Albert Einstein

        Dieser Text wurde ursprünglich für ein Referat in dem Schulfach PHYSIK
         (Oberstufe) geschrieben. Ziel des Vortages sollte es sein, Kenntnisse

                        der Spezielle Relativitätstheorie,
                        der Allgemeine Relativitätstheorie
                 und der Einheitliche Feldtheorie (nur am Rande)

        in  einer   für   Laien   verständlichen   Darstellungsform   zu
        vermitteln.   Dieser Text stellt die Grundlage des Referats dar.
        Daher sind einzelne Teile (z.  B.  die Bibliographie von  Albert
        Einstein)   nicht   im   Text   enthalten.    Auch  erfolgt  die
        Beschreibung zum Teil in Stichworten,  genauso  wie  sprachliche
        Stolpersteine  u.   U.   noch  vorhanden sein könnten.  Auf eine
        literarische  Quellenangabe  wurde  hier  verzichtet.  Tipp- und
        Rechtschreibfehler wurden nicht bereinigt.

        Da die Auswirkungen von Einsteins Theorien  für  uns  alle  sehr
        gravierend    sind,    sollten   grundlegende   Kenntnisse   der
        Relativitätstheorien zur Allgemeinbildung gehören.

        Dieser Text ist Public Domain.  Er kann  als  Basis  für  eigene
        Referate dienen.  Ich gebe alle Rechte an ihm auf.


        München, den 28.04.1992         Jürgen Altfeld



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        Geplante Dauer: ca. 120 Minuten (an Pausen denken!)
                                         zwischendurch zusammenfassen
                                         und Fragen entgegennehmen

        Abkürzungen:  RT = Relativitätstheorie(en)



        0. Vorwort

           Die   Relativitätstheorien   werden   im   allgemeinen    als
           Unverständlich  angesehen,  nicht  weil die Ergebnisse schwer
           zu verstehen wären, sondern weil sie schwer zu glauben sind!


        1. kurze Biographie

           hier nicht enthalten


        2. Einsteins Modell des wissenschaftlichen Denkens
           (ähnlich der Rhetorik!)


           S: Sinnerlebnisse    und     Wissen,     Erfahrungen     etc.
              (ungeordnet!)

           G: kühner   Gedankensprung,   Spekulation,   Idee,    Ahnung,
              Hypothese:   es gibt keinen logischen (folgernden) Weg von
              S aus dorthin, nur eine Art von "Intuition".

           A: Systeme von Axiomen:
              Grundlegende  Behauptungen,  die  man  zur  Tatsache,  zum
              Ausgangspunkt  erhebt,  um darauf aufbauend eine Reihe von
              Folgerungen und Theorien zu entwickeln.

           En: Aus  A  werden auf logischem Wege Einzelaussagen deduktiv
               (vom Allg.  her) hergeleitet, die auf A aufbauen!

           ?: Schließlich  werden  alle Einzel-Aussagen an der Erfahrung
              überprüft (durch Experimente etc.).  Hinweis:  Theoretisch
              ist es unmöglich, eine Theorie als "endgültig bewiesen" zu
              betrachten!

           Die zeitgenössischen  Forscher  gingen  davon  aus,  dass  man
           aufbauend  auf  S  logische  Folgerungen  ziehen  kann  (sog.
           induktive Methode), welche zu immer mehr Wissen führt.

           Dies erweist sich nicht immer  als  richtig,  weil  es  viele
           Lücken   im   Wissen   gibt   und   dieses  auch  unsortiert,
           widersprüchlich und teils fehlerhaft ist.

           Einsteins Modell der Theorienbildung baut  dagegen  auf  eine
           gewisse  Intuition auf und überbrückt damit Lücken im Wissen.
           In  der  Praxis  erwiesen  sich  Einsteins  Theorien  als  so
           fortschrittlich,   dass   sie   viele  Jahrzehnte  lang  nicht
           vollständig  auf  ihre  Richtigkeit  hin   überprüft   werden
           konnten.

