Nürnberger Polizeiordnungen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert
1. VERORDNUNGEN GEGEN AUFRUHR UND ZERWÜRFNISSE UNTER DEN BURGERN. 2. UNFUG, RAUFEN, SCHLAGEN UND LÄHMEN, MEINEIDE. SITTENPOLIZEI 1. VON DER KINDSTAUFE. 2. BEGABUNG DER BRAUTLEUTE, HOCHZEITEN, HOCHZEITKLEIDER UND HOCHZEITMAHLE. 3. SPIELEN UND LUDER NACH DER FEIERGLOCKE. 5. VOM BRANDWEIN 6. VOM BIER: VOM BIERSCHENKEN. VOM BIERBRAUEN. VON DER BIERHEFE UND VOM VERDORBNEN BIER UND VOM BIERESSIG 7. VON DER MILCH UND IHREM VERKAUF 8. VOM OBST UND VON NÜSSEN. 9. VOM HONIG UND DESSEN VERKAUF. 1. BADSTUBEN UND BADER. 2. DER FISCHBACH. 3. DER BRUNNEN AM MILCHMARKT. 4. VOM TODTEN VIEH. 5. VOM MIST. 6. VOM HOLZLEGEN UND FEUER AUF DER STRASSE. -------------------------------------------------------------------------------- 1. VERORDNUNGEN GEGEN AUFRUHR UND ZERWÜRFNISSE UNTER DEN BURGERN. Ez habent auch gesetzet unser herren der schulthaiz, der rat, die scheppfen unde die genanten mit gemainem rat durch der stat nutz und durch guten fride, und suln auch dieselben gesetzte dem rihter und den clagern an iren alten rehten niht schaden. Ez ist gesetzet also, obe ain burger dem andern feintschaft trait mit sich jener davor niht waiz ze hütenne, der sol im ane reht niht arges tuon, und ob er im willen hat, übel ze tuonne, so sol er im vor aht tage wider sagen; lauft aber er in dar über an mit bedahtem muote ane zerwerfnüsse oder mit verlicher zerwerfnüsse unwidersagt, also daz er niht bringen mac mit zwain erbern mannen, die im dez helfen mit dem rehten, daz er im vor aht tage widersagt habe, so sol er der stat geben pezzerunge umb daz anlauffen cehen pfunt haller und darzuo ain jar von der stat sein; ist aber, ob er in vervundet, so sol er geben dreizic pfunt haller der stat ze pesserunge und sol dreu jar von der stat sein. (Und ob daz wer, daz zwene oder mer miteinander zerwürffen und an ein ander übel handelten, ez wer mit worten, mit rauffen, mit slahen oder mit verwunten, und daz si also von einander komen, so sol aber ir einer dem andern niht arges tun, er widersoge imm danne mit gewizzen zwaier erbern manne.) Und ob er in lempt, so sol er geben fünfzig pfunt haller der stat ze pesserunge und sol funf jar von der stat sein. Und ist, ob er in ze tote sleht, so sol er geben hundert pfunt haller der stat ze pesserunge, und sol cehen jar von der stat sein; und ob er der pesserunge niht also tuot umbe den totschlac, so sol er ewicleich von der stat sein untz er die pesserunge getuot; und si suln umb jecliche dirre tat funf meile von der stat sein. Und ob er in der stat oder in funf meilen nahen bei der stat wurde ergriffen nach der tat, und ob er niht ze pessern hat als vor stet geschriben, so sol man in legen in den turn untz er also gepezzert oder mit der zeit in dem turne gepessert als vorgeschriben ist. (Und würde er aber gesehen in den zilen und im deu stat verpoten ist, und daz er sein reht niht dafur getuon möhte, so sol er die puoz von neuwen dingen wider anheben und sol danne als lange von der stat sein als von dem ersten tage.) Und sundellich umb den totslac: und würde er begriffen an der tat, so sol man im der stat reht lazen widervarn als von alter reht her ist gewesen. Und were ez aber dannoch so kuntlich und so gewissen und so offembar, daz er schuldic wer an dem totschlage, so sol er ewiclich fünf meile von der stat sein, ob er halt dem clager ist embrosten. Und ist ob ieman mit jenem geht, der den totslac tuot oder die andern tat, die volgeschriben stent, laufet oder get, es sein sein frunde oder ander sein helfer verleiche mit verdahtem muote, der sol pessern der stat ze gleicher weize als der es tuot, als vor stet geschriben; getar er aber ein bresten mit sein ainiges hant, daz er unverlich dar zuo komen sei und niht weste, daz es jener tuon wolte, so sol er der selben pezzerunge umb die gesetzte ledic sein. Und ist, daz ainer dem andern also ahte tage vor widersagt als vor geschriben stet, so sol der da widersagt und der, dem widersagt ist, ir ietwederr vor dem andern ane geverde fride haben die selben aht tage und die naht nach dem widersagenne; und swelher daz uber füre, der sol die pesserunge dulden als vor ist geschriben umbe die tat. Swer aber der burger ist, der der tat dehainer schuldick würde und sich der pesserunge mit gewalt frefeleich widersetzet, so sol der schulthaize, der rat, die scheppfen und die genanten bei iren aiden und als si sunderlich dar umb ir trewe habent geben, dar zuo beholfen sein, daz deu pesserunge von im volbraht werde; dez suln si beholfen sein in aht tagen als vor stet geschriben. 