Acrylamid - Tipps für den Haushalt - Reduzierung leicht möglich
Bei der haushaltsmäßigen Zubereitung pflanzlicher Lebensmittel entsteht immer dann Acrylamid, wenn hohe Temperaturen zur Anwendung kommen (Backen, Braten, Grillen, Frittieren). Das fand nun die Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung (BAGKF) heraus. Aufgrund der unklaren Sachlage kann zum jetzigen Zeitpunkt zwar keine konkrete Empfehlung für eine zu ändernde Praxis der Küchenmäßigen Zubereitung gegeben werden. Die bislang vorliegenden Daten zeigen allerdings Tendenzen an. Will man also bereits jetzt reagieren, kann nur der Ratschlag gegeben werden, pflanzliche Lebensmittel nur so lang wie nötig und so niedrig wie möglich zu erhitzen. Als allgemeiner Hinweis kann darüber hinaus auf eine optimale Farbausprägung der frittierten oder gebackenen Produkte hingewiesen werden: für Kartoffelprodukte "goldgelb" bzw. für Getreideprodukte "hell, nicht verbrannt". Der Vollständigkeit halber sei aber darauf hingewiesen, dass Ausnahmen von dieser Regel möglich sind. In jedem Fall sollten die Zubereitungshinweise der Hersteller bei Halb-Fertigprodukten (Convenience-Produkten) beachtet werden. Auch ist den Anleitungen der Gerätehersteller (Backofen, Friteuse, Grill etc.) zu folgen. Falsche Backtemperaturen oder eine Beschickung der Friteuse mit viel zu viel Frittiergut - dieses führt zu deutlich verlängerten Frittierzeiten - bewirken neben Qualitätseinbußen oft auch eine vermehrte Acrylamidbildung. Im Falle der Backofen-Pommes frites sollte die Ofentemperatur auf 200 0C begrenzt werden. Die dann notwendige Zubereitungszeit ist selbst zu ermitteln, falls der Hersteller in der Zubereitungsvorschrift höhere Temperaturen angibt. Acrylamid Belastung in Pommes, Chips und Knäcke? Bewertung einer möglichen Gefahr erforderlich Die Schwedische Behörde für Lebensmittelsicherheit warnt vor einer möglichen Acrylamid-Belastung in Lebensmitteln. Vor allem in gebratenen, gebackenen und frittierten Lebensmitteln wie Kartoffelchips, Pommes frites und Keksen wurde die Substanz in teilweise hohen Mengen nachgewiesen. Vermutlich enthalten die Nahrungsmittel das Acrylamid schon lange, aber niemand hat dem bislang Bedeutung zugemessen. Acrylamid ist ein "Baustein" für Kunststoffe und damit auch ein möglicher Bestandteil von Lebensmittelverpackungen. Der Stoff gilt als erbgutschädigend und krebserregend. Nach den deutschen Vorschriften darf Acrylamid in Lebensmitteln überhaupt nicht nachweisbar sein. Daten zur Belastung deutscher Lebensmittel liegen allerdings noch nicht vor. Außerdem wurden auch in Schweden Stimmen laut, die die ausgesprochene Warnung für übereilt und nicht hinreichend wissenschaftlich abgesichert halten. Das Bundesverbraucherministerium hat die nachgeordneten Behörden, wissenschaftliche Einrichtungen aber auch die Europäische Kommission um Stellungnahme gebeten. Auch die Wirtschaft wurde informiert. Unter Federführung des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, BgVV, sollen in Kürze Expertengespräche stattfinden. Bis dahin reicht es vorläufig aus, Pommes und Chips wegen ihres hohen Fettgehaltes in Maßen zu essen. Ob man sich vor weiteren Folgen tatsächlich fürchten muss, wird sich zeigen. Acrylamidentstehung scheint geklärt - Bräunungsreaktion als Ursache Wie kommt Acrylamid in Pommes, Kartoffelchips, Knäckebrot und andere Lebensmittel? Das Rätsel um die aufsehenerregenden Funde des im Tierversuch krebserregenden Stoffes der schwedischen Gesundheitsbehörde im April diesen Jahres scheint gelöst. Verantwortlich ist wahrscheinlich eine chemische Reaktion zwischen dem natürlichen Zucker Glukose und der Aminosäure Asparagin. Dies entdeckten