           Allg: Induktion (Folgerungen aus Einzelfällen)
                                contra
                 Deduktion (Folgerungen aus dem Allgemeinen herleiten)



        3. Die Spezielle Relativitätstheorie (1905 veröffentlicht)

           Allgemeines: Eigenschaften des Lichtes

      !!!  Licht hat im Vakuum eine  Geschwindigkeit  von  rund  300.000
           km/h,  d.   h.  ein Lichtstrahl würde die Erdkugel mehr als 7
           mal in einer Sekunde umrunden!  Die Lichtgeschwindigkeit  ist
           von  der  Dichte  des  Mediums abhängig (in Wasser um 3/4, in
           Glas um 2/3 langsamer).

           Licht gehört zur Gruppe der ELEKTROMAGNETISCHEN WELLEN,  wozu
           u.   a.   auch  Radiowellen,  UV-Strahlen, Infra-Rot-Strahlen
           etc.  gehören.


           Damaliges Problem: Suche nach dem Medium des Lichtes

           Schallwellen benötigen zu  ihrer  Fortpflanzung  ein  Medium:
           Moleküle.   Der Schall breitet sich durch Molekülschwingungen
           aus. Im Vakuum gibt es keinen Schall.

           Man  folgerte  daraus,  dass  auch   die   Lichtstrahlen   ein
           Ausbreitungsmedium  benötigen.   Man nannte dieses Medium den
           "Äther" (daher: Radioprogramm im Äther...).

           Der    Äther    müsste    überall    existieren,    wo    sich
           elektromagnetische Wellen ausbreiten können, auch im  Vakuum,
           da  sich  Licht  auch  im Vakuum ausbreitet.  Äther sollte im
           ganzen Universum  und  in  allen  Materialien  in  mehr  oder
           weniger  hoher  Dichte  vorhanden sein.  Alle Planeten würden
           sich in diesem Äther bewegen, während der Äther  stillstehend
           sein  sollte.  Das Licht müsste sich dann mit immer konstanter
           Geschwindigkeit im Äther bewegen.

           Die Idee von Existenz des Äthers war so einleuchtend, dass sie
           schnell von vielen Seiten akzeptiert wurde.

           Man  versuchte  also  den Äther zu entdecken und zu beweisen.
           Doch  alle  Bemühungen  hierzu  hatten  keinen  Erfolg.   Die
           Wissenschaft  befand  sich  in  einem frustrierendem Stadium,
           in einer scheinbaren Sackgasse.

           An diesem Punkt kommt Albert Einstein ins  Spiel.   Er  hatte
           die  Forschungen  zum  Thema  "Äther"  und "Eigenschaften des
           Lichtes" kritisch  verfolgt  und  zog  daraus  zwei  wichtige
           Schlussfolgerungen   (auch   als   "fundamentale   Postulate"
           bekannt):

           1. Der  Äther  kann nicht entdeckt werden.  Jede Bewegung ist
              relativ.

           2. Die Lichtgeschwindigkeit ist für  einen  Beobachter  immer
              konstant.

           Die  Relativität  der Bewegung leuchtet ein, weil die Messung
           von Geschwindigkeit und  Bewegungsrichtung  von  einem  fixen
           Bezugspunkt   abhängig   ist   (Beispiel:   zwei  Raketen  im
           Weltraum; Von Brücke auf fließendes Wasser starren).

           Im gesamten Universum  gibt  es  keinen  absoluten  Fixpunkt,
           der  als  Bezugspunkt verwendet werden könnte.  So dreht sich
           z.  B.  die Erde um ihre eigene Achse, insgesamt aber um  die
           Sonne,  unser  Sonnensystem  bewegt sich innerhalb der Galaxie
           und der Milchstraße etc.  Man kann folglich immer nur  sagen,
           dass  sich  ein  Objekt  mit  einer bestimmten Geschwindigkeit
           und  Bewegungsrichtung   relativ   zu   diesem   oder   jenem
           Bezugspunkt bewegt! ["Rom ist Mittelpunkt des Universums..."]