2. UNFUG, RAUFEN, SCHLAGEN UND LÄHMEN, MEINEIDE. Ez ist auch gesetzet, swer unfuoge tuot, es sei mit raufenne oder mit slahenne oder mit wunden, ain burger den andern, der sol daz dem rihter buezen als von alter ist reht unde gewonheit her komen. Swer samenunge hat, der dez hauptman ist, der gibt fünf pfunt, und swer dazuo lauffet oder dazuo kunt verlich, der gibt zwai pfunt, ob er sich davon niht nimt mit seinem aide. Wer aber ain zerwerfnüsse under den burgern, und daz ainer daunder so gefrünt were oder so gewaltic, daz er niht frides geben wolte, zuo dem so mügen wol zwene von dem rate gen oder zwene scheppfen oder ainen dez rates und ain scheppfe, ob man es vordert oder ob si es von in selber tuont durch fuoge, und die selben zwene mügen dem wol ainen fride gebieten bei funf pfunden, viercehen tage; versagt aber er den fride, so sol man in pfenden umb dieselben fünf pfunt; und den selben fride sol man im alle tage bei fünf pfunden gebieten ze behalten viercehen tage; und als dicke er den fride versagt, als dicke sol man im dezselben tages den fride gebieten bei fünf pfunden viercehen tage, und nach den viercehen tagen aber viercehen tage, und also alle tage wie oft er des tages den fride versagt, die weile der crieck wert, als dicke sol man in pfenden ie umb fünf pfunt. Hat er dez geltes niht, so sol man in darumb aufhaben und swenne der fride gebotten wirt, der sol weren viercehen tage und naht untz des morgens, so man tage messe leutet ze sent Gilien; und swa den fünf pfunt verworcht werdent an allen sachen, der gehorent viere an die stat und aines dem rihter, darumbe sol er pfandes helfen. Und swenne der haubtman dez crieges fride gibt, swelher seiner friunde den fride denne bricht, der sol sein fridebrech, er berede denne ze den heiligen, daz er umbe den friden niht enwezte. Und swer fridbreche wirt und sein unlaugenhaft ist, der muoz geben ze buoze hundert pfunt haller oder aine hant. Greifet aber ain gast ainem burger in sein har oder sleht oder st?ret in, der ist darumb schuldig fünf pfunt haller; hat er der haller niht, man sleht im ab die hant. SITTENPOLIZEI. 1. VON DER KINDSTAUFE. Ez sol auch ze kainer kintauffe niht mer gen denne vier frawen unde dir gevatern, und auch niht mer manne denne vier man und die gevatern; swer daz bricht, der gibt funf pfunt und der da mit get, der geit ain pfunt, ez sei frowe oder man. Ez sol auch zu einer ieclichen kint tauf niht mer frauwen mit gen dann vier frauwen und vier man hintz dem wein, bei der vorgenanten puozz. 2. BEGABUNG DER BRAUTLEUTE, HOCHZEITEN, HOCHZEITKLEIDER UND HOCHZEITMAHLE. Ez ist auch gesetzet, daz man kaine braut, die man hin gelopt, mit kainer bringat vor besehen schol. Swer daz brichet, der gibt fünf pfunt, und der da mit get ain pfunt, ane vatter unde ane muoter badenthalb (und sol auch cheinem chinde, daz geistlich werden wil, ez sei frawe oder man, vor niht bringen ane vater und ane muter und ane geswistreide bei j pfunde). Man hat auch verboten alle santunge, die man vor ze den hochzeiten tet, den frunden, ane baidenthalb vater und muoter, und braut und breutgume, und swer auch daz sihet oder dez inne wirt, daz der gebote kaines zerbrochen wirt, er sei der geswornen oder niht, der schol ez dem frager ruegen und schol darumbe niemannes veientschaft dulden. Swer daz bricht, der gibt v pfunt. Ez schol auch nieman mer denne sehs varnden mannen ze hohzeiten geben noch senden varnde man und frawen mit ain ander. Swer daz brichet, der gibt funf pfunt haller; kain burger sol kainem varnden man noch frowen, die geste sint, ze hochzeiten niht geben bei funf pfunden. Ez ist auch gesetzet, daz sich nieman mere claiden schol ze kainer hochzeit denne baidenthalb die swehere und ir kint. Ez ensol auch kain swiger noch kain sweher kainem aiden kainen silberinen gürtel geben. Ez sol auch nieman weder man noch frawe kain silber auf kain gewant schlahen danne silberine heftelein unde knöppflein unde frawen gespenge vor ir menteln und spengelein umbe dünne suggeneien unde rocke, die mügen si wol tragen. Man schol auch kainer juncfrowen kain vehes noch cendal under ziehen noch silber auf schlahen auf ir gewant vor e danne man si hin gelopt, und swelch juncfrowe alsan vehes oder cendal unterzogen hat oder silber aufgeslagen hat, daz sol aus und abe gebrochen werden; und swer der gebot dehaines bricht, der gibt fünf pfunt haller ie von dem gesetzte, als ofte ers bricht. Ez sol auch kain frowe ze hohzeiten mit ir niht mer maide fueren und haben denne aine maget ane ob si bei ir hat ain erber tohter, deu ir oder ires wirtes niegin ist. Swie vil si mer megde hat so muoz si ie geben 1x haller von der maide. Ez ensol auch dekain dienstmagt ze hohzeiten raien noch tantzen an der burgerein raien oder tantz, oder si muoz geben zwene schillinge. Ez sol auch nieman ze hohzeiten mer herren schüzelen haben, denne zwelf schuzeln. Swer daz bricht, der gibet funf pfunt, ane ob ander erber leut von andern steten da sint, da sich jenes hin gefriundet hat. Swenne ain frowe oder man ain tohter hin ze manne gibt, der schol man me niht geben leingewandes denne ain rockelein und ain mursnitz und hemde swie vil man wil. Swer daz bricht, der gibet funf pfunt. Ez sol auch nieman maide unde knehte ze hohzeiten fueren. Ez schol auch nieman langer sein selbschol noch pürge umbe dehainen zuoschatz denne fünf viertail jares. Swenne sich die vergent, so sint si gentzlich ledig, si werden denne vor mit clage begriffen; und daz sol sein, dar nach und si bei ain ander geligent, denne der rehte selpschol, ez sei vatter oder andere frunde, die reht selpscholn sint. Ez habent auch gesetzet unser herren der schultheiz und die burger gemeinclichen vom rat mit willen und wort der genanten der stat ze Nüremberg, daz niemandt ze kainer