Berlin. Mai 1906: 2. Lehrerprüfung.
Oktober 1906 bis 1907 Einzug freiwillig in Kaiser-Alexander-Garde-
Grenadierregiment Nr. 1 in Berlin, 1908 als Unteroffizier Reserveübung A in Posen,
1909 als Vizefeldwebel Übung B in Posen. Heirat im Juli 1909 mit Elise Grahlmann.
Seit 1907 Fortbildungsschule für ungelernte Arbeiter, 1909 bis 1914 Fachschule für
das Buchgewerbe. 17. September 1910 Tochter Liselotte geboren, am 2. Juni 1913
Sohn Werner. August 1914 als Offiziersstellvertreter zum L.I.R. 20 eingezogen, 18.
Oktober 1914 zum Leutnant der L. I befördert, EK II, 14. November 1914 verwundet
(Kopfstreifschuss), 31. Januar 1916 wegen Dienstunfähigkeit verabschiedet, 2.
Februar 1916 Rücktritt in den städtischen Schuldienst, 1. Juli 1921 bis 31. März 1932
ohne Gehalt zur Leitung der Wadzeck-Anstalt (Waisenanstalt) beurlaubt. 1. April
1932 Rücktritt in den Schuldienst.
Am 31. Oktober wurde das Reformationsfest in üblicher Weise mit einem
Festgottesdienst gefeiert. Anlässlich der Luther-Woche wurde der Luther-Film
gezeigt. Die Schüler sahen die nationalsozialistischen Filme ?Hitlerjunge Quex? ?
?Der Sieg des Glaubens?. Am Winterhilfswerk beteiligte sich die Schule durch [ im
Original nicht lesbar, d. Bearb. ]* eines Schildes. Der Vertrauensmann für
künstlerische Angelegenheiten, Herr Zorn, sorgte für den Besuch des Preußischen
Theaters der Jugend. Am 18. Januar 1934 fiel der Unterricht aus:
Reichsgründungsfeier. In Verbindung mit den Bestrebungen zur Pflege der
Hausmusik wurde am 11. und 12. Dezember ein Elternabend veranstaltet; der Zulauf
war nur gering. Leider ist weder an den Bau der Toiletten noch an die Beschaffung
einer neuen Aulabestuhlung zu denken.
Es wurden 50 Jungen entlassen: 36 aus der 1., 9 aus der 2., 5 aus der 3. Klasse
(siehe Entlassungsliste).
* könnte Anfertigung, Anbringung etc. heißen
Sommerhalbjahr 1934
Konf.Unt.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst 12/1 1/2 snt.nat.
1 Heinricii 30 27 1 2 0 0 0 0 0
2 Hintze 49 39 0 8 2 0 0 0 4
3 Borgis 40 30 1 5 4 0 0 0 2
4 Koschemann 40 30 0 6 3 1 0 0 2
5a Oppermann 37 25 1 11 0 0 0 0 3
5b Heiber 39 26 0 8 3 2 0 0 4
5c Reimann 38 25 1 5 7 0 0 0 4
6a Schmidt 42 25 2 10 4 1 0 0 5
6b Zorn 37 26 1 6 2 2 0 0 4
7a Ladewig 49 37 2 7 2 1 0 0 0
7b Schulze 49 33 0 9 5 2 0 0 6
8a Barow 38 27 0 10 1 0 0 0 4
8b Rehfeld 35 29 0 5 1 0 0 0 2
Gesamtzahl der Schüler: 523
davon 379 evangelisch, 9 katholisch, 92 jüdisch, 34 dissident, 9 andere
Konfessionen. Am Religionsunterricht nimmt ein evangelischer Schüler nicht teil. Den
Konfirmanden-Unterricht besuchen 42 Jungen von 12 bis 13 Uhr. Zur Grundschule
gehören 364 Knaben, das sind 69,6%, zu den oberen 4 Jahrgängen 159 = 30,4%.
Die Schule hat 13 Klassen mit 40,2 Kindern. An der Schule unterrichten 13
Lehrkräfte: 1 Rektor, 10 Lehrer, 2 Lehrerinnen.
Das die vorgeschriebene Frequenz nicht erreicht wird liegt daran, daß eine größere
Anzahl jüdischer Eltern ihre Kinder zur jüdischen Schule ummeldeten. Mit dem 1.
April siedelte die 2. Hilfsschule als ?Hilfsschule Schöneberg? in das Gebäude der 2.
Schule über. Für die 12. Schule ergab sich endlich ein größeres Zimmer als
Lehrerzimmer; ein Arztzimmer und die Hausmeisterloge konnten eingerichtet
werden. Zwei freie Klassenräume wurden der deutsch-russischen höheren Schule
zur Verfügung gestellt. Die Aula erhielt 250 Stühle. Da es notwendig erscheint, sie
dauernd stehen zu lassen, fehlt eine Zeichenklasse. Ich habe vorgeschlagen,
zwischen zwei Klassenräumen die Wand herauszunehmen, dann wäre dem
Übelstand abgeholfen. Hoffentlich bringt das neue Schuljahr auch noch den so
dringend notwendigen Bau der Toiletten.
Mit dem Eingehen von Schulklassen brachte der Ostertermin zahlreiche
Versetzungen von Lehrkräften, zum Teil auch bedingt durch hässlichste [?][ im
Original nicht lesbar, d. Bearb. ], die sich vor allem gegen den Schulrat richteten.
Das Preußische Theater der Jugend schloß am 4. seine Pforten!
Das neue Schuljahr begann mit der Flaggenhissung!
Für Lernmittel konnte zu Beginn des Schuljahres gar nichts geliefert werden.
Entgegen dem Ministerial-Erlass, der das Einführen neuer Lehrbücher erarbeit,
stellte der Verlag Hirt[ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] erschienen seine Fibeln in [
im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] und brachte nun solche mit deutscher
Druckschrift heraus. Am 1. Mai dem Nationalfeiertag des deutschen Volkes, feierten
Klasse 1 und 2 im Lustgarten; die Klassen 3 bis 5 hörten gemeinsam mit der 13.
Schule in der Aula des Werner-Siemens-Realgymnasiums die Rundfunkübertragung.
Am 12. Mai wurde gemeinsam mit der 13. Schule der Muttertag in der 5. Stunde
gefeiert. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen des April und des Mai bei uns
machten schon am 4. Mai Hitzeferien nötig. Dafür musste Ende Mai wieder geheizt
werden.
Am 11. August wurde der 1. Staatsjugendtag begangen. Am 13. August beendete
Herr Schulrat Kindermann die Revision, die vor den großen Ferien begann und hatte
(Herr Regierungsdirektor Hassenstein und Herr Reg.- und Schulrat Wolff nahmen an
einem Tag die Revision in einigen Klassen ab) mit einer Konferenz.
Am 25. August brachte das Fest der Jugend die Ausscheidungskämpfe in Eichkamp.
Am 3. September fand die Vereidigung des Kollegiums durch den Rektor statt. Mit
dem Herbst trat Herr Kollege Borges in den Ruhestand. Herr Schulrat Kindermann
war zur Abschiedsfeier erschienen.
Im Keller hat der Luftschutz bauliche Veränderungen größeren Umfangs
vorgenommen, dabei die Abortanlagen herausgerissen ohne für Ersatz zu sorgen.
Jetzt sollen die Lehreraborte mit denen für die Kinder vereinigt werden!!!
Änderungen im Winterplan sind nicht nötig. Für Herrn Borges tritt Herr Stahn ein.
Dadurch lässt es sich vermeiden, dass Schule 2 zwei Schwimmstunden stellt.
Der Zeichensaal ist noch nicht eingerichtet; die immer noch nicht fertiggestellte
Beleuchtung der Aula beginnt schon entzwei zu gehen.
