Susanne Albrecht, geb. 1951 in Hamburg; Vater renommierter Anwalt für
Seerecht; Studium der Pädagogik, Soziologie und Psychologie an der
Universität Hamburg; April/Mai 1973 Beteiligung an einer Hausbesetzung in
der Hamburger Hafenstraße - zusammen mit anderen späteren RAF-Mitgliedern
(Wolfgang Beer, Karl-Heinz Dellwo, Christine Dümlein, Christa Eckes,
Wolfgang Quante, Bernhard Rößner); Oktober 1974 Beteiligung an der
Besetzung des Hamburger Büros von Amnesty International; 1977
Schlüsselrolle bei der Ermordung des mit der Familie Albrecht eng
befreundeten Bankiers Jürgen Ponto; 1978/79 Aufenthalt in einem
palästinensischen Ausbildungslager im Jemen; 1980 Einbürgerung in die DDR;
Juni1990 Verhaftung in der DDR; Juni1991 nach umfassen dem Geständnis
Verurteilung zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe.
Andreas Baader, geb. 6. Mai 1945 in München; Vater Dr. Berndt Phillipp
Baader Historiker und Archivar geriet 1945 in Kriegsgefangenschaft und
blieb vermisst; Mutter Anneliese blieb unverheiratet; Studium sozialer
Fragen; interessiert an Literatur und Philosophie; Vorstrafen wegen
zahlreicher Verkehrsdelikte; Teilnahme an der Brandstiftung im
Springerkaufhaus 1968; Juni bis August 1970 militärische Ausbildung in
einem Palästinensercamp im Nahen Osten;
Hans-Jürgen Bäcker, geb. 1939; gelernter Grubenelektriker; Studium in
Berlin; im Gefolge Horst Mahlers RAF-Mitglied der "ersten Stunde"; Juni
bis August 1970 paramilitärische Ausbildung in einem Palästinensercamp im
Nahen Osten; Beteiligung an einem Banküberfall; Festnahme Februar 1971;
Juni 1974 Verurteilung zu neun Jahren Haft (u. a. wegen räuberischer
Erpressung).
Michael ("Bommi") Baumann, geb. 1948 in Berlin-Lichtenberg; gelernter
Betonbauer; seit 1967 Mitglied der "Kommune 1" - Freundschaft mit Dieter
Kunzelmann und Fritz Teufel; Kontakte zum West-Berliner SDS-Zentrum und zum
"Republikanischen Club"; zeitweilige Festnahme nach einer
"Reifenstechergeschichte"; Aktivitäten in der militanten "Szene";
Mitglied der Wieland-Kommune; als Angehöriger der "Tupamaros Westberlin"
Beteiligung an Sprengstoff- und Brandanschlägen; von Februar 1970 bis
Sommer 1971 in Haft; danach Untergrund-Aktivitäten in einer Gruppe um Georg
von Rauch, der späteren Bewegung 2. Juni; Tötung von Rauchs im Beisein
Baumanns bei einem Schusswechsel mit der Polizei nach einem Raubüberfall -
Schlüsselerlebnis, das schließlich zum Ausstieg aus der Terrorszene führt;
1972 Flucht ins Ausland: Syrien, Iran; längere Aufenthalte in Afghanistan,
Indien, Italien; auf der Durchreise zeitweilige Inhaftierung in der DDR;
1981 in London verhaftet; Verurteilung zu einer fünfjährigen
Freiheitsstrafe wegen Bankraubs und eines Sprengstoffanschlags; zwei
autobiographische Schriften: "Wie alles anfing" (1975)",Hi Ho. Wer nicht
weggeht, kommt nicht wieder" (1987).