hohezeit, die man haben wil, dez nahtes als man die praut zulegen wil, dhaine male da nemen oder ezzen sol danne sweher, swiger, vater, muter, aydem, snuere und ge- swistereide; und der, dez diu hohzeit ist, mac dez andern morgens, als si dez nahtes bei gelegen sint, ain male haben wie erlichen er wil und niht mer. Ez suln auch zu dem selben male weder knehte, ammen noch mayde da niht ezzen, ane allez geverde. Und wer aber daz iemand danne daz ain male da ezze dann sweher, swiger, vater, muoter, ayden, snuere und geswistereide, so mueste der, dez die hohzeit ist und der daz male gibt, der stat geben ze pezzerunge zehen pfunt haller, und die, die daz male da nement, ez sei frauwe, man, diener oder dienerin, ie die persone ain pfunt, ane geste, ob die zuo der hohzeit koment, die mugent do wol ezzen ane die vorgenant puozz. Ez sol auch dhaine burger, ez sei frauwe oder man, dhainem varndem man ze dhainer hohzeit niht geben, und sol si auch anderswar niht senten, danne di varnden leute, die in der stat gesezzen sint. Wer aber, daz dar uber dhaine burger dhainem varndem man, der in der stat niht gesezzen ist, gebe, oder in anderswar iht sendet, der muoz geben der stat ze pezzerunge von der varnden mane einem fünfe pfunt haller. Ez sol auch ein ieclich burger oder burgerin, die die hohzeit haben wollen, die praut des morgens, als si dez ersten nahtes bei gelegen ist, ze kirchen fueren, ob er wil und als erlich als er wil. Wer aber, daz si die praut dez selben morgens, als si dez nahtes bei gelegen ist, niht ze kyrchen fuorten, so sol fürbas mit der selben preute niemant ze kirchen gen danne sweher, swiger, vater, muoter, aydem, snuere und geswistereide, und sol auch zu dem selben kyrchgange anders niemant da ezzen; wer anders do mit gienge oder da ezze, so mueste der, dez die hohezeit ist, oder der die kost gibt, der stat geben ze pezzerunge fünfe pfunt haller, und wer anders do mit gienge oder do ezze danne die vorgenanten persone, der muoz ir ieclicher geben ain pfunt haller ze pezzerunge der stat. Ez ensol auch niemant mit dhainer preute ze pade weder gen noch rayen vor noch nach danne vier frauwen, die süln mit der preute gen ze pade; und sol auch zu der selben padelat weder man noch frauwe da haime weder peiten noch ezzen noch trincken noch tantzen von derselben padlat wegen, ane geverde; und were daz über fuere, so muoz der, dez diu wirtschaft ist, oder in dez hause es geschiht, der stat geben ze pezzerunge zehen pfunt haller, und wer anders zu gienge oder da rayet oder tantzte oder da ezze, mueste ie diu persone geben ain pfunt haller ze pezzerunge der stat. Ez sol ein ieclich burger und burgerin, si sein alte oder junck, suln von dehainer hohzeit wegen, die man haben wil, weder vor noch hin noch niht mer hofelin noch padlat haben, danne mit der preute suln vier frauwen ze pade gen und niht mer; swer daz brichet, der muoz geben v pfunt haller. Und swer sein tohter haim ze haus fueren wil, da suln niht mer frauwen mit gen dann sehs frauwen, bei der vorgenanten puezz. (Ez sol niemand fürbas kain offnew hochtzeit haben, und sol auch niemand da ezzen dez morgens noch dez nahtes, on gest, und sol auch niemand do tanczen, wol mag ain man oder fraw in vierzehen tagen dor noch sein freünd laden, ob er wil; wer daz prech, der selb wirt, der ainem burger oder burgerin, on sein hausgesint, ze ezzen geb, der solt geben hundert phunt haller, oder der da ezze, der selb solt geben zehen phunt haller. Ez sol auch furbas nieman, wenn man ein praut und einen preütigan ze ee geben wil, niht mer dabey sein denn sehs man und sehs fraun, und wer daz prech und wer mer dar zu koem, der solt yeglichs, ez wern frawen oder man, geben zehen phunt haller. Ez sol auch furbas niemand, wenn man ein praut gen kyrchen furt, niht mer do mit gen danne sehs frawen und der preutigan, und wer daz prech und waz ir mer da mit giengen, ez weren frawen oder man, oder dar zu koemen, der solt yeglichs geben zehen pfunt haller.) Ez ist auch gesetzzet von unsern herren den burgern vom rat, daz niemand den andern an notten sol weder dez tages noch dez nahtes, ane ze hohzeiten. Und wer di sein, di da an notten oder dar zu helfen mit mitgen und wer in danne gibt, so muz ie der man oder ie die frawe geben 1x haller ze pezzerunge. 3. SPIELEN UND LUDER NACH DER FEIERGLOCKE. Ez ist auch gesetzet, swer der ist, der luoder oder spil hat nahtes nach feurgloggen, er habe wein vaile, oder welherlai trinken daz ist, in seinem hause vaile, oder der trinken gibt nach feur gloggen in sinem hause oder vor seiner tür, oder der lieht dar zuo gibt, so gibt der wirt ze buoze ain pfunt haller, und swer den wein trincket, der gibt ie der man sehtzig haller, und der weinschenke der gibt auch sehtzic pfenning, und der auftrager sol ein ganzes jar unaufgetragen sein; aber den boten hin haim den gibt man wol, wenne si ez vordernt. Ez sol auch nieman niht spilen über sehtzic haller noch umbe dehainer slahte ding oder guot über sehtzic pfenninge. Swer daz bricht der sol geben an die stat als vil er hat gewunnen über sehtzick haller oder über ir wert, und der verleuzet der muoz dulden die selben buoze; darzuo muoz ir iedwederr der gewinnet und