Horrorstory - Der Briefkasten


Es war Samstagmorgen. Zehn Uhr. Ich lag noch im tiefsten Schlummer, da klingelte das Telefon - vielmehr es schrillte in meinen Ohren! Ich hasse nichts mehr, als Samstagmorgens um diese Zeit geweckt zu werden, besonders dann nicht, wenn ich in der vorhergehenden Nacht erst um drei Uhr sternhagelvoll ins Bett gefallen bin. Ich machte ein Gesicht wie eine Bulldogge als sich meine verklebten Augenlider öffneten. Das grelle Sonnenlicht piercte meine Pupillen und ein gequältes Stöhnen entquoll meiner staubtrockenen Kehle. Wenn dieses verdammte Telefon doch endlich Ruhe geben würde! Mein Gehirn machte sich einen Spaß daraus in meinem Schädel Squash zu spielen, was sich bei jedem Ballwechsel in Form eines stechenden Schmerzes äußerte. Irgend etwas drückte gegen meine Wirbelsäule und ich tastete danach. Bruchteile später zog ich eine handwarme Jim Beam-Flasche unter meinem Rücken hervor, die keinen Tropfen Whisky mehr enthielt. Gleichzeitig stieg mir ein vertrauter Geruch in die Nase. Angewidert setzte ich mich auf. Auf dem Betttuch erkannte ich einen großen Fleck, der fast eingetrocknet war und verdächtig nach Whisky stank. Okay" dachte ich Whisky macht keine Rotweinflecken und zwei Flaschen im Bett sind besser als eine." Mir war zum Kotzen und dieses verdammte Telefon läutete immer noch. Fluchend trat ich gegen den Scheißapparat, worauf der Hörer von der Gabel fiel. Eine leise Stimme erklang. Thorsten? Bis du dran?" Eine Reihe weiterer Worte waren zu hören, doch sie prallten bedeutungslos von meinem Trommelfell ab. Ich ließ mich auf alle Viere nieder und krabbelte unter Aufbietung all meiner Energie zu dem krächzenden Plastikknochen. Irgendwie gelang es mir, den Hörer an die richtige Stelle zu halten und ich hustete kräftig hinein. Ich weiß nicht, wie viel Zigaretten ich gestern - oder vielmehr heute - Nacht geraucht hatte. Dem Gefühl in meiner Lunge zufolge musste es die Monatsproduktion von Phillip Morris gewesen sein. Eine bekannte Stimme dröhnte in mein Ohr. Verdammt, Thorsten, was ist denn los mit dir? Antworte mir doch endlich." Es war mein Freund und Saufkumpan Jochen, aber ich bezweifelte ehrlich, daß unsere Freundschaft bestand haben würde, wenn er mich regelmäßig um diese Zeit anrief. Was issn los? Bist du jetzt völlig abgedreht, oder was?" röchelte ich heiser in den Hörer. Jochen zog es vor, den vorwurfsvollen Ton in meiner Stimme zu ignorieren. Aus irgendeinem Grund war er aufgeregt. Na endlich, ich dachte schon, du würdest nie aus dem Koma erwachen. Hast du heute schon in deinen Briefkasten geschaut?" In meinen ... WAS? Jetzt hör mal zu, du Vollidiot," herrschte ich ihn an. Du willst mir doch nicht im Ernst erzählen, dass du mich Samstagmorgens um zehn Uhr anrufst, nur um zu fragen, ob ich in den bescheuerten Briefkasten geschaut habe. Du tickst wohl nicht richtig." Gott, war ich sauer in diesem Moment und meine Hand war im Begriff, den Hörer auf die Gabel zu knallen. Leg jetzt bloß nicht auf, Thorsten." Meldete sich Jochen am anderen Ende der noch bestehenden Leitung wieder zu Wort. Es ist wichtig und ich will dich nicht verarschen. Geh jetzt gleich zu deinem Briefkasten und schau nach, ob eine Postkarte von Martin da ist. Wenn ja, dann lies das Ding und ruf mich gleich zurück!" Ich murmelte etwas was sich so ähnlich wie Depp" anhörte, dann killte ich die Verbindung. Eine Postkarte von Martin. So ein Blödsinn. Und wenn schon - was konnte daran so wichtig sein? Martin und Jochen waren beide Freunde von mir und wir hatten in der vergangenen Nacht gemeinsam die Kneipen unsicher gemacht. Jochen hatte sich wie immer schon um kurz nach Zwölf verabschiedet, während Martin und ich noch bis zwei weiter gesoffen hatten. Solange bis der Wirt uns an die Luft gesetzt hatte. Keine Ahnung, wie viel Guinness und Whisky wir bis zu diesem Zeitpunkt in unseren Metabolismus überführt hatten, aber es war in jedem Fall reichlich gewesen. Ich war dann mit einem Taxi nach Hause gefahren und Martin hatte den Heimweg zu Fuß angetreten, da er unweit des Pubs am Stadtrand