Wort
zum Sonntag
Wöchentliche Satire (C)Marvin
C. Stahl
08
Hallo Allemiteinander!
Eigentlich dachte ich immer, BIG BROTHER wäre der absolut unterste Bodensatz deutscher Fernsehunterhaltung - weit gefehlt! Man nehme ein, zwei Hände voll mehr oder minder bekannter Prominente (Ich liebe Tautologien! :-), die den Zenit ihres Promidaseins bereits lange überschritten oder noch nie erreicht haben. Dann befrage man einen Psychologen, welche Phobien am verbreitetsten sind und... SIMSALABIM... fertig ist der Quotenmansch!
So in etwa dachten es sich die Sendeverantwortlichen. Aber die Survival-Show-Blase platzte schneller als befürchtet. Neidische Mitbewerber deckten auf, was wirklich hinter diesem Spektakel steckte. Der böse, böse Dschungel liegt auf einer Farm und entspricht grob umschrieben einer primitiv angelegten Mischung aus Naturgarten und Abenteuerspielplatz. Regen wurde mit riesigen Planen von den der feindlichen Natur ausgesetzten Promis abgeschirmt, der Camptümpel war nix als ein gebuddeltes Erdloch, das mit unsachgemäß getarnter Plastikplane ausgelegt war und das gefährlichste Tier in diesem Dschungel war der ständig flennende Daniel.
Die Promis waren ebenso sorgsam ausgewählt, wie deren Ambiente... Menschen die niemand mehr kennt oder niemals kennen möchte - fette alte Männer in schlabberigen Unterhosen, runderneuerte Jung- und Altstars, ein Ex-Sportler der von vergangenem Ruhm zehrt, einen in die Jahre gekommener Sangesbarde, dem es anscheinend vor nichts ekelt und einer quadrosexuellen Heulsuse. Der korrekte Titel dieser Sendung hätte 'Ich bin ein Loser - holt mich hier raus' lauten sollen. Würde ich dieses Konzept für das Fernsehen konzipieren, würde die Sendung g-a-n-z anders aussehen...
Meine Promiwunschliste wäre:
* Karl Dall
* Ruth Moschner
* Sonja Zitlow
* Dieter Nuhr
* Dirk Bach
* Dolly Buster
* Wigald Boning
* Manfred Lehmann
* Martin Semmelrogge
* Elton
Stattfinden würde das Ganze in einem echten Dschungel mit Schlangen, Spinnen und sonstigem Getier, das unkontrolliert im Camp herumlaufen und -kriechen würde. Es gäbe auch keine Grundversorgung. Wer etwas essen will, muss es sich sammeln, jagen oder durch Mut- und Ekelproben verdienen. Selbstverständlich könnten sich Teilnehmer ohne Nahrung für zwischenmenschliche Dienstleistungen Happelpappel von Teilnehmern mit Nahrungsvorräten erhalten. Das Ganze dann natürlich in Großaufnahme, Stereoton und falls nötig mit Infrarotkameras aufgenommen. Ein Heidenspaß!
Es gäbe auch kein Abwählen. Die Anzahl der Teilnehmer würde sich durch Flucht aus dem Camp, verhungern oder Kannibalismus reduzieren. DAS nenne ich Reality-TV!
Ich wünsche euch eine entspannte und gesunde Woche!
Amen
Marvin
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