Heinz Stahn geboren 4. Mai 1903 in Genthin als Sohn eines Oberpostsekretärs i.R.
Seminaristenschule, Präparande (1917), Seminar (1920) Genthin. Erste
Lehrerprüfung 10. bis 18. März 1924. Ein Jahr in der Zuckerraffenerie Genthin, ein
Jahr Drogengroßhandlung. 1927 auf Grund der Ausgleichsbestimmung vom
Regierungsbezirk Magdeburg nach Berlin überwiesen. Die Einstellung April 1929
wurde vom Austritt aus der [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]-Kirche und dem [ im
Original nicht lesbar, d. Bearb. ]*-Parteibuch abhängig gemacht. 15. September 1929
Lehrerstelle in Merseburg, 1932 Eilenburg, 1. Juli 1932 zweite Prüfung. Am [ im
Original nicht lesbar, d. Bearb. ]. Oktober 1932 in [ im Original nicht lesbar, d. Bearb.
], Kreis Querfurt, entgültig angestellt. Verheiratet! 1. Oktober 1932 nach Berlin
einberufen.
* SPD oder KPD, ist nicht zweifelfrei zu entscheiden
In Klassen 8b trat Scharlach auf. Es blieb die Klasse, die am meisten unter
Krankheiten zu leiden hatte. Die Schülerzahl ging so zurück, dass die Klasse Ostern
aufgelöst werden musste. Im Januar 1935 wurden endlich die Toiletten für Lehrer im
Gebäude wieder eingerichtet und zwar in anständiger Weise. Gleichzeitig erhielt das
Lehrerzimmer Waschgelegenheit! In der Aula wurde die Bestuhlung aufgestellt.
Am 1. Dezember wurde der Schulrat Kindermann nach Tempelhof versetzt, an seine
Stelle trat Herr Schulrat Bauer. Am 15. Januar fiel der Unterricht zur Feier des
Abstimmungssieges an der Saar aus. ? Die Rückführung des Saargebietes wurde
festlich begangen. Herr Stadtrat Schlichtenberg legte sein Amt nieder.
In Folge der völligen Auflösung des Werner-Siemens-Realgymnasiums wurde die
Handels- und die Kaufmännische Berufsschule hierher verlegt. Weil die deutsch-
russische höhere Schule Ansprüche auf das Gebäude geltend machen konnte,
musste eine Volksschule aufgelöst werden. Dank des verständnisvollen
Eingestehens des Herrn Stadtrats Schlichtenberg auf seinen Wunsch konnte ich
erreichen, dass wir hier blieben und das statt der geplanten zwei gemischten Schulen
hier die Knaben in der Kyffhäuserstraße die Mädchenschule eingerichtet wurde. Bei
der Gelegenheit konnte sich die 12. Schule zwei Werkstätten-Einrichtungen (für
Papp- und Holzarbeiten) [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]! In den Osterferien
wurde auch der Zeichensaal eingerichtet; leider fehlt noch der Wasseranschluss
darin. Es wurden 36 Jungen entlassen (siehe Entlassungsliste).
Sommerhalbjahr 1935
Das Schuljahr sollte am 1. April, dann am 23. April (3. Osterfeiertag) beginnen; es
fing am 24. April an.
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst Konf.Unt. snt.nat.
1a Heinricii 34 29 0 5 0 0 27 4
1b Branke 38 34 0 1 2 1 13 0
2 Hintze 47 40 1 2 4 0 12 4
3 Koschemann 46 36 2 5 3 0 4 0
4 Heiber 45 33 0 7 4 1 0 2
5a Schmidt 45 31 1 9 3 1 0 3
5b Zorn 41 29 1 7 2 2 0 5
5c Deichsler 42 36 0 3 3 0 0 0
6a Ladewig 48 36 1 8 2 1 0 0
6b Schulze 51 37 1 9 3 1 0 5
7a Marwedel 50 46 0 2 2 0 0 0
7b Rehfeld 50 36 0 12 2 0 0 4
8a Barow 41 31 0 5 4 1 0 1
8b Oppermann 43 33 2 3 3 2 0 0
8c Reimann 41 36 1 1 3 0 0 1
Gesamtzahl der Schüler: 662
davon 523 evangelisch, 10 katholisch, 79 jüdisch, 40 Dissidenten, 10 anderen
Bekenntnisses. Den Konfirmandenunterricht der seit 1. Januar Dienstag und Freitag
in der 1. Stunde erteilt wird, besuchen 56 Jungen. Zur Grundschule gehören 452
Jungen, das sind 68,3%. Die Schule hat 15 Klassen mit 44,1 Schülern. An der
Schule unterrichten 15 Lehrkräfte: 1 Rektor, 11 Lehrer, 3 Lehrerinnen.
Schule 12 übernahm von der 2. Schule eine 1. Klasse mit Herrn Branke, eine 5. mit
Herrn Deichsler, der früher schon an der Schule war, und eine 7. mit Frl. Marwedel.
Dazu kommen die Schulanfänger! Dadurch, dass die 8. Klassen zustande kommen,
konnte Frl. Barow deren Klasse aufgelöst wurde, an der Schule bleiben. Herr Stahn
kam nicht nach Steglitz, sondern an die 15. Schule. Die Umschulungen brachten
soviel Unruhe, dazu kam der Wohnungswechsel der Eltern, dass in den 8. Klassen
erst nach langer Zeit feststand, wer zur Schule gehörte.
Hildegard Marwedel
Geboren 1. Oktober 1890 in Anklam (Pommern). Examen für Mittlere und Höhere
Mädchenschulen an der städtischen Viktoria-Schule in Danzig. Vom 25. bis 31.
August 1905. 1. Oktober 1910 bis 1. Januar 1913 Privatschuldienst, 1913
Studienaufenthalt in Frankreich, dann städtischer Schuldienst (Dienstalter 1. August
1914 erste Anstellung im Kreis Stargard [jetzt Stawgard, Polen]). Anstellung in Berlin
Schöneberg 1920, und zwar als 1. August 1920 an Schule 2.
Paul Branke
Geboren 1. Oktober 1875 in Erlenholz Kreis Sorau/Niedersachsen, Dorfschule in
Kalke bis zum 10. Jahr, dann die Stadtschule in Triebel, Oktober 1890 bis 1893
Präparandenanstalt und 1893 bis 1896 das Seminar in Neuzelle. 1897 bis 1905
Lehrer in Zielenzig, seit 1. April 1905 Schöneberg (bis 1927 13. Volksschule, dann 2.
Volksschule). Die Familie Branke sitzt seit 1634 auf dem selben Erbhof (Wappen:
Löwe mit erhobener Pranke, davor der Name!). [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
waren ?Schulzen? (Gemeindevorsteher). Der Frankenkrieg 1890 bringt der Familie
nun das Vermögen. Die 2. Lehrerprüfung wurde 1899 in Drossen abgelegt. ? 2
Kinder, 1 Sohn, 1 Tochter, beide verheiratet. 1906 bis 1930 ehrenamtliche Arbeit in
der japanischen Botschaft, 3 ½ Jahre der Nachkriegszeit mit Genehmigung der
Regierung der internationalen Militärkommission als Hilfsarbeiter zugeteilt
(volkswirtschaftliche und kriegs-geschichtliche Fragen). Gast in führenden
Industriewerken (Krupp, Opel), Reisen mit dem Vater der japanischen Kaiserin;
Feldmarschall Graf Nogi konnte im Hause begrüßt werden. Juni 1915 bis 31. März
1919 Kriegsteilnehmer! 1915 bis 1916 Kriegsberichterstatter beim XX. A.C., dann im
stellvertretenden Generalstab in Berlin in der [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
Abteilung. 1917 bis 1918 stand Herr Branke im Westen vor dem Feind (EK II). In
Folge Verwundung Juni 1918 zur ET.-Intendentur I [?] versetzt, als Vizefeldwebel
und [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] entlassen.