wohnte. Ich entschloss mich, einen zaghaften Gehversuch zu unternehmen. Dabei kam ich mir vor wie ein dreijähriger, der sich zum ersten Mal auf Papas Schuhe stellt und ein paar Schritte mit ihm durch die Wohnung schlurft. Mein Papa war allerdings schon länger tot und im Grunde genommen konnte ich recht gut auf eigenen Füßen stehen - wackelig zwar, aber immerhin. Meine nackten Fußsohlen hinterließen feuchte Abdrücke auf den spiegelblanken Fließen als ich zum Kühlschrank wankte. Erfrischende Kälte strömte mir entgegen und ich griff mir einen Tüte Orangensaft, die ich zur Hälfte leer trank. Danach fühlte ich mich bedeutend besser. Derartig gestärkt ging ich zurück in mein Schlafzimmer und zog mir einen Bademantel über. Die Geschichte mit der Postkarte kam mir wieder in den Sinn. Okay, warum sollte ich nicht mal eben nach der Post schauen? Ich ging also zu dem elenden Briefkasten. Draußen schien die Sonne und in den Gärten der Nachbarn wuselte es bereits emsig. Ich konnte es einfach nicht verstehen, dass es Menschen gab, die sich am Samstagmorgen in die Gartenarbeit stürzten oder ihre Autos wuschen. Aber überall auf der Welt existieren derartige Verrückte und es musste wohl einen Lustgewinn beinhalten, der mir bis dato entgangen war. Auf dem Weg zum Postkasten grüßte mich ein Nachbar. Ich presste ein muffelig Morgen" zwischen meinen belegten Zähnen hervor und bemühte mich, zu lächeln. Doch ich befürchte, dass ich in diesem Augenblick ausgesehen habe wie ein Massenmörder auf der Flucht. Im Postkasten lagen einige Reklamezettel - die ich hasse wie die Pest - und eine Postkarte. Ich griff mir das Ding und schob es in eine Tasche des Bademantels. Dann schlurfte ich bedächtig wie ein 120jähriger auf Glatteis zurück in mein Haus. Drinnen beschloss ich, zunächst eine Dusche zu nehmen. Alles andere war sinnlose Zeitverschwendung. Zunächst mussten meine grauen Zellen durchgespült werden, dann konnte ich erste vorsichtig Denkversuche unternehmen. Mit dem Saufen ist so eine Sachen. Manchmal kommt man ganz gut davon, ein anderes Mal ist einem hundeelend und an manchen Tagen haut einen Mike Tyson in die Fresse. Solch einen Tag hatte ich heute erwischt und ich gedachte diesen Herrn unter der Dusche zu ersäufen. Als mir das Wasser angenehm kühl hinter die Ohren rann merkte ich, wie meine Lebensgeister ganz langsam wiederkehrten und ich hatte das Gefühl, neben Alkohol noch ein paar Liter Blut in den Adern zu haben. Ich trocknete mich ab und schlug dem Spiegel ein Schnäppchen, indem ich unter ihm hinweg tauchte. Meinen verpilzten Anblick wollte ich mir auf nüchternen Magen ersparen. Als nächsten wichtigen Schritt auf dem Weg zur Auferstehung setzte ich die Kaffeemaschine in Gang. Sekunden später spuckte sie eine tiefschwarze Brühe aus, die sich bestens zum Vertreiben von Katern oder Ungeziefer aller Art eignet. Ich wette , dass Lastwagenfahrer das Gebräu in ihrer Thermoskanne als Gefahrengut deklarieren müssen. Während ich die Brühe mit Milch verdünnte griff ich mir die Postkarte und begutachtete sie. Es war keine von diesen käuflichen Grußkarten, sondern offensichtlich eine Art Eigenproduktion, wenn auch gut gemacht. Die Vorderseite zeigte ein Bild von meinem Freund Martin, das allerdings mehr als seltsam war, denn die Dimensionen waren völlig entstellt. Offensichtlich hatte sich jemand einen Spaß gemacht, ein Foto mit einem Computer nach zu bearbeiten und es dabei zu verzerren. Ich betrachtete mir die Karte näher. Bei der Sache war mit Sicherheit ein Profi am Werk gewesen. Ich kannte mich mit derartigen Dingen ein wenig aus, denn ich besaß selber einen Computer, den ich für Bildbearbeitungen nutzte. Martin sah auf dem Foto aus wie eine Wachsfigur, die in der Sonne verlaufen war oder eine Bild in einem dieser Zerrspiegel vom Jahrmarkt. Verblüffend echt war der entsetzte Ausdruck auf seinem entstellten Gesicht und eine mulmiges Gefühl durchzuckte meine Magengegend. Ich trank einen Schluck Kaffee. Dann drehte ich die Karte um. Die Briefmarke war heute abgestempelt und zwar hier im Ort. Das bedeutete, dass die