der verleuzet geben an die stat und dem rihter fünf pfunt ze puozze. Man sol weder in der stat noch auswendic niht spiln, swa daz in dem lande sei, bei der vorgenanten puoze. Und swer pfanter ist über sehtzic haller, der gibet ze puoze fünf pfunt haller. Man sol auch umbe kain spile gelt niht rihten. Man schol auch alle dise gesetzte übere spil versten umbe aller hante spil, mit pozen, mit scheiben, mit wuerfeln oder swie man spilt, ane mit rennenne, so mac ainer wol verweten. Auch ist gesetzzet, wer der ist, der spilt und gewinnet oder verliust und dar umb gerugt wirt und der der buoz niht ze geben hat, der muz von der stat sein als lange untz er di buz gibt. Und ist aber, daz der wirt dem weinschenken verpeut, daz er niht wein gebe noch feur gloggen, und gibt er in dar uber, so gibt der weinschenke die vorgenanten puz, di der wirt solt haben geben, und gibt der wirt niht. 5. VOM BRANDWEIN Nachdem von viel menschen in dieser statt mit niessung gepranndts myssbrawch und unordnung sam, teglich, und besunder an sonntagen und anndern gepanndten und heyligen feyrtagen an den strassen und vor den hewsern gepflegen und geübt wurdet, und aber, als sich eyn erber rate an hochgelerten, erfaren doctoren der ertzney vleyssigclich und eygenntlich erkundigt und erfaren hat, der gepranndt weyn den menschen und besonnder schwanngeren frowen und jungen arbeytsamen lewten mer dann anndern fast schedlich ist, und inen vil und manigerley schwerer, schedlicher und tödtlicher krannckheyt und seuchen brenge und gebere, darumb und auch angesehen, das sollicher gepranndter weyn, der also hie verkawfft und verprawcht [wirdet], auss pöser und schedlicher materj und auch in annder weyse, dann er menschlicher natur dienstlich sein mag, geprandt und gemachet würdet, so ist eyn rate daran komen, ernstlich und vestigclich gepiettende, das nun fürbass an eynichem sonntag oder anndern gepanndten feyertagen gepranndter weyn hiein dieser statt von nymandt weder in den hewsern, krämen, läden oder an dem marckt, strassen oder sunst yndert nyt veyl gehabt oder verkawfft werden sol. Wollte aber an wercktagen yemant gepranndten weyn feyl haben, das mag er thun, doch also, das sollichen gepranndten weyn nymand niessen oder aussdrincken solle an den ennden, do der veyl gehabt oder verkawfft wurdet, sonnder wer den trynncken und geprawchen will, soll das thun inn sein selbs haws oder gewönlicher herberg, da er sein anwesen hat, und nynndert annderswo. Wer aber daz annderst, dann wie vorsteet, hielt und sich des, so er darumb gerügt wurde, mit seinem rechten nit benemen möcht, der sol gemeyner statt zu eyner yden fart darumb zu puss verfallen sein und geben eyn pfundt newer haller. Eyn erber rate hat biss auff sein widerruffen gewilligt, das eyn yeder an wercktagen an den ennden, do der gepranndt weyn wurdt feyl gehabt, desselben eyn haller werdt oder pfenwerdt ungeverlich drincken mag on fare der puss. 6. VOM BIER. VOM BIERSCHENKEN. Unnser herren vom rath gebieten, das nyeman eynich hiegeprawen bier hoher schenncken oder geben solle dann wie die ye zu zeiten durch einen rat gesetzt mit erlawbt werden. Dann wer das überfüre, der soll gemeiner stat darumb zu puss verfallen sein und geben von ydem poden desselben vass ein halb pfund newer haller zusambt der ubermass, was er dess uber die erlaubten und gesatzten anzal hoher geschenckt hette. Doch wo ymand seine bier fassweyse uber drey eimer verkauffen wolte, das mocht er geben wie er wolte. Unnd die hier, die ausserhalb diser stat innerhalb sechs meyl wegs geprawen und herein pracht [werden] sollen in allen rechten, geboten und verboten sein und pleiben wie die bier, die hie gebrauen werden. Und dise gesetz sullen auch binden die von Werde und die vom Gostenhofe. Es solle auch nyemandt hie bier schenken, er hab dann desshalb einen offen zeiger oder gitter aussgesteckt, bey pene von einem yden vass, es were klein oder gross, ein pfundt newer haller. Welicher bier hie prewt, der solle das nit ee schenncken oder geben, es sey dann dasselb bier davor vier tag in den vassen gestanden. Wer das anderst hielte, der sol darumb zu puss geben von einem yeden eimer sechzig haller. Es sollen hinfuer die bierprewen und bierprewin einich bier, das ausserhalb diser stat geprawen wirdet, nit kauffen, nit einlegen noch schenncken. Dann wer das uberfure und sich dess, so er darumb gerugt oder furbracht wurde, für sich und seinen gewalt mit seinem rechten nit benemen mochte, der soll gemeiner statt zu puss darumb verfallen sein von einem yden eimer ein pfundt newer haller. Unnser herren vom rate gebieten, das hinfür nyemand einich frembde oder ausswendig diser stat geprawen bier hie zuverschenncken mit hieigem bier verziehen, vermengen oder füllen sol. Dergleichen sol auch nyemant hie geprewte bier mit frembden und ausswertigen bieren verziehen, vermischen oder füllen, bey der puss von yeder fürbrachten fart von yedem eimer zwey pfundt newer haller. Es sol auch hinfüro kein bierprew, sein gewalt oder ymand annders von seinen wegen seine affter und mitlere bier undter die vordern hie geprawene bier, die er nach sant Urbans tag ausszuschenncken, zuvereymern oder sunst hie onzuwerden