Peter-Jürgen Boock, geb. am 3. September 1951 in Garding/ Nordfriesland;
Vater zunächst Gastwirt, später Postbeamter; Mutter ebenfalls Tätigkeit im
Postdienst; 1968 nach Realschulabschluss Beginn einer
Maschinenschlosserlehre - Abbruch nach wenigen Wochen; Juni 1968 Einzug in
eine Kommune in den Niederlanden; dort Festnahme durch die Polizei wegen
Rauschgiftbesitz (Herbst 1968); Selbstmordversuch; 1969 Aufenthalt in
Erziehungsheimen in Glückstadt und Rengshausen; unter dem Einfluss von
Studenten des pädagogischen Seminars (u. a. Andreas Baader, Gudrun Ensslin,
Astrid und Thorwald Proll) Umzug in Wohngemeinschaften nach Frankfurt;
Drogenkonsum; 1972 nach einer Drogentherapie Einzug in eine
Wohngemeinschaft von RAF-Sympathisanten; 1973 Heirat mit Waltraud Liewald;
spätestens seit 1976 im terroristischen Untergrund; ab Februar 1980
Mitglied einer Hamburger Wohngemeinschaft; Januar 1981 Festnahme in
Hamburg; Mai 1984 und November 1986 Verurteilung (u.a. wegen Beteiligung an
der Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto und der Entführung und Ermordung
des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer) zu einer mehrfach
lebenslänglichen Freiheitsstrafe; schriftstellerische Tätigkeit (u. a.
"Abgang" (1988) und "Mit dem Rücken zur Wand" (1994) ); Juni 1991 erneut
Anklage des Generalbundesanwalts aufgrund der Aussage in der Ex-DDR
verhafteter Terroristen; im Mai 1992 gesteht Boock öffentlich, bislang das
Ausmaß seiner Tatbeteiligung bei der Schleyer-Entführung verschwiegen zu
haben.
Karl-Heinz Dellwo, geb. 1952; wechselnde Beschäftigungen (u.a. als
Müllfahrer, Seemann, Aushilfsfahrer, Briefträger); April/Mai 1973
Beteiligung an einer Hausbesetzung in der Hamburger Ekhofstraße; Mitglied
des "Komitees gegen die Isolationsfolter" in Hamburg; Beteiligung am
Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm (April 1975) - Festnahme;
Juli 1977 zu einer zweimal lebenslänglichen Freiheitsstrafe (u.a. wegen
zweifachen gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit Geiselnahme)
verurteilt.
Rudi Dutschke, geb. 1940; Studentenführer und Mitglied des SDS; Keine
terroristischen Aktivitäten; wurde 1968 bei einem Attentat schwer verletzt;
lebte von 1968 bis 1971 in Dänemark; schrieb 1977 "Versuch, Lenin auf die
Füße zu stellen"; Starb 1979 infolge des Attentats an einem Schlaganfall in
der Badewanne
Gudrun Ensslin, geb. 15.8.1940 in Bartholomä (Schwäbische Alb); Vater
evangelischer Pfarrer; Besuch des Gymnasiums; 1 Jahr Austauschschülerin in
den USA; gründet 1963 mit ihrem Verlobten einen Kleinverlag; Studentin an
der FU; Teilnahme an der Brandstiftung im Springerkaufhaus 1968;
Baptist Ralf Friedrich, geb. am 30. November 1946 in Landsweiler-Reden
(Saarland); Vater Handwerker; Studium der Volkswirtschaftslehre an der
Universität Heidelberg; seit 1972 im "legalen" RAF-Umfeld; 1975 Tätigkeit
im Büro des Stuttgarter Rechtsanwalts Klaus Croissant; seit 1977 Mitglied
der RAF-"Kommandoebene"; 1980 Einbürgerung in die DDR; Juni 1990
Verhaftung; 1992 Verurteilung zu einer mehrjährigen Haftstrafe.
Irene Goergens, geb. April 1951; Tochter eines Amerikanischen Soldaten;
Verhaftet im Oktober 1970; Verurteilt wegen dreifachen Bankraubs
Eva Haule, geb. 1954; Aktivistin der 80er Jahre innerhalb der Bewegung,
die die Nato-Politik bekämpfte. Gefangenensolidarität. Anschluss an die RAF
und Einsatz für die Verwirklichung der Frontstrategie und Förderung eines
gemeinsamen Kampfes von RAF und der französischen Action Direkte. 1986
verhaftet. Zuerst wegen RAF-Mitgliedschaft zu 15 Jahren verurteilt. In
einem zweiten Prozess für die gemeinsame RAF/AD-Aktion gegen die
Rhein-Main-Airbase Frankfurt zu lebenslänglich verurteilt. Das Urteil beruht
allein auf dem Zettel, auf dem sie eine allgemeine politische Erklärung
niedergeschrieben hatte.