           Was  hat  dies  mit  dem  Äther zu tun?  - Ein stillstehender
           (fixer!) Äther, nach dem  man  suchte,  würde  eine  absolute
           Bewegung    voraussetzen,    wir    haben    jedoch    gerade
           festgestellt,  dass  es  nur  eine  relative  Bewegung   gibt.
           Folglich kann man den Äther nicht entdecken!

           Es sollte angemerkt werden, dass Einstein an dieser Stelle die
           Existenz   des  Äthers  weder  bestritt,  noch  voraussetzte!
           Vielmehr ist die Existenz des Äthers für die  Gültigkeit  der
           speziellen Relativitätstheorie unerheblich.

           dass   die  Lichtgeschwindigkeit  immer  dieselbe  relativ  zu
           einem  Beobachter  sein  sollte,  ist  in  der  Tat  kaum  zu
           glauben.   Was bedeutet dies?  Wenn sich ein Planet mit einer
           Geschwindigkeit von  100.000  km/s  auf  die  Erde  zu bewegt,
           dann  treffen  dessen  Lichtstrahlen  nicht  etwa mit 400.000
           km/s auf die Erde, sondern trotzdem mit 300.000  km/s.   Dies
           lässt  sich an  dieser  Stelle noch nicht beweisen, doch dazu
           später mehr.

           Man beachte, wie Einstein gemäß dem bereits zuvor erläutertem
           Modell des wissenschaftlichen Denkens vorging und zuerst zwei
           Axiome (grundlegende Behauptungen) aufstellte!

           Obwohl   die   konstante  Lichtgeschwindigkeit  dem  gesunden
           Menschenverstand  zu  widersprechen  scheint,  sprachen  alle
           bisherigen  Experimente  dafür.   Einstein glaubte, es handle
           sich dabei um ein grundlegendes Gesetz des Universums.

           Die  Relativitätstheorien  sind  nicht   etwa   deshalb   als
           unverständlich  bekannt,  weil  sie  schwer  nachzuvollziehen
           wären, sondern eher deshalb, weil man  ihre  Folgerungen  nur
           schwer  glauben  kann!   Das  liegt  daran,  dass wir alles an
           unseren bisherigen Erfahrungen messen, die jedoch  nur  einen
           kleinen  Teil einer Gesamtheit ausmachen (dem Universum, oder
           noch mehr?).  Daher kommt  man  kaum  auf  die  Idee,  unsere
           Erfahrungen  könnten nur ein Spezialfall von viel allgemeiner
           gefassten Gesetzlichkeiten sein.

           Folgerungen aus diesen Behauptungen

           Wenn diese Axiome wirklich gelten, dann kann  man  aus  ihnen
           verschiedene   Formeln   ableiten.    Um   seine  Theorie  zu
           bekräftigen   und   um   experimentelle   Bestätigungen    zu
           ermöglichen,  entwickelte  Einstein  eine  Reihe von Formeln.
           Mit Hilfe dieser Formeln konnte man  jedoch  auch  vollkommen
           neue   Vorhersagen   ableiten,   die  später  übrigens  durch
           Experimente und Beobachtungen bestätigt wurden.

      !!!  Im  Gegensatz  zur Allgemeinen Relativitätstheorie gelten die
      !!!  nachfolgenden  Formeln  nur  bei  einer  Beschleunigung   von
       o   null, also einer konstanten Geschwindigkeit.

           1. Gleichung

              Die Längenverkürzung eines Objektes, das  sich  mit  einer
              relativen   Geschwindigkeit  v  zu  einem  anderen  Objekt
              bewegt.

              L' = L * Wurzel aus [ 1 - (vy / cy) ]

              Könnte man von einem Objekt aus  die  aktuelle  Länge  des
              anderen  Objektes messen (und umgekehrt!), würde die Länge
              mit zunehmender  Geschwindigkeit  abnehmen.   Zu  beachten
              ist,  dass  die  Lichtgeschwindigkeit  nicht  überschritten
              werden kann, weil dann ein negativer Wert unter der Wurzel
              stehen würde (mathematisch nicht erlaubt).