vermeint, unterziehen, vermengen oder sust durch einander thun noch untertragen, sonnder er sol die afftern und mitlern bier unter einander ziehen, die also bey einander bleiben lassen, und die in irem wert und satzung vor sant Urbans tag aussschenncken, und nach sant Urbans tag sollen die vordern bier allein vermengt und ununterzogen auch in irem gesetzten werdt nach erlaubnüss eins rats hie verschennckt und verkaufft werden. Doch wo ymand seiner afftern und mitlern bier ichtzit überbeliben were, die er vor sannt Urbans tag nit het aussschencken mogen, die mocht er nach sannt Urbans tag wol aussschencken, doch nit hoher, dann wie sie vor sannt Urbans tag zu schenncken und zu geben erlaubt gewest sind. Dann wer sie also schenncket oder unterzuge annders dann vorgesatzt ist, der sol gemeiner stat zu puss verfallen sein von ydem eimer zwey pfund newer haller. Ein Rate ist auch umb gemeines nutzs willen und auss ursachen, sie darzu bewegend, daran kumen, vestigclich gebietende, das hinfüro nyemand in diser stat, zu Werd und Gostenhofe, einich frembd bier, das innerhalb zweintzig meilen und ausserhalb sechs meilen von diser stat geprawen ist, die masse uber fünff pfenning schencken oder geben soll weder eimers oder mass weise. Dann wer solich frembd bier hoher geben oder schenncken und des überweist oder sich des, so er darumb gerugt wurde, mit seinem rechten nit benemen mochte, der sol zuvoran von einem yeden poden desselben verschennckten biers gemeiner stat zu puss verfallen sein ein pfund newer haller und darzu die übermass, was er das bier uber vorgesatzte erlaubte anzal aussgeschenckt hette; unnd zusambt dem sol im daz schenncken ein vierteil jars verspoten sein. Es sol auch nyemand einich bier mit annderm geringerm bier oder wasser mengen oder vermischen, nachdem das vormals auch verboten ist. Dann wer das tete und des überweist oder, so er darumb gerugt oder furbracht wurde, sich des für sich und seinen gewalt mit seinem rechten nit benem en mochte, dem wolte ein rath das schenncken verbieten und ine darzu straffen nach gestalt seiner verhandlung, wie ein rathe ye zu zeiten zu rath wurde. Ein erber rate hat umb gemeines nutzs und notturfft willen und auss mercklichen ursachen, sie darzu bewegende, geordent und gesetzt, ernstlich und vestigclich gebietende, das hinfür nyemands einich bier, so in diser stat geprawen wirdt, verschencken sol, dann allein ein yeder bierprew sol und mag sein selbs hie geprawen bier durch sich selbs, sein weib, kinder oder geprot und gedingt eehalten und nyemant anders ausschencken, das auch einicher bierprew seine bier nyemant, zu dem er sich versiht oder vermudet, das das hie verschennckt werden mochte, zu kauffen geben oder furlegen sol. Dann welicher bierprew oder anndere solichs verpreche und dermass nit hielte und dess kuntlich übersagt, oder, so er darumb furbracht oder gerugt wurde, sich dess für sich und seinen gewalt mit seinem rechten nit benemen mochte, der sol von einem yeden eimer biers, anderst dann in obgeschribner mass verkaufft oder verschenckt, gemeiner stat zu pene und puss verfallen sein und geben ein pfund newer heller. Und es mochte auch yemant darinn so geverlich hanndlen, ein rate wolte den oder dieselben darzu straffen, nach dem ein rath zu rath wurde. Doch ist neben dem gesetze den bierprewen gelufftet, vergunt mit zugegeben, das sy zu irem schenncken eehalten gebrauchen mogen, den sie auff bestimte zil und zeit für cost und lon gelt geben, doch das dieselben eehalten ausserhalb solichs lons und costgelts noch sunst ymandt anders an dem bierschencken keynerley teil, vorteil oder genyess haben sollen, bey vorgeschribner puss. Es sol auch furbass kein bierschennck noch bierschenckin hie in einem keler oder in einem hauss nit mer dann eynen lessigen zapffen haben, bey peen von einem yeden eimer ein pfund newer haller. VOM BIERBRAUEN. Es sollen auch alle bierprewen, die do vor obersten die vordern, die mitlern und die affter bier prewen, so dieselben bier in die kuffen gemessen werden, hinfur nit mer untereinander vermengen, es sey dann yegclichs in seiner kuffen nach notdurfft vergoren. Unnd so die also verjeren, so sollen sie dann dieselben bier in die vass untereinander berürigen und einfüllen und der keins verhalten. Dann welicher bierprew das durch sich oder seinen gewalt uberfüre und sich des, so er darumb fürbracht wurde, mit seinem rechten nit benemen mochte, der sol mit dem bierprewen ein jar feyren und darzu von yegclichem eimer biers 1x haller zu puss geben. Unnd bey solicher yetzgemelter einteylung und vermengung der bier sollen die geschworen biermesser und prewmeister gegenwertig sein und bey iren pflichten und aiden, irer ambt halben gethan, ir vleissig aufsehen darinn haben, auch davon nit kumen, biss das solich einteylung und vermischung ordennlich, entlich und volkumenlich alss sich gebürt ye zu zeiten beschehen ist. Desgleichen sollen auch die biermesser und prewmeister bey iren pflichten gebunden sein, bey dem anschüten so lanng zu beleiben und nit davon zu komen biss das das maltz volkumentlich und nach aller notturfft genetzt ist. Darzu sollen dieselben geschworen biermesser und prewmeister auch