Rolf Heißler, geboren 1948; In den frühen Siebzigern Aktivist einer
bewaffneten anarchistischen Gruppe, verhaftet, aber 1975 zusammen mit vier
weiteren politischen Gefangenen im Austausch für einen christdemokratischen
Politiker (der von der Bewegung 2. Juni in West-Berlin entführt worden war)
befreit. Erneut verhaftet 1979. Rolf wurde in den Kopf geschossen,
überlebte schwer verwundet. Er wurde später wegen einer Schießerei an der
deutsch-holländischen Grenze zu lebenslänglich verurteilt. Am 26. Oktober
2001 auf Bewährung entlassen.
Werner Hoppe, geb. Februar 1949; Früheres Mitglied des
"Lumpenproletariats" und ehemaliger Drogenabhängiger; Kam zwischen 1970
und 1971 zur RAF; Verhaftet am 15. Juli 1971
Klaus Jünschke, geb. 6.9.1947 in Mannheim; Vater Bundesbahnbeamter;
Studium der Psychologie in Heidelberg; seit 1970 Mitglied des
Sozialistischen Patienten-Kollektivs; Herbst 1972 Anschluss an die RAF; Juli
1972 Festnahme; Juni 1977 Verurteilung zu lebenslanger Freiheitsstrafe; in
der Haft sozialwissenschaftliches Fernstudium erfolgreich abgeschlossen;
1988 begnadigt und aus der Haft entlassen.
Christian Klar, geb. 1952; wie andere Militante aus der RAF Aktivist seit
Anfang der 70er Jahre, in kleinstädtischer Umgebung und der Jugend- und
Schülerbewegung aufgewachsen, von der internationalistischen Solidarität
und den zeitgenössischen Befeiungsbewegungen angezogen und auch aktiv in
der Gefangenensolidarität, Ende 1976 der RAF angeschlossen. Christian wurde
1982 verhaftet, im selben Prozess wie Brigitte Mohnhaupt wegen aller
Aktionen des Jahres 1977 und wegen des Angriffs auf Kroesen zu 5mal
lebenslänglich und 15 Jahren verurteilt. 1992 in einem weiteren Prozess
zusätzlich noch zu einem lebenslänglich . Das OLG Stuttgart legte 1997 eine
Mindesthaft von 26 Jahren fest. Die zusätzlichen Prozesse gegen Christian
und Rolf Clemens und andere beruhen auf Kronzeugenaussagen ehemaliger
Militanter der RAF, die 1990 in der ehemaligen DDR festgenommen und unter der
Kontrolle der westdeutschen Polizei fast alle zu Deals bereit waren.
Hans-Joachim Klein, geb. 1947 in Frankfurt am Main; Tod der Mutter, einer
Jüdin, als Spätfolge der Deportation durch die Nationalsozialisten kurz
nach der Geburt; Kinderheim, Pflegeeltern; mit neun/zehn Jahren Rückkehr
zum inzwischen wiederverheirateten Vater, einem ehemaligen
Nationalsozialisten; zeitweilig Einweisung in ein Erziehungsheim; Lehre als
Autoschlosser; wegen kleinerer krimineller Delikte vorbestraft; stößt zum
alternativen Milieu des Frankfurter "Westend"; Engagement für gefangene
Terroristen in der "Roten Hilfe"; 1974 von Wilfried Boese für den
internationalen "Arm" der RZ geworben; Teilnahme an dem Überfall auf die
OPEC-Konferenz in Wien im Dezember 1975 - dabei schwer verletzt
(Bauchschuss); Operation in einem libyschen Hospital; Tätigkeit als
Ausbilder von "Widerstandskämpfern" in einem palästinensischen Lager im
Südjemen; mit Unterstützung der Frankfurter linken "Szene" Abschied vom
Terrorismus; seither Leben im Verborgenen; 1979 Erscheinen des Buches
"Rückkehr in die Menschlichkeit. Appell eines ausgestiegenen Terroristen".
