Akte-X Story - Allein
A L L E I N - Akte X Story (Written by Elizabeth Boyd Translation by Frederik) Das kleine Maedchen schrie, als sich der erste Schuss loeste. Von dem guenstigen Platz hinter dem Polizei Auto konnten Mulder und Scully nicht sehen, wer getroffen wurde. Sie wussten, es war jemand in einer FBI-Jacke. Aber keiner von beiden dachte bewusst daran. Es war die einzige Moeglichkeit zu arbeiten. An nichts anderes denken, bis das Ziel erreicht war. Wie durch ein Wunder entfloh das Kind aus dem Griff des Entfuehrers. Der rothaarige Mann trat einen Schritt zurueck und riss die Waffe hoch. Die Bewegung erschwerte Mulders Bemuehen auf einen treffsicheren Schuss, doch er versuchte es. Fuer einen Moment wurde es still in Mulders Welt. Sein Atem verstummte. Der Rueckstoss des Schusses pulsierte durch seinen Koerper.Seine Schulter lehnte an Scully, und er wusste, sie hatte den Schock auch gefuehlt. Als er in die Wirklichkeit zurueckkehrte sog er die Luft ein und die Szene vor ihm lief weiter. Eine Horde Agenten ueberflutete den Schauplatz. Scully stand auf, und Mulder tat es ihr gleich, mehr aus einem Reflex heraus, als willentlich. Sie trat langsam um den Wagen herum auf die Strasse, und ihr beiger Trenchcoat wehte im Wind. Vier Maenner hatten den Entfuehrer bereits umrundet, wie erin seiner eigenen Einfahrt auf dem Boden lag. Ein Notarzt ranntedurch die Gruppe schweigender Leute. Scully hielt langsam an. Die Absaetze ihrer schwarzen Pumps erzeugten einen letzten Klick auf dem Asphalt. Mulder stiess sie beinahe um, in seinem festen Willen, den Schauplatz zu erreichen. Er veraenderte seine Richtung und beruehrte mit der Hand ihren Ellenbogen. Mulder joggte fast zu der Gruppe von Leuten am Ende der Einfahrt, er schaute zur Seite. Eine zweite Gruppe bildete sich um den verletzten Agenten, das Notarztteam war bereits da. Fox hielt an und betrachtete den zweiten Pulk. Sein Magen drehte sich um, als er bemerkte, dass sich die Gruppe viel zu schnell aufloeste, dass sich die Sanitaeter nicht mehr beeilten. *Verdammt*! Wer auch immer dieser Mann war, sie hatten ihn verloren. Mulder unterdrueckte seine Emotionen und joggte wieder zu seinem eigentlichen Ziel. Special Agent Winston Kramer drehte sich zu ihm um, als er anhielt. Die Sanitaeter hoben den grossen rothaarigen Kidnapper auf eine Bahre. "Er lebt, ist aber ausser Bewusstsein," sagte Kramer leise. Mulder blickte weg von der blutueberstroemten Trage und fragte Kramer: "Ist das Maedchen okay?" Kramer nickte und blickte auf das verstoerte Kind: "Sieht soaus, sie sehen gerade nach." Mulder erwiderte das Nicken. Zum ersten Mal bemerkte er die Hitze des Nachmittags und wuenschte, er koenne sein Jackett ausziehen. Mulder glaubte das Parfuem von Queen Elizabeth zu riechen. Es war nur ein warmen Fruehlingstag in einer kleinen Kuestenstadt. Mulder drehte sich, um Scully die Ironie der Szene bewusst zu machen und sah erstaunt, dass sie zurueckgeblieben war. Er sah ueber seine Schulter und suchte die Strasse nach ihr ab, nach ihrem goldbraunen Haar , das so wundervoll in der Sonne glaenzte. Er sah sie stehen, wo er sie abgestossen hatte, nur ein paar Schritte vom Auto entfernt. Dann folgte er ihrem Blick auf Strasse, wo der tote Agent in einen Krankenwagen gehoben wurde. Er sah sein Gesicht... Jeff Harbison. Scullys neue Bekannter, mit dem sie sich seit eineinhalb Monaten oft getroffen hatte. