Bachblütentherapie

Dr. Edward Bach, englischer Arzt 1886 -1936 ist der Namensgeber der
Bach-Blüten-Therapie, einer Heilmethode, die sich von den Wirkprinzipien
her an den Überlegungen und Erkenntnissen der Homöopathie orientiert.
Aus dieser Perspektive betrachtet gibt es den ausgeglichenen Zustand, in
dem ein Mensch gesund ist und nicht krank wird, sowie Zustände der
Unausgeglichenheit, die zu erst auf immaterieller, später auch auf
materieller (=>körperlicher) Basis Erkrankungen hervorrufen.

**************micro-biography**********************************
Dr. Bach studierte Medizin, arbeitete als Chirurg in Ambulatorien und nach
vieljähriger dortiger Praxis auch in Homöopathischen Krankenhäusern.
Er entwickelte die Bach-Nosoden, (ich bitte im folgenden Auftretende
Ungenauigkeiten meinem Nicht-Mediziner-sein zugute zu halten und evtl.
Quellenstudium zu betreiben, falls Detailinteresse besteht), einer Art
homöopathisch zubereiteter Darmbakterien, die durch die üblichen
Ernährungsgewohnheiten in zu grosser Zahl auftreten und Ursache oder
mitkatalysierender Faktor für eine Vielzahl von Erkrankungen (auch Krebs
im Gespräch) sind. Die Nosoden-Therapie soll dem Patienten zu einer
schnelleren Rebalancierung seiner Darmflora verhelfen und wurde meines
Wissens v. Bach im Zusammenhang mit Rohkostdiäten eingesetzt.
************************end************************************

Anhand des Befindens und Gedanken-/Erscheinungsbildes des Patienten ist
die BBT bemüht, Unausgeglichenheiten auf mentaler und seelischer Ebene, die
eigentlichen Ursachen der Krankheit(en), auf mildem, homöopathischem Wege
zu beseitigen und so zur Gesundung des Patienten zu führen bzw.
Krankheiten gar nicht in die körperliche Ebene vordringen zu lassen,
sondern schon in früheren Stadien die fehlgeleiteten Energien
auszugleichen.




Im Folgenden eine Ansprache Bach's vor homöopathischen Ärzten
                in Southport, England 1931 (!!)

-----------------------schnipp--------------------------------------------
Die Aufgabe, heute Abend vor Ihnen zu sprechen, ist keine einfache.
Sie sind eine medizinische Gesellschaft und ich komme zu ihnen als
Mediziner - doch die Medizin, über die gesprochen werden soll, ist soweit
von den heutigen Ansichten der konventionellen Medizin entfernt, dass in
dieser Abhandlung nur wenig zu finden sein wird, das nach Sprechzimmer,
Pflegeheim oder Krankenstation schmecken wird, wie wir sie gegenwärtig
kennen.

Wären sie als Anhänger Hahnemanns nicht ohnehin schon jenen weit voraus,
die die Lehren Galens und der Schulmedizin der letzten 2000 Jahre
predigen, würde man sich fürchten überhaupt diese Ansprache zu halten.
Aber die Lehre ihres großen Meisters und seine Nachfolger hat soviel Licht
auf das Wesen der Krankheit geworfen und soviel von dem Wege offen gelegt,
der zur richtigen Behandlung führt, dass ich weiß, das sie bereit sein
werden, mit mir einem weiteren Stück dieses Weges zu folgen und mehr von
dem Glanz der vollkommenen Gesundheit und dem wahren Wesen von Krankheit
und Heilung zu schauen.

Die Inspiration, die Hahnemann erfuhr, brachte der Menschheit ein Licht in
das Dunkel des Materialismus, in dem der Mensch soweit gekommen war,
Krankheit allein als materielles Problem anzusehen, das nur durch
materielle Mittel gelindert und geheilt werde.

Er wusste -wie Paracelsus-, dass Krankheit nicht bestehen konnte, wenn des
Menschen spirituelle und mentale Aspekte sich in Harmonie befinden; und er
ging daran, Arzneien zu finden, die unser Gemüt behandelten und somit
Frieden und Gesundheit brächten.

Hahnemann machte einen großen Fortschritt und brachte uns ein gutes Stück
weiter auf dem Wege, aber er hatte nur die Zeit eines Menschenlebens für
dieses Werk, und so ist es an uns, seine Forschungen weiterzuführen, wo er
aufgehört hat; das Gerüst der vollkommenen Behandlung zu erweitern,
nachdem er so verdienstvoll das Fundament dieses Gebäudes gelegt hat.
 Der Homöopath hat sich bereits von einem großen Teil der unnötigen und
unwichtigen Aspekte der Medizin getrennt, aber er muss noch weitergehen.
Ich weiß, dass sie vorauszuschauen wünschen, denn weder das Wissen der
Vergangenheit noch der Gegenwart ist dem Wahrheitssucher genügend.

 Paracelsus und Hahnemann lehrten uns, den Krankheitsdetails nicht zu viel
Aufmerksamkeit zu widmen, sondern die Persönlichkeit, den inneren
Menschen, zu behandeln aus der Erkenntnis, dass Krankheit verschwände, wenn
unser spirituelles und mentales Wesen in Harmonie wären. Die breite
Grundlage ihres Gebäudes ist die fundamentale Lehre, die wir weiterführen
müssen.

