Vier Jahre rechter Bombenterror

Österreich: Die Inszenierung des Einzeltäters Franz Fuchs

Am 1. Oktober 1997 wurde in der kleinen südsteirischen Gemeinde Gralla bei Leibnitz ein Mann verhaftet, der während einer Routinekontrolle der Polizei eine Rohrbombe gezündet hatte. Das Hölleninstrument zerfetzte ihm beide Hände und verletzte einen der kontrollierenden Gendarmen am Auge. Zwei Tage später ließ Innenminister Karl Schloegl verlauten, man habe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den lang gesuchten Bombenbauer festgesetzt, der unter dem Namen "Bajuwarische Befreiungsarmee" ausländerfeindlich motivierte Attentate begangen hatte.

Seither ist die politische Dimension einer Bombenserie, die vier Roma getötet und zwölf weitere Österreicherinnen zum Teil schwer verletzt hatte, in den Hintergrund getreten. Die Justiz bereitet sich auf einen Indizienprozess gegen den vermeintlichen Einzeltäter Franz Fuchs vor. Beginnen wir am Ende der Geschichte: Franz Fuchs fuhr seit Tagen auffällig aggressiv durch sein Heimatdorf Gralla, wie die Nachbarn später berichten sollten. Am 1.10. verfolgte er mit seinem japanischen Wagen zwei Frauen, die sich auf den Weg ins nahe Slowenien machten, um dort die Kostenvorteile des West-Ost-Gefälles zu nützen und ihr Auto aufzutanken. Auf der Rückfahrt bedrängte Fuchs die beiden so herausfordernd, dass sie sich vorerst nicht getrauten auszusteigen.

Der Ehemann einer der beiden Frauen wurde darauf aufmerksam und verständigte von zu Hause aus die Gendarmerie - ein durchaus ungewöhnlicher Vorgang in einem kleinen, verschlafenen Nest im bäuerlichen Südosten Österreichs. Franz Fuchs wartete in seinem Auto, öffnete dem nach den Fahrzeugpapieren fragenden Gendarmeriebeamten die Wagentuer, stieg aus und zündete eine Rohrbombe, die er fest in beiden Händen hielt.

Schwer verletzt wurde der Wahnsinnige festgenommen und abtransportiert. Alles sah danach aus, als ob hier ein Psychopath seinen eigenen Selbstmord geplant hätte, der aus technischer Unversiertheit misslungen war - die Sprengkraft der Bombe war zu gering gewesen. Tags darauf tauchen Spekulationen auf, bei dem festgenommenen Franz Fuchs könnte es sich um das "Bombenhirn" der seit vier Jahren tätigen "Bajuwarischen Befreiungsarmee" (BBA) handeln. Die Polizei findet in seinem Haus Schriftstücke der rechten Terrorgruppe sowie fünf weitere einsatzbereite Rohrbomben, eine davon als Sprengfalle im Blumentopf getarnt.

"Er ist es!", titelte der Boulevard. Die Bombenserie Seit Dezember 1993 erschüttert eine rechtsextrem motivierte Anschlagserie die Alpen- und Donaurepublik. 25 Briefbomben wurden verschickt sowie drei Rohrbombenattentate durchgeführt, bei denen insgesamt vier Menschen ums Leben kamen und zwölf zum Teil schwer verletzt wurden. Begonnen hatte die Serie in der ersten Dezemberwoche 1993, als zehn Briefbomben an Personen verschickt wurden, die als ausländer- und integrationsfreundlich gelten. Der Wiener Buergermeister Helmut Zilk war das prominenteste Opfer, die Explosion zerriss seine rechte Hand völlig. Weiterhin kamen ein steirischer Flüchtlingspfarrer, eine ORF-Mitarbeiterin aus der Minderheitenredaktion und die Sekretärin eines Anwaltsbüros, das einen islamischen Kulturverein vertrat, zu Schaden. Vieles deutete damals darauf hin, dass die zehn Briefbomben als "Rache" für die zehn Gefängnisjahre ausgesandt wurden, zu denen Neonazi- Führer Gottfried Kuessel, der Nachfolger des an AIDS verstorbenen Michael Kuehnen als Chef der "Volkstreuen Ausserparlamentarischen Opposition" (VAPO), Ende September 1993 verurteilt worden war.