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * "Noch etwas Kaffee, Mulder?" frage Kramer und reichte Muldereinen Pappbecher. Er schuettelte den Kopf. "Nein, danke." Mulder sass auf der Ecke von Kramers Schreibtisch, sein Blick glitt zu Dana, die verloren am anderen Ende des Raumes stand. Er aergerte sich, dass er nicht frueher bemerkt hatte, wieviel dieser Mann Scully bedeutet hatte. Natuerlich war er jeden Tag mit ihr zusammen, doch die Anzeichen einer beginnenden Beziehung, die direkt vor seinen Nase gehangenhaben, wurden uebersehen - bis er Scully alleine stehen gesehen hat, auf der Einfahrt in Kernburn. Zu jenem Zeitpunkt erinnerte er sich an alles, an jeden noch so kleinen Hinweis der letzten Wochen. Vor gerade mal zwei Naechten hatte er mit Frank Dyson ueber einen seiner Faelle diskutiert, die Dysons Meinung zu den X-Akten gehoerten, als Mulder einen Verbindung zu einen Fall von Scully und ihm einfiel. Er hatte sie angepiept, obwohl er wusste, dass sie mit Jeff zu abend ass, und sie war gekommen, nachts um zehn. Sie war in den Raum getreten und hatte allein ihrer Erscheinung wegen Mulders und Dryson ganze Aufmerksamkeit. Unter ihrem offenen Trenchcoat trug sie ein enganliegendes schwarzes Kleid und hochhackige Schuhe. Ihr Haar war nach franzoesischer Art hochgebunden, nur ein paar Locken fielen in ihr Gesicht. Ihre diamantenen Ohrringereflektierten das Licht der Neonroehren und hoben das schattierte Blau der Augen mehr hervor. Mulders und Drysons Augen hatten sich geweitet, und ihr Fluestern hoerte auf. "Wer ist denn dieser Fuchs?" neckte Mulder sie. Scully kam direkt zu ihnen rueber, sie hatte die Zaehne zusammengebissen und hob enttaeuscht einen Augenbraue. Mulders Tonfall hatte sich gedaempft, als sich Dryson taktvoll entschuldigte und das Buero verliess. Er grinste und sagte, "Nein, ehrlich Scully, sie sehen, aeh...". Er hatte beinahe wundervoll gesagt, aber er machte einen Rueckzieher und sagte: "..., huebsch aus.", jetzt wuenschte er sich, er haette "wundervoll" gesagt. Scully haette beinahe gelaechelt. Er war sicher, er hatte dieses leichte Zucken in ihren Mundwinkeln gesehen, bevor das berufsbedingte Pokerface diesen Ausdruck ersetze und sie sagte: "Also, was ist los. Warum musste ich her kommen?" Mulder zerknuellte seinen leeren Kaffeebecher und warf ihn in einen nahen Muelleimer. Seine eigene Tasse wartete auf ihn, in auf seinem Schreibtisch eine Etage tiefer, gefuellt mit alten Kaffee von gestern. Er hoffte, sie wuerden hier nicht mehr gebraucht. Er wollt ein sein Buero, wollte mit Scully reden, obwohl er nicht wusste, was er zu sagen hatte... Sie hatte sich durchgekaempft, durch den taeglichen Aktenkram, hatte ihre Arbeit still und ohne zu klagen verrichtet, aber jede Art von Freundlichkeit prallte an ihr ab. Er wollte wissen, dass sie in Ordnung war, wollte ihr sagen, dass es ihm leid tut, vielleicht wollte er ihr zeigen, dass er nicht so schwer von Begriff war, wie es aussah. Aber ihre Beziehung lief besser, wenn sie die Intelligente war, und er der Alien-Besessene, der ihre Stabilitaet brauchte. Das machte ihn nervoes... Scully ging zu Direktor