Karte mit größter Sicherheit gestern eingeworfen sein worden mußte. Meine Adresse war mit einer sauberen Handschrift eingetragen und ich sah auf den ersten Blick, daß sie nicht von Martin stammte. Daneben stand folgendes: Hallo Thorsten! Ich brauche dringend deine Hilfe. Bitte komm heute Abend gegen 22:00 Uhr zum Briefkasten am alten Sägewerk. Laß mich nicht im Stich, sonst geschieht etwas schreckliches! Martin Ich schüttelte verwundert den Kopf. Was hatte das jetzt schon wieder zu bedeuten? Wollte Martin mich verarschen? Einen derartigen Spaß würde ich ihm durchaus zutrauen. Ich kannte Martin schon seit der Schulzeit und wir hatten zusammen verdammt viel erlebt. Martin war der Typ Mensch, der nichts richtig ernst nehmen konnte und ich war schon oft Zeuge seiner manchmal recht derben Späße geworden. Hatte er nicht gestern Abend einige Andeutungen in diese Richtung gemacht? Ich wusste, dass ich mich an irgend etwas erinnern sollte, aber mein Gehirn verweigerte mir den Zugriff. Das Telefon klingelte zum zweiten Mal und brachte mich an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Wütend hob ich den Hörer ab. Hallo Thorsten, hier ist noch mal Jochen. Was ist, hast du in den Briefkasten geschaut?" Hab ich" schnaubte ich aufgebracht in den Löcherkranz. Ja - und? Hast du eine Postkarte von Martin bekommen?" Drängte Jochen mich zur Antwort. Ich begann mich über seine Hartnäckigkeit zu wundern. Eine undefinierbare Ahnung beschlich mich Ja, hab ich. Wieso?" Wieso?" fragte Jochen hörbar erstaunt. Hast du sie denn nicht gelesen? Ich hab auch so ein Ding gekriegt. Auf der Vorderseite ist ein komisches Bild von Martin drauf und auf der Rückseite ein mehr als ominöser Hilferuf. Sag mal, will der uns auf den Arm nehmen, oder was?" Woher soll ich das wissen? Meine Postkarte sieht jedenfalls genauso aus, wie deine. Wann und wo ist denn die Briefmarke abgestempelt?" Gestern bei uns im Ort." Entgegnete Jochen wie aus der Pistole geschossen. Wenn er uns verarschen will, dann hat er das gestern Abend schon gewusst. Wann seid ihr denn nach Hause gewankt?" Weiß nicht genau. So gegen Zwei Uhr. Ich hab ein Taxi genommen und Martin ist zu Fuß nach Hause. Wahrscheinlich liegt er noch in der Kiste und knackt. Ich ruf ihn gleich mal an und blas ihm den Marsch." Das kannst du dir schenken. Er ist nämlich nicht da, oder geht zumindest nicht ran. Ich hab's schon versucht." Jetzt begannen so langsam die Alarmglocken bei mir zu läuten. Hast du es denn lange genug klingen lassen?" fragte ich Jochen. Na hör mal, wenn ich dich aus dem Bett kriege, dann werde ich das bei Martin wohl auch noch schaffen. Oder?" Da war was dran. Jochen konnte ganz schön hartnäckig sein, wenn es darum ging, jemanden aus dem Bett zu klingeln. Das hing vermutlich mit seinem Job zusammen, denn er war Lehrer auf dem hiesigen Gymnasium und in jeder Klasse gab es einen Haufen Schnarchnasen, die es zu wecken galt. Ich dachte für einen Augenblick nach. Gestern Abend war Martin mit uns saufen gewesen, und wenn irgend etwas passiert war, dann konnte es nicht vor heute Nacht geschehen sein. Die Postkarte war aber eindeutig gestern abgestempelt, was wiederum bedeutete, daß sie unmöglich nach einem möglichen Zwischenfall geschrieben sein konnte. Außerdem hätte Martin in einem solchen Fall sicherlich kein derartiges Spektakel veranstaltet, sondern angerufen. Es sei denn, er hätte keine Möglichkeit dazu. Potentielle Entführer oder so was würden sich jedoch kaum per Postkarte melden. Das Ganze gab keinen Sinn und so blieb nur die Absicht eines Scherzes als Erklärung übrig. Ich teilte meine Erkenntnis Jochen umgehend mit. Er war mit Sicherheit ein aufgeweckter Knabe und ein prima Freund, aber es fehlte ihm an der nötigen Entschlusskraft. Das hatte ihn schon früher gekennzeichnet und diesem Makel verdankte er seine Probleme mit der weiblichen Seite des Lebens. Jochen war der Typ schüchterner Stotterer, der vor jedem weltlichen Problem hockte, wie ein Frosch vor der Autobahn. Und meistens ließ er sich gnadenlos überrollen. Daher übernahm ich für gewöhnlich bei