Vier weitere Briefbombenserien in den Jahren 1994 bis 1996 zielten unter anderem auf die Stiefmutter des Kurzzeit- Innenministers und betont ausländerfreundlich auftretenden Caspar Einem, das Flüchtlingshochkommissariat UNHCR in Wien, die schwarze TV-Moderatorin Arabella Kiesbauer in München, die Mutter des kroatischstämmigen Pop-Barden Kurt Ostbahn, den SPD-Vizebürgermeister Dietrich Szameit aus Lübeck, auf mehrere grüne österreichische Abgeordnete und einen slowenischen Kulturverein. 14 von 25 versandten scharfen Briefbomben explodierten, in mehreren Fällen war die Zündvorrichtung defekt, und eine Serie fiel noch im Aufgabebriefkasten der klirrenden Kälte zum Opfer, vier Briefe zerstörten sich dabei selbst.

Am 5.2.1995 wurden im burgenländischen Oberwart vier Roma Opfer einer tödlichen Sprengfalle, die unter einer Tafel mit der provokativen Aufschrift: "Roma zurück nach Indien" als Rohrbombe versteckt war. Am selben Tag explodierte eine mit weniger brisantem Sprengstoff gefüllte Bombe im nahen Stinatz, einer kroatisch besiedelten Ortschaft. Ein Mitarbeiter des Umweltdienstes kam dabei zu Schaden. In Salzburg wurden zeitgleich 15 Rohrbombenattrappen in der Innenstadt ausgelegt - als wollten die Täter ihren rassistischen Diskurs mit Bombentechnik unterlegen: Grobkörniges, todbringendes Material für die Roma, feinen Sand für kroatische Burgenländer und bloßen Schrecken für die deutschsprachigen Landsleute.

Schon davor waren einem Polizisten bei der Untersuchung einer Sprengfalle, die an der Außenwand des einzigen slowenischsprachigen Gymnasiums in Klagenfurt angebracht war, beide Hände weggerissen worden. Monatelang hatte die Polizei damals versucht, den Klagenfurter Anschlag dem Rotlichtmilieu zuzuordnen - nach dem Mord an vier Roma in Oberwart verschwand diese Theorie ohne großes Aufsehen in der Schublade. Die Bekennerschreiben Ein erstes eindeutig zuordenbares Bekennerschreiben datiert vom September 1994. Dieser so genannte "Peterle"-Brief erging an den damaligen slowenischen Außenminister. Eine "Salzburger Eidgenossenschaft - Bajuwarische Befreiungsarmee" übernahm darin die Verantwortung für den Briefbombenterror. Dar- in aufgelistete "Volksfeinde" wie der Klagenfurter Verleger Lojze Wieser, der einen Monat später Adressat einer Nitroglyzerin-Sendung war, wurden nicht gewarnt. Wochenlang versuchten die Sicherheitsorgane im Herbst 1994, die Existenz dieses Bekennerschreibens - inklusive der vorhandenen Liste gefährdeter Personen - zu leugnen.

Die "Bajuwarische Befreiungsarmee" stellte sich in mehreren Schreiben als übergeordnete Organisation unabhängig voneinander agierender Kampftrupps dar, die sich Namen wie "Ruediger Graf von Starhemberg", "Herzog Oadilo von Bayern" oder "Andreas Hofer" gaben. Ein 28seitiges Bekennerschreiben vom 7. Juni 1995 wurde in der Öffentlichkeit bekannt, mehrere Zeitschriften druckten große Teile davon ab. Das an den Anwalt von Nazi-Chef Gottfried Kuessel adressierte Pamphlet war als Geschichtsunterricht zur Herstellung einer rechtsradikalen Öffentlichkeit gedacht. Das Konzept ging auf: Wochenlang diskutierte das ganze Land über die Heroen des österreichischen Deutschtums.