              Eigentlich verkürzt sich nicht nur die Länge  des  Objekts
              mit seiner Geschwindigkeit, sondern auch die Entfernung zu
              anderen Objekten, die eine andere relative Geschwindigkeit
              haben.


           2. Gleichung

              Die  Massenzunahme  mit  der  Geschwindigkeit:  Ein Objekt
              mit der Masse m im  Stillstand  wird  immer  schwerer,  je
              schneller   es   sich  relativ  zu  einem  anderem  Objekt
              bewegt.    Die   Massenzunahme   kann   jedoch   nur   vom
              Beobachter  ermittelt  werden,  die  Messung  der  eigenen
              Masse würde keine Veränderung ergeben!

              m' = m / Wurzel aus [ 1 - (vy / cy) ]

              Es ist interessant,  dass  korpulente  Menschen  versuchen,
              durch  Sport  wie z.  B.  Laufen abzunehmen.  Je schneller
              sie laufen, um so schwerer werden sie!

              Auch   diese   Formel  lässt  den   Schluss  zu,  dass  die
              Lichtgeschwindigkeit die maximal mögliche  Geschwindigkeit
              ist  (weil  die  Wurzel sonst negativ würde).  Man erkennt
              außerdem,  dass  ein   Objekt,   welches   sich   mit   der
              Lichtgeschwindigkeit   bewegt,   eine   unendliche   Masse
              besitzt (Grenzwert von Masse geteilt durch 0).


           3. Gleichung

              Die   Addition   von   zwei   Geschwindigkeiten  (relative
              Geschwindigkeit):   Zwei  Objekte,  die  sich  mit   einer
              relativen  Geschwindigkeit  von v1 und v2 zu einem anderem
              Bezugssystem bewegen, haben im Bezug zum  jeweils  anderem
              Objekt  eine  Geschwindigkeit,  die  sich  nach  folgender
              Formel berechnet:

              v =    v1 + v2
                  -------------
                   1 + v1 * v2
                       -------
                         cy

              Folglich ist die bisher verwendete Formel  v  =  v1  +  v2
              nur     eine     Näherungsformel,     die     bei    hohen
              Geschwindigkeiten  jedoch  ungenau  ist  (man  könnte  die
              Lichtgeschwindigkeit    überschreiten!).     Für   geringe
              Geschwindigkeiten (wie  sie  auf  der  Erde  üblich  sind)
              liefert sie jedoch ausreichend genaue Ergebnisse.


           4. Gleichung

              Die Gleichwertigkeit von Masse und Energie:  Die  Energie,
              die  in  einem  Objekt  steckt, hängt von seiner Masse ab.
              Wir  wissen,  dass  die  Masse  mit   der   Geschwindigkeit
              zunimmt.   Folglich  muss auch  die Energie zunehmen, weil
              zwei   verschieden    schwere    Objekt    bei    gleicher
              Geschwindigkeit   auch   eine   verschieden  hohe  Energie
              besitzen (potentielle oder kinetische Energie).

              E = m * cy

              Diese Formel besagt,wie viel Energie man maximal von einer
              Masse erhält,  wenn  man  die  gesamte  Masse  in  Energie
              umwandeln  würde.  Würde dies gelingen, könnte man wenigen
              Tonnen  Masse  die  ganze  Erde  jahrelang   mit   Energie
              versorgen!  Die Atombombe ist ein trauriger Beweis dafür.

              Unsere üblichen  Energieerzeugungsformen  geschehen  durch
              chemische  Prozesse,  bei  der  nicht  etwa  die  Masse in
              Energie umgewandelt wird,  sondern  nur  eine  Veränderung
              molekularen  Struktur  unter  Abgabe  von Energie erreicht
              wird (z.  B.  Verbrennung).  Die Umwandlung von  Masse  in
              Energie geschieht jedoch durch sog. nukleare Prozesse.

              Aus dieser Formel kann man auch schließen, dass Objekt  mit
              irgendeiner     Masse     nicht     einmal    GENAU    die
              Lichtgeschwindigkeit erreichen  können,  weil  ihre  Masse
              dann  unendlich  groß  sein würde. Folglich müsste man für
              diese Beschleunigung auch unendlich viel Energie zuführen,
              also alle Energie des Universums plus noch mehr Energie!