Am 1. Mai nahmen je 20 Jungen der beiden 1. und 2. Klassen an der
Jugendkundgebung im Lustgarten teil, deren Radioübertragung die 1. bis 5. Klassen
in der Aula hörten! Um besser sehen zu können, kletterte ein Junge der 1b auf einen
Feuermelder im Lustgarten und alarmierte dabei die Feuerwehr!
Kollege Schmidt der mit Erreichung des 60. Jahres am 1. Oktober in den Ruhestand
trat, nahm nach den großen Ferien krankheitshalber den Unterricht nicht mehr auf.
An seine Stelle trat
Elisabeth König
Geboren 21. Oktober 1898, ausgebildet auf dem Ullrich?schen Volksschullehrerinnen-
Seminar zu Berlin, die 1925 ihr Hilfsschulexamen ablegte.
In den großen Ferien erhielt der Zeichensaal das Wasser. Der eine Raum wurde in
der Farbe dem anderen angeglichen, die herabgefallene Decke neu geweißt. Die
durch Wassereinbruch beschädigte Klasse und das Lehrerzimmer erhielten einen
neuen Anstrich. Im Herbst erhielten wir für das Lehrerzimmer ein Sofa aus dem
Umbau der städtischen Oper auch ein Beitrag zu den Bestrebungen Schönheit der
Arbeitsplätze.
Die neue Regelung der Pflichtstunden Lehrer ohne Rücksicht auf das Alter 30,
Lehrerinnen 28 macht zum Winter Frl. König wieder überflüssig; sie kommt an die 15.
Schule. Die noch fehlende Neuregelung des Staatsjugendtages (die höheren
Schulen bekommen den ?gleitenden 6-Tage-Plan?) zwingt, das Winterhalbjahr mit
einem Übergangsplan zu beginnen. Während in Charlottenburg, Spandau der
Staatsjugendtag aus [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] aufgehoben wurde, plant
der letzte mit Ministerial-Erlass seine Ausdehnung auf die Grundschule.
Stadtrat Schwichtenberg hat zu unserem größten Bedauern das Volksschul-Dezernat
abgegeben; Herr König trat an seine Stelle.
Herr Heiber lehnte eine eventuelle Versetzung als Rektor nach Lindenhof ab.
Weil sich der ?gleitende Plan? an den höheren Schulen nicht durchsetzen lässt, bleibt
der Staatsjugendtag in seiner bisherigen Form bestehen. Die Angehörigen des
Jugendrats die dienstlich nicht versorgt werden, kommen nicht zur Schule; sie haben
einen Vorwand zum Schwänzen!
Für die einzurichtende Pappenwerkstatt wird eine alte Gabelschneidemaschine
gekauft.
Am 6. Dezember begann Herr Schulrat Bauer die Revision (Klasse 8b, 8c, 7b und 2 in
Geschichte und Erdkunde), brach sie aber ab, als sich herausstellte, dass im vorigen
Jahr die Schule revidiert worden war. Die Leistungen befriedigten den Schulrat,
insbesondere die des Kollegen Rehfeld.
Am 12. und 13. Dezember wurde ein Elternabend veranstaltet, verbunden mit einer
Zeichenausstellung.
Im Januar wurde der Zeichensaal zu einer Vogelschutz-Ausstellung benutzt.
Am 10. Februar fand der ?Hausmusik-Abend? statt. Er brachte für die Winterhilfe
32,60 Mark.
Ostern wurden 84 Jungen entlassen (siehe Entlassungsliste). In 22 Jahren von 1903
bis 1924 einschließlich, verließen 2337 Jungen die Schule, in den folgenden 11
Jahren (bis 1935) nur 391!!
Im Laufe des Jahres stellte Herr Prof. Keller von der Universität Berlin Versuche über
die eidetische Veranlagung an (1. Klasse).
Sommerhalbjahr 1936
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst Konf.Unt. snt.nat.
1 Branke 26 25 0 1 0 0 23 1
2 Hintze 41 34 1 4 2 0 6 2
3 Heiber 38 32 0 5 1 0 1 3
4 Koschemann 42 38 0 1 2 1 0 3
5a Ladewig 49 42 1 6 0 0 0 2
5b Schulze 49 39 2 5 2 1 0 4
6a Marwedel 51 47 0 3 1 0 0 1
6b Rehfeld 56 42 0 13 1 0 0 5
7a Oppermann 52 43 2 3 2 2 0 1
7b Reimann 52 46 2 4 0 0 0 2
8a Deichsler 51 46 1 2 2 0 0 4
8b Zorn 51 44 1 4 2 0 0 2
Gesamtzahl der Schüler: 558
davon 478 evangelisch, 10 katholisch, 51 jüdisch, 15 desidentisch, 4 sonstigen
Bekenntnisses. Zur Grundschule gehören 429, das sind 76,9%. Zu den oberen
Jahrgängen 129 = 23,1%. Die Schule hat 12 Klassen mit einer Durchschnitts-
besetzung von 46,5. An der Schule unterrichten 12 Lehrkräfte: 1 Rektor, 9 Lehrer, 2
Lehrerinnen.
Infolge Verkleinerung der Schule mussten 2 Lehrkräfte versetzt werden. Der
Vorschlag des Rektors wurde in einer Beratung des Schulrats mit dem
Vertrauensmann modifiziert, leider [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] umgestoßen,
was erhebliche Spannungen innerhalb des Kollegiums zur Folge hatte. Frl. Barow
wurde an die 15. Schule versetzt, Herr Heinrici an die 6.
Die Frage des Staatsjugendtages ist noch nicht geklärt! Für den BDM ordnete die [ 2
Wörter im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] den Ausfall an! Die Einrichtungen der
Werkstätten wurde zunächst als nicht lebensnotwendig abgelehnt, dann aber weil
gemäß ministerialer Vorschrift Flugmodellbau getrieben werden muss, widerruflich
genehmigt. Fragen der Raumausnutzung sprachen mit: wenn eine jüdische Schule
errichtet wird, müssen Klassenräume da sein! Kosten dürfen der Stadt obendrein
nicht entstehen! Kurz vor den Ferien wurden mangelhafte Beträge zur Beschaffung
von Lehrmitteln frei-gegeben; Wünsche mussten innerhalb von 3 Stunden geäußert
werden. Von den bescheidenen beantragten 184 Mark wurden 97 Mark (für
Flugphysik) gestrichen, während die 6. Schule 424 Mark, dass [ im Original nicht
lesbar, d. Bearb. ]gymnasium 1900 Mark erhielten. Auf Anordnung der
Schulverwaltung dürfen Amts- und Wohnraum nicht mehr durch das selbe Telefon
verbunden sein. Die Schule erhielt also den Nebenanschluss B.6 -0104 als
Hauptanschluss!
Am Geburtstag des Führers fiel nach 2 Stunden Unterricht die Schule aus, weil die
Nachbarschulen auch ausfallen ließen. Eine Richtlinie war von der Behörde nicht zu
erlangen.
Herr Dr. Walsemann, Rechenrethoriker aus Altona-Ottmarschen führte mit seinen
Hilfsmitteln Versuche im gestaltenden Rechnen durch. Der 71-Jährige Herr ist
ungewöhnlich frisch und lebendig.
An der Olympiade ist Schule 12 in sofern beteiligt, als 2 Gruppen zu je 12 Jungen im
eröffnenden Festspiel mitwirken.
