Goldene Regeln für die Reisekasse

Die Reisezeit steht vor der Tür. Für viele Urlauber wird es vielleicht das letzte mal sein, dass sie ihre Reisekasse mit Francs, Lire oder Peseten bestücken. Denn schon Anfang nächsten Jahres wird der Euro in vielen Urlaubsländern die nationalen Währungen abgelöst haben. Immer weniger Urlaubsländer akzeptieren den eurocheque Doch Reiselustige erwartet noch eine weitere Neuerung: Mit Beginn des Jahres 2002 entfällt auch die Bankengarantie für die als Reisezahlungsmittel beliebten ec-Schecks. Schon jetzt werden eurocheque in vielen Ländern nicht mehr akzeptiert. Ein Grund, in diesem Jahr genau zu prüfen, welche Zahlungsmittel für welches Reiseziel geeignet sind. Die Deutschen sind Reiseweltmeister Ungebrochen ist die Lust der Deutschen am Reisen. Insgesamt 49,3 Mio Passagiere aus Deutschland flogen im vergangenen Jahr zu Urlaubszielen im Ausland. Das sind gut 7% mehr Auslandsreisen als noch 1999. Mehr Reisen führen auch zu mehr Ausgaben. 1998 gaben die Deutschen noch knapp 83 Mrd. DM im Ausland aus. Im darauffolgenden Jahr waren es bereits 89 Mrd. DM. Beliebteste Reiseregion der Bundesbürger ist nach Angaben des Verbandes der Deutschen Reiseveranstalter nach wie vor Europa, angeführt von den klassischen Urlaubszielen Spanien und Italien. Bei den Fernreisen führten im Jahr 2000 die Dominikanische Republik, Kuba und Mexiko die Hitliste an. Gute Vorbereitung erspart Stress und Ärger Vor Beginn der Reise sollte sich der Urlauber rechtzeitig Gedanken darüber machen, wie er sich im Urlaubsland mit Geld versorgen will. Bei der Auswahl der richtigen Reisezahlungsmittel sind 3 Punkte wichtig: Das Zahlungsmittel sollte im Urlaubsland problemlos akzeptiert werden. Es muss sicher sein. Es sollte die Urlaubskasse möglichst nicht mit zusätzlichen Kosten belasten. Beim Zusammenstellen der Reisekasse gilt eine goldene Regel. Man sollte sich nie auf ein Zahlungsmittel allein verlassen. Außerdem hängt es auch immer vom Reiseziel ab, welche Mischung aus Bargeld, ec-Karte, Kreditkarten und Reiseschecks mit auf Reisen geht. So spart man beim Tauschen In jede Reisekasse gehört ein kleiner Handbestand an Bargeld in Landeswährung. Auf keinen Fall sollten es mehr als umgerechnet ein paar hundert Mark sein. Diese Reserve muss reichen, um am Flughafen ein Taxi oder einen Imbiss bezahlen zu können. Mehr Bargeld als diesen Notgroschen sollte niemand mit in den Urlaub nehmen, denn von allen Reisezahlungsmitteln ist Bargeld mit Abstand das unsicherste. Wird es gestohlen oder geht es verloren, gibt es dafür keinen Ersatz. Es ist abhängig vom Ferienziel, ob man nun Mark oder schon die Urlaubswährung mit auf die Reise nimmt. Für Länder mit schwacher Währung wie die Türkei, Griechenland oder osteuropäische Staaten lässt sich diese Frage ganz eindeutig beantworten. Die hohe Inflationsrate in diesen Ländern bringt dem Reisenden bei einem Tausch vor Ort ordentliche Rabatte. In diesen Ländern lohnt sich für die Kunden auch der Gang zum Bankschalter. Dort sind die Kurse noch günstiger als am Geldautomaten. Geht die Reise jedoch nach Großbritannien, in die Schweiz oder in ein anderes Land mit so genannter "harter Währung", rechnet sich ein Umtausch schon in Deutschland. Auch im "Euroland" heißt es aufgepasst beim Bargeld-Tausch Obwohl es innerhalb der Euro-Staaten seit dem 1. Januar 1999 feste Kurse gibt und der Urlauber keinen Wechselkursschwankungen mehr ausgesetzt ist, kann Bargeld-Tausch in Deutschland teuer werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher hat ermittelt, dass die Kosten für den Bargeld-Tausch durchschnittlich zwischen 2 und 4% des gewechselten Betrages liegen. Im Urlaubsland ist es allemal günstiger, bei einer offiziellen Bank zu tauschen, als bei Wechselstuben, Hotels oder Restaurants. Diese verlangen oft saftige Gebühren. Im Reiseland kann man sich auch mit der ec-Karte mit dem nötigen Startkapital in das Ferienglück versorgen. Wenn Sie nach dem Urlaub noch Bargeld aus Euroländern besitzen, tauschen Sie dieses Geld möglichst noch in diesem Jahr um. Denn auch die nationalen Währungen wie Lira oder Franc sind nur noch bis längstens Februar 2002 gültig. Die Fristen in den einzelnen Ländern