           5. Gleichung

              Verlangsamung  der  Zeit:   Je  schneller  sich ein Objekt
              bewegt,   um so   langsamer   scheint   dort   für    einen
              aussenstehenden Beobachter die Zeit zu vergehen.

              t' = t * Wurzel aus [ 1 - (vy / cy) ]

              Die   Zeit   im  bewegtem  Objekt  selbst  vergeht  gleich
              schnell  (weil  die  relative  Geschwindigkeit   zu   sich
              selbst immer 0 ist!).

              Früher ging man davon aus,  dass  die  Zeit  für  alle  und
              überall  im  Universum  gleich  schnell abläuft, Zeit also
              eine unveränderliche  Grundeinheit  darstellt.   Dies  ist
              nicht der Fall.

              Beispiel:  Zwillingsparadoxon:  Einer  fliegt  mit  Rakete
              und  kommt  jünger  zurück.  Warum nicht Zwilling auf Erde
              jünger? Oder beide? -> wegen Beschleunigung (allg. RT!)

              -> Raumfahrer altern immer weniger als Erdlinge



           Experimentelle Beweise für die Spezielle Relativitätstheorie

           Untersuchungen mit radioaktiven Substanzen haben bereits 1902
           gezeigt, dass die Masse der Teilchen,  die  als  Beta-Strahlen
           ausgesendet   werden,   mit   der  Geschwindigkeit  zunehmen.
           Bereits damals schien es unlogisch, dass eine Substanz aus  so
           vielen  verschiedenen  Teilchen bestehen könnte, die zusammen
           die Beta-Strahlung bewirken.

           Gleiche   Ergebnisse  wurden  bei  den  Atom-Beschleunigungs-
           Anlagen  festgestellt.   Diese  Maschinen  benützt  man   zur
           Atomzertrümmerung,  um  die  Struktur  der  Atom-Teilchen  zu
           untersuchen.   Durch  die  angenäherte   Lichtgeschwindigkeit
           nehmen  die  Atome  stark  an  Masse  zu,  was  sich auf ihre
           Trägheit und ihre Aufschlageigenschaften auswirkt.

           Die Zeitverzögerung wurde mit einer genau  laufenden  Atomuhr
           bestätigt.  Die Uhr befand sich in einem Düsenjet, das um die
           Erde flog.

           Ebenfalls  wurde  die  Zeitverzögerung   mit   beschleunigten
           Wasserstoffatomen nachgewiesen (veränderte Vibrationsfrequenz
           des Elektrons).

           Bis  wir  Menschen den Zeitverzögerungseffekt jedoch am eigen
           Leib  (als  Raumfahrer)  erleben  können,  werden  wohl  noch
           einige Jahre ins Land gehen.

           Bindungsenergie  (binding  energy):    Aufgrund   der   hohen
           Energiemenge  in  geringsten Massen hatte man wenig Hoffnung,
           Einsteins Formel jemals  an  normalen  Mengen  von  Masse  zu
           verifizieren.   Die Wissenschaftler konzentrierten sich daher
           auf kleinste Maßstäbe:  auf Atome.  Ein Element  wie  z.   B.
           Uran  besteht  aus 146 Neutronen und 92 (positiven) Protonen.
           Es bekannt, dass sich  gleiche  Ladungen  abstoßen.   Trotzdem
           halten  die  92  Protonen  des  Urankerns  auf  engstem  Raum
           zusammen.  Aus diesem Grund müssen die  Protonen  durch  eine
           sehr  viel  stärkere  Energie  zusammengehalten  werden,  die
           sog.   "Bindungsenergie".  Würde man den Kern in viele kleine
           Teile zertrümmern, würde diese  Bindungsenergie  freiwerden.
           Wo  kommt  diese  Energie  nun her?  Die Antwort gibt uns die
           Formel E = mcy.  Die freigewordene Bindungsenergie  entstand
           aus  einem  Teil  der  Atomkernmasse.   Folglich  wiegen  die
           einzelnen  Atomteile  nach  der  Zertrümmerung  weniger   als
           vorher.   Die  fehlende Masse muss der freigewordenen Energie
           entsprechen.  Dieser Nachweis wurde bereits 1932  in  England
           erbracht.