Weil im Physikraum die Schränke nicht geöffnet werden konnten (die Bänke
hinderten es), andererseits während des Unterrichts die Jungen nicht hineingreifen
konnten, wurden sämtliche Schränke in den Nebenraum gebracht! Wenn nun noch
eine kleine Tür durchgebrochen wird, ist der Physikraum vorschriftsmäßig und kann
unbesorgt zu Filmvorführungen benutzt werden.
Über die Schulferien am 1. Mai ergingen die Anweisungen telefonisch am 30. April
½ 11 Uhr. Wir hören die Übertragung der Kundgebung im Poststadium. Das
Jungvolk, das teilweise morgens 2 Uhr antreten sollte, wurde auf Befehl des
Jungbandführers um ¾ 5 Uhr zum Ebersmarkt bestellt.
Die Vorübungen zu dem Olympischen Spiel der Jugend hielten die beteiligten
wochenlang der Schule fern; die Reste der 1. und 2. Klasse wurden vereinigt. Das
Spiel gehörte zu den erhabensten Augenblicken der Spiele! Die Turnhalle die
auswärtige Jugendgruppen aufnehmen sollte, wurde nicht benötigt.
In den großen Ferien wurde die Tür zwischen Physik- und Lehrmittelzimmer
durchgebrochen. In das Lehrmittelzimmer kam nun die ?Bezirks-Lichtbildstelle?,
deren Leitung der Rektor ab 1. September übernahm, als Herr Eitze, durch
Arbeitsüberlastung gezwungen, sein Amt niederlegte.
Zum Toilettenneubau ist es noch nicht gekommen; man hat aber eine Tür
zugemauert, um die Geruchsbelästigung zu reduzieren. Der Hof sollte neu gemacht
werden, die Gelder sind bewilligt, nur fand sich bis jetzt keine Firma, die die Arbeit
übernehmen wollte.
Zwei Klassenräume wurden mit neuem Paneel-Anstrich versehen!
Der Flugmodellbau wurde nach den Olympischen Spielen begonnen; die
Holzwerkstatt wurden nach einigen Wochen in den Herbstferien in Ordnung
gebracht.
Die Schule erhielt von der Stadt ein neues Radiogerät mit Großlautsprecher.
Das Winterhalbjahr brachte planmäßig nur geringe Änderungen.
Das Reformationsfest wurde in üblicher Weise mit einem Schulgottesdienst
begonnen.
An den Sonnabenden darf planmäßiger Unterricht stattfinden; der Staatsjugendtag
ist aber damit nicht aufgegeben.
Im November wird der Hof gemacht. Die ungünstige Jahreszeit lässt keine gute
Decke entstehen, im Frühjahr muss neu Überarbeitung erfolgen.
Die Pumpstation legt ein neues Saugrohr zu tief. Die Schule wird durch ein Beton-[
im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] abgefangen. 10 Meter lange Pfähle wurden
eingerammt. Ein Teil des Hofes dient zur Lagerung der Erdmassen.
Rektor Hintze übernimmt die Leitung der Bildstelle des Bezirks. Die Bildstelle wird
neben dem Physikraum eingerichtet.
Am 7. Dezember begruben wir Kollege Ehle (Leberkrebs).
Am 9. und 10. Dezember fand der Elternabend in üblicher Weise statt.
In den Weihnachtsferien wird der Wegfall des gesonderten nationalpolitischen
Unterrichts angeordnet! Die freiwerdenden Stunden dienen zur Entlastung der
Dienstältesten. Gleichzeitig wird jede Unterrichtsstunde auf 50 Minuten ausgedehnt.
Da die Berufsschule wegen der deutsch-russischen höheren Schule die 45 Minuten
Stunde behält, behalten wir sie auch.
Im Januar wird die Schule durch Herrn Helmut Bauer vereidigt: am 25. Januar Klasse
1, 2, 6a, am 26. Januar: Klasse 8a, 8b, am 28. Januar: 7b, 6b, 5a, am 1. Februar
Klasse 7a, 5b, am 2. Februar Klasse 3, 4, am 4. Februar der Turnunterricht im Beisein
des Herrn Turnfachberaters Bocherding. Die Revision verlief gut.
Am 30. Januar fand der Gemeinschaftsempfang der Führerrede von 1 bis 4 Uhr im
Lehrerzimmer statt.
Der Jugendmusikabend am 15. März brachte 9,90 Mark für die Winterhilfe. Den
ersten Teil bestritten Schüler der 12. Schule.
Mit Schluss des Schuljahres trat Herr Koschemann in den Ruhestand. Er wurde
weder zur Verabschiedung durch den Schulrat geladen, noch erhielt er das
Dankschreiben der Stadt und des Herrn Stadtpräsidenten ? und doch war er einer
der gewissenhaftesten, pflichtbewussten und kameradschaftlichsten Lehrer.
Herr Schulze, der das Sct-Sportabzeichen erwarb, erlitt vor dem Spielnachmittag
einen Kollaps. Der rasch gerufene Arzt brachte ihn wieder zu sich! Das Herzleiden
zwingt ihn zur Kur in [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
.
Sommerhalbjahr 1937
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst Konf.Unt. Ausländer
1 Hintze 40 33 1 3 3 0 32 1
2 Branke 35 30 0 5 0 0 2 2
3 Graap 36 33 0 1 1 1 1 2
4 Heiber 43 39 1 1 2 0 1 0
5a Marwedel 50 46 1 0 2 1 0 1
5b Rehfeld 50 39 0 11 0 0 0 3
6a Oppermann 49 41 2 2 2 2 0 0
6b Reimann 48 45 1 2 0 0 0 2
7a Deichsler 49 47 1 1 0 0 0 2
7b Zorn 42 40 0 1 1 0 0 1
8a Ladewig 42 40 0 1 0 1 0 1
8b Schulze 40 38 0 0 0 2 0 0
Gesamtzahl der Schüler: 524
davon 471 evangelisch, 7 katholisch, 28 mosaisch, 12 disident und 7 sonstige
Konfessionen.
Zur Grundschule gehören 370 Kinder = 70,6%. Die Schule hat 12 Klassen mit einer
Durchschnittsbesetzung von 43,7. An der Schule unterrichten 12 Lehrkräfte: 1
Rektor, 9 Lehrer, 2 Lehrerinnen. Für Herrn Koschmann trat ein Turnlehrer Herr
Graap in das Kollegium ein! Für Herrn Schulze, der noch in Kudowa weilte,
übernahm Herr Lempke. Frl. Ladewig erhielt 10 Stunden [ im Original nicht lesbar, d.
Bearb. ]. Zur Deckung der Fehlstunden wurde uns der katholische
Schulamtsbewerber Herr John überwiesen.
Am Geburtstag des Führers fiel der Unterricht aus. Es wurde nur eine kurze Feier
gehalten, damit die Jungen Gelegenheit hatten, zur Parade zu gehen.
Fritz Graap
Wurde am 15. September 1901 in Landskron (Ostpreußen) geboren, bestand die 1.
Lehrerprüfung am 23. Februar 1922 in Waldau in Ostpreußen, die staatliche Turn-
und Sportlehrerprüfung am 20. Dezember 1922 in Spandau. Herr Graap war von
April 1925 bis Oktober 1931 Hilfsturnlehrer an höheren Schulen im Bezirk
Charlottenburg, legte die 2. Lehrerprüfung am 19. Dezember 1929 an der Kaiser-
Friedrich-Schule in Charlottenburg ab, war von Oktober 1931 bis April 1935 Vertreter
an Volksschulen im Bezirk Cöpenick, wurde April 1935 nach Schöneberg
übernommen, am 1. Mai 1936 fest angestellt. Herr Graap ist verheiratet (5. April
1929), hat 1 Kind (geboren 10. Februar 1935).