unseren gemeinsamen Aktionen die Entscheidungen. Aber wenn er uns wirklich verarschen will, was machen wir dann jetzt?" wollte er von mir wissen. Ich seufzte. Pass auf, Jochen, alter Freund und Saufkumpane. Wir haben genau zwei Möglichkeiten: Entweder wir gehen hin und schauen uns die Show an, oder wir bleiben zu Hause. Ganz einfach." Jochen überlegte für einige Sekunden, bevor er erneut eine Frage an mich richtete. Und was denkst du?" Ich? Ich hab noch keine Ahnung. Eigentlich habe ich wenig Lust, mich Samstagabends draußen vor die Stadt an einen Briefkasten zu stellen, nur damit Martin aus dem Gebüsch springen und Faxen machen kann." Andererseits hatte ich heute Abend noch nichts vor und die Sache konnte unterhaltsam werden. Zu denken gab mir allerdings diese unpräzise Vorbereitung. Martin konnte sich doch unmöglich sicher sein, dass wir kommen würden. Oder doch? Wenn wir nun keine Lust hatten, dann war alles was er sich ausgedacht hatte umsonst. Das war üblicherweise nicht seine Art. Martin war der Typ sorgfältiger Planer, der keine Möglichkeit außer Betracht ließ. Nicht umsonst hatte er einen technischen Beruf ergriffen und es sogar bis zum Ingenieur gebracht. Vielleicht kannte er uns besser als wir selbst und war sich sicher, dass wir kommen würden. Dieser Gedanke ärgerte mich wiederum ein wenig, denn damit machten wir uns quasi zu seinem Spielball. Bist du noch da, Thorsten?" Meldete sich Jochen wieder zu Wort. Ja." Maulte ich in den Hörer. Ich habe nachgedacht. Hast du heute Abend schon was vor?" Ja. Eigentlich schon. Heute Abend beginnt die zweite Staffel von Akte X" und die wollte ich eigentlich nicht verpassen." Ich stöhnte innerlich auf. Das war typisch Jochen. Die Glotze war ihm wichtiger als alles andere und wir hatten ihn gestern Abend quasi aus seiner Wohnung in die Kneipe entführen müssen. In diesem Moment beschloss ich, hinzugehen und Jochen zum Mitkommen zu überreden. Jetzt hör mal zu, du Saftnase." Motzte ich ihn an. Erst rufst du mich um Zehn Uhr Morgens an und forderst mich auf, völlig verpennt zum Briefkasten zu latschen. Dann klingelst du ein zweites Mal durch und laberst mir einen Knopf an die Backe und schließlich erzählst du mir, dass du Abends vor der Glotze hocken willst, anstatt einem Hilferuf deines Freundes zu folgen?" Sein Protest folgte sogleich. Wir waren uns doch einig, dass es sich um einen Scherz von Martin handelt. Also - warum sollten wir dann hin gehen?" Vielleicht, um Martin nicht den Spaß zu verderben? Vielleicht wird die Sache ja ganz nett. Du kennst doch Martin, der hat sich bestimmt was Nettes ausgedacht." Jochen schwieg für einen Augenblick. Dann resignierte er vor der geballten Wucht meiner Argumente. Na gut. Ich komm ja mit. Treffen wir uns bei dir, oder bei mir?" Bei dir," entgegnete ich Du wohnst näher am alten Sägewerk. Von hier aus latschen wir uns die Füße platt. Ich komme gegen Neun bei dir vorbei." Okay." Wir verabschiedeten uns und ich legte den Hörer auf. Mein Kater hatte sich inzwischen in ein Knuddeltier verwandelt und ich sah mich in der Lage, feste Nahrung zu mir zu nehmen. Während der Toast vor sich hin kokelte, dachte ich nach. Trotz aller Überlegungen war mir die Sache nicht ganz geheuer. Nichts, was ich wirklich begründen konnte, sondern mehr ein unterbewusstes Gefühl. Den Rest des Tages verbrachte ich in der Horizontalen. Am Abend stand ich erfrischt auf und kleidete mich an. Jochen wohnte ein ganzes Stück von mir entfernt, eine Distanz, die ich nicht laufen wollte. Den Wagen konnte ich nicht nehmen, da ich sicherlich noch einiges an Restalkohol im Blut hatte und zudem damit rechnete, dass noch mehr dazu kam. Vorsichtshalber hatte ich eine Flasche Jim Beam in meinen Rucksack gepackt. Folglich blieb mir nur ein Taxi. Eine knappe Viertelstunde später stand ich vor Jochens Haustür. In seinem Wohnzimmer brannte Licht und an dem bläulichen Flackern erkannte ich, dass er Fernsehen schaute. Ich beschloss, ihm einen kleinen Schrecken einzujagen. Vorsichtig schlich ich mich durch das Kiesbett um Haus zur Terrasse. Die Tür stand für