Eva Braun (1912 - 1945)

6. Februar 1912 Eva Anna Paula Braun wird in München als Tochter eines
     Gewerbestudienrates geboren. Der Vater ist später als Kunstschreiner tätig.

1928 Nach dem Besuch des Lyzeums beginnt sie eine einjährige Handelsschulausbildung
     in einem Kloster bei Simbach am Inn. 1929: Als Sprechstundenhilfe ist sie einige
     Monate in München tätig. Dann wechselt sie als Bürokraft zum "Hoffotografen" des
     Dritten Reiches, Heinrich Hoffmann. Hier bearbeitet sie als Fotolaborantin auch
     die Porträts Adolf Hitlers und lernt den Reichskanzler persönlich kennen.

1931 Nach dem Selbstmord seiner Nichte Angela ("Geli") Raubal kümmert Hitler sich
     verstärkt um Eva Braun. Obwohl ihre Familie dagegen ist, steht die als sportlich
     und "einfach" geltende Blondine in engem Kontakt mit dem "Führer".

November 1932 Der Schein trügt: Die "todunglückliche" Eva (Gertrud Weisker im
     Interview über ihre Cousine) versucht, sich durch einen Schuss in den Hals selbst
     zu töten. Ihre Schwester Ilse findet sie rechtzeitig.

1935 Eva unternimmt einen zweiten Selbstmordversuch mit einer Überdosis Schlafmittel.
     Hitler befürchtet einen Skandal im Zusammenhang mit dem Tod seiner Nichte und
     verstärkt den Kontakt zu Braun. Er lässt Hoffmann ein Haus in München kaufen und
     stellt es ihr zusammen mit einem Mercedes und einem Chauffeur zur Verfügung.

ab 1936 Nachdem die Halbschwester Hitlers und Mutter von Raubal nach einer
     Auseinandersetzung den Berghof verlassen hat, zieht Eva auf den Obersalzberg. Sie
     hält sich nach wie vor im Hintergrund und tritt nicht als Gastgeberin auf. Das
     Verhältnis wird von allen Seiten mit höchster Diskretion behandelt. Hitler bekennt
     sich nicht öffentlich zu ihr und hält eine Eheschließung offensichtlich für
     indiskutabel.

1938 In Hitlers Testament wird Eva Braun als Erste bedacht: Sie soll im Fall seines
     Todes bis zum Lebensende einen monatlichen Betrag von 1000 Reichsmark erhalten.

1944 Erst durch die Hochzeit ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Margarethe Braun mit
     Hans Georg Fegelein, dem Verbindungsoffizier Heinrich Himmlers, wird Eva in der
     Umgebung Hitlers gesellschaftsfähig.

7. März 1945 Bevor die Rote Armee die Stadt einschließt, fährt Braun - trotz expliziten
     Verbots Hitlers - nach Berlin.

15. April 1945 Braun bezieht einen Raum im Bunker unter der Reichskanzlei.

28./29. April 1945 Joseph Goebbels und Martin Bormann bezeugen kurz vor Mitternacht
     die "Eheschließung" von Eva Braun und Adolf Hitler. Gauamtsleiter Walter Wagner
     hatte die Rolle des Standesbeamten übernommen und die beiden getraut. Im Protokoll
     werden der Notstand und die Kriegstrauung ebenso vermerkt wie die "arische
     Abstammung" des Brautpaars. Das Standesamt Berlin erklärte die Ehe im Februar 1948
     für nicht rechtswirksam, da es an den gesetzlichen Voraussetzungen gefehlt habe.

30. April 1945 Eva Braun nimmt sich gemeinsam mit Adolf Hitler im Luftschutzkeller der
     Reichskanzlei das Leben. Die Frau, von der Albert Speer behauptet hatte, sie
     bedeute für alle Geschichtsschreiber eine Enttäuschung, stirbt durch die Einnahme
     von Gift. Die Leichen werden dem Befehl Hitlers gemäß im Garten der Reichskanzlei
     von SS-Leuten mit Benzin übergossen und verbrannt.

Oktober 1949 In einem posthumen Verfahren wird Eva Braun von der Berufungskammer in
     München in die Gruppe der Belasteten eingestuft - ihr Vermögen wird eingezogen.

Evas Vater Fritz Braun stirbt im Januar 1964, ihre Mutter Franziska im Alter von 96 Jahren 1976 im bayrischen Ruhpolding.

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