Der Hof wurde vor den großen Ferien von der zu dicken Lehmschicht befreit und ist
nun in Ordnung.
Die Mittel für die Toiletten: Neubau sind für 1938 angefordert worden; ich sprach die
Befürchtung aus, dass es nicht viel nutzen wird.
Am 11. August machte die Schule einen Dampferausflug durch den neuen Gosener
[?] Kanal nach Rübezahl.
Am 20. September fiel wegen der großen Luftschutzübung der Unterricht aus.
Wegen des Staatsbesuches Mussolinis (am 28. September) wurden die Ferien auf
den 24. September bis 4. Oktober verlegt (ein Teil der Schulen in den westlichen
Bezirken waren mit SS belegt).
Da Herr Branke am 1. Oktober sein 62. Lebensjahr vollendete, trat er mit dem 30.
September in den Ruhestand. Wegen einer Nervenentzündung erteilte er von den
großen Ferien ab keinen Unterricht mehr; seine Vertretung übernahm der katholische
Junglehrer Herr John.
Mit dem 1. Oktober trat an seine Stelle der Lehrer Herr
Walter Hadeball geboren 26. März 1882 zu Letschin/Kreis Lebus. Er besuchte von
Herbst 1899 bis Herbst 1902 das Seminar zu Oranienburg, bestand Michaelis die 2.
Lehrerprüfung und ist seit dem 16. April 1908 in Schöneberg beschäftigt. Am 21.
April 1908 Heirat, ein Sohn, der heute Zahnarzt ist (28 Jahre).
Für die Fehlstunden (Herr Rehfeld ist seit dem 1. Oktober mit 8 Stunden entlastet,
Frl. Ladewig behielt 10 Stunden Entlastung, Herr Reimann seine 8) wurde von der 3.
Schule Herr Tschuschke mit 15 Stunden überwiesen.
Unser Physikraum wurde durch Einbau einer neuen großen Schalttafel zum
wirklichen Physikraum, durch Einbau einer Schwenktischeinrichtung, die auch noch
einen Klapptisch birgt zum Lichtbildzimmer ausgestaltet und durch Anstrich auch der
Bänke fein eingerichtet.
In beide Werkräume wurden Gas- und Wasseranschluss gelegt.
Für das neue Rechnungsjahr wurde der Toilettenanbau bestimmt in Aussicht gestellt.
Die Lehrerschaft ist an der Grenze der Leistungsfähigkeit angelangt. Ende Januar
fehlten von 12 Lehrkräften sechs: Schulze ? Ladewig seit 1. Oktober ? Hadeball
(Hexenschuß) ? Graap (Turnkursus) ? Zorn (Musiklehrgang) ? ich selbst
(Arbeitsgemeinschaft für Junglehrer!). Für Schulze und Frl. Ladewig konnte
wenigstens zusammen ein Unterricht (Frl. Weinhold) gestellt werden.
Am 16. März war schulfrei: Einzug des Führers in Berlin nach der Wieder-
Vereinigung mit Österreich.
Sommerhalbjahr 1938
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst Konf.Unt. Ausländer
1 Hintze 33 25 0 5 3 0 5 0
2 Frl. Ladewig 38 34 0 2 1 0 2 1
3 Heiber 43 39 2 0 2 0 0 0
4 Deichsler 46 44 0 0 1 0 0 2
5a Oppermann 48 42 1 1 3 1 0 0
5b Reimann 47 43 2 2 0 2 0 1
6a Hadeball 46 43 0 0 2 0 0 0
6b Zorn 42 39 0 0 2 0 0 1
7a Rehfeld 37 34 0 1 1 1 0 1
7b Schulze 37 33 0 1 3 1 0 0
8 Marwedel 50 46 0 0 4 0 0 2
Gesamtzahl der Schüler: 467
davon sind 422 evangelisch, 5 katholisch, 6 sonstigen Bekenntnisses, 22 gottgläubig,
12 Juden! Zur Grundschule gehören 307 Kinder 65,7%, die Schule hat 11 Klassen
mit einer Durchschnittsbesetzung von 42,5. An der Schule unterrichten 11 Lehrkräfte.
Der Schulbeginn steht im Zeichen der Krise. Erst am 16. Mai kann der Stundenplan
in Kraft treten. Es fehlen Krankheitsvertreter. Frl. Ladewig ist noch bis zu den
Sommerferien beurlaubt. Herr Rehfeld muss zu einer Operation das Krankenhaus
aufsuchen.
Von 83 aufgenommenen Lernanfängern müsse 34 umgeschult werden. Die Schule
behält nur 8 Klassen. In allen Berliner Schulen sind die 8. Klassen der
Gemeinschaftsschule. Damit an der katholischen Schule in der Berchtesgardener
Straße [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] eine Mädchen- zur Knabenklasse der
Gemeinschaftsschule entsteht, werden auf Anordnung der Schulbehörde 20 Jungen
dahin umgeschult.
Schließlich veröffentlicht der Herr Minister eine Stundentafel, welche die
Wochenstunden jeder Klasse beschränkt.
Durch die neue Stundentafel wurde eine Lehrkraft überzählig. Um Frl. Ladewig, die
noch bis zu den Sommerferien beurlaubt ist, irgendwo zu führen, erhielt sie das
Ordinariat der 2. Klasse, die unserer Turn- und Sportlehrer nun formell als
Krankenvertretung führt. Für Herrn Rehfeld übernahm Frl. Tzschirner die Vertretung.
Am Geburtstag des Führers wurde wie üblich früh 8 Uhr eine Feier gehalten
(Rundfunkübertragung), dass die Jungen Zeit hatten, zur Parade zu gehen. Die
Einschulung der Lernanfänger fand erst am 21. April statt.
Am 25. August fiel der Unterricht aus anlässlich des Besuchs des ungarischen
Reichsverwesers Horthy.
Der Dampferausflug vom 1. September zum Flachsufer [?] (Kyffhäuser) wurde mit
dem Sommerturn- und Sportfest verbunden.
Am 5. Oktober heiratet Herr Rehfeld Frl. Ladewig. Frl. Ladewig scheidet mit dem 30.
November aus dem Schuldienst aus.
Auf Anregung des Herrn Oberregierungsrats Frielitz wird die Bildstelle ausgebaut. Es
entstehen 2 Zimmer, die Fa. Jochbau geschmackvoll und angenehm einrichtet!
Das Amtszimmer wird in der Handelsschule eingerichtet. Der von uns bis dahin
bereitgestellte Raum wird eine vorbildlich eingerichtete Dunkelkammer. Die verspätet
erscheinenden Richtlinien, der Schluss des Rechnungsjahres schieben den
bereitliegenden Ausbau in das Jahr 1939.
Der Toiletten-Anbau wird (der Kälte wegen) bis nach Weihnachten verschoben.
Ostern werden dann glücklich die Submissionen ausgeschrieben! Material- und
Leutemangel verzögern den Anfang; Pfingsten 1939 ist noch nichts zu merken!
Für Herrn Rehfeld, der seines Herzens wegen beurlaubt werden muss, übernimmt
Frau Jakob (Tochter des ehemaligen Rektors) die Vertretung. Die Weihnachtsferien
werden bis 9. Januar verlängert. (geplanter Anfang 7. Januar!)
Unser neuer Stadtrat, Dr. von Saub[ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ], will sich der
Angelegenheiten der Volksschulen besonders annehmen.
Zu Ostern erfolgt die Umbezeichnung der Klassen: 1. Schuljahr Klasse 1 und so fort.
Am 21. März findet unser Elternabend in der Form eines wohl gelungenen
Hausmusikabends statt. Am 20. März fiel wegen der Übernahme des Protektorats
Böhmen-Mähren der Unterricht aus.