gewöhnlich offen, besonders an einem warmen Tag wie dem heutigen. Leise wie eine Katze betrat ich den Parkettboden des Wohnzimmers. Jochen saß mit dem Rücken zu mir und schaute gebannt auf die bewegten Bilder in der quadratischen Kiste. Behutsam setzte ich einen Fuß vor den anderen und stand schließlich unbemerkt hinter ihm. Dann ließ ich ein schauerliches Uaaah" ertönen und fasste Jochen gleichzeitig an die Schultern. Ich werde dies nicht mehr tun, wenn er die 60 überschritten hat, das gelobe ich feierlich in meinem eigenen Interesse, denn ich habe wenig Lust, als Schockmörder verhaftet zu werden. Jochen schoss hoch als hätte ihm jemand einen Lötkolben an den Hintern gehalten und stieß dabei einen gurgelnden Laut aus. Er drehte sich zu mir um. Sein Gesicht war kreidebleich. Du Arschloch!" Zischte er mich mit zittriger Stimme an und ich musste ihm zufrieden lächelnd zustimmen. Ich versuchte, ihn zu beruhigen. Komm, nun stell dich nicht so an, Alter. Du musst weniger schreckhaft werden, sonst überlebst du die 50 nicht." Oder mir andere Freunde suchen." Entgegnete er böse. Also gut, ich bekenne mich schuldig in allen Anklagepunkten, Herr Richter, und bin bereit, die Konsequenzen meines Handelns zu tragen. Als erster Schritt zur Wiedergutmachung werde ich meinem unschuldigen Opfer einen Whisky anbieten, falls es sein schwaches Herz zulässt." Es ließ, also wanderte ich in die Küche und organisierte Gläser samt Eiswürfeln. Als ich zurückkam hatte sich Jochen bereits in die Jacke geworfen. Wir stießen an und leerten unsere Gläser in Sekundenschnelle. Alkohol ist mit Sicherheit eine der Hauptursache für Streitigkeiten, doch er kann auch verbinden. Wir schnalzten gemeinsam mit den Zungen und ließen das anregende Getränk durch unsere Kehlen gleiten. Ein wohliges Gefühl breitet sich in mir aus und ich festigte es mit einem weiteren Whisky. Hast du noch mal versucht, bei Martin anzurufen" fragte mich Jochen. Nö. Wozu? Ich hab den ganzen Tag geratzt. Wir gehen jetzt zum Briefkasten und schauen uns an, was er sich hübsches für uns ausgedacht hat. Dann wanken wir in die Stadt und nehmen einen zur Brust. Null Problemo." Jochen schien nicht ganz überzeugt und in seinen Augen spiegelte sich ein Hauch von Unsicherheit. Was ist denn los, Kumpel? Stimmt irgendwas nicht?" Er schaute mich an. Ich weiß nicht. Ich habe ein komisches Gefühl bei der Sache. Hast du heute schon Zeitung gelesen?" Ich verneinte und Jochen fuhr fort. Im Ort wird seit zwei Tagen eine Frau vermisst. Sie verschwand auf einem Spaziergang und ab einem gewissen Zeitpunkt hat sie keiner mehr gesehen. Die Polizei sucht nach ihr, doch bis jetzt ohne Erfolg." Mit einem Mal bildete sich ein Kloß in meinem Hals und ich schluckte hart. Vielleicht war an der Botschaft von Martin doch etwas dran? An Jochens Gesichtsausdruck merkte ich, dass er mir noch etwas zu sagen hatte. Was noch?" fragte ich. Seine Hände spielten nervös mit dem Whiskyglas. In der Zeitung stand, daß sie einen Brief wegbringen wollte und eine Nachbar hat sie auch auf dem Weg zum Postkasten gesehen. Doch sie ist nicht zurückgekommen." Jetzt läuteten in meinem Kopf die Glocken. Konnte es einen solchen Zufall geben? Doch dann wischte ich den Gedanken vom Tisch. Blödsinn. Die Tante war vermutlicherweise von ihrem Mann abgehauen und machte sich ein paar nette Tage bei der Mutter. So was kam ständig vor und war kein Grund zur Besorgnis. Ich füllte unsere Gläser. Und was willst du mir jetzt damit sagen?" Jochen saß vor mir wie eine zusammengesunkene Vogelscheuche. Du glaubst doch nicht, dass es Parallelen zu Martins Brief gibt, oder?" Natürlich glaubte er das, soviel ging eindeutig aus seinem Gesicht hervor. Auch ich war mir nicht restlos sicher, aber die Fakten sprachen dagegen. Hör zu. Wir haben das doch heute am Telefon bereits ausführlich besprochen. Wie kann ein Menschen einen Hilferuf verfassen, bevor er verschwindet?" Jochen zuckte die Schultern. Vielleicht hat er geahnt, was passieren wird." Das war unwahrscheinlich, wie ich fand, und ich teilte ihm meine Meinung mit. Wenn dem