Wort
zum Sonntag
Wöchentliche Satire (C)Marvin
C. Stahl
Hallo Allemiteinander!
Ein Schlag ins Gesicht der amerikanischen Regierung - nicht George W. Bush jun., der sich so aufopferungsvoll und fürsorglich um das irakische Volk kümmert, sondern eine iranische Muslime hat den Friedensnobelpreis verliehen bekommen! Was muss George denn noch alles tun, damit die Welt endlich versteht, dass er ihr dauerhaften Frieden und Wohlstand bringt? Einen Frieden frei von unamerikanischen nach Gewaltlosigkeit jammernden Feiglingen... einen Frieden der Stärke und Unterwerfung unter amerikanisches Diktat! Ist der American way of life etwa nicht Synonym für Frieden, Glück und Wohlstand?
Sei es drum, es gibt Wichtigeres, als den Friedensnobelpreis - die Neuverschuldung des Staates, ein ganz und gar nicht funktionierendes Pfandsystem, sowie Kinderpornografie verbreitende Politiker, Lehrer und Polizeibeamte! Ach, eine Sache habe ich ja fast vergessen... die Beseitigung der Arbeitslosigkeit oder heißt es Beseitigung der Arbeitslosen? Wenn ich mir diesen Flickenteppich ansehe, den Regierung und Opposition zusammennähen, dürfte Letzteres eher wahrscheinlich sein. Bösartige Menschen könnten auf die Idee kommen, dass man eine Senkung der Arbeitslosenrate durch die Erhöhung der Selbstmordrate bei Beziehern der Arbeitslosenhilfe II anstrebt.
Ich habe mir mal den Spaß gemacht und ausgerechnet, was einem Bezieher der Arbeitslosenhilfe II in etwa bleibt. Nach Abzug regelmäßiger Zahlungen wie Stromkosten, Telefon und Fernsehgebühren, einer Rücklage von 2 Euro pro Tag für eventuelle Sonderausgaben wie neue Schuhe, Kleidung und Ähnlichem... optimistisch geschätzt 5 Euro pro Tag! Mit diesen 5 Euro sind Fahrgeld, Nahrung, Zahnpasta, Rasierklingen und ähnlicher Luxus zu finanzieren! Hungerkünstler die gut zu Fuß sind und persönlichen Ekel überwinden, können locker auf Kosten der Gemeinschaft ein kleines bzw. winziges Vermögen anhäufen. Aus dem Maul wie die Kuh aus dem Arsch stinkend, mit einem Bart bis zu den Knien und einem schlanken Körper, um den sie jeder Bulimist beneiden wird, werden diese selbsternannten Asketen in den nächsten Jahren unser Straßenbild prägen.
Obdachlosen in amerikanischen Großstädten gleich könnten sie den einen oder anderen Euro nebenbei machen, in dem sie achtlos herumliegende Pfandflaschen und Büchsen zurückgeben, wenn dies möglich wäre. Doch fast alle Lebensmittelläden verkaufen erst gar keine Getränke in Büchsen mehr, um so den Umtauschzwang zu umgehen. Bei Pfandflaschen sieht es ähnlich aus. Seit vielen Wochen bieten die großen Handelsketten Getränke an, die früher niemals den Weg in ihre Regale gefunden hätten. Welcher Pepsi oder Coca Cola Fan trinkt schon ein Gebräu, das sich Power Cola nennt, aussieht wie in Flaschen gefüllte Jauche und wie Laternenmast ganz unten schmeckt? Da jeder nur die eigenen Marken verkauft, braucht auch niemand Flaschen der Konkurrenz entgegennehmen und kann sich so die nicht unerheblichen Beträge aus nicht zurückgefordertem Büchsen- und Flaschenpfand in die eigene Tasche stecken!
Es ist an der Zeit, die Entscheidungsträger auf den Boden der Realität zurückzuholen. Gebt jedem Politiker 300 Euro und lasst ihn einen Monat davon leben. Selbstverständlich darf er während dieses Monats weder an sein Erspartes, darf sich kein Geld von reichen Freunden vorstrecken lassen oder seine Kreditkarten benutzen. Mir ist absolut klar, das es so wie bisher nicht weitergeht, aber so wie geplant wird es auch nicht gehen!
Ich wünsche euch eine entspannte und nachdenkliche Woche!
Amen
Marvin
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