Was ist eine MailBox?
(c) Bionic Bielefeld
Eine MailBox ist erst einmal etwas sehr praktisches. Einmal ist es - wie
der englische Name schon sagt - ein Briefkasten. Wenn wir davon ausgehen,
dass eine Vielzahl heutiger Brief bereits auf deinem Computer getippt,
ausgedruckt und dann per Post verschickt werden, ist es einleutchtend,
dass wir diesen Brief viel einfacher direkt von Computer zu Computer
schicken koennen. Dazu muessten die beiden Computer mit einem Kabel
verbunden werden. Das geht, wenn beide Computer nahe beieinander stehen.
Nicht aber, wenn zwischen ihnen viele Kilometer liegen. Dann verwenden wir
das Telefon - die beiden Computer rufen sich einfach an. Damit sie sich
verstehen koenne, wird noch eine Art Adapter zwischen Computer und Telefon
geschaltet: Das Modem. Ein Modem wandelt die elektrischen Signale des
Computers in Toene um. Diese Toene koennen (wie Gespraeche) ueber das
Telefon uebertragen werden. Auf der anderen Seite, beim anderen Computer,
steht wieder so ein Modem - und uebersetzt die Toene zurueck in
elektrische Signale. So einfach ist das.
Das aber der einen Computer nicht wissen kann, wann der andere Computer
gerade Lust hat, Anrufe entgegenzunehmen - weil er vielleicht gerade
ausgeschaltet ist, oder andere Arbeiten verrichtet - gibt es einen dritten
Computer, der hauptberuflich den lieben langen Tag am Telefon haengt. Er
nimmt die verschiedenen Anrufe von aderen Computern entgegen, sortiert die
eingehende und ausgehende Post, sorgt dafuer, dass alle Datenpakete in die
richten Postfaecher kommen und passt auf, dass niemand unbefugt mitliest.
Neben privaten Nachrichten gibt es auch noch oeffelntliche; diese stehen
-fuer alle zugaenglich - in sogenannten "Schwarzen Brettern", die nach
verschiedenen Themen geordnet sind. Das entspricht einer Tageszeitung mit
Feuilleton, Politik- und Wirtschaftsteil, Technik- und Unterhaltungsseiten -
nur viel schneller udn aktueller und mit der Moeglichkeit fuer alle
LeserInnen, gleichzeitig RedakteurIn zu sein. Hier steht das Leserbrief und
der Kommentar an der gleichen Stelle wie der urspruengliche Artikel.
Wenn wir bei unserem Vergleich, der Tageszeitung, bleiben wollen, so haben
sich viele einzelne Blaetter zu verschiedenen ueberregionalen Zeitungen
zusammengeschlossen. So umfasst z.B. das ZerberusNetz mit ca. 250 Boxen in
Deutschland; das FidoNetz mit mehr als 10000 Boxen weltweit und das SubNetz
aehnlicher Groesse wachsen ebenfalls, neben vielen kleinen Netzen, stetig
weiter.
Diese vernetzten Boxen rufen sich nachts zu den billigen Telefontarifen
automatisch an und tauschen alle neuen Nachrichten untereinander aus. Auf
diesem Wege wird auch Ihre private Post an die EmpfaengerInnen in aller
Welt verschickt.
Kaufen sie sich ein Modem und entdecken Sie das Neues Medium. In einigen
Jahren wird der Umgang mit einer MailBox ganauso alltaeglich sein wie
Zeitung lesen, fotokopieren und telefonieren.