Kartenspiel Gaigel Spielregeln

ieses Spiel ist eine schwäbische Variante von Sechsundsechzig. Es
wird fast nur in Württemberg gespielt, ist dort aber so populär wie
der Skat in Berlin oder Haferltarock in Bayern.

Geeignet als einfaches, aber unterhaltsames Feierabendspiel; auch
Kinder unter 10 können es schon lernen.

Man spielt es zu dritt, oder zu viert als Kreuzgaigel.

Man braucht ein Gaigel- oder Binokelblatt mit 48 Karten. Es enthält
As, König, Ober (Dame), Unter (Bube) und Neun oder Sieben in den vier
Farben Eichel, Schippen, Herz und Schellen, jede Karte doppelt.

Beim Kreuzgaigel zu viert, der häufigsten Spielart, spielen je zwei
Spieler als Partner zusammen: sie sitzen einander gegenüber. Jeder
Spieler erhält sechs Karten (2x3); die übrigen Karten kommen gestapelt
in die Tischmitte als Abhebestoss Die oberste Karte dieses Stapels
wird vom Geber umgedreht und offen unter den Stapel geschoben, so dass
sie halb herausragt. Diese Karte bestimmt die Trumpffarbe.

Sie kann mit der Trumpf-Sieben (dem Diß) geraubt werden, jedoch muss
der Besitzer der Trumpf-Sieben (oder Neun) erst einen Stich haben, ehe
er die Karten tauschen kann. Oft wird auch erlaubt, dass die Karte
schon vor dem ersten Ausspiel geraubt werden kann.

Mit dem Ausspiel beginnt Vorhand, der Spieler links vom Geber, der
beim Geben als erster Karten erhalten hatte. Er spielt eine beliebige
Karte aus seiner Hand aus. Alle übrigen Spieler können beliebige
Karten hinzulegen, solange noch Karten auf dem Abhebestapel liegen.

Sobald aber diese Karten aufgebraucht sind, muss Farbe bedient und
gestochen werden, das heißt: Eine als erste ausgespielte Karte
"fordert" Karten gleicher Farbe, sofern die Mitspieler solche auf der
Hand haben, und zwar nach Möglichkeit Karten von höherem Wert. Wer die
angespielte Farbe nicht bedienen kann, muss trumpfen, also eine Karte
aus der Trumpffarbe zugeben.

Der Stich gehört jeweils dem, der die höchste Karte in der
angespielten Farbe oder den höchsten Trumpf hinzugelegt hat; er nimmt
alle vier gestochenen Karten zu sich, legt sie verdeckt vor sich auf
den Tisch und hebt eine Karte vom Abhebestapel; danach nehmen sich der
Reihe nach (im Uhrzeigersinn) alle anderen Spieler ebenfalls eine
Karte vom Stapel. Der den Stich gemacht hat, spielt die erste Karte
zum nächsten Stich aus.


Meldungen:
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Hat jemand König und Dame von gleicher Farbe, zum Beispiel Herz auf
der Hand, so kann er dieses Paar melden. Er muss jedoch bereits einen
Stich gemacht haben und muss außerdem eine dieser beiden Karten
ausspielen. Die Meldung gilt in jeder Farbe 20, in der Trumpffarbe
aber 40. Man sagt einfach, indem man Dame oder König ausspielt:

"Zwanzig" oder "Vierzig". Diese Meldepunkte werden zu den Stichaugen
hinzugerechnet, und zwar laufend, denn es kommt allein darauf an, als
erster auf 101 Augen zu kommen. In den Stichen zählen die Karten:
As - 11, Zehn = 10, König = 4, Ober = 3, Unter = 2;
der Diß zählt nichts.


Sieger
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Wer 101 Augen erreicht hat (wobei Melde- und Stichpunkte der beiden
Partner zusammengerechnet werden), unterbricht das Spiel und hat
gewonnen. Wird das Spiel bis zur letzten Karte ausgespielt, so zählt
der letzte Stich 10 Punkte extra.

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