so wäre, dann hätte uns doch gestern Abend davon berichtet. Ist dir irgend etwas außergewöhnliches an Martin aufgefallen? Mir jedenfalls nicht. Er war wie immer. Falls ihn irgend etwas bedrückt hätte, dann hätten wir es doch bemerkt." Jochen rutschte unbehaglich auf seinem Sofa hin und her. Mein Argument hatte gesessen. Widerwillig nickte er mit dem Kopf. Du hast recht. Ich sehe wahrscheinlich Gespenster. Also, dann lass uns losziehen. Mal sehen, was Martin sich für uns ausgedacht hat." Wir verließen das Haus. Der Mond verströmte sein fahles Licht durch die zerrissene Wolkendecke. Es war zwar kein Vollmond, aber unter dem Eindruck der Ereignisse schien mir die Atmosphäre auch so unheimlich genug. Wir wanderten durch die stillen Straßen. In diesem Stadtteil ging der Tag immer früh zu Bett und so war es nicht ungewöhnlich, dass wir keiner Menschenseele begegneten. Ab und zu fuhr ein Auto an uns vorüber und das Scheinwerferlicht warf enteilende Schatten auf den Asphalt. Wir schwiegen uns an. Eine eigenartige Spannung hatte uns ergriffen selbst wenn ich es nie zugeben hätte: Mir war ein wenig mulmig zumute. Ich griff in den Rucksack und holte die halbvolle Flasche Jim Beam hervor. Wortlos reichte ich sie Jochen. Er nahm einen tiefen Zug und gab sie mir zurück. Nach kurzem Fußweg erreichten wir den Rand der Siedlung. Vor uns lag die Ringstraße, die direkt aus dem Ort heraus führte. Das alte Sägewerk lag abseits des Ortes und unser Weg führte durch eine umwaldete Schneise. Es war kühl geworden. Rechts und links von uns standen Tannen dicht an dicht. Dazwischen klafften kahle Räume. Wir marschierten die schnurgerade Straße entlang, bis der Wald endete und den Blick auf eine Wiese eröffnete. Hier standen wieder vereinzelte Häuser. Gehöfte all zumeist, die jedoch zum weitaus größten Teil verlassen vor sich hin schliefen. Ihre einsamen Silhouetten hoben sich düster vom Horizont ab. Als Kinder hatten wir oft in den maroden Gebäuden gespielt, bis uns die Bauern verjagt hatten. Heute noch träume ich von den kahlen Räumen, den feuchten Speichern und den moosbewachsenen Scheunen. Endlich sahen wir die Umrisse des alten Sägewerks vor uns auftauchen. Vor nicht all zu langer Zeit hatte es Arbeit und Brot für viele Menschen bedeutet. Heute war es nur mehr eine verfallende Ruine, die niemand haben wollte. Die letzten Erben der Besitzer zeigten kein Interesse mehr an ihrem Besitz und hatten daher versucht, ihn der Stadt zu verkaufen. Diese wollte jedoch auch nichts mit ihrem ehemaligen Prunkstück zu tun haben. Also überließ man das Relikt vergangener Tage dem Zahn der Zeit. Die Spannung in mir wuchs. Der Briefkasten war höchstens noch 500 Meter von uns entfernt. Wahrscheinlich weniger. Ich fasste Jochen an die Schulter. Seine Augen glänzten fahl im Mondschein. Er hatte seine Jacke fest um den Körper gezogen und ich erkannte, dass er aus irgendeinem Grund fror. Pass auf." Sagte ich zu ihm und meine Stimme klang rau in der Nachtluft. Wir werden uns jetzt langsam dem Briefkasten nähern. Halt die Augen offen und warne mich, wenn irgend etwas passiert. Ich werd's genauso machen. Vielleicht plant Martin ja ein Gemeinheit und davor sollten wir auf der Hut sein." Jochen blickte mich zweifelnd an. Im ersten Moment schien es, als wolle er etwas sagen, doch dann schloss sich sein Mund wieder und er nickte. Wir setzten unseren Weg fort. Mit jedem Meter den wir zurücklegten wuchs die Unruhe ins Unermessliche. Meine Nerven vibrierten. Rastlos blickte ich mich um. Noch war nichts Auffälliges zu sehen. Das Land lag im Bann der Nacht. Vor uns tauchte ein gelber Punkt auf, der rasch die Umrisse eines Briefkastens annahm. Es war mir schon immer unklar gewesen, warum die Post diesen Kasten so weit ab vom Schuß aufgestellt hatte, denn die vereinzelten Häuser rechtfertigten seinen Standort kaum. Wahrscheinlich war es ein Anhängsel des Sägewerks und niemand fühlte sich dafür zuständig. Ich blickte auf die Uhr. Es war zehn Minuten vor zehn. Wir hatten den Briefkasten erreicht. Jochen blickte mich an. Seine Stimme war nicht mehr als