jetzt Wissenschaftler aus Kanada, der Schweiz und Großbritannien unabhängig voneinander. Die Reaktion wird Maillard-Reaktion genannt. Sie findet bei Röst-, Back- und Bratvorgängen statt und lässt die typische braune Farbe, den Geruch und Geschmack von Gebratenem und Gebackenem entstehen. Acrylamid entsteht, wenn unter großer Hitze der Zucker Glukose mit der Aminosäure Asparagin in der komplizierten chemischen Reaktion miteinander reagieren. Asparagin kommt nicht nur in Gemüse, sondern in großen Mengen gerade in Kartoffeln und Getreide vor. Beide Lebensmittel enthalten auch reichlich Stärke, aus der Glukose gebildet werden kann. Die Maillard-Reaktion in frittierten und stark erhitzten Lebensmitteln zu verhindern, würde bedeuten, dass Pommes und Chips nicht mehr braun auf den Tisch kommen. Deshalb kann der Rat im Moment nur lauten: Essen Sie weniger von den am stärksten betroffenen Lebensmitteln: Pommes frites, Kartoffelchips, Popcorn, Kekse und Kräcker. Wie schädlich ist Acrylamid? Risikobewertung Internationale Organisationen stufen Acrylamid als krebserregend und erbgutschädigend ein. Diese Erkenntnis beruht auf Tierversuchen, Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die krebserregende Wirkung auf den Menschen übertragbar ist. In Tierversuchen trat bei sehr hohen Konzentrationen auch eine nervenschädigende und fruchtbarkeitsmindernde Wirkung auf. Diese Wirkungen sind jedoch für den Menschen bei den derzeitigen Mengen in Lebensmitteln nicht relevant. Wie auch für alle anderen krebserregenden und erbgutschädigenden Substanzen gibt es für Acrylamid keinen Schwellenwert. Theoretisch können auch kleinste Mengen bereits Krebs auslösen. Ziel des staatlichen Minimierungsprogrammes ist es daher, die Belastung der Lebensmittel mit Acrylamid so weit wie möglich zu senken. Bei der Bewertung des Krebsrisikos sollte berücksichtigt werden, dass Krebs eine Erkrankung ist, die durch viele verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Man geht davon aus, dass nur ein bis zwei Prozent der Krebserkrankungen durch krebserregende Stoffe ausgelöst werden. 30 bis 40 Prozent der Krebsfälle könnten hingegen durch eine bewusste Ernährung, regelmäßige Bewegung und Vermeidung von Übergewicht verhindert werden. Der aid infodienst empfiehlt daher: Essen Sie möglichst 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag und reichlich Vollkornprodukte. Eine acrylamidfreie Ernährung ist derzeit nicht möglich. Geringe Mengen Acrylamid befinden sich in vielen Lebensmitteln. Wer sein persönliches Risiko reduzieren möchte, sollte stark belastete Produktgruppen (z.B. Pommes, Chips) vorerst meiden. Acrylamidbildung verringern Margarine gehört nicht in die Friteuse Im Zusammenhang mit Acrylamid wurde in den vergangenen Wochen die Empfehlung verbreitet, "zum Frittieren Margarine statt Öl" zu verwenden. Dieser Rat war leicht missverständlich, denn Verbraucher könnten ihn auf die Haushaltsfriteuse beziehen. Hier gehört Margarine aber auf keinen Fall hinein. Denn Margarine kann beim Erhitzen in der Friteuse im schlimmsten Fall zu einer Explosion führen. Als Frittieröle eignen sich Sonnenblumen- und Maiskeimöl sowie Kokos- und Palmkernfett. Damit beim Frittieren möglichst wenig Acrylamid entsteht, folgende Empfehlungen: - Temperatur von 175 Grad Celsius nicht überschreiten - Temperatur mit einem externen Fett-Thermometer (im Handel erhältlich) überprüfen - Frittiergut in kleinen Portionen frittieren, mindestens jedoch 100 Gramm pro Liter Öl - so kurz wie möglich frittieren (etwa 3,5 Minuten), Pommes frites und andere Produkte nur hell goldgelb bräunen.
Quelle: unbekannt

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