Graf Starhemberg beispielsweise leitete im Jahre 1683 die Verteidigung der Stadt Wien gegen die Türken; ein Nachfahre gleichen Namens beteiligte sich 1923 als Austrofaschist am Hitlerputsch in München. "Dieses Land haben unsere Ahnen in fünfhundertjährigem Kampf erobert, als noch kein griechischer oder römischer Gelehrter jemals die Vokabel ,Slawe` (= anständiger Österreicher und Demokrat) gehört hatte. Dieses Land hat 1500 Jahre lang uns gehört, und so soll es bleiben." Damit schließen die Autoren ihr ostmärkisches Bekenntnis. Auch die Opfer wurden symbolträchtig ausgesucht. Es ist auffällig, dass dabei kein einziger Ausländer Ziel eines Anschlages geworden war.

Die drei zahlenmäßig am stärksten vertretenen autochtonen ethnischen Minderheiten - Roma, Kroaten, Slowenen - bildeten hingegen die zentralen Attentatsziele der Terrorkampagne; ebenso Politiker, die für Integrationsmaßnahmen verantwortlich sind, oder öffentlich auftretende Personen, die in der Wahrnehmung der BBA "volks- feindlich" oder "volksfremd" agieren. Die allermeisten der späteren Opfer traten kurz vorher im Fernsehen auf, um oft recht unspezifisch den einen oder anderen integrationsfreundlichen Satz ins Mikrophon zu sagen. Diese gezielte Beliebigkeit, mit der die Nazis ihre Opfer via Bildschirm aussuchten, stellte das Medium Fernsehen ex post ein zweites Mal in ihren Dienst. Nicht nur wurde breit und ausführlich über die Inhalte der BBA-Bekennerschreiben spekuliert, sondern auch darüber, warum die eine oder andere Sendung, der eine oder andere Auftritt eines späteren Briefbombenadressaten auslösend dafür war, um Ziel einer durchweg rassistisch motivierten Attacke zu werden.

Diese "rechtsradikale Gegenöffentlichkeit" beinhaltete auch, dass die Opfer nicht nach einer bestimmten ideologisch begründbaren Hierarchie ausgesucht werden. Die Frauen importierende Partnervermittlerin aus Linz oder Arabella Kiesbauer - beide im Juni 1995 Adressantinnen von Briefbomben - sind sicherlich keine großen Antifaschistinnen, aber sie störten durch den Import ausländischer Mütter oder durch ihr Äußeres als Schwarze das Idealbild deutscher Rassenherrlichkeit. Womit auch schon die inhaltliche Schwäche der BBA angesprochen ist. Ihr intellektueller Rassebegriff vom reinen Deutschtum ist in der heutigen österreichischen Gesellschaft schwer vermittelbar - auch deshalb, weil sich der Mainstream des Rassismus im Lande gegen wirtschaftliche und soziale Konkurrenten wie türkische und jugoslawische Gastarbeiter oder bosnische Flüchtlinge wendet.

Der jenseits ökonomischer Rationalität liegende Rassenhass, der sich abstrakt gegen historische Feinde und zahlenmäßig unbedeutende ethnische Minderheiten richtet, muss ohne die gängigen Bedrohungsmuster auskommen. Er geriert sich als rechtsradikale "Philosophie" mit Belehrungsanspruch. Einzeltätertheorie versus rechte Verschwörung Dieser ideologischen Verschrobenheit zum Trotz - oder viel- leicht gerade wegen dieser - fand die BBA heimliche Sympathie bei Teilen der Sicherheitsorgane. Persönliche Verbindungen mögen dafür eine Voraussetzung gewesen sein, die Opferprofile taten ihr übriges.