 Als nächstes erkannte Hahnemann, wie jene Harmonie herbeizuführen sei,
und er fand heraus, dass er bei den Arzneimittel und Heilmitteln der alten
Schule und bei den Elementen und Pflanzen, die er selbst auswählte, die
Wirkung durch Potenzierung umkehren konnte, so dass die gleiche Substanz,
die Vergiftungen und Krankheitserscheinungen nach sich zog, in winziger
Menge gegeben, eben diese bestimmten Symptome heilen konnte, wenn man sie
nach seiner speziellen Methode aufbereitete.

 So formulierte er das Gesetz "Gleiches heilt gleiches" (homöo! Anm.
jenss@), ein weiteres, großes, fundamentales Prinzip des  Lebens. Und er
überließ es uns, mit dem Bau des Tempels fortzufahren, dessen frühere
Pläne ihm enthüllt worden waren.

 Wenn wir der Richtung dieser Gedanken folgen, dann begegnen wir zunächst
der tiefen Erkenntnis, dass es die Krankheit selbst ist, durch die
"Gleiches Gleiches heilt" - denn Krankheit ist die Folge von falschem Tun.

Sie ist die natürliche Konsequenz aus der Disharmonie zwischen unserem
Körper und unserer Seele. Sie ist "Gleiches, was Gleiches heilt", weil es
eben die Krankheit ist, die uns zurückhält, unser falsches Tun zu weit zu
treiben, und zugleich ist sie eine Lektion, die uns lehrt, unsere
Verhaltensweise zu korrigieren und unser Leben nach Maßgabe unserer Seele
zu harmonisieren.

 Krankheit ist das Ergebnis von falschem Denken und falschem Tun, und sie
hoert auf, wenn Tun und Denken in Ordnung gebracht sind. Wenn die Lektion
von Schmerz und Leid und Not gelernt ist, dann haben diese keinen weiteren
Daseinszweck, und sie verschwinden automatisch.

 Das ist es, was Hahnemann unvollständig durch "Gleiches heilt Gleiches"
ausdrückte.

 FOLGEN SIE MIR ETWAS WEITER.

Dann eröffnet sich ein anderer, herrlicher Ausblick, und hier sehen wir,
dass echte Heilung zu erreichen ist: nicht durch Abwehren des Falschen,
sondern so: Rechtes ersetzt Falsches, Gute ersetzt Böse, Licht ersetzt
Finsternis.

 Hier beginnen wir zu begreifen, dass wir Krankes nicht länger mit
Krankem bekämpfen, Leiden nicht länger mehr mit Erzeugnissen des Leids
abwehren und Gebrechen nicht länger mit solchen Substanzen auszutreiben
versuchen, die sie verursachen können, sondern im Gegenteil, die
entsprechende Tugend herbeiführen, die den Fehler ausgleichen und
beseitigen wird.

 Das Arzneibuch der nahen Zukunft sollte nur jene Heilmittel enthalten,
die die Kraft haben, das Gute herbeizuführen, und von all jenen Arzneien
befreit sein, deren einzige Eigenschaft darin besteht, dem Bösen
Widerstand entgegenzusetzen.

 Es stimmt wohl, dass Hass durch größeren Hass besiegt werden kann, aber
heilen kann ihn nur die Liebe. Grausamkeit kann durch eine größere
Grausamkeit verhindert werden, aber sie wird nur dann beseitigt, wenn sich
die Qualitäten von Mitgefühl und Mitleid entfaltet haben. Eine Angst mag
verloren und vergessen scheinen, wenn eine größere Angst vorherrscht,
aber die echte Heilung aller Angst ist vollkommener Mut.

 So müssen wir aus dieser medizinischen Schule unsere Aufmerksamkeit auf
jene schönen Heilmittel richten, die Gottes Hand in die Natur gegeben
hat, um uns zu heilen; sie finden sich unter den wohltätigen, feinen
Blumen und Pflanzen auf dem Lande.

 Es ist anscheinend grundsätzlich falsch, zu sagen, dass "Gleiches
Gleiches heilt". Hahnemann hatte wohl die richtige Vorstellung von der
Wahrheit, aber er drückte sie unvollständig aus. Gleiches mag Gleiches
stärken, Gleiches mag Gleiches abwehren, aber im eigentlichen Sinne des
Heilens kann Gleiches nicht Gleiches heilen.

 Wenn man die Lehren Krishnas, Buddhas oder Christi hört, stößt man
immer wieder auf die Aussage, dass Gutes das Böse überwindet. Christus
lehrte uns, dem Bösen keinen Widerstand entgegenzusetzen, unsere Feinde zu
lieben und jene zu segnen, die uns verfolgen - da gibt es nirgendwo ein
Gleiches heilt Gleiches. Und so müssen wir beim wirklichen Heilen und in
der spirituellen Entwicklung immer danach streben, dass Gutes das Böse
vertreibt, Liebe den Hass besiegt und Licht die Finsternis zerstreut. Also
müssen wir alle Gifte, alle schädlichen Dinge meiden und nur das
Wohltuende und Schöne verwenden.

 Ohne Zweifel hatte Hahnemann sich mit der Potenzierungsmethode bemüht,
Falsches und Richtiges zu verkehren, Gift in Heilmittel - aber es ist
einfacher, die schönen und heil wirkenden Arzneien direkt zu gebrauchen.