Werner Lotze, geb. am 22. Februar 1952 in Mülheim/Ruhr; Vater
selbständiger Schuhmachermeister; Mutter gelernte Krankenschwester;
viersemestriges Studium (Anglistik, Sportwissenschaft) an der Universität
Bochum; Lehrassistent für Deutsch an Highschools in Manchester/England;
Fortsetzung des Studiums in Bochum, Abbruch Frühjahr 1976; seit 1976 im
"legalen" RAF-Umfeld; seit August 1978 Mitglied der RAF "Kommandoebene";
Oktober 1980 Einbürgerung in die DDR; Juni 1990 Festnahme; Januar 1991
Verurteilung (u. a. wegen Mordes) zu einer zwölfjährigen Haftstrafe; 1992
geringfügige Reduzierung des Strafmaßes nach Revisionsverfahren.
Horst Mahler, geb. am 23.Januar 1936 in Haynau/Schlesien; Vater Zahnarzt;
Februar 1945 Flucht vor der Roten Armee nach Naumburg/Saale; zeitweilig
Übersiedlung nach Dessau, später (Tod des Vaters) nach West-Berlin; Studium
der Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin; 1960 Ausschluss aus
der SPD infolge des Unvereinbarkeitsbeschlusses im Hinblick auf die
Mitgliedschaft in SPD und SDS; 1964 Gründung einer Anwaltskanzlei in Berlin
- Schwerpunkt: Wirtschaftsrecht; erfolgreiche Tätigkeit als Verteidiger und
Rechtsberater von Wirtschaftsunternehmen; 1967 Mitgründer des
"Republikanischen Clubs" in Berlin - bald eines der Zentren der APO; 1968
Gründung eines "sozialistischen Anwaltskollektivs"; Verteidigung linker
Studenten vor Gericht (u. a. Beate Klarsfeld, die Kommunarden Fritz Teufel
und Rainer Langhans, den Kaufhausbrandstifter Andreas Baader); wegen
APO-Aktivitäten standesrechtliche Verfahren gegen Mahler; März und Juni
1970 Verurteilung wegen der Teilnahme an der mit Gewalttätigkeiten
verbundenen Demonstration gegen den Springer-Verlag nach dem Attentat auf
Rudi Dutschke (Ostern 1968); Vorbereitung illegaler politischer Aktionen;
im Hintergrund Mitwirkung bei der Baaderbefreiung im Mai 1970; Juni bis
August 1970 militärische Ausbildung in einem Palästinensercamp im Nahen
Osten; Rückkehr nach Deutschland - Aufbau einer terroristischen
Untergrundorganisation; Beteiligung an einem Banküberfall; am 8. Oktober
1970 in Berlin-Charlottenburg verhaftet; 1973 wegen Bankraubs und
Gefangenenbefreiung zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt; Juni
1974 Ausschluss aus der RAF wegen theoretischer Divergenzen; 1980 vorzeitig
aus der Haft entlassen; nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom
November 1987 erneut Tätigkeit als Rechtsanwalt.
