Was ist Linux ? Linux ist in erster Linie ein Betriebssystem wie jedes andere auch. Linux ist im wesentlichen sehr stark an UNIX angelehnt, so dass erfahrene UNIX Benutzer mit dem Umstieg auf das kostenlose Pendant Linux keine größeren Schwierigkeiten haben sollten. Der geistige Vater von Linux ist Linus Torvalds, Informatikstudent aus Helsinki, der Anfang der 90er Jahre mit der Entwicklung von Linux begonnen hat. Inspiriert von Andrew Tanenbaums Mini-UNIX MINIX entwickelte er 1991 die erste offizielle Version von Linux und verbreitete diese in Newsgroups im Internet. Dies war natürlich kein vollwertiges Betriebssystem, sondern vielmehr ein Produkt mit dem nur Cracks und Eingeweihte etwas anfangen konnten. Dennoch löste diese Idee eine Welle der Begeisterung unter Programmierern aus, die aus dieser Idee letztendlich das vollwertige Betriebssystem Linux gemacht haben. Die Philosophie Der große Unterschied zu herkömmlichen und weit verbreiteten Betriebssystemen wie Windows, OS/2 oder Unix-Derivate wie SCO-UNIX, AIX oder Solaris ist die Tatsache, dass Linux frei verfügbar ist. Es fallen keine Gebühren für die Nutzung an. Linux unterliegt der sogenannten General Public Licence. Diese unterliegt der Überwachung durch die Free Software Foundation. Diese wurde von Programmierern ins Leben gerufen, welche der Überzeugung ist, Software müsse für jeden frei verfügbar, d.h. ohne Lizenzgebühren nutzbar, sein und soll von jedem weiterentwickelt werden können. Weiterentwicklungen müssen selbstverständlich wieder frei verfügbar sein. Die einzigen Einnahmen die hieraus entstehen dürfen, sind Einnahmen aus Distributionen und Support, sowie durch den Verkauf von Büchern. Einige nenneswerte Linux Distributionen sind zum Beispiel die Distributionen von SuSE, Red Hat, Debian und Deutsche Linux Distribution (DLD). Unter einer Linux-Distribution versteht man eine Ansammlung von Disketten oder CD-ROMS auf denen das Linux-System enthalten ist. Zum System kommen meist noch Anwendungen sowie Installationsprogramme und Utilities hinzu. Zu unterscheiden sind hier zwei Arten der Distribution: Distributionen, die ebenfalls unter die GPL fallen (Debian, RedHat). Andere wie z.B. SuSE stellen das entwickelte Installationsprogramm nicht unter die GPL. Das Installationsprogramm YAST ist beispielsweise als kommerzielle Software zu betrachten und darf daher nicht frei kopiert und weitergegeben werden. An der Weiterentwicklung von Linux arbeiten weltweit Tausende von Programmierern. Auf Bugs und Fehler im Code kann sehr schnell reagiert werden. Auch für die Unterstützung neuer Hardware sind meist sehr schnell Treiber bzw. Module verfügbar. Diese Eigendynamik macht Linux zu einem einzigartigen Betriebssystem. Betriebssystem Linux ist ein UNIX-ähnliches Betriebssystem. Es ist wie jedes Unix- Derivat multitasking- und multiuserfähig. An einem Linux-System können also mehrere Benutzer gleichzeitig arbeiten, außerdem kann jeder Benutzer mehrere Programme parallel ausführen. Als Grafische Benutzeroberfläche setzt Linux wie die meisten UNIX- Derivate auf das X-Windows-System, auch X11 genannt. Auf dieses X-Windows-System setzen verschiedene Fenstermanager auf, welche im wesentlichen, das Look&Feel der Oberfläche festlegen. Linux ist nicht wie andere Systeme Plattformabhängig, sondern kann auf verschiedenen Systemen installiert werden. Z.B. Intel, Macintosh, Sparc, MIPS, PowerPC Linux hat seine Stärken im Server Bereich, ist jedoch auch durch die Entwicklung verschiedener Fenstermanager im Destop-Bereich einsetzbar. Verbreitete und gefragte Datenbanksysteme wie Oracle Adabas, SQL sind ebenso unter Linux verfügbar, wie Office-Pakete. Linux beherrscht TCP/IP und findet häufig Anwendung in diesem Umfeld. Zum Beispiel: Webserver, Proxy-Server oder Firewall-Systeme. Linux ist auch in anderen Netzwerkumgebungen zu integrieren, zum Beispiel: durch Samba im Windows-Netzwerk oder als vollwertiger Novell-Server. Autor: Dirk Diegmüller
Text aus dem TextArchiv 7 - http://www.ta7.de/