 Heilung, die höher steht als alle materialistischen Dinge und
materialistischen Gesetze, ist ihrem Ursprung nach göttlich und nicht an
irgendeine unserer Konventionen oder Maßstäbe gebunden. Das heißt, dass
wir unsere Ideale, unsere Gedanken und unsere Bestrebungen in jene
herrlichen und Lichten Ebenen erheben müssen, die uns die großen Meister
gelehrt und gewiesen haben.

 Denken sie keinen Augenblick daran, dass man sie von Hahnemanns Werk
abbringt - im Gegenteil: Er zeigte die großen, grundlegenden Gesetze, die
Basis. Aber er hatte nur ein Leben. Hätte er sein Werk weiter fortführen
und entwickeln können, so wäre er ohne Zweifel in diese Richtung
gegangen. Wir bringen sein Werk nur ein Stückchen voran und tragen es auf
die nächste, natürliche Ebene weiter.

Wir ollen uns jetzt überlegen, warum die Medizin sich unausweichlich
verändern muss. Die Wissenschaft in den letzten 2000 Jahren hat Krankheit
als einen materiellen Faktor betrachtet, der durch materielle Mittel
eliminiert werden kann: Solches ist natürlich völlig falsch.

Krankheit des Körpers, wie wir sie kennen, ist ein Resultat, ein
Endprodukt, ein letztes Stadium von etwas, das viel tiefer wurzelt.
Krankheit entspringt oberhalb der körperlich-materiellen Ebene, näher
der mentalen. Sie ist ganz das Resultat eines Konflikts zwischen unserem
geistigen und dem sterblichen Selbst. Solange Harmonie zwischen diesen
beiden Aspekten herrscht, sind wir vollkommen gesund; aber wenn es zu
Dissonanzen kommt, folgt daraus, was uns als Krankheit bekannt ist.

Krankheit ist einzig und allein kollektiv: Sie ist weder rachsüchtig noch
grausam, vielmehr ist sie ein Mittel, dessen sich unsere Seele bedient, um
uns auf unsere Fehler hinzuweisen, um uns davor zu bewahren, größeren
Irrtümern zu verfallen, um uns daran zu hindern, größeren Schaden
anzurichten, und um uns auf jenen Pfad der Wahrheit und des Lichts
zurückzuführen, den wir nie hätten verlassen sollen.

Krankheit dient in Wirklichkeit unserem Guten und ist wohltätig, doch wir
sollten sie meiden, wenn wir nur das rechte Verständnis - verbunden mit
dem Verlangen, das Rechte zu Tun - besäßen.

 Ganz gleich, welchen Fehler wir machen: er wirkt auf uns selbst zurück,
verursacht Unglückseligkeit, Unbehagen oder Leiden, seinem Wesen
entsprechend. Das Ziel ist hierbei, uns die schädlichen Wirkungen
falschen Tuns oder Denkens erkennen zu lassen, und indem wir ähnliche
Auswirkungen an uns selbst bemerken, wird uns gezeigt, wie unser Verhalten
anderen Leid bringt und damit im Widerspruch steht zu dem großen,
göttlichen Gesetz der Liebe und Einheit.

 Den wissenden Arzt weist die Krankheit selbst auf das Wesen des Konflikts
hin. Vielleicht belegen dies am besten einige Beispiele, um ihnen zu
demonstrieren, dass - ganz gleich, an welcher Krankheit sie leiden mögen -
die Ursache in einer Disharmonie zwischen ihnen und dem Göttlichen in
ihrem Innern besteht, und dass sie irgendeinen Fehler machen, einem Irrtum
unterliegen, den ihr höheres Selbst zu korrigieren versucht.

 Schmerz ist die Folge von Grausamkeit, die anderen Schmerz bringt, und er
kann mental oder körperlich sein. Seien sie aber gewiss: Wenn sie
Schmerzen leiden, brauchen sie nur in sich zu forschen, und sie werden
eine harte Handlungs- oder Denkweise finden, die in ihrem Wesen besteht.

Entfernen sie sie, und ihr Schmerz wird aufhören. Wenn sie unter
Steifheit eines Gelenks oder Gliedes leiden, dann können sie
gleichermaßen gewiss sein, dass Starrheit auch in ihrem Denken besteht,
dass sie stur an einer Idee, einem Grundsatz, vielleicht einer Konvention
festhalten, die sie nicht unterstützen sollten. Falls sie an Asthma oder
Atemschwierigkeiten leiden, dann ersticken sie selbst auf irgendeine Art
und Weise eine andere Persönlichkeit - oder, mangels Mut, das Richtige zu
tun, nehmen sie sich selbst die Luft weg. Wenn sie dahinsiechen, dann ist
das, weil sie irgendjemandem erlauben, ihre eigene Lebenskraft davon
abzuhalten, ihren Körper zu betreten.

 Selbst der Teil des Körpers, der betroffen ist, gilt als ein Hinweis auf
das Wesen des Fehlers. Die Hand weist auf Versagen oder Fehler im Tun; der
Fuß auf das Versagen, anderen beizustehen; das Gehirn auf mangelnde
Kontrolle; das Herz auf Mangel oder Übertreibung oder falsches Tun im
Zusammenhang mit dem Liebe-Aspekt; das Auge auf Versagen, recht zu sehen
und die Wahrheit zu erfassen, wenn sie vor einen gestellt wird. Und
genauso kann die Ursache und das Wesen einer Krankheit festgestellt
werden, die für den Patienten eine notwendige Lektion und die Korrektur,
die vorzunehmen ist.