Sommerhalbjahr 1939
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst Ausländer
8 Hintze 33 31 1 1 0 0 1
7 Heiber 42 39 1 0 2 0 1
6 Deichsler 42 40 0 1 1 0 0
5 Hentschel 44 42 1 1 0 0 0
4a Hadeball 43 42 0 0 1 0 0
4b Zorn 44 42 0 1 1 0 1
3a Rehfeld 42 40 0 0 1 1 1
3b Schulze 44 37 1 1 5 0 1
2 Marwedel 51 47 0 0 4 0 2
1a Reimann 53 37 11 2 3 0 2
1b Tzschirner 52 41 6 2 3 0 3
Gesamtzahl der Schüler: 490
Davon 438 evangelisch, 21 katholisch, 7 sonstiger Bekenntnisse, 23 gottgläubig, 1
ungläubig. Zur Grundschule gehören 329 Kinder, 67,2%. Die Schule hat 11 Klassen
mit einer Durchschnittsbesetzung von 44,5. An der Schule unterrichten 11 Lehrkräfte.
Ab Ostern, sind (auf Antrag der Eltern) unsere Schulen Deutsche
Gemeinschaftsschulen. Im Zuge dieser Umwandlung wird die 14. (frühere
katholische) Schule eine Mädchenschule. Der Bestand der 12. Schule ist damit
gesichert. Offen bleibt die Frage der Mädchenschulbezirke: 14., 3. und 7. Schule
können nicht alle drei lebensfähig sein.
Der 50. Geburtstag des Führers (20. April) ist Staatsfeiertag. Fünf Buchprämien
werden ausgegeben.
Am 18. Mai fiel der Unterricht wegen der Volkszählung aus.
Mit dem 31. März trat Herr Oppermann in den Ruhestand. Er zog nach Doberan.
Herr Graap, der in Hohen-Neuendorf gesiedelt hat, ließ sich in einen Außenbezirk
versetzen. Es wurden der Schule zugewiesen Frl. Tzschirner und (von der
katholischen Schule) Herr Hentschel.
Elisabeth Tzschirner
Wurde am 28. März 1880 in Berlin geboren, bestand 1899 die Prüfung als
Turnlehrerin in Breslau, als Handarbeitslehrerin in Licgeritz, Juni 1901 als
wissenschaftliche Lehrerin in Liegnitz. Seit 1902 im öffentlichen Schuldienst in
Essen/Ruhr, seit 1903 in Schöneberg.
Paul Hentschel
Geboren am 2. November 1886, als Sohn des Bauerngutsbesitzers Robert Hentschel
und seiner Ehefrau Anne Scholz zu Beckern, Kreis Neumarkt (damals Striegau)
geboren. Volksschule Beckern, vom 12. Jahr Mittelschule Breslau, 1901 bis 1904
Präparandenanstalt Landeck, 1904 bis 1907 Seminar Habelschwerdt. 1. Juli 1907
Hassitz bei Glatz. Als Einjährig-Freiwilliger gedient. 2. Lehrerprüfung: 21. Oktober
1910 , am 6. November 1911 verheiratet mit Helene Stoheisel. Am 1. Februar 1913
an die 14. Schule Schönebergs. Vom August 1914 bis Oktober 1918 an der
Westfront, vom März 1915 als Kompanieführer 4 mal verwundet! Anfang Oktober
1918 in englische Gefangenschaft bis Ende Dezember 1919. Ein Sohn geboren 30.
Juli 1912. EK I
Am 22. Mai fiel der Unterricht aus: Unterzeichnung des Bündnisses mit Italien. Am
23. Mai schickten wird die Kinder nach Hause; der Rundfunk sollte die Meldung vom
Unterrichtsausfall auch für diesen Tag durchgegeben haben.
Am 25. Mai wurden um 12 Uhr die Treuedienst[ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]
(an alle Mitglieder des Kollegiums) verliehen.
Am 1. und 5. Juni fiel anlässlich des jugoslawischen Staatsbesuches der Unterricht
aus, am 6. des gleichen Monats anlässlich der Parade der heimgekehrten Spanien-
Freiwilligen.
Am 3. Juni wurden die ersten Rüstteile für den Toiletten-Neubau abgeladen!
Begonnen wurde mit dem Bau erst nach den großen Ferien!
In den Sommerferien wurde die Schule mit SA belegt!
Die Fundamente der Toiletten waren zugemauert, die Einrichtung der Dunkelkammer
begann, da kam der Krieg! Am 26. August wurde die Schule von der Militärbehörde
beschlagnahmt (Nachweis für Heeresdienste!). Die [ im Original nicht lesbar, d.
Bearb. ] mussten auf den Hof gestellt werden; für Lehrmittel ließ man uns einen
Raum. Zum Glück konnten die Schränke auf den Fluren stehen bleiben. Anfang
September wurden wegen der Luftgefahr alle Schulen geschlossen. Als sie nach 8
Tagen wieder eröffnet wurden, teilten wir uns mit der 6. Schule das Gebäude und [
im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] wechselnden Vor- und Nachmittagsunterricht!
Luftschutzwachen wurden nicht gestellt! Ende September wurden die Wachen
eingezogen.
Es sollten nicht mehr Kinder unterrichtet werden, wie ein Luftschutzraum
(einschließlich behelfsmäßig eingerichteten) Platz fanden!
Für den Winter sollte die Hälfte der Schulen stillgelegt werden (Kohlenersparnis,
Einrichtung behelfsmäßiger Schutzräume nur in der Hälfte der Schulen möglich!).
Der Schicht-Unterrichts-Plan erblickte das Licht der Welt! Wir beginnen (ohne
vorschriftsmäßigen Luftschutzraum) am 10. Oktober wieder in der 6. Schule. (wegen
der Erntehilfe wurden die Herbstferien vorverlegt - 30. September bis 10. Oktober).
Der Unterricht in fremden Räumen bringt alle Unzuträglichkeiten, die [ im Original
nicht lesbar, d. Bearb. ] gehüteten [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] Kollegen
Schiller wurden gestohlen; im Garten des Amtsgerichts wurden Äpfel gestohlen. Die [
im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] werden beschädigt ? natürlich: 12. Schule!
Weil die Bildstellen als [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]wichtig erklärt werden, ist
es möglich, die Bildstelle im Geschäftszimmer der Berufs- und Handelsschule zu
eröffnen. Die Räume der Bildstelle werden Major Heller beansprucht. Zum Glück ist
es dadurch möglich, die Akten der Schule zum Teil dabei unterzubringen und die
Prüfarbeit [?] wenigstens notdürftig zu erledigen.
Am 10. Oktober erhalten wir Nachricht, dass wir in der 1. Volksschule
(Mädchenschule), Pallasstraße untergebracht seien. Die 2. Knabenschule von dort
soll in der Kulmerstraße untergebracht werden. Weil Rektor Diesener dagegen
Einspruch erhebt, ziehen wir am 12. Oktober um 2 Uhr ergebnislos ab!
Da wir im Prinz-Heinrich-Gymnasium nicht unterkommen können, es ergeben sich
Schwierigkeiten bei Vergütung für Heizung und Licht zwischen Staat und Stadt ?
fangen wir am 15. Oktober doch in der Pallasstraße an. Der Stundenplan wird von
Tag zu Tag gemacht.
Als Vertreter des Hausmeisters wird in Schule 12 Herr Engelmann (vom Tiefbau)
angestellt, der allerdings von der Wehrmacht in Anspruch genommen wird, das für
Schule und Bildstelle keine Zeit bleibt. Auch in der Pallasstraße können wir
wechselnd Vor- und Nachmittags unterrichten. Es sind jeweils 7 Klassen da. Dazu
werden die Lehrer 34, die Lehrerinnen 32 Stunden geben, müssen also die
überschüssigen 4 entsprechend 2 Stunden im anderen System geben! Die Erhöhung
wird damit begründet, dass die Stundendauer von 50 auf 45 Minuten herabgesetzt
wurde!