Im Mai 1993, also ein halbes Jahr vor der ersten Briefbombenwelle, tauchte in Wiener Polizeiämtern ein Flugblatt auf, in dem eine "Notwehrgemeinschaft der Sicherheitswachebeamten", die sich selbst das Kürzel "NS" gab, gewissen Personenkreisen ihre Schutzwürdigkeit absprach, weil sie für die "Umvolkung" Deutsch-Österreichs verantwortlich wären. Namentlich erwaehnt waren Politiker, Anwaelte, Historiker und Journalisten, die teilweise auch in späteren BBA-Bekennerschreiben wieder auftauchten. Im rechtsradikalen Jargon stand da zu lesen: "... sehen wir von der Notwehrgemeinschaft der Sicherheitswachebeamten (NS) uns außerstande, fuer die Sicherheit der Umvolkungspolitiker zu garantieren, da diese durch ihr verbrecherisches Handeln jede Schutzwürdigkeit ihrer Person verwirkt haben."

Dieses im Mai 1993 auf Polizeidienststellen kursierende Flugblatt nahm die Anschläge auf Integrationspolitiker vor- weg. Ein halbes Jahr später verlor der Wiener Buergermeister mit antifaschistischer Vergangenheit, Helmut Zilk, die linke Hand, als er daheim nichts ahnend einen Brief öffnete. "Wir wehren uns!", lautete die zynische Grußbotschaft am Ende des Textes. In einem ersten Interview nach dem Anschlag rief Zilk dazu auf, den neuen Anfängen rechtsradikaler Umtriebe zu wehren, indem er an Anschläge auf Telefonzellen erinnerte, mit denen illegale Nationalsozialisten während seiner Jugend in den 30er Jahren den anti-reichsdeutsch agierenden Austrofaschismus provozierten. Noch in derselben Nacht, als Zilk dieses Interview gab, explodierte eine Telefonzelle in einem Wiener Arbeiterbezirk. Die Atmosphäre war gespenstisch.

Polizeipannen, wie das Verschwinden eines Ordners mit Drohbriefen, den die grüne Klubchefin (entspricht dem Amt einer Fraktionsvorsitzenden, ak) Madeleine Petrovic den Sicherheitsorganen zwecks sprachwissenschaftlicher Untersuchung zur Verfügung gestellt hatte, oder das monatelange Verschweigen der Existenz von Bekennerbriefen durch den Sicherheitsdirektor ließen im linken und kultur-liberalen Milieu ein Gefühl der Angst entstehen. Niemand wusste mehr, wieweit die Bombenbauer der BBA mit Teilen der Polizei oder des militärischen Geheimdienstes HNA (Heeresnachrichtenamt) zusammenarbeiteten.

Interne Kenntnisse aus den jeweils aktuellen Fahndungen tauchten unvermutet in kurzen Bekenner- schreiben auf; selbst die Namen von Fahndern wurden darin der Presse indirekt zugespielt. Die Möglichkeit einer Verschwörung stand im Raum, Historiker diskutierten in seriösen politischen Magazinen ganz offen darüber. Mit der Verhaftung des Franz Fuchs Anfang Oktober 1997 änderte sich dies schlagartig. Der neue sozialdemokratische Innenminister vom rechten Parteiflügel, Karl Schloegl, der seinen Amtsvorgänger, den integrationsfreundlichen Caspar Einem, abgelöst hatte, postulierte nach Rücksprache mit seinem Sicherheitsdirektor Michael Sika die Einzeltätertheorie.

Der 48jaehrige Franz Fuchs soll für die 25 Briefbomben, die Rohrbombenmorde, die Bekennerschreiben und alle begleitenden Maßnahmen allein verantwortlich sein. Ausschlaggebend für diese Behauptung sind in der Hauptsache technische Übereinstimmungen der Rohrbomben von Oberwart, mit der vier Roma getötet wurden, mit der von Gralla, die Franz Fuchs selbst schwer verletzte. Dem gegenüber steht zwar ein Bekenntnis des 48jaehrigen Wasserbautechnikers, Mitglied der BBA zu sein, jedoch nur in untergeordneter Funktion als "kleines Rädchen", wie er sich ausdrückte.