Werfen wir nun einen Blick auf das Krankenhaus der Zukunft:

 Es wird ein Heiligtum des Friedens, der Hoffnung und der Freude sein. Da
ist keine Eile, kein Lärm, kein einziger dieser erschreckenden Apparate
und Maschinen von heute, kein Geruch nach Desinfektionsmittel und
Narkotika, nichts von all dem, was an Krankheit und Leid erinnert. Da wird
nicht immer wieder die Temperatur gemessen und die Ruhe des Patienten
gestört, es sind keine täglichen Untersuchungen mit Abklopfen und
Stethoskop, um dem Denken des Patienten das Kranksein einzuprägen. Da
wird nicht ständig der Puls gefühlt, um den Eindruck zu erwecken, dass
das Herz zu rasch schlägt. Denn all diese Dinge zerstören die
Atmosphäre von Frieden und Ruhe, die so notwendig ist, damit der Patient
bald genest. Auch Laboratorien werden nicht mehr nötig sein, denn auf die
spitzfindige, mikroskopische Untersuchung des Details wird es nicht mehr
ankommen, wenn erst einmal erkannt wurde, dass es der Patient ist, der
behandelt werden soll, und nicht die Krankheit.

 Zweck aller Einrichtungen wird die Schaffung einer Atmosphäre von
Frieden, Hoffnung, Freude und gläubigem Vertrauen sein. Alles wird man
unternehmen, um dem Patienten zu helfen, seine Krankheit zu vergessen,
nach Gesundheit zu streben und zugleich den Fehler in seinem Wesen zu
korrigieren und ein Verständnis der Lektion zu gewinnen, die zu lernen
ist.

 Alles an und in diesem Hospital der Zukunft wird erhebend und schön
sein, so dass der Patient hier seine Zuflucht findet, nicht nur, um von
seinem Leid befreit zu werden, sondern auch, um das Verlangen zu
entwickeln, ein Leben zu führen, das mehr in Harmonie mit den Geboten
seiner Seele ist, als es vorher war.

 Das Hospital wird dem Kranken wie eine Mutter sein; es wird ihn in seine
Arme aufnehmen, beruhigen und trösten, es wird ihm Hoffnung Glaube und
Mut bringen, um seine Schwierigkeiten zu überwinden.

 Der Arzt von morgen wird erkennen, dass er selbst keine Kraft zu heilen
besitzt, sondern dass das Wissen, den Kranken Weisungen zu geben, und die
Kraft der Heilung, ihren Schmerz zu lindern, durch ihn geschickt werden
kann - wenn er sein Leben in den Dienst an seinen Geschwistern stellt,
wenn er das Wesen des Menschen so studiert, dass er seinen Sinn wenigstens
zum Teil verstehen mag, wenn er aus tiefstem Herzen das Verlangen hat,
Leiden zu lindern und alles für die Hilfe für die Kranken zu geben. Und
selbst dann wird seine Kraft und Fähigkeit zu helfen proportional sein
zur Intensität seines Verlangens und seiner Bereitschaft zu dienen.

Er wird verstehen, dass Gesundheit - wie das Leben - von Gott kommt, und
von Gott allein. Er wird begreifen, dass er und die Arzneien, die er
gebraucht, bloße Instrumente, Mittler im göttlichen Plan sind, die
helfen, den Leidenden auf den Weg des göttlichen Gesetzes zurückzuholen.

 Er wird kein Interesse an Pathologie oder pathologischer Anatomie haben,
denn sein Studium gilt der Gesundheit. So wird es für ihn nicht von Belang
sein, ob beispielsweise eine Kurzatmigkeit durch Tuberkelbazillen,
Streptokokken oder irgendwelche anderen Erreger verursacht ist;
stattdessen wird er sich bemühen, Kenntnis darüber zu erlangen, warum
der Patient Atembeschwerden haben sollte. Es wird ohne Bedeutung sein zu
wissen, welche der Herzklappen beschädigt oder fehlerhaft ist, aber um so
wichtiger zu erkennen, in welcher Hinsicht der  Patient den Liebe-Aspekt
seines Wesens falsch entfaltet. Röntgenstrahlen werden dann nicht mehr zu
Hilfe genommen, um ein arthritisches Gelenk zu untersuchen, sondern man
wird das Denken des Patienten erforschen, um die Art der Starrheit dort zu
entdecken.

 Die Ausbildung des Arztes wird der eingehenden Beschäftigung mit dem
Wesen des Menschen gewidmet sein, der tiefen Erkenntnis des Reinen und
Vollkommenen und einem Verständnis der Göttlichkeit des Menschen sowie
dem Wissen, wie den Leidenden beizustehen ist, auf das sie ihr Verhalten
in Harmonie mit ihrem geistigen Selbst bringen und so Einklang und
Gesundheit in die Persönlichkeit.

 Der Arzt der Zukunft wird die Fähigkeit besitzen müssen, aus der
Lebensgeschichte des Patienten den Konflikt zu erkennen, der die
Unausgeglichenheit oder Disharmonie zwischen Leib und Seele verursacht,
und so in der Lage sein, den notwendigen Rat und die richtige Behandlung
zur Erleichterung des Leidenden zu geben.

 Er wird sich auch mit der Natur und ihren Gesetzen befassen müssen sowie
sich mit ihren Heilkräften auskennen, damit er diese zum Wohle und Nutzen
des Patienten einzusetzen vermag.