           Ein  weiteres  Beispiel für die "Nutzung" der Bindungsenergie
           ist die Atombombe  (->Kernspaltung).   Hier  werden  entweder
           Uran  oder  Plutonium  gespalten.  Es ist anzumerken, dass nur
           Elemente, die schwerer als Silber sind (Atomgewicht 108), bei
           ihrer Spaltung auch wirklich mehr Energie freigeben, als  für
           ihre Spaltung vorher aufgewendet werden musste!

           Wie kann man nun Elemente, die leichter sind als Silber, dazu
           bewegen, Energie freizusetzen?  Indem man den ganzen  Vorgang
           umkehrt:  anstatt Atomkerne zu spalten fügt man mehrere Teile
           zu  einem  Atomkern zusammen.  Auch hierbei wird ein Teil der
           Masse der Einzelteile in  Energie  umgewandelt,  wodurch  das
           Verschmelzungsergebnis  ein  leichterer Atomkern ist.  Diesen
           Prozess der Energiefreisetzung durch Verschmelzen von mehreren
           leichten Atomkernen zu  einem  schweren  Atomkern  nennt  man
           "Kernfussion" (Verschmelzung).  Die Wasserstoffbombe arbeitet
           nach diesem Prinzip!

           Früher dachte man, unsere Sonne verbrennt irgendein Material,
           um  diese  Menge  an  Energie  abzugeben.   Sie   wäre   dann
           allerdings  nach  etwa  300 Jahren "ausgebrannt".  Heute weiß
           man, dass in der  Sonne  eine  Kernfussion  stattfindet.   Sie
           wandelt   über   eine  Kette  von  Kernreaktionen  jeweils  4
           Wasserstoffkerne (4 Protonen) in Helium um (2 Protonen).  Der
           resultierende Massenverlust ist die freiwerdende Energie  der
           Sonne,  die  noch für lange Zeit reichen wird (ca.  15 bis 30
           Milliarden Jahre).  Durch den Massenverlust schrumpfen Sonnen
           immer mehr Zusammen, bis sie verbraucht sind (=> Theorie über
           die  Bildung  von  schwarzen  Löchern...).   Der  Unterschied
           zwischen  der  Fussion  einer  Atombombe  und der Sonne liegt
           jedoch in Geschwindigkeit, in der die Umwandlung erfolgt!

           Ferner     arbeiten     auch     Atomreaktoren    nach    dem
           Kernspaltungsprinzip.  Auch hier erfolgt eine  sehr  langsame
           und  "kontrollierte"  Kernspaltung.  Die freiwerdende Energie
           wird in Form von Hitze zur Stromerzeugung verwendet.


           Raum und Zeit in der vorrelativistische Physik

           Vor der Anerkennung der Relativitätstheorie  betrachtete  man
           den  Raum  mit  seinen  drei  Bestandteilen (x, y, z) und die
           eindimensionale   Zeit   (t)   getrennt   voneinander.    Man
           beachtete  nicht,  dass  Raum  und  Zeit  eigentlich  erst ein
           konkretes Ereignis beschreiben, weil  zur  Signalübermittlung
           eine   bestimmte   Zeit  vergeht,  bevor  ein  räumlich  weit
           entferntes Ereignis auch  wirklich  wahrgenommen  wird  (vgl.
           Betrachtungen  über  Gleichzeitigkeit  eines  Ereignisses  in
           verschiedenen Entfernungen).

           Mit   der   Anerkennung  der  Relativitätstheorie musste  man
           zugleich die Trennung von Raum  und  Zeit  aufgeben  und  die
           Raum-Zeit (sog.  vierdimensionales Kontinuum) anerkennen.