bey iren aiden gebunden sein, ir vleissic aufsehen und merckung zu haben, das auff ein yede antzal maltzs nit mer angegossen noch gebrawen werde dann die anzal, die ye zu zeiten von einem rate gesatzt und erlaubt ist. Dann bey welichem bierprewen mer biers dann die erlaubt anzal durch die geschwornen praumeister und biermesser erfunden wurde, so soll dieselb ubermass zuvoran verloren und dem newen spital verfallen sein. Unnd mochte auch domit ymandt so geverlich hanndlen, ein rat wolt den oder dieselben darumb straffen an leib und an gut. Es sol nyemand begiessen vor sant Egidien tag und sol auch nyemant prewen vor sant Michels tag. So sol auch nyemand lenger prewen dann biss auff den palmtag, es wurde dann in sunderheit von einem rate lennger erlaubt. Unnd wer das verbreche und annderst hielte, der sol gemeiner stat darumb zu puss verfallen sein von einem yeden sumerein ein pfund haller. Man sol auch kein annder korn prewen dann allein gersten, und welicher bierprew das überfure, und welicher mülner oder sein gewalt annder getraid darzu mule, der yeder must jar und tag von der stat sein. Und wo auch die ienen amptlewt, die darüber gesworen haben, solichs verschwigen, und das dem burgermeister nit ansagten, die sollen auch jar und tag von der stat sein, es were dann, das ein erber rat solichs ye zu zeiten nach gelegenheit der geschwinden lewfft oder tewrung des getraids ymandt erlawbte. Es sol auch gersten nyemand fürkauffen dann der, der sye multzet oder plewet, bey pene von yedem sumerein zwey pfund newer haller. Welicher prewmeister prewet und darüber nit geschworen hat, der sol zu puss verfallen sein von yeder prew fünff pfund newer haller. Es sol auch nyemand den eehalten oder den prewknechten oder plewmeistern mit trebern nit lonen, bey pene j pfund newer haller. Es sol auch ein yeder bierprew einen unzerlechsetten zuber steend haben, ob inndert fewr ausskäme, das sein [knecht] darzu komen und wasser darein tragen in den nechsten hewsern beym fewr, bey peen ein pfund newer haller, die ein yeder bierprew, der do versess, geben solle. Es sol hinfüro kein bierprew durch sich selbs, seinen gewalt oder ymandt annders von seinen wegen in oder ausserhalb seins hawss einich bier prewen, aussschopffen oder übergiessen lassen, es sey dann der gesworen brewmeister einer dobey; dann welicher das verpreche und nicht hielte, der sol gemeyner stat darumb zu puss verfallen sein von yedem eimer biers zwey pfund newer haller, so offt er darumb fürkome, on genad. Es mochte sich auch ymand so geverlich darinn halten, ein rate wolte ine darzu straffen nach gestalt seiner verhanndlung, wie er zu rath wurde. Es sol auch hinfür ein yeder bierprew seine bier auss seinem hawss durch nymant annders dann durch die geswornen schroter arbeiten und füren lassen, bey peene von iedem eimer zwey pfundt newer haller. Item den schrotern sol man von einem halbfass, das do ungeverlich zwischen sechs und siben eimern helt, aufzuladen, ze füren, ab und einzulegen nit mer lones ze geben schuldig sein dann viertzehen pfenning; davon sollen die schroter das furlon aussrichten und von dem übrigen den halben teil in die losungstuben anntworten, und den anndern halbteil sollen sie für ir mühe behallten. Wo aber die schroter den bierprewen oder anndern solich bier nit in die keler sunder newr an tennen oder für ire hewser legen, do sol man von einem halbfass nit mer dann eylff pfening ze geben schuldig sein. Davon sollen sie aber das furlon aussrichten und das überig halb in die losung stuben und das annder teil für ir mühe behallten. Hierinn ist hindan gesetzt, ob ein bierprew ausserhalb seins hauss einen keler het, der mochte sein geprewt bier auss der kuffen durch sein selbs knecht unnd eehalten in denselben keler wol tragen oder durch schleuge hinab in die vass lassen. Were aber einem sein keler so weit entlegen, das im das bier zuverre ze tragen were, so mochte er sein bier, so er das gefast hette, wol durch die gesworen schroter und nyemant annders für denselben keler füren und durch schleuche hinab in anndere vass lassen. Unnd dann solt man von einem halbfass zu füren, auff und abzulegen nit mer ze geben schuldig sein dann siben pfenning. Wolte aber einer solche seine bier, die er in einen anndern keler füren liess, durch sein selbs knecht auff und ablegen, das mochte er thun, und bedarff alssdann von einem halbvass nit mer dann vier pfenning dafür geben. VON DER BIERHEFE UND VOM VERDORBNEN BIER UND VOM BIERESSIG Unsere herren vom rath gebieten ernnstlich, das hinfür einicher ir burger, burgerin oder ir gewalt keinerley bierheffen hie in der stat noch in zweien meil wegs umb dise stat prennen soll. Es sol auch hinfür das, das auss den obgemelten bierheffen geprennt und für pranten wein geachtet oder fürgeben wirdet, hie in diser stat nit verkaufft werden. Dann wer solichs überfure und darumb fürbracht und sich des für sich und seinen gewalt mit seinem rechten nit benemen mochte, der sol von yedem tag, so er soliche heffen geprennt oder den vermeinten wein davon verkaufft hett, gemeiner stat zu puss verfallen sein fünff pfund newer haller on genade. Es gepewt ein erber rath, das hinfüro allermenigclich und