Skinner und sprach leise mit ihr, Mulder konnte sie nicht verstehen. Skinner nickte und antwortete. Dann drehte sich Scully um, sah Mulder an und ging langsam die Treppe zum Keller hinab. Er erreichte sie an ihrem Buero. Sie stand am Schreibtisch und sortierte Schnellhefter, sah auf, und laechelte ihn an, gefuehllos. "Hallo." sagte sie leise. Er nickte, und sagt kein Wort, bevor er die Buerotuer geschlossen hatte. "Wie geht's ihnen?" fragte er, als er den Raum durchquerte. Er hielt am Aktenschrank mit den X-Akten an und lehnte sich an das kalte Metall. Scully drehte sich zu ihr um, vermied jedoch, ihn anzusehen. Eine kurze Pause entstand, waehrend sie mit ihrem goldenen Kreuzspielte, und den Schmerz runterschluckte: "Ich bin in Ordnung." "Es tut mir wirklich leid, Scully," sagte Mulder sanft, "er war ein guter Mensch." Scully kruemmte sich und drehte sich von Mulder weg... Die Zeit schien langsamer zu verstreichen, dann beschaeftigte sie sich wieder mit den Akten. Sie strich ihrgoldenes Haar hinter das Ohr. Mulder streckte sich, und seine Hand beruehrte ihre Schulter. Er spuerte ihre Muskeln unter der Kleidung. "Ich mache Schluss fuer heute," sagte er. "Warum machen sie nicht auch Feierabend?" Scully nickte, oeffnete einen Ordner und besah sich die wenige Blaetter. "Ich komme ... in ein paar Minuten. Ich suche mir nur noch ein paar Sachen fuer zu Hause heraus. Wir hinken hinterher mit dem Papierkram." Mulder runzelte die Stirn, enttaeuscht von dem kurzen Gespraech. Er ueberkreuzte die Arme ueber der Brust und streckte seine langen Finger. Scully zog sich einen Stuhl heran und setzte sich. Er beob- achtete sie, wie sie die Seiten umblaetterte, wie sie dabei zitterte. Er musste sich zwingen, seine Haende nicht auf die ihren zu legen, um sie zu beruhigen. Sie schaute ueber ihre Schulter, verwundert, dass Mulder noch da war. "Nacht..." sagte sie ruhig, ueberpruefte die Wahrheit seiner frueheren Aussage. Mulder atmete tief ein und betrachtete Scullys Ruecken, dachte nach. Scully lehnte einen Arm auf den Tisch und stuetze ihren Kopf darauf ab. Sie seufzte... Mulder drueckte sich vom Aktenschrank ab, strich um vorbeigehen ueber Scullys Ruecken und schnappte seinen Mantel von einem Stuhl. Er verharrte in der Tuer, blickte ein weiteres mal auf Scully. Es sah aus, als wuerde sie die Akte aufdem Tisch studieren, aber er konnte sehen, dass ihre Augen geschlossen waren. "Gute Nacht," sagte er, und als sie nicht antwortete,verliess er den Raum. Mulder stoppte ausserhalb des Bueros, ausserhalb Scullys Sichtweite und lauschte. Nicht mehr als zehn Sekunden spaeter hoerte er sie seufzen, leise und qualvoll. Seine Beinmuskeln wollten ihn zurueck ins Buero tragen, aber er bremste ab, hatte sich kaum bewegt. Scully wollte alleine sein. Er konnte nicht zurueck um nicht seinen Respekt vor ihr zu verlieren. Zumindest redete er sich das ein. Mulder schloss die Augen und sein Kopf lehnte an der kalten Steinwand. Er stand dort, fuer eine Minute, doch es kam ihm vor wie eine Ewigkeit. Er atmete lautlos, fuehlte mit ... fuehlte *fuer* sie. Dann, bevor Scully ihn bemerken konnte raffte er sich auf, ging langsam den kaum erleuchteten Gang zur Treppe und stieg die Stufen hinauf. *ENDE*
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