 Die Behandlung der Zukunft wird dem Patienten im wesentlichen vier
Qualitäten vermitteln:

Erstens: Frieden, zweitens: Hoffnung, drittens: Freude und viertens:
Glauben. Alle Aufmerksamkeit und alle Aspekte der Umgebung werden sich
nach diesem Ziel zu richten haben. Den Patienten mit einer Atmosphäre von
Gesundheit und Licht zu umgeben, wird seine Genesung fördern. Zugleich
wird auf die Irrtümer des Patienten hingewiesen, die festzustellen
Aufgabe der Diagnose ist, und er soll Hilfe und Zuspruch erhalten, um sie
zu überwinden.

 Darüber hinaus werden jene schönen Heilmittel, die von göttlichen
Heilkräften durchdrungen sind, verabreicht, um jene Gefäße zu öffnen,
die mehr von dem Licht der Seele hereinlassen, dass der Patient von
heilenden Qualitäten durchströmt wird.

 Die Wirkung dieser Arzneien besteht darin, dass sie unsere Schwingungen
anheben und unsere Gefäße für die Aufnahme des geistigen Selbst öffnen,
dass sie unser Wesen mit der bestimmenden Tugend erfüllen, derer wir
bedürfen, und den Fehler hinaus waschen, der Schaden und Leid verursacht.
Wie schöne Musik oder irgendetwas anderes Erhebendes, das uns Inspiration
schenkt, sind sie imstande, unser innerstes Wesen zu erheben und uns
unserer Seele näher zu bringen. Dadurch schenken sie uns Frieden und
lindern unsere Leiden.

 Sie heilen, nicht durch einen Angriff auf unseren Körper, sondern indem
sie unseren Körper mit den schönen Schwingungen unseres höheren,
geistigen Wesens überfluten, in dessen Anwesenheit Krankheit
hinweg schmilzt wie Schnee in der Sonne.

 Völlig vorbei und der Vergangenheit angehören muss der Gedanke, dass
Linderung zu erhalten sei durch Bezahlung mit Gold und Silber. Gesundheit
ist, wie das Leben selbst, göttlichen Ursprungs, und kann nur durch
göttliche Mittel erlangt werden. Geld, Luxus, Reisen sind vielleicht
äußerlich, auf den ersten Blick, in der Lage, uns eine Steigerung des
Körperlichen Wohlbefindens zu erkaufen; aber wahre Gesundheit können uns
diese Dinge nie geben.

 Der Patient von morgen muss verstehen, dass er, und allein nur er, sich
Entladung vom Leid verschaffen kann, auch wenn er Rat und Hilfe von
älteren Geschwistern erhalten mag, die ihm bei seinem Bemühen zur Seite
stehen.

 Gesundheit ist da, wenn vollkommene Harmonie zwischen Seele, Gemüt und
Körper herrscht. Diese Harmonie, und allein diese Harmonie, müssen wir
erreichen, bevor eine Heilung erwirkt werden kann.

 In der Zukunft wird man nicht Stolz darüber empfinden können, krank zu
sein - im Gegenteil: Die Menschen werden sich des Krankseins schämen wie
eines Vergehens.

 Und jetzt möchte ich ihnen zwei Faktoren erläutern, die in diesem Lande
vermutlich zu mehr Krankheit führen als jeder andere Grund: die großen
Schwächen unserer Zivilisation - Habgier und Götzendienerei.

 Krankheit ist uns natürlich als eine Zurechtweisung geschickt. Wir sind
es ganz und gar selbst, die sie uns auferlegen; sie ist die Folge unseres
falschen Tuns und falschen Denkens. Könnten wir unsere Fehler nur
korrigieren und in Harmonie mit dem göttlichen Plan leben, würde uns
keine Krankheit je erreichen.

 In dieser, unserer Zivilisation wirft die Habgier über alles ihren
Schatten. Es gibt da die Gier nach Wohlstand, Status, Position, weltlichem
Ruhm, nach Komfort und Beliebtheit. Aber von diesen Aspekten der Gier
wollen wir nicht reden, denn sie sind - vergleichsweise - harmlos.

 Am schlimmsten ist jedoch die Gier, einen anderen zu besitzen. Wahrlich,
sie ist so weit verbreitet unter uns, dass man sie fast als billig und
anständig betrachtet. Aber das mindert nicht ihr Übel, denn das
Verlangen, Besitz an einem anderen Individuum oder Einfluss auf eine
andere Person zu haben, bedeutet doch, die Macht unseres Schöpfers an
sich zu reißen.

 Wie viele Leute unter ihren Freunden oder Verwandten könnten sie
aufzählen, die wirklich frei sind ? Wie viele sind es, die nicht durch
irgendein anderes Menschenwesen gebunden, beeinflusst und kontrolliert
werden ? Wie viele gibt es, die jederzeit, Tag für Tag, Monat um Monat,
jahrein, jahraus, sagen können: "Ich folge den Geboten meiner Seele,
unbehindert durch den Einfluss anderer Menschen" ?

 Und doch ist jeder von uns eine freie Seele und allein Gott Rechenschaft
schuldig über sein Tun, ja, sogar über seine Gedanken.

 Möglicherweise ist die gewaltigste Lektion des Lebens, Freiheit zu
lernen. Freiheit von Umständen, Umgebung, anderen Persönlichkeiten, und
vor allem von uns Selbst; denn solange wir nicht frei sind, sind wir
unfähig, unseren Mitmenschen ganz und gar zu geben und zu dienen.