ein Flüstern. Und was nun?" Sein Gesicht war bleich und angespannt. Ich bemühte mich, meine Stimme ruhig und fest klingen zu lassen. Jetzt warten wir. Martin hat geschrieben, dass wir um Zehn Uhr auflaufen sollen. Bis dahin ist sind es noch in paar Minuten. Hier, nimm noch einen Schluck." Ich reichte ihm die Flasche, deren Inhalt zu Neige ging. Bedauernd ließ ich den spärlichen Rest der scharfen Flüssigkeit in meinen Mund fließen. Ein Geräusch ließ mich zusammenzucken. Es war ein scharfes metallisches Klappern, als würden zwei Stahlteile aufeinander geschlagen. Ich schaute mich um. Doch ich konnte nichts erkennen. Auch Jochen hatte das Geräusch gehört. Sein Körper zitterte. Dann hörte ich eine unheimliche Stimme. Hierher. Kommt hierher. Zum Briefkasten." Das klang trotz einiger Verzerrung eindeutig nach Martin und ein Gefühl der Erleichterung durchströmte mich. Ich begann zu grinsen. Dieser Fuchs! Er hatte es doch wieder geschafft, uns Angst einzujagen. Ich stieß Jochen an. Na los." Flüsterte ich ihm zu. Hast du nicht gehört, was Martin gesagt hat. Gehen wir zum Briefkasten." Jochen schien wenig überzeugt, doch er folgte meiner Aufforderung widerspruchslos. Das grelle Gelb des Briefkastens hob sich deutlich von den Erd- und Grüntönen der Umgebung ab. Wir waren jetzt so nah, dass wir nur die Arme ausstrecken brauchten, um ihn zu berühren. Und wieder ertönte die Stimme. Doch diesmal war sie fordernder als zuvor. Näher. Kommt näher. Ihr müsst in den Einwurfschacht greifen." Ich begann, mich köstlich zu amüsieren. Das war eindeutig Martins Werk. So etwas konnte nur er sich einfallen lassen. Ich war gespannt, was kommen würde. Jochen machte einen Schritt nach vorne. Seine Arme reckten sich in Richtung des Briefkastens. Dann berührte er ihn. Im selben Augenblick spürte ich, dass etwas entsetzliches geschah! Jochens Gesicht verzerrte sich zu einer Maske des Grauens und aus seinem Mund quollen schreckliche Laute. Ich war wie gelähmt, unfähig zu begreifen, was vor sich ging. Jochens Hände verschwanden im Schlitz des Briefkastens, als zöge sie ein gewaltiger Sog hinein. Es ging alles furchtbar schnell und als ich reagierte, steckten seine Arme bereits bis zu den Gelenken in dem metallenen Kasten. Jochen schrie vor Schmerz. Hilf mir! Verdammt, das Ding frisst mich. Thorsten, bitte hilf mir." Ich sprang herbei und packte ihn an den Schultern. Seine Muskeln waren verkrampft und hart vor Schmerzen. Ich versuchte, ihn zurückzuziehen. Doch ohne Erfolg. Der verdammte Briefkasten zog ihn Stück für Stück in sich hinein. Ich sah, wie die Arme bis zur Schulter verschwanden und hörte Knochen splittern. Hastig sprang ich zurück. Ich hatte keine Chance, ihm zu helfen. Meine Kraft war viel zu schwach, um etwas gegen das unheimliche Wesen anzurichten, das wie ein Briefkasten aussah. Jochens Schrei wurden schriller, bis sein Kopf den Schlitz erreichte. Ein scharfes Knacken ertönte, dann verstummten sie von einer Sekunde zur nächsten. Fassungslos und bebend vor Schrecken stand ich da und beobachtete, wie der Briefkasten meinen Freund in sich hinein schlürfte. Stückweise verschwand er immer weiter in dem gelben Ungetüm. Sein Oberkörper deformierte sich zur Unkenntlichkeit, wurde flacher und flacher. Blut rann in Strömen über die gelbe Oberfläche des Postkastens. Dann schauten nur noch die Beine hervor, doch es war abzusehen, wann auch sie verschwunden waren. Irgend etwas in mir zerbrach und ich begann zu laufen. Vom Wahnsinn beseelt hetzte ich über die dunkle Straße, fort von dem Ort des Grauens. Hinter mir hörte ich die schwächer werdenden Kaugeräusche des Monstrums, das gerade Jochen verschlungen hatte. Das Blut pochte wild durch meine Schläfen und ich schwitzte am ganzen Körper. Weg! Nur weg! Trommelte der Herzschlag in die Tiefen meines Bewusstseins. Halb besinnungslos erreichte ich den Ortseingang. Meine Beine trugen mich wie von selbst an dem Ortsschild vorbei. Dann tauchte ich ein in das Licht der Straßenlaternen. Ich beruhigte mich ein wenig und mein Lauf verlangsamte sich. Atemlos blieb ich schließlich