Am 1. Oktober trat Herr Rehfeld in den Ruhestand. Der tüchtigste Lehrer verlässt das
Kollegium in Folge der Sparmaßnahmen ? ohne Abschied!
Zu Anfang häufen sich die Unzuträglichkeiten, der raue Jungen-Umgangston und die
Art stehen im Gegensatz zur sittsamen Mädelschule, aber es muss gehen.
Der Bußtag wird zum Arbeitstag erklärt!
Die letzten beiden Zimmer unserer Schule, in denen die Sammlungen untergebracht
waren, müssen auch geräumt werden. Die Weihnachtsferien werden (zur Errichtung
des [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]) auf den 22. Dezember vorverlegt! Es war
(unterrichtlich gesehen) [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] Jahr. Für die
Kartenstellen müssen Lehrer bereitgestellt werden (Ausgabe der Kleiderkarten)!
Dazu kommen Erkrankungen, so das die Klassen immer wieder nach Hause
geschickt werden müssen. Als schließlich von 11 Lehrkräften nur 5 da sind, Frl.
Tzschirner zurückgerufen wird, erkrankt sie auch. Die [ im Original nicht lesbar, d.
Bearb. ] erreicht den Höhepunkt, als Frl. Marwedel zur Krankenvertretung in die 1.
Hilfsschule geschickt wird, während wir für den erkrankten Kollegen Zorn Frl. Delius
erhalten!
Kollege Schulz tritt in den Weihnachtsferien seine schon für den Sommer
genehmigte Kur in Kudowa an! Weil wir alle Kinder Luftschutz geschützt
unterzubringen hoffen, wollen wir nach den Weihnachtsferien den Unterricht mit allen
Klassen aufnehmen.
In den Ferien werden in schikanöser Weise die Lehrer auf städtischen
Kriegswirtschaftlichen Stellen eingesetzt. Sie mussten zum Teil überflüssige Arbeit
verrichten, zum Teil fehlt die Arbeit überhaupt, und man stielt mit den städtischen
Beamten den lieben Gott den Tag! Ab 15. Januar wird wegen der sibirischen Kälte
die Heizung der Schulen eingeschränkt , das heißt man nimmt einem großen Teil der
Kinder den sogenannten Raum, weil für den Hausbrand keine Kohlen vorhanden
sind. Die Klassen werden im Durchschnitt eine Stunde unterrichtet. Am 22. Januar
gehen die Einschränkungen noch weiter, das Wasser wird aus den Heizungen
abgelassen. In den Klassen um 6 Grad können sich die Kinder in Mänteln noch 10
Minuten aufhalten! Dabei hat die 1. Schule noch für 4 Wochen Koks im Keller. Hat
die 6. und 7. Schule noch vollen Unterricht, weil wegen des Hortes und der
Kartenstelle geheizt werden muss. Ab 3. Februar können wir die Kinder nur noch 2
Mal wöchentlich für Schulaufgaben bestellen. In den Klassen sind 2 bis 3 Grad Kälte.
Da die Toiletten eingefroren sind, verrichten die Kinder ihre Bedürfnisse in den
Winkeln der Flure. Sie kommen so erstarrt an, daß die Kinder erst in dem mit Ofen
geheizten Lehrerzimmer aufgetaut werden müssen. An dem Zustand änderte sich
nichts bis zu den Osterferien, die auf den 20. bis 27. März vorverlegt wurden. Herr
Deichsler und Herr Heiber tun täglich 4 Stunden Dienst auf der Steuerkasse.
Sommerhalbjahr 1940
Kl. Lehrer Schülerzahl ev kat jüd ung sonst Ausländer
8 Hintze 42 39 0 0 3 0 0
7 Deichsler 40 38 0 1 1 0 0
6 Hentschel 44 39 1 1 3 0 1
5 Heiber 47 32 15 0 0 0 0
4a Schulze 47 33 9 1 4 0 1
4b Siebert 51 45 4 0 2 0 0
3a Marwedel 44 41 0 0 3 0 1
3b [ ohne Eintrag ] 42 24 18 0 0 0 1
2a Reimann 48 38 6 3 1 0 1
2b Tzschirner 47 36 6 0 5 0 3
1a Hadeball 47 40 5 0 2 0 1
1b Zorn 47 36 5 2 4 0 0
Gesamtzahl der Schüler: 546
davon 441 evangelisch, 69 katholisch, 8 sonstigen Bekenntnisses, 28 gottgläubig.
Zur Grundschule gehören 373 Kinder, das sind 68,3%. Die Schule hat 12 Klassen
Durchschnittsbesetzung 45,5. An der Schule werden 12 Lehrkräfte gehaltlich geführt.
Die Osterferien wurden vorverlegt. Das neue Schuljahr begann am 28. März, da das
ganze Gebäude in der Pallasstraße beheizt wurde ? die Rohrbrüche mehrten sich
trotzdem, und der Unterricht in der Mädchenschule musste wegen der nicht
funktionierenden Aborte ausgesetzt werden. ? zog die 2. Schule auch ein. Wir
wechselten mit der Knabenschule ab, und da Rektor Diesener seine Neueinschulung
auch in der Pallasstraße vornahm, ergab sich das bunteste Durcheinander. Die 14.
Schule wurde eine Mädchenschule mit dem Einschulungsbezirk der ehemaligen 13.
Schule. Also erhielt die 12. Schule die Klasse zurück, die sie 1938 zur 14. Schule
gegeben hatte. Da auch sonst Durchschulungen zur 2. und von der 6. Schule nötig
waren, bekam Schule 12 ungefähr 100 Schüler zu, gab gegen 40 ab. Das Schlimme
war, dass es Proteste der Eltern regnete, und so schulten wir Ende April immer noch
wieder um.
Es wurden jeder Schule die gehaltlich an der Schule zu führenden Lehrer zugeteilt.
An die 12. Schule wurden die Lehrer Kurt Volte (der eingezogen ist) von Schule 14
und Hans Siebert von Schule 18 eingesetzt. Nach Anordnung des
Oberbürgermeisters vertritt jedes Kollegium einen im Felde stehenden Kollegen. Der
Lehrer gibt 32, die Lehrerinnen 30 Pflichtstunden. Die Stadt Berlin soll 425 Lehrer für
die Ostgebiete stellen. Da die Lehrer jetzt Reichsbeamte sind ? sie erscheinen in der
Reichsbesoldung in den Gruppen der mittleren Beamten ? wird man, wenn die
freiwilligen Meldungen nicht ausreichen und das ist bei der Altersschichtung der
Berliner Lehrerschaft nicht anzunehmen, zu Versetzungen schreiten.
Am 29. April werden Frl. Marwedel und Herr Siebert nach dem Osten abgeordnet,
Frl. Marwedel nach Königshütte/Oberschlesien und Herr Siebert nach Bielitz-
Kunzendorf/Oberschlesien. Dafür nimmt vom 1. Juni der Ruheständler Herr Braun
den Dienst wieder auf; außerdem wird Frl. Schwicht aus Lindenhof, bis dahin an der
1. Schule, der Schule zugewiesen.
Die Feriendauer ist auf 90 Tage verlängert worden. Zur Erntehilfe sollen die großen
Ferien 50 Tage umfassen! Davon sollen die Lehrer 28 für sich haben, in der übrigen
Zeit Spielplatzaufsicht ausüben oder in der Familienfürsorge tätig sein. Die Bildstelle
bleibt in den Ferien geöffnet. Da wegen der Luftgefahr in der Schule in der
Pallasstraße Tag und Nacht Wachen eingesetzt sind, ist für Beschäftigung gesorgt!