           Nicht der Raumpunkt alleine, in dem  etwas  geschieht,  nicht
           der  Zeitpunkt  alleine,  in  dem etwas geschieht, beschreibt
           dieses Ereignis genau.  Erst die  Kombination  dieser  beiden
           Elemente  beschreibt  das Ereignis (vierdimensional) wirklich
           absolut (und nicht relativ wie bei der  Aufspaltung  in  Raum
           und Zeit).

           Man   sollte   jedoch  nicht  übersehen,  dass  die  zeitliche
           Koordinate  der   Zeit   keinesfalls   mit   den   räumlichen
           Koordinaten  gleichwertig  ist.   Dies  ist  bereits  an  der
           Erfahrung erkennbar, dass  die  Zeit  nicht  rückwärts  laufen
           kann  (auf  einen mathematisch-physikalischen  Beweis muss an
           dieser Stelle verzichtet werden).

           So  wurde  aus  dem  dreidimensionalen  Raum (von Newton) der
           vierdimensionaler Raum Einsteins.



        4. Die Allgemeine Relativitätstheorie (1916 veröffentlicht)

           Schon   bald  nach  der  Veröffentlichung  seiner  speziellen
           Theorie 1905 begann Einstein mit dem Versuch,  diese  Theorie
           zu   verallgemeinern.    Die  spez.   Theorie  gilt  nur  bei
           gleich bleibender  relativer  Geschwindigkeit,   also   einer
           Beschleunigung  von  null.   Die  Allg.   RT  sollte nun auch
           Objekte   beschreiben,   bei   denen   sich   die    relative
           Geschwindigkeit  verändert,  also  eine  Beschleunigung  bzw.
           Verzögerung vorkommt.

           Beispiel:   Aufzug  steigt   oder   fällt   BESCHLEUNIGT   ->
           Gewichtsveränderung     der     Personen    bis    hin    zur
           Schwerelosigkeit.  Nun:  Raumschiff mit schwerelosen Personen
           darin:    Beschleunigung    /    Verzögerung    oder    knapp
           vorbei fliegender    Planet     (Massenanziehung)     bewirkt
           Gewichtsveränderung.  Hätte Raumschiff  kein  Fenster, wüsste
           man nicht den Grund hierfür!

           ->  Äquivalenzprinzip:   Die Auswirkungen der Gravitation und
           einer Beschleunigungsbewegung sind  gleichwertig  und  können
           nicht voneinander unterschieden werden.

           Dies  ist  die  grundlegende Annahme der allgemeinen RT.  Mit
           Hilfe eines verhältnismäßig  neuen  Zweiges  der  Mathematik,
           der  Tensoren-Kalkulation  entwickelte Einstein drei wichtige
           Schlussfolgerungen aus dieser Annahme.

           1.   Das  bereits  von   Newton   durch   reine   Beobachtung
           ermittelte    Gesetz   der   Massenanziehung   wurde   weiter
           verfeinert.

                F = G * M1 * M2            G = Gravitationskonstante
                        -------
                           2.00000016
                          d

           Diese kleine Änderung des Exponenten hat große  Folgen.   Die
           stets  gleich bleibende Elipsenbahn  von  Planeten  ist  nach
           Einstein  eigentlich  eine  langsam  rotierende  Elipsenbahn!
           Die  Rotation  ist  jedoch  so gering, dass selbst die Erde 34
           Millionen Jahre benötigt, um sich einmal  einmal  vollständig
           zu drehen.

           Die   rotierende   Elipsenbahn   wurde   am  Planeten  Merkur
           nachgewiesen,   da   sich   dieser   sehr   schnell    bewegt
           (Umlaufgeschwindigkeit)   und   somit   eine  verhältnismäßig
           schnelle Rotationsbahn zeigt.


           2.   Lichtstrahlen  werden  von  Massen  angezogen  und  ihre
           Laufbahn dadurch gekrümmt!

           Dies   wurde   mit   einer   Beobachtung   eines   verfrühten
           Sternaufgangs bei einer Sonnenfinsternis bestätigt.

           Interessant  ist  die  Überlegung,  wie  groß  und schwer ein
           Stern sein müsste, um alle Lichtstrahlen in  seiner  Umgebung
           zu verschlucken (schwarze Löcher!).