 Denken sie daran: Ob wir Krankheit oder Not leiden, ob wir umgeben sind
von Angehörigen oder Freunden, die uns eine Last sind; ob wir inmitten
jener leben müssen, die uns befehlen und beherrschen, die unsere Pläne
durchkreuzen und unser Fortkommen behindern - wir haben es selbst
geschaffen. Es ist so, weil sich in uns selbst immer noch eine Spur von dem
befindet, das die Freiheit eines anderen einschränkt - oder weil uns der
Mut fehlt, unsere eigene Individualität zu behaupten, die unser
Geburtsrecht ist.

 In dem Augenblick, indem wir selbst allen und allem um uns herum völlige
Freiheit gegeben haben - wenn wir nicht mehr das Verlangen haben, zu
binden und zu begrenzen; wenn wir von niemandem mehr irgendetwas erwarten;
wenn all unser Denken allein Geben heißt und nie mehr Nehmen -, dann
werden wir feststellen, dass wir frei sind von der ganzen Welt. Alle
Fesseln werden von uns abfallen, unsere Ketten zerspringen, und zum ersten
Male in unserem Leben werden wir die köstliche Freude vollkommener
Freiheit erfahren. Befreit von allen menschlichen Beschränkungen sind wir
dann der willige und freudige Diener unseres höheren Selbst allein. Die
Macht des Besitzens hat sich im Westen so stark entwickelt, dass es
großen Leids bedarf, bis die Menschen ihren Irrtum erkennen und umkehren
werden. Je nach dem Umfang und der Art der Herrschaft übereinander
müssen wir leiden, solange wir uns eine Macht anmaßen, die nicht des
Menschen ist.

 Absolute Freiheit ist unser Geburtsrecht, und wir können es nur
erlangen, wenn wir die gleiche Freiheit jeder Seele gewähren, die unser
Leben betritt. Denn, wahrlich, wir ernten, wie wir säen, und "mit
welcherlei Maß wir messen, so wird auch uns zugemessen werden".

 Genauso, wie wir einem anderen Leben entgegenarbeiten, sei es jung oder
alt, so muss es sich auf uns selbst auswirken. Wenn wir die Aktivität
anderer begrenzen, können wir unseren eigenen Leib durch Steifheit in
seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt finden; und wenn wir anderen noch
dazu Schmerz und Leid zufügen, müssen wir bereit sein, selbiges am
eigenen Leib zu ertragen, bis wir uns gebessert haben. Es gibt keine
Krankheit, wie schwer sie auch sei, die nicht benutzt werden könnte,
unser Tun zu überprüfen und unsere Richtung zu ändern.

 Jene unter ihnen, die durch andere leiden: Fassen sie Mut! Denn es
bedeutet, dass sie jene Stufe ihres Weges erreicht haben, in der sie
gelehrt werden, ihre Freiheit zu gewinnen. Der Schmerz und das Leid, das
sie jetzt ertragen, lehrt sie, ihre Fehler selbst richtig zu stellen; und
sobald sie den Fehler erkannt und korrigiert haben, sind ihre
Schwierigkeiten vorüber.

 Solches in Angriff zu nehmen, bedeutet, äußerste Sanftmut zu üben und
nie durch Gedanken, Wort oder Tat einen anderen zu verletzen. Denken sie
daran, dass alle Menschen ihr Heil selbst erarbeiten und durch das Leben
gehen, um jene Lektionen zur Vervollkommnung ihre Seele zu lernen. Sie
müssen das selbst tun, sie müssen ihre Erfahrungen selbst machen, sie
müssen die Fallgruben dieser Welt kennen lernen und aus eigener Bemühung
den Weg finden, der auf den Berggipfel führt. Das Äußerste, was wir tun
können, wenn wir ein wenig mehr Wissen und Erfahrung als jüngere
Geschwister besitzen, ist, sie behutsam zu leiten. Wenn sie darauf hören
ist es schön und gut; wenn nicht, dann müssen wir geduldig warten, bis
sie weitere Erfahrung gewonnen haben, die ihnen ihre Fehler zeigt. Dann
können sie sich wieder an uns wenden.

 Wir sollten bedacht sein, so sanft, so still und so geduldig Hilfe zu
leisten, dass wir uns zwischen unseren Mitmenschen mehr wie ein Lufthauch
oder wie ein Sonnenstrahl bewegen: allzeit bereit, zu helfen, wenn sie uns
bitten, ihnen aber nie unsere eigene Ansicht aufzuzwingen.

 Jetzt möchte ich ihnen von einem anderen großen Verhinderer der
Gesundheit erzählen, der heutzutage sehr, sehr verbreitet ist, und noch
dazu eine der größten Barrieren, denen die Ärzte in ihrem Bemühen zu
heilen begegnen. Dieses Hindernis ist eine Form des Götzendienstes.
Christus sagt: "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon", und doch ist
der Dienst am Mammon einer unserer mächtigsten Stolpersteine.