Die Ferien dauern vom 4. Juli bis 23. August. Frl. Schmidt ist durch Attest aus
Ebenhausen bei München bis 31. Oktober erkrankt! Sie ging dann an die Schule
zurück.
Bei Beginn nach den Sommerferien hatten wir Außentemperaturen von 11 bis 13
Grad. Am 28. August um 9 Uhr gab es während des Unterrichts Fliegeralarm. In
Folge einer technischen Störung ertönten die Sirenen; nach 5 Minuten war der Spuk
vorüber. Weil sich die nächtlichen Alarme häufen, wird angeordnet, in solchem Fall
den Unterricht früh 2 Stunden später zu beginnen. Später wird die Anordnung
erweitert: dauert der Alarm über 12 Uhr, fällt für die Schulen, die Schichtunterricht
haben, der Nachmittagsunterricht aus.
In den luftgefährdeten Gebieten, dazu gehört Berlin, sollen auf Wunsch des Führers
die Kinder verschickt werden. Vom 10. Jahr ab übernimmt der N S L B [?] die Aktion,
weil man [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ] möglichst klassenweise Verschickung [
im Original nicht lesbar, d. Bearb. ]. Die Klassen sollten in Lagern untergebracht
werden, die schließlich in der Größe nicht vorhanden waren! Die außerschulische
Betreuung sollte die HJ übernehmen! Die Kinder bis zum 10. Jahr wurden durch die
NSV einzeln verschickt! Natürlich mussten zur Betreuung auch Lehrer abgeordnet
werden. Weil sich Schwierigkeiten ergaben, muss man, allerdings erst Frühjahr 1941,
alle Lehrer auf Tauglichkeit untersuchen.
Nachdem am 6. Januar Kollege Hentschel nach Sprottau geschickt worden war,
hatte Schule 12 niemand mehr, der für eine Abordnung in Frage kam. ?Lagermäßig?
verschickt wurden von der 12. Schule im Februar 1941 sieben Jungen. Im Ganzen
war ungefähr ¼ der Schule von der ?erweiterten Landverschickung? erfasst. Die
Unklarheit: wer ist verschickt, seit wann? Machten sich die Jungen mit Schwänzen zu
nutze[sic!].
In Folge der Verschickung lassen sich die beiden 3. Klassen zusammenlegen. Die 6.
Klasse wird nach Hentschel?s Fortgang überwechseln. Mit der 5. von der 7. Klasse
kombiniert, muss mit dem 1. April die durch Entlassung der 8. Klasse freiwerdenden
Stunden der 6. Klasse zugutekommen. Weil die Schülerzahl durch die Land-
verschickung sinkt, setzt es die 1. Schule durch, in ihr Gebäude zurückzukommen,
hat mit der 2. Schule zusammen Unterricht. Damit ergeben sich Unzuträglichkeiten!
Das Kollegium der 2. Schule ist wenig kameradschaftlich; weil in der Kulmer Straße
der Gastschule nur die Tischkräfte [?] zur Verfügung standen, sollen wir in den
Schränken auch nichts zu suchen haben! Weil doch in der Zeit, als wir allein in den
Räumen waren die Kollegen die Schränke benutzt hatten, gab es nun zeterndes Hin
und Her!
Nun werden mit einemmal die Klassenräume unsauber zurückgelassen ? und an
allem ist die Grundschule schuld. In die Schule kommt obendrein eine Kartenstelle,
damit entfällt die Benutzung der Aula. Die Turnhalle kann nicht benutzt werden, weil
sie nicht beheizt wird! Es ist nicht einmal ein Raum mehr vorhanden, in dem das
Schulmaterial, das gesammelt werden soll, aufgestapelt werden kann. Wir müssen
darum die Sammlung einstellen.
Am 6. Januar beginnen wir den Unterricht mit 7 Lehrkräften, da Schulze und
Hadeball erkrankt sind. Da der uns zugewiesene Krankenvertreter von der 8. Schule
auch erkrankt, bleiben wir ohne Hilfe.
Das Schuljahr wird neu geordnet; es schließt von jetzt ab erst Ende Juni, beginnt
Anfang September! Bis 1948 wurden die Kinder nach Erfüllung der 8-jährigen
Schulpflicht Ende März entlassen! Das in diesem Jahr gewonnene Mitteljahr soll zur
Wiederholung benutzt werden. Um eine Stauung der Aufnahme zu vermeiden,
werden in diesem Jahr alle bis zum 31. August geborenen Kinder aufgenommen; die
im September geborenen mussten entsprechend benachrichtigt werden. 1942
werden alle bis zum 31. Oktober geborenen Kinder aufgenommen. Ab 1943 ist
schulpflichtig, der im Kalenderjahr geboren. Da die Neuanmeldungen 3
Anfangsklassen ergeben, rechnet die Schule schon 16-klassig. Der Leiter erhält 200
Mark Zulage, außerdem bekommt die Schule wieder einen Konrektor.
Die Entscheidung über die Form der Lehrerbildung fällt; die akademische
Ausbildungsform gehört der Vergangenheit an! Auch die, die in der [ im Original nicht
lesbar, d. Bearb. ]fachschulprüfung die Noten 1 und 2 erhalten, können nach
einjähriger Ausbildung Lehrer werden.
Als Normalschrift gilt von jetzt ab die [ im Original nicht lesbar, d. Bearb. ].
Zum Landjahr sollte die Schule anfangs 2 Jungen entsenden, dann nur 1; schließlich
kamen nur Mädel ins Landjahr.
Die fertiggestellten Rechenbücher, können noch immer nicht genehmigt werden. Um
Einheitlichkeit zu erzielen, soll für Berlin nun nur ein Rechenbuch zugelassen
werden. Ob es zu Beginn des neuen Schuljahres vorliegen wird.
Die 8. Klasse wurde am 29. März entlassen; die Versetzungen finden erst Ende Juni
statt.
Die Altstoffsammlung ergab nach den Punktbewertungen so unterschiedliche
Ergebnisse (Stauungsbreite von 0,72 Punkten je Kopf bis 117,31), dass das
Wirtschaftsamt einer großen Zahl von Schulen, darunter auch unserer, mit Anzeige
beim Oberbürgermeister drohte, wenn sich das Ergebnis nicht bessern würde. Weil
dazu alle Vorraussetzungen fehlten (vor allem fehlt ein Raum für die Sammelstelle),
erhob ich Einwendungen. In der Dienstversammlung gesteht das Wirtschaftsamt zu,
dass auf Hinweis dem besonderen Verhältnis Rechnung getragen werden soll. ?Über
sein Vermögen hinaus, ist niemand verpflichtet?.
Eigenartig berührt es immer wieder, wie die Herrn des Wirtschaftsamtes mit
pädagogischen Belehrungen nicht sparen, uns aber für wirtschaftlich als nicht
zuständig ablehnen.
Die Nachweisstelle der Wehrmacht braucht neue Räume. Weil das leerstehende
Schulgebäude in der Nachodstraße von der Wehrmacht abgelehnt wird,
beschlagnahmen sie das Gebäude der 6. und [ fehlt wegen Kopierfehler ] Schule ?
und die beiden Schulen ziehen zur Nachodstraße. Im Zeichen des Krieges wird
Vernunft bewiesen !
Am 1. Mai fiel der Unterricht aus. Das Himmelfahrtsfest wurde auf den Sonntag
verlegt. Zu Pfingsten gab es keine Ferien mehr, nur eine Dienstunterbrechung; daher
wird der Unterricht nicht nach der 2. Stunde geschlossen.