Silke Maier-Witt, geb. 1950; 1977 an der Vorbereitung der
Schleyer-Entführung beteiligt; lebte zweieinhalb Jahre im Untergrund, dann
für zehn Jahre im von der DDR-Regierung offerierten Exil; 1990 entdeckt und
zu zehn Jahren Freiheitsentzug verurteilt; 1995 vorzeitig aus der Haft
entlassen
Ulrike Meinhof, geb. am 7. Oktober 1934 in Oldenburg; Vater evangelischer
Theologe stirbt 1939; Mutter Ingeborg stirbt 1948 an Krebs; wächst unter
Vormundschaft der Historikerin Prof. Renate Riemeck auf; Besuch einer
katholischen Schule in Oldenburg; Studium der Philosophie, Pädagogik,
Soziologie und Germanistik; Sprecherin des "Anti-Atomtod-Ausschuss" des
SDS; 1959-1969 Mitarbeiterin der linken Zeitschrift "konkret", von
1962-1964 Chefredakteurin; 1961-1968 Ehe mit Klaus-Rainer Röhl; 2 Kinder;
an der Befreiung Andreas Baaders beteiligt; Juni bis August 1970
militärische Ausbildung in einem Palästinensercamp im Nahen Osten; 8. Mai
1976 Tod in Stammheim
siehe auch Ulrike Meinhof Kurzbiographie bei Powercat
Holger Meins, geb. August 1941; Film-Student in Berlin; kam 1971 zur RAF;
Festnahme 1972; Starb am 11. November 1974 an den Folgen eines
Hungerstreiks.
siehe auch Kurzbiographie bei Starbuck Holger Meins
Till Meyer, geb. 1945 in Luckenwalde bei Berlin; seit 1970 Mitglied der
Bewegung 2. Juni; Juni 1975 Festnahme in Berlin; Mai 1978 Befreiung aus der
JVA Berlin-Moabit durch Mitglieder der Bewegung 2.Juni; Juni 1978 erneut
Verhaftung in Bulgarien; Oktober 1980 Verurteilung zu einer l5jährigen
Freiheitsstrafe (u. a. wegen Beteiligung an der Entführung des
CDU-Politikers Peter Lorenz); November 1986 Entlassung aus der Strafhaft;
journalistische Tätigkeit bei der Berliner "Tageszeitung" (taz); nach
eigenen Angaben seit Frühjahr 1987 "Inoffizieller Mitarbeiter" des
DDR-Staatssicherheitsdienstes zur Einschätzung der westdeutschen Linken.
Irmgard Möller, geb. 13.5.1947; Vater Oberstudienrat; abgebrochenes
Studium der Germanistik; seit 1971 RAF-Mitglied; Juli 1972 Festnahme; nach
erstmaliger Verurteilung 1976 (u.a. wegen Mitgliedschaft in einer
terroristischen Vereinigung) im Mai 1979 zu einer lebenslänglichen
Freiheitsstrafe verurteilt (u.a. wegen dreifachen Mordes).
Brigitte Mohnhaupt, geb. 1949; Aktivistin schon der allerersten Jahre
zusammen mit den RAF-Gründern, die die Stätte der Vernichtung, Stammheim,
im Oktober 77 verschlungen hat. Brigitte saß schon während der 70er Jahre
in einer ersten Haft viereinhalb Jahre ab, die letzten Monate zusammen mit
Andreas Bader, Gudrun Ensslin, Jan Raspe, Irmgard Möller und Ingrid
Schubert. Nach der Entlassung tauchte sie wieder ab. 1978 sind Brigitte,
Sieglinde Hofmann und Rolf Clemens Wagner in Jugoslawien verhaftet worden.
Trotz des politischen Drucks der BRD hat Jugoslawien sie nach 6 Monaten
freigelassen. Brigitte wurde erneut 1982 verhaftet und wegen aller
RAF-Aktionen des Jahres 1977 und wegen des Angriffs auf den Nato-General F.
Kroesen (1981)zu 5mal lebenslänglich verurteilt. Die Bundesanwaltschaft
beantragte 24 Jahre Mindesthaft.