 Es war einmal ein Engel, ein herrlicher, strahlender Engel. Der erschien
Johannes, und Johannes fiel auf die Knie und betete ihn an. Aber der Engel
sprach zu ihm: " Warte, tue es nicht; ich bin Dein und Deiner Brüder
Mitknecht. Bete Gott an. "Und doch beten heute zehntausende von uns nicht
Gott an, nicht einmal einen hohen Engel, sondern einen Mitmenschen. Ich
kann ihnen versichern, dass eine der größten Schwierigkeiten, die
überwunden werden muss, die Anbetung ist, die der Leidende einem anderen
Sterblichen entgegenbringt.

 Wie oft hört man doch "Ich muss meinen Vater, meine Schwester, meinen
Mann fragen.." Was für eine Tragödie, zu denken, dass eine menschliche
Seele, die ihre Göttlichkeit entfaltet, die Erlaubnis eines anderen
Reisenden auf dem Entwicklungsweg einholen müsste! Wem glaubt sie denn,
ihren Ursprung, ihr Sein, ihre Existenz zu verdanken - einem ihresgleichen
oder ihrem Schöpfer ?

 Wir müssen verstehen, dass wir Gott Rechenschaft schulden für unser Tun
und für unser Denken, und keinem außer Gott. Und sich darin beeinflussen
zu lassen, fremden Wünschen zu fügen oder dem Verlangen eines anderen
Sterblichen zu folgen ist in der Tat Götzendienst. Die Strafe dafür ist
hart, sie bindet uns mit Ketten, sie steckt uns in Gefängnisse und
schränkt unser ganzes Leben ein - und das sollte sie auch, so verdienen
wir es zu Recht, wenn wir den Geboten eines Menschenwesens folgen, wahrend
unser ganzes Selbst nur ein einziges Gebot kennen sollte - das unseres
Schöpfers, der uns Leben und Verstehen schenkte.

 Wisset also, dass der, der vor allem seiner Frau, seinem Kind, seinem
Vater oder seinem Freund folgt, ein Götzendiener ist, der dem Mammon, aber
nicht Gott dient.

 Erinnern sie sich an die Worte Christi: "Wer ist meine Mutter, und wer
sind meine Brüder ?" Sie bedeuten, dass selbst wir alle, so gering und
unbedeutend wir auch sein mögen, hier sind, um unseren Menschengeschwistern,
um aller Menschheit und der Welt insgesamt zu dienen, und nie, auch nicht
den winzigsten Augenblick unter dem Wollen und Befehlen eines anderen
Menschen stehen sollen, wenn dieses den Motiven entgegensteht, die wir als
die Gebote unserer Seele kennen.

 Seien wir Kapitäne unserer Seele, Meister unseres Schicksals (das
heißt, lassen wir uns führen und anweisen ganz und allein vom
Göttlichen in unserem Innern, ohne Zugeständnis an oder Hindernis von
Seiten irgendeines Menschen oder Umstandes), und leben wir allezeit in
Übereinstimmung mit den und in Verantwortung vor den Gesetzen Gottes, der
uns das Leben gab. [den Gesetzen, wie sie das innere Göttliche erkennen
lässt; Anm. jenss@]

 Doch es gibt noch einen weiteren Punkt, auf den sie aufmerksam werden
sollen. Halten sie sich immer das Gebot vor Augen, das Christus seinen
Jüngern gab: "Widerstrebt nicht dem Übel." Krankheit und Falsches sind
nicht zu besiegen im direkten Kampf; sondern, indem man sie durch Gutes
ersetzt. Finsternis verschwindet im Licht, und ist nicht durch größeres
Dunkel zu vertreiben; Hass wird durch Liebe überwunden, Grausamkeit durch
Sympathie und Mitgefühl - und Krankheit durch Gesundheit.

 Unser ganzes Ziel ist es, unsere Seele zu erkennen und uns entsprechend zu
bemühen, die entgegen gesetzte Tugend zu entfalten, so dass der Fehler von
uns abfällt, wie der Schnee unter der Sonne schmilzt. Kämpfen sie nicht
gegen ihre Sorgen; kämpfen sie nicht gegen ihre Krankheit; hadern sie
nicht mit ihren Schwächen - verlieren sie sie vielmehr aus den Augen,
wenn sie sich auf die Entfaltung der Tugenden konzentrieren, derer sie
bedürfen.

 Und so können wir zusammenfassend nun sehen, welche bedeutende Rolle
die Homöopathie bei der Überwindung der Krankheit in Zukunft spielen
wird.

 Nun, da wir uns dem Verständnis nähern, dass durch die Krankheit selbst
"Gleiches Gleiches heilt", dass wir selbst sie geschaffen haben, uns als
Zurechtweisung und letztlich zu unserem Wohle, dass wir sie vermeiden
können, wenn wir nur die notwendigen Lektionen lernen und unsere Fehler
richtig stellen, bevor die schwerere Lektion des Leidens notwendig wird.
Das ist die ganz natürliche Fortsetzung von Hahnemanns großem Werk, die
Weiterführung jener Gedanken, die ihm offenbart worden sind, die uns
einen weiteren Schritt hin zum vollkommenen Verstehen von Krankheit und
Gesundheit führt und die Kluft überbrückt zwischen der Phase, in der er
uns und sein Werk verlassen hat, und jenem Morgen jenes Tages, an dem die
Menschheit jene Stufe ihrer Entwicklung erreicht haben wird, auf der sie
die Herrlichkeit göttlicher Heilung direkt empfangen kann.