Und tatsächlich haben die Ermittler bis heute keine Bombenwerkstatt gefunden, in der die beschlagnahmten Rohrbomben gebaut hätten werden können. Auch das umfangreiche historische Wissen, wie es in den Bekennerbriefen zum Ausdruck kommt, wird Franz Fuchs nicht zugetraut. Der Untersuchungshäftling wird als im Kern unpolitisch beschrieben, kommt aus einem sozialdemokratischen Elternhaus und soll - so die Boulevardpresse - aus enttäuschter Liebe zu einer Slowenin, die ihn vor mehr als 10 Jahren verlassen hat, zum "Ausländerfeind" geworden sein. Unbestritten sind seine technischen Fähigkeiten auf physikalischem und chemischem Gebiet.

Gearbeitet hat der als verschlossen geltende Mann im Rahmen kleinerer Elektrizitätsprojekte in Kärnten und der Steiermark. Viel Geld hat er damit nicht verdient. Warum sein Sparbuch bei der Einsicht des Untersuchungsrichters dennoch mit stattlichen Summen ausgestattet war, erklärt das Innenministerium wenig glaubhaft mit Spekulationsgewinnen an der Börse. Warum die Behörden trotz sichtbarer Mängel an der Einzeltätertheorie festhalten, hat mehrere Gründe. Zum ersten ist sie praktisch. Ein isoliertes technisches Genie, psychotisch veranlagt und offensichtlich bereit, sich in selbstmörderischer Absicht in die Luft zu sprengen, kommt als Staatsfeind gerade richtig. Er lässt all die als echt ausgewiesenen Bekennerschreiben und ihre rassistischen und deutsch-österreichisch-tümelnden Inhalte mit einem Schlag vergessen.

Die chemische Zusammensetzung des verwendeten Wassers, die Substrate des Nitroglyzerins allein werden be- deutend; und mit ihnen kennen sich die Herren Laboranten im Polizeidienst aus. Es ist fraglos wichtig, sich den technischen Perfektionen des oder der Täter auf die Spur zu setzen. Ganz offen- sichtlich hat Franz Fuchs etwas mit den Bombenanschlägen zu tun. Die Frage bleibt: Konnte er die ganze Kampagne allein ausführen?

Die von den Fahndern zu Rate gezogenen Historiker und Szenekenner sagen nein. Weder war ein Mensch allein in der Lage, die verschiedenen Opfer und ihre Profile auszukundschaften, noch ist es wahrscheinlich, dass technisches und historisches Wissen, zweiteres ohne Studium und ausreichende Bibliothek, einem einzigen Kopf entspringen. Allein die Frage, wie ein Mann mittlerer Statur ohne Hilfe die schwere Rohrbombe zum Tatort nach Oberwart hat bringen können, droht die Einzeltäterthese zu sprengen. Dass die Behörden dennoch von ihr ausgehen, macht stutzig. Denn mit jedem Tag, der seit der Verhaftung von Franz Fuchs vergangen ist, könnten Spuren, die ins polizeiliche oder geheimdienstliche Milieu geführt hätten, verwischt worden sein. Auch der Druck von links lässt mit der Einzeltätertheorie nach.

Jeder und jede kann sich nun selbst ein Bild machen von dem Wirrkopf, der vier Jahre lang die österreichische Innenpolitik radikalisiert hatte. Tatsächlich: die Einsicht in die Einzeltäterschaft ist für einen geübten Österreicher verlockend. Das Radikale wäre nicht politisch, sondern psychotisch. Und der Befund eines Gerichtsmediziners ist vielen im Lande lieber als eine politische Debatte über den Rechtsterror, der in so mancher Zelle der Sicherheitsorgane auf wo möglich mehr als klammheimliche Zustimmung stößt.

Hannes Hofbauer

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