zuvoran die heffner, die die heffen oder einich verdorben bier von den bierprewen oder bierschencken hie in diser stat kauffen oder nemen, dasselbig bier und alles das, so sie auss derselben heffen zwingen, noten oder bringen, widerumb für bier mit einicher hilf oder gemecht, wie man die erdenncken mag, nit sollen machen, schenncken, hingeben oder mit eymern vereymern, weder hie in der stat oder auff das lanndt, sunder dasselbig schlechtigclich zu nicht annders gebrauchen oder machen sollen dann zu essig. Dann wer das überfüre und einich verdorben bier, so er von einichem bierprewen kaufft oder genomen oder auss einicher heffen bracht oder gezwungen hette, schenncket, mit der mass vereymert oder sunst hingebe, hie in der stat oder auff das lanndt, der must von einem yeden eymer, den er also eimersweiss hingeben, ein guldin, und von einer ieden mass in sunderheit, die er massweise hingeben oder verschennckt hette, dreissig haller on gnad auff das rathauss zu puss verfallen sein und geben. 7. VON DER MILCH UND IHREM VERKAUF Nachdem bissher von den personen, die hie milch verkaufft haben, vil und manigerley geverden und betrieglicheit geübt sind, besonnder mit iren betriglichen und geverlichen massen, und auch das sie die milch bey ir selbs wesen nit bleiben lassen, sonnder etliche mele und ander ding darein gerürt und gethan haben, dadurch dann der gemeinde und am meisten den armen scheden entstannden sind, das hinfur zu fürkomen, gebieten unnsere herren vom rate, das nw füran alle, die die dicke oder dünne milich hie verkauffen, das sie die geben sollen nach hieyger mass oder nach dem seidel, und das dieselben mass geeicht und gezeichent sein mit der stat zeichen, bey puss ein pfund newer haller. Es ist auch dem lewen bevolhen, fleissig auffsehen zu haben, wo er erfüre oder erfundt, das yemandt milich, die er vail hette, mit ichte vermischet oder annders gemacht oder darein gethan und die milich nit an ir selbs hat bleiben lassen, das dann der lew gewalt hab, den krug oder hafen, darinn die milich ist, in angesicht des verkauffers zu erslagen; und darzu sol dieselb person, dabey soliche vermischte milich funden wirdet, zu puss auff das hauss geben ein pfund newer haller. Es mochte auch yemant mit dem vermischen oder mass so geverlich erfunden oder warlich beclagt werden, ein rate wolte das fur einen falsch haben und die sach darnach straffen. 8. VOM OBST UND VON NÜSSEN. Wie wol in verganngner zeit ein ordnung gewest ist, das alles obs nyndert anderswo dann auff dem obssmarckt solt vail gehabt und verkaufft werden, yedoch nachdem sich die gertner, die mit irem gewechsse unnd früchten, als ruben, kraut und annderm, den rechten marck teglichs besuchen, sich dess etlicher mass beschwert bedauchten, der meynung, daz sie mit irem obs den obssmarckt, und mit rüben und krawt den rechten marckt besuchen, und solich ir gewachssen obs unnd anndere früchte bey einannder nit vail haben solten, dem nach hat ein erber rate allen gartnern und gertnerin, so hie burger sind, auff ir vleissig bete und auff eins rats widerruffen vergonnt und zugeben, das sie oder ir gewalt alles ir obs, so inen in iren aigen garten wechsset, bey rüben und krawt und dergleichen früchten auff dem rechten marckt allein vor mittag wol vail haben und verkauffen mogen. Doch sollen sie oder ir gewalt nit fürkauffen oder yemannt anndern sein obs neben dem iren hingeben, bey der puss, so auff den fürkawff gesetzt ist, und man solt darzu das obs nemen und in den spital tragen lassen. So sol auch nymandt, der hie nit burger ist, an dem rechten marckt einich obs weder im selbs oder anndern vor noch nach mittag vail haben, bey der obgemelten buess. Es sollen auch die gartner, die sich diser unnser vergunstigung geprauchen wollen, gepunden sein, wo ir einer von dem anndern gewar wurde, der do fürkauffte oder einichen der obgeschriben artickel überfure, er wer burger oder gast, das er dann solichs einem pfennter on verziehen zu wissen thun wolle. Nachdem einem rate statlich fürbracht ist, das durch etlich frembde geste, die obs her zu marckt füren, mit kauffen und verkauffen merckliche geverde geübt und gebraucht werden, darumb und derhalb dann der gemeinde hie zimlicher und gleicher kauff sellten widerfaren mag, solichs in bessere ordnung ze bringen, gebieten unnsere herren vom rate, das ein yeder, der auff wagen oder karren obs her zu marckt bringt, das vail haben mag drey tag und nit lennger. Er sol auch solichs obs von einer echs auff die anndern nit laden oder ablegen. Unnd so dann der oder dieselben, die solich obs herbringen, drey tag in vergemelter weise vail gehabt haben, so mogen es alssdann vnnser burger oder fürkewffel wol kauffen und in iren hanndel bringen. Weliche aber von frembden lewten solichs überfuren und lenger dann drey tag obss auff der echs vail hetten, den sol der pfendter pfenden alle tag umb ein pfund newer haller. Unnsere herren vom rate setzen und gebieten, das fürbass kein ir burger, burgerin oder yemand von irenn wegen einich nüsse, die sie bey zubern kauffen oder verkauffen, selber messen, sonnder die geswornen messer bey zubern messen lassen sollen, bey puss ein pfund newer haller on gnade. 