 Der wissende und verstehende Arzt wird dann seine Arzneien sorgfältig
aus den Heilpflanzen in der Natur, die von Gottes Hand befruchtet und
gesegnet sind, auswählen und seinem Patienten helfen können, jene
Gefäße aufzuschließen, die eine größere Einheit zwischen Körper und
Seele erlauben, und damit die Entfaltung der Tugenden, die notwendig
sind, um die Fehler auszulöschen. Das schenkt der Menschheit die Hoffnung
auf wahre Gesundheit, die verbunden ist mit geistigem und spirituellem
Fortschritt.

 Für die Patienten wird es notwendig sein, dass sie darauf vorbereitet
sind, der Wahrheit ins Auge zu sehen, dass die Krankheit einzig und allein
auf Fehler in ihnen Selbst zurückzuführen ist. Sie werden das innere
Verlangen besitzen müssen, diese Fehler zu berichtigen, ein besseres und
nützlicheres Leben zu führen und zu erkennen, dass Heilung von ihren
eigenen Bemühungen abhängig ist, auch wenn sie zum Arzt gehen, um dort
Rat und Hilfe in ihren Schwierigkeiten zu erhalten.

 Gesundheit lässt sich ebenso wenig durch Gold und Geld erwerben, wie ein
Kind seine Ausbildung kaufen kann. Kein Geldbetrag kann dem Schüler das
Schreiben beibringen; er muss es selbst lernen, unter der Anleitung eines
erfahrenen Lehrers. Und das gilt ebenso für die Gesundheit.

 Es gibt zwei Gebote: "Du sollst Gott und Deinen nächsten lieben" Wir
wollen unsere Individualität entfalten, so dass wir die völlige Freiheit
erlangen, dem Göttlichen in uns selbst zu dienen, und einem Göttlichen
allein - und allen anderen ihre absolute Freiheit zu gewähren und ihnen
soweit zu dienen, wie es in unseren Kräften liegt, nach dem Gebot unserer
Seele und immer im Gedanken daran, dass im gleichen Masse, indem unsere
eigene Freiheit wächst, auch unsere Freiheit und Fähigkeit zunimmt,
unserem Mitmenschen zu dienen.

 So müssen wir uns also der Tatsache stellen, dass Krankheit allein
unserem Tun zuzuschreiben ist, und dass der einzige Weg zur Heilung in der
Richtigstellung unserer Fehler besteht. Alle wahre Behandlung hat das
Ziel, dem Patienten zu helfen, seine Seele, seinen Körper, sein Denken in
Harmonie zu bringen. Das kann er nur selbst tun, wenn gleich Rat und Hilfe
eines kundigen Mitmenschen ihn sehr dabei unterstützen können.

 Wie Hahnemann bereits darlegte, ist jegliche Behandlung, die nicht von
innen kommt, schädlich, und eine scheinbare Heilung des Körpers, die
durch materialistische Methoden, allein durch das Tun anderer und ohne
Selbsthilfe erreicht wird, mag gewiss Körperlich Erleichterung bringen,
aber Schaden für unser höheres Wesen; denn die notwendige Lektion bleibt
ungelernt, und der Fehler ist nicht richtig gestellt worden.

 Es ist schrecklich an all die künstlichen und oberflächlichen Heilungen
zu denken, die durch Geld und falsche medizinische Methoden zu erhalten
sind - falsche Methoden, weil sie lediglich Symptome unterdrücken,
scheinbar Erleichterung verschaffen ohne aber die Ursache zu beseitigen.

 Heilung muss aus unserem Innern kommen, durch Anerkennen und
Richtigstellen unserer Fehler und harmonisierendes Einstimmen unseres
Wesens auf den göttlichen Plan. Und da der Schöpfer in seiner
Barmherzigkeit gewisse mit göttlichem Segen erfüllte Pflanzen wachsen
lässt, um uns zu unserem Sieg zu verhelfen, so lasst uns diese suchen und
sie nach bestem Vermögen gebrauchen, auf dass sie uns stützen, wenn wir
den Berg unserer Entwicklung erklimmen, bis zu jenem Tage, an dem wir den
Gipfel der Vollendung erreichen.#

 Hahnemann hat die Wahrheit "Gleiches heilt Gleiches" erkannt, die
eigentlich bedeutet: Krankheit heilt falsches Tun. Wahre Heilung ist eine
Stufe höher als Krankheit: Liebe und all ihre Attribute vertreiben das
Falsche.

 Bei der korrekten Behandlung darf nichts Verwendung finden, das dem
Patienten seine Eigenverantwortlichkeit abnimmt, sondern es dürfen nur
solche Maßnahmen gebraucht werden, die ihm helfen, seine Fehler zu
überwinden. Wir wissen heute, das gewisse Mittel im homöopathischen
Arzneienschatz die Kraft besitzen, unsere Schwingungen zu erheben und so
eine größere Einheit zwischen unserem sterblichen und dem spirituellen
Selbst zu schaffen und die Heilung durch die so erreichte, größere
Einheit zu bewirken.

 Und schließlich wissen wir, dass es unsere Aufgabe ist, das
Arzneimittelbuch zu säubern und neue Heilmittel hinzuzufügen, bis es nur
noch solche enthält, die dem Menschen wohl tun und ihn erheben

                Dr. Edward Bach;
                Southport, England 1931;
           Rede vor homöopathischen Ärzten

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(Zitierter Text & Leseempfehlung: "Dr. Edward Bach: Gesammelte Werke"
 erschienen bei Irisiana)

jenss@drifter.central.de

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