Astrid Proll, geb. Mai 1947; Jüngere Schwester von Thorwald Proll; tauchte
zusammen mit den Kaufhausbrandstiftern von 1968 unter war aber selbst nicht
beteiligt; Festgenommen 1971 konnte aber nach England fliehen,
rehabilitiert als ihre Unschuld bewiesen wurde. Herausgeberin des Buches
"Hans und Grete. Die RAF 67-1977"
Thorwald Proll, geb. 1941; Freund von Andreas Baader; Einer der
Kaufhausbrandstifter von 1968; Tauchte erst mit den anderen Brandstiftern
unter wurde von diesen dann aber später in der Schweiz verstoßen und
stellte sich der Polizei
Jan-Carl Raspe, geb. 24.7.1944; Ostberliner blieb bei Mauerbau bei Onkel
und Tante in Westberlin; Studium der Soziologie; Mitglied im SDS;
Mitbegründer der Kommune II; Ab 1970 an Aktionen der RAF beteiligt
Gabriele Rollnick, geb. 1950; Mitglied der Bewegung 2. Juni; Juli 1976
Ausbruch aus der Strafvollzugsanstalt Berlin-Tegel (zusammen mit Monika
Berberich, Juliane Plambeck und Inge Viett); November 1977 Beteiligung an
der Entführung des Industriellen Michael Palmers in Wien; Mai 1978
Beteiligung an der Befreiung des Terroristen Till Meyer aus der
Untersuchungshaft; 1980 Anschluss an die RAF; Mai 1981 Verurteilung zu einer
Freiheitsstrafe von l5 Jahren (u.a. wegen erpresserischen Menschenraubes).
Petra Schelm, geb. August 1950; Friseuse in Berlin; Half bei der Befreiung
von Andreas Baader; Militärische Ausbildung in Jordanien; von der Polizei
erschossen am 15. Juli 1971
Margrit Schiller, geb 1948; studierte Psychologie in Bonn und in
Heidelberg; Arbeit in einem autonomen Suchthilfeprojekt in Heidelberg;
später Mitglied im Sozialistischen Patientenkollektiv (SPK); Anfang der
70er Mitglied der RAF; Oktober 1971 verhaftet; bis 1973 im Gefängnis; 1974
erneut verhaftet; bis 1979 inhaftiert; Organisierte danach die
Gefangenenunterstützung und gründete eine antiimperialistische
Frauengruppe; 1985 Asylantrag in Kuba; lebte bis 1993 in Kuba und zog dan
mit Ihrem kubanischen Mann und ihren zwei Kindern nach Uruguay
Ingrid Schubert, geb. November 1944; Half bei der Baader-Befreiung 1970
dafür verurteilt zu 13 Jahren Haft; Selbstmord am 13. November 1977 in der
JVA München Stadelheim
Horst Söhnlein, geb. 1942; Gründer des Aktionstheaters München; Einer der
Kaufhausbrandstifter von 1968; Nach absitzen der Haftstrafe keine
terroristischen Aktivitäten mehr
Volker Speitel, geb. 1950; seit 1975 Tätigkeit im RAF-Umfeld und als
Kurier zwischen "illegalen" und den Stammheimer RAF-Häftlingen; Oktober
1977 Festnahme; "Kronzeuge" gegen die RAF-"Kommandoebene" in Stammheim;
vorzeitige Haftentlassung im Herbst 1979.
Ilse Stachowiak, geb. Mai 1954; Kam mit 17 zur RAF; Beteiligung am
Bombenanschlag auf den Springerverlag in Hamburg; Festnahme am 1. Februar
1974
Lutz Taufer, geb. 1944; seit 1970 Mitglied des Sozialistischen
Patienten-Kollektivs (SPK) in Heidelberg; 1971 Anschluss an die RAF; April
1975 Teilnahme an dem Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm -
Festnahme; Juli 1977 zu einer zweimal lebenslänglichen Freiheitsstrafe (u.
a. wegen zweifachen gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit
Geiselnahme) verurteilt.
Rolf Clemens Wagner, geb. 1944; ein RAF-Aktivist der 70er Jahre, Nov.79 in
Zürich nach einer Geldbeschaffungsaktion verhaftet, zu lebenslänglich
verurteilt, an die BRD-Behörden ausgeliefert und wegen der Entführung von
Schleyer zu einem weiteren lebenslänglich verurteilt.
Stefan Wisniewski, geb. 1953 im Schwarzwald, Sohn eines polnischen
Zwangsarbeiters, gehörte zum Entführungskommando von H.M. Schleyer,
verhaftet 1978 in Paris, 1981 zu zweimal lebenslänglich verurteilt