           Die  Berechnung  der  Lichtablenkung  durch  Massen   erfolgt
           ebenfalls   durch   die  obige  Formel  der  Massenanziehung.
           Voraussetzung ist,  dass  Licht-Photonen  ein  Gewicht  haben,
           solange sie in Bewegung sind.  Dies ist der Fall.  Würden die
           Licht-Photonen  jedoch  stillstehen,  hätten  sie keine Masse
           mehr (Restmasse 0, siehe Formel der spez.  RT!).

           3.  Gravitationsmassen verlangsamen den Zeitablauf.  Je  mehr
           Masse, um so langsamer vergeht die Zeit!

           Die  Zeitverlangsamung  wurde  wie  bei der spez.  RT mit der
           verlangsamten  Vibration   von   Atomen   und   der   dadurch
           folgenden Rotverschiebung des Lichtes nachgewiesen.


        5. Die einheitliche Feldtheorie

           Bis  zu  seinem  Tod  im Jahre 1955 war Einstein dann mit der
           Entwicklung der einheitlichen FT beschäftigt.  Er  hat  diese
           Theorie jedoch nie vollenden können.

           Hierzu einige kurze Überlegungen (Auszug):

           Massenanziehung: F = G * (m1 * m2) / dy

           Anziehung zweier ungleicher Ladungen: (Coulomb-Gesetz)
                        F = C * (q1 * q2) / dy

           Anziehung zweier ungleicher Magnetpole:
                        F = K * (M1 * M2) / dy

           Diese  drei  Formeln  drücken  in mathematisch gleicher Weise
           drei vollkommen unabhängige physikalische Phänomene.

           Lediglich  bei   der   Massenanziehung   ist   bisher   keine
           Abstoßung bekannt!!! (Antischwerkraft!?).

           Historisch   wurden   diese   Formeln  vollkommen  unabhängig
           voneinander  durch  empirische   Befunde   entwickelt.    Die
           ähnliche Form der  Formeln lässt  jedoch den Schluss zu, dass
           alle    drei    Phänomene    einer    gleichen    natürlichen
           Gesetzmäßigkeit  zugrunde  liegen.   Die  drei  Formeln  sind
           folglich   nur    Teilzweige    einer    allgemeineren    und
           grundlegenderen naturgesetzlichen Formel.

           Diese  grundlegende  Formel zu finden ist ein Teilbereich der
           einheitlichen FT.

           Der zweite Zweck ist jedoch weitaus  größer  als  der  erste.
           Es   ist  der  Versuch,  ALLE  PHYSIKALISCHEN  PHÄNOMENE  aus
           einigen wenigen EINFACHEN UND  GRUNDLEGENDEN  PRINZIPIEN  der
           Natur abzuleiten.

           1953, zwei Jahre von seinem Tod, veröffentlichte Einstein die
           bisherigen  Ergebnisse  seiner  Forschung  (ein   14-seitiges
           Dokument  mit 28 Formelbestandteilen).  Die Formel war jedoch
           nur sehr beschränkt verwendbar.

           Die  einheitliche  FT  wäre also eine universelle Weltformel,
           die praktisch  die  letzten  physikalischen  Geheimnisse  der
           Universums   entschlüsseln   würde   (siehe  Dürrenmatt  "Die
           Physiker" Seite 69).



        7.  Diskussion:   Wissenschaft  vs.   Moral;  Notwendigkeit  der
            Wissenschaft


            -> "Goldener Mittelweg"

          - Täuschung über die Wirklichkeit von Erfahrungen
          - alles  ist relativ (hängt vom Standpunkt = Axiome und deren
            Gültigkeit ab)

            ->  (experimentelle)  Verifikationen  erhöhen  das Vertrauen
                in  eine  Theorie,  können  jedoch   nie   deren   allg.
                Gültigkeit    umfassend    bestätigen.    Eine   einzige
                Falsifikation  erzwingt   jedoch   eine   Einschränkung,
                Änderung oder sogar die Aufgabe einer Theorie.

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