stehen. Ich zitterte am ganzen Körper und ein haltloses Schluchzen durchlief mich. Ich blickte mich um. Nur langsam gewann mein Bewußtsein die Oberhand über den erlittenen Schock. Immer noch sah ich Jochen vor mir, wie er in den Briefkasten gesogen wurde, hörte seine verzweifelten Schreie und das Bersten seiner Knochen. Vor meinen Augen tanzten helle Punkte. Ich war am Ende meiner Kräfte. Körperlich wie Geistig. Langsam ging ich weiter. Meine Arme hingen haltlos neben dem Körper. So legte ich einige hundert Meter zurück. Ich war wie in Trance. Zu plötzlich war der Schock gekommen, zu unfassbar das Ereignis, als das ich damit so schnell fertig werden konnte. Doch mit der Zeit wurde ich klarer und begriff, dass ich etwas tun musste. Dieses Monstrum hatte meinen Freund gefressen. Einfach so. Wie ein Stück Fleisch. Ich hatte keine Ahnung, was es war, oder woher es kam, in jedem Fall war es ein unmenschliches brutales Biest, das es zu vernichten galt. Meine Kräfte waren dafür zu schwach, soviel war mir klar. Ich musste froh sein, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Ich hatte gespürt, mit welch unglaublicher Gewalt das Wesen Jochen in sein Inneres gezogen hatte. Selbst unter Aufbietung all meiner Kräfte war es mir nicht gelungen, ihn zu befreien. Alleine war es aussichtslos. Jetzt wusste ich auch, was mit Martin geschehen war. Auch er war ein Opfer dieses teuflischen Monsters geworden, das wie ein Briefkasten aussah. Gestern Abend hatte er noch einen Brief wegbringen wollen und dabei hatte es ihn gefressen. Mit einem Schlag wurde mir klar, dass das Wesen auch die Postkarten abgeschickt hatte, die mich und Jochen heute erreicht hatten. Es war ein Falle gewesen, nichts als das. Ein hinterhältige gemeine Falle, um uns zu dem Monster-Briefkasten zu locken, damit es seine Hunger an uns stillen konnte. Spinnen werfen ihre Netze aus, dieses Wesen verschickte Postkarten! Und das gemeine daran war, dass es sich der Erinnerung seiner letzten Opfer bediente, um deren Freunde anzulocken. Dies war die teuflischste Art von Kettenbriefen, die mir jemals untergekommen war. Ich musste etwas dagegen unternehmen. Sofort. Bevor der Briefkasten noch ein weiteres Opfer fand. Ich überlegte einen Augenblick, dann ging ich weiter. Ein Plan nahm Gestalt an. Zunächst einmal brauchte ich Verstärkung. Vor mir sah ich eine Telefonzelle auftauchen. Ihr Licht strahlte weit auf die Straße. Ich öffnete die Tür und trat ein. Mit zitternden Fingern tastete ich nach meinem Portemonnaie und zog eine Telefonkarte hervor. Ich hob den Hörer ab. Das vertraute Tuten klang in mein Ohr. Hastig wählte ich die Nummer eines Bekannten. Das Freizeichen ertönte. Im selben Augenblick vernahm ich ein metallisches Klacken, als würden zwei Stahlteile aufeinander schlagen. Mein Blut sackte in die Magengegend. Ich ließ den Hörer sinken. Mit einem Mal spürte ich Leben in dem Kabel. Wie ein Anakonda wickelte es sich blitzschnell um meinen Hals. Verzweifelt versuchte ich zu entkommen. Meine Hände drückten gegen die Tür, nur um festzustellen, dass sie wie verschweißt mit dem Rest der Zelle war. Das Kabel um meinen Hals zog sich unerbittlich zusammen. Ich bekam kaum noch Luft. Gleichzeitig spürte ich, wie mein Körper gegen den Telefonautomaten gezogen wurden. Aus dem Telefonhörer ertönte ein Hallo? Wer ist denn da. So melden Sie sich doch." Ich versuchte, zu antworten, doch nur ein Röcheln drang aus meiner Kehle. Langsam aber unaufhaltsam zog mich das Kabel gegen den Schlitz für die Telefonkarte. Mehr spürte ich nicht, denn der Sauerstoffmangel ließ mich in eine gnädige Ohnmacht versinken. So merkte ich nicht mehr, wie mich das Telefon stückweise in sich aufsog, so wie es zuvor der Briefkasten mit meinem Freund getan hatte. Das Telefon klingelte. Jemand hob ab. Hallo?" Eine seltsam verzerrte Stimme antwortete. Hallo, Klaus. Hier ist Thorsten. Ich habe ein Problem. Du musst mir helfen. Mein Auto hat eine Panne. Ich stehe an der Telefonzelle vor der Brauerei. Kannst du gleich kommen?" Ende


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