9. VOM HONIG UND DESSEN VERKAUF. Unnsere herren vom rate haben umb gemeines nutzs und notdurfft willen und auss mercklichen ursachen sie dartzu bewegennde gesatzt, ernnstlich gebietende, das fürbas kein ir burger oder burgerin, noch yemannd von iren wegen einich honig hie kauffen oder verkauffen sol, es werde dann zuvoran von den gesworen honigmessern geschawet und gemessen. Dessgleichen sol auch kein burger, burgerin oder ir gewalt einich honig hie versieden dann daz durch der geswornen messer rate tuglich und gut darzu sey, bey puss ein pfund newer haller. Nachdem von dem newen honig, der prut und annder geprechigkeit halben, den menschen, das nyessend, und besonnder swangern frawen merklich krannckheit und schaden entsteen, darumb das zu fürkomen setzen und gebieten unnsere herren vom rate, das hinfür nyemands er sey burger oder gast, alle iar vor unser lieben frawen tag, alss sie geborn ward, einicherley new honig hie in der stat noch in einer viertel meil wegs umb die stat vail haben oder verkauffen sol. Aber nach demselben unnser frawen tag mag ein yeder sein honig nach der stat ordnung und gesetz vail haben und verkauffen. Und wer das uberfure, dem wolt man das honig nemen und solte darzu gemeiner stat zu einer yeden fart zu puss geben ein pfund newer haller. 1. BADSTUBEN UND BADER. Ez sol auch kain frauwe ze kainer padlat gen danne selb vierde; swelheu daz bricht, deu gibet fünf pfunt haller unde die mit gent iecliche ain pfundt. Ez ist auch verboten, daz cheinn cristen, ez sei frawe oder man, niht baden sullen in der Juden batstuben; wer dar uber dar inne badet, der muz geben 1x haller und der bader ein pfunt als oft si daz brechen. Man hat auch gesetzet, daz dehaine pader an dehainem freytage kaine pade furbas mer haben sol; swer daz brichet, der muoz geben ie von dem tage i pfunt haller. Es sol der pader hinder den flaischpenken nimmer kaine tür noch fenster gemachen gein der eiche in der gazzen gein den fleischpenken. Ez sol auch der pader under der purg graben ain gruobe, da sein wazzer ein ge, daz ez niht herabe rinne durch die stat, und man sol daz wazzer mit dem regene her abe lazen oder, swenne ez ze lange ungeregent ist, so suln si ez dez nahtes austragen und aus scheppfen, daz ez bei der naht herab rinne. Swenne er dez niht tuot, so sol man in ie dez tages denne pfenden umb zwene schillinge. 2. DER FISCHBACH. Ez wellen auch min herren die burger, daz man den fispach sulle raine behalten ausserhalb der stat und innerhalb der stat als verre untz er kumt an spitaler tor, da er sol gen in daz spital. Ez sol auch nieman kain prifet haben bei dem vispach denne zehen schuehe da von. Swer daz bricht, der gibt ie ze der wochen ain pfunt; ez sei denne ain man, der so weit niht hat von dem vispach, daz er zehen schuehe da von müge sein prifet gesetzen, der sol in viercehen tagen machen sein prifet nach der paumaister rate. Ez sol auch dekain pader seinen unflat dar ein giezzen noch weisen, alle wochen bei ainem pfunde. Ez sol auch kain lederer kain haut darein hahen; swer daz bricht, der gibt ie von der haut 1x pfenninge. Ez sol auch nieman kainen unflat dar ein werfen noch giezzen noch dekain clait darinne waschen; swer daz bricht, der gibet zwene schillinc; und swenne der fispach her ein kumt von dem spitale, so mügen die lederer ir heute wol dar ein hahen, also daz der vispach sinen ganc gehaben müge, daz er den muelen niht schade sei. 3. DER BRUNNEN AM MILCHMARKT. (Ez ist auch gesetzzet, wer der ist, der den brunnen an dem milchmarkt unreinet oder darein wezschet oder sein hente darein wesschet oder sein fuez, der sol geben ij sol.; und wer daz siht, der mag in pfenten, ob er wil, und sol daz pfant dem pfenter geben; der sol in danne geben iiij haller von dem pfante.) 4. VOM TODTEN VIEH. Unde swaz vihes stirbet, daz sol man fueren zwene pogen schuezze für die ausersten zeune vor der stat, und sol ez da eingraben aines schuohes tief under die erde; unde swer auch dez niht tuot, dez daz vihe ist, der gibt ie von dem haupte ain halb pfunt haller. 5. VOM MIST. Ez ist auch gesetzt, swer mist trait an die straze, lat ern langer ligen denne ueber den vierden tac, so sol er fuerbas geben ze puozze ie von dem tage sehtzig pfenninge; und wer den mist denne nimt, der hat daran niht missetan, ez sei in der stat oder in der vorstat. (Auch ist gesetzzet, daz niemant cheinen mist sol vor der stat niderlegen und haufen danne drei roslauf vor der vorstat, bei der vorgenanten buoz.) 6. VOM HOLZLEGEN UND FEUER AUF DER STRASSE. Holtz verbeut man auch ze castenne oder ze legenne gegen der straze, und swer daz brichet, der sol ie ze der wochen sehtzig pfenninge geben ze puozze. Ez sol auch nieman auswendig dez hausez drischufel vor dehainer tür, noch vor den kelren feur noch rauh haben. Swer daz bricht, der muoz geben ie von dem tage sehtzic haller. Ez sol auch nieman dehainen schrein noch panc noch schragen in die straz setzen an den weck, bei 1x hallern. Aus: Nürnberger Polizeiordnungen aus dem XIII. bis XV. Jahrhundert. Hrsg. von Johannes Baader. Amsterdam 1966. [= Photomechanischer Nachdruck der Ausgabe Stuttgart 1861]

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