sind dabei nicht einheitlich. Kostenlos umtauschen können Sie Bargeld aus den Euroländern bis zum 31. März 2002 bei den deutschen Landeszentralbanken und ihren Zweiganstalten. Sie sind in den meisten größeren Städten zu finden. Die genauen Adressen stehen im Internet unter www.bundesbank.de/lzb. Auslaufmodell eurocheque In 24 europäischen Ländern hatte er sich in der Reisekasse bewährt: der ec-Scheck oder eurocheque. Doch in immer mehr klassischen Urlaubszielen wird er bei Hotels, Banken und in Geschäften als Zahlungsmittel nicht mehr akzeptiert. Der Grund dafür ist das Auslaufen der Bankengarantie für den ec-Scheck zum 31. Dezember 2001. Bislang garantierten Banken für Zahlungen per eurocheque bis zu einer Höhe von DM 400. Zum 1. Januar 2002 verliert der ec-Scheck seine internationale Garantiefunktion. Ausschlaggebend für die Einstellung der eurocheque-Garantie ist das Verbraucherverhalten. Immer weniger Menschen haben in den letzten Jahres dieses Zahlungsmittel genutzt. Im In- und Ausland wurde das Bezahlen oder Geldabheben an Geldautomaten immer beliebter. In Dänemark, Schweden, Großbritannien und Zypern wird der eurocheques nicht mehr akzeptiert. In Deutschland können vorhandene ec-Schecks auch noch nach dem Stichtag 1. Januar 2002 als Verrechnungsschecks benutzt werden. Es könnte jedoch vorkommen, dass Händler diese Schecks nicht mehr akzeptieren, weil die Zahlungsgarantie fehlt. Karten auf dem Vormarsch: die ec-Karte Zum Ende des Jahres muss sich die ec-Karte zwar von ihrem langjährigen Partner, dem eurocheque, verabschieden, aber sonst bleibt sie der zuverlässige Begleiter für den Globetrotter. In den USA oder Australien ist sie der Schlüssel zum Geldautomaten, vorausgesetzt, der Apparat trägt das Maestro-Zeichen. Auch zum bargeldlosen Bezahlen etwa in Kaufhäusern oder Tankstellen kann man sie einsetzen. In Europa ist die ec-Karte die unverzichtbare Basis der Reisekasse. Mehr als 2,5 Mio Geschäfte haben die dafür nötigen Terminals eingerichtet. Und über 270.000 Geldautomaten stehen dem Reisenden allein in Europa zur Verfügung. Doch auch für die ec-Karte gilt: man sollte sich nie auf ein Zahlungsmittel allein verlassen. Vor allem nicht, wenn man in Regionen reist, die abseits touristischer Zentren liegen. In den Urlaubsregionen Nordafrikas wie Tunesien oder Marokko und in den Ländern des ehemaligen Ostblocks können technische Probleme das Bezahlen oder Geldabheben mit der ec-Karte zeitweise erschweren. Deshalb neben der ec-Karte auch Reiseschecks mitnehmen. Reise-Schecks: Mit Sicherheit immer flüssig Das große Plus der Reiseschecks, auch Traveller-Cheques genannt, ist ihre Sicherheit. Bei Diebstahl oder Verlust erhalten Urlauber innerhalb von 24 Stunden kostenlos Ersatz. Erstattet wird der volle Betrag, ohne dass zusätzliche Entgelte anfallen. Beim Kauf von Reiseschecks berechnen die Banken in der Regel eine Gebühr von 1% des Kaufpreises. Beim Einlösen des Schecks ist bei Banken, Hotels und Wechselstuben ein weiteres Entgelt fällig. In den USA werden Reiseschecks wie Bargeld akzeptiert. Für das Einlösen fällt kein zusätzliches Entgelt an. Auch Kreditkarten werden als Reisebegleiter nicht nur in Europa ständig beliebter. Die Plastikkarten werden häufiger akzeptiert und sind weltweit einsetzbar. Bezahlt der Urlauber mit der Eurocard, der Visa Card oder dem Golddoppel zum Beispiel seinen Leihwagen, spart er die sonst in bar zu bezahlende Kaution. Zahlungsmittel auf einen Blick: Bargeld: Akzeptanz weltweit Einfuhrbestimmungen für Devisen in bestimmte Länder beachten. ec-Karte Akzeptanz weltweit 2,5 Mio Akzeptanzstellen 270.000 Geldautomaten in Europa Reise-Schecks Akzeptanz weltweit Kreditkarten weltweit 14,5 Mio Akzeptanzstellen Die Mischung macht's Was in die Reisekasse gehört, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Handelt es sich um eine Pauschal- oder eine Individualreise? Geht es ans Ende der Welt oder in touristische Hochburgen? Heißt das Ziel Europa oder Übersee? Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Urlauber mehr als ein Zahlungsmittel einpackt. Und je nach Ferienregion sorgt die richtige Mischung aus ec-Karte, Reisescheck und Kreditkarte dann für einen entspannten Urlaub.