Aufbau eines Netzwerkes mit einer Ethernet-Verkabelung
Soll in einem kleinen Unternehmen oder auch in Büros ein
Der Begriff Ethernet bezeichnet eigentlich ein von den Firmen DEC, Xerox und Intel entwickeltes Netzwerkprotokoll für lokale Netzwerke, welches in der IEEE-Norm 802.3 festgelegt wurde.
Eine Ethernet-Verkabelung ist ein Bus-System, d.h. alle Endgeräte sind an einem gemeinsamen Kabelstrang angeschlossen. Eine voll- ständige Verkabelung besteht aus einem Koaxial-Kabel mit mehreren T-Stücken zum Anschluss der Geräte sowie je einem 50W-Endwiderstand an jedem Ende der Verkabelung. Er dient zur Dämpfung der Signale, damit keine Reflexionen im Kabel entstehen. Neben den Typen "Thick-Ethernet" oder auch "Yellow Cable" wird heute hauptsächlich das "Thin-Ethernet" oder "Cheapernet-Cable" verwendet, was auch unter der Bezeichnung "RG58"- oder "10Base2"-Kabel bekannt ist. Diese Art der Verkabelung ist zur Zeit die günstigste Möglichkeit, mehrere Rechner und andere Geräte in einem Netzwerk zu verbinden. Das Standard-Ethernet arbeitet mit Geschwindigkeiten von 10 Mbit/s, Fast-Ethernet sogar bereits mit bis zu 100 Mbit/s. Als Zugangsverfahren wird das sogenannte CSMA/CD-Verfahren benutzt. Jeder PC, der an ein solches Netz angeschlossen werden muss, benötigt allgemein nur eine Netzwerkkarte mit einem BNC-Anschluss. An diesem Anschluss werden die T-Stücke angeschlossen, an denen wiederum das Netzwerkkabel in beide Richtungen weitergeführt wird. Die Norm schreibt außerdem noch bestimmte Kabellängen vor, die nicht über- schritten werden dürfen: Beispielsweise darf beim Ethernet die Segmentlänge (Länge eines Netzwerkstranges) nicht größer als 185m sein, es dürfen nicht mehr als 30 Stationen angeschlossen werden und die Mindestabstand zwischen zwei Stationen sollte größer als 0,5m sein. Soll in der Praxis ein Netzwerk aufgebaut werden, muss zuerst einmal eine Skizze bzw. ein Entwurf erstellt werden, der unter Berücksichtigung der Räumlichkeiten den Verlauf der Verkabelung veranschaulicht. Wichtig ist dabei, dass keine Kabel quer durch Räume gelegt, sondern möglichst in Kabelkanälen an den Wänden entlang geführt werden. Die Netzwerkplanung muss beim Entwurf auch alle Faktoren berücksichtigen, die nach dem Aufbau des Netzwerkes von Bedeutung sind. Ein Netzwerk sollte aufgrund der relativ hohen Kosten auch ausbaufähig sein, damit später einmal weitere Stationen angeschlossen werden können. Unter anderem muss man sich aber auch mit Fragen der Software beschäftigen, welche zur Nutzung des Netzwerkes eingesetzt werden soll, ob es Server gibt oder ein Peer-to-peer-Netzwerk entsteht, wie viele Teilnehmer gleichzeitig über das Netz arbeiten sollen, d.h. ob man Standard- oder Fast-Ethernet einsetzen muss, wie lang das Segment ist, ob mehrere Segmente notwendig sind oder auch mehrere getrennte Netze (z.B. aus Sicherheitsgründen). Nachdem feststeht, welche Rechner und andere Geräte (z.B. Drucker) an das Netzwerk angeschlossen werden sollen, kann die Verkabelung gelegt werden. Hierbei ist sehr wichtig, dass auf saubere und fehlerfreie Arbeit geachtet wird, denn Kurzschlüsse oder Wackelkontakte lassen sich später nur sehr schwer oder mit großem finanziellen und zeitlichen Aufwand feststellen und beheben. Ebenso sollten keine Abzweigungen im Kabel vorhanden sein, damit die Bustopologie erhalten bleibt. Nach dem Verlegen der Kabel können nun die Endgeräte angeschlossen werden. Normalerweise werden die Geräte mit T-Stücken an den Bus angeschlossen, aber mittlerweile gibt es auch spezielle TAE-Kabel, für die auch besondere Dosen zur Montage im Kabelkanal existieren. Endgeräte sind meistens ein Server sowie mehrere Arbeitsplätze oder Drucker, die auf die Daten des Servers zugreifen. Auf den Arbeitsplätzen muss danach die Software eingerichtet werden, damit jeder Zugang zum Server erhält.
Ist dies soweit geschehen, können noch verschiedene Tests durchgeführt werden, ob jeder PC den Server ansprechen kann oder ob es Konflikte beim Zugriff gibt. Zuletzt muss nun ein Netzwerkadministrator regelmäßig dafür sorgen, dass jeder Rechner im Netzwerk fehlerfrei arbeitet. Er kontrolliert außerdem die Dateien und Zugriffsrechte auf dem Server, hält das Netzwerk instand, erweitert das Netz um weitere Arbeitsplätze und ist Ansprechpartner für alle Fragen rund um das firmeninterne Netzwerk. Da die Netzwerktechnik sehr vielfältig ist, gibt es für fast alle Beschränkungen, die bestimmte Netzwerktypen haben, eine oder mehrere Lösungen, um bestehende Netze zu erweitern, sei es die Nutzung verschiedener Geschwindigkeiten durch Einsatz eines Switches oder die Segmentverlängerung durch einen Verstärker, der Einbau eines oder mehrerer Gateways oder auch die Verbindung zweier lokaler Netzwerke durch eine Brigde.
Text